Die AFP — Teil 3: Die „Politische Akademie der AFP”

Seit 1966 find­en die „Poli­tis­chen Akademien der AFP” alljährlich statt. Die Akademien sind eine wichtige Aktiv­ität der AFP und dienen der Ver­net­zung inner­halb der recht­sex­tremen Szene. So find­en hier immer wieder Vertreter deutschna­tionaler, recht­sex­tremer und neon­azis­tis­ch­er Strö­mungen zusam­men. Neben Expo­nen­ten des recht­sex­tremen Lagers des In- und Aus­lands trat­en dort wieder­holt auch Funk­tionäre der FPÖ als Ref­er­enten in Erscheinung.

Wir wollen hier einige der Akademien vorstellen, sowohl ihr Pro­gramm als auch die Ref­er­entIn­nen. Zu beacht­en ist, dass das angekündigte Pro­gramm der AFP-Akademien und die angekündigten Per­so­n­en nicht immer mit dem tat­säch­lichen Ver­lauf übere­in­stim­men müssen.

Veranstaltungsorte der AFP-Akademien

2009 Lienz in Osttirol
2008 Offenhausen
2007 Schwertberg
2006 Gumpoldskirchen
2005 Offenhausen
2004 Feldkirchen
2003 Riegersburg
2002 Offenhausen
2001 Mauterndorf
2000 Mitterberg
1999 Feldkirchen
1998 Offenhausen
1997 Eisenstadt
1996 Mauterndorf
1995 Feldkirchen
1994 Offenhausen
1993 Stadt Drosendorf
1992 Spittal
1991 Weyer
1990 Friedberg
1989 Salzburg
1988 Feldkirchen
1987 Grein
1986 Hartberg
1985 Gumpoldskirchen
1984 Strassburg
1983 Gmünd
1982 Innsbruck
1981 Neuhofen
1980 Attersee
1979 Gröbming
1978 Salzburg
1977 Klagenfurt
1976 Spitz an der Donau
1975 Offenhausen
1974 Offenhausen
1973 Offenhausen
1972 Offenhausen
1971 Offenhausen
1970 Offenhausen
1969 Offenhausen
1968 Offenhausen
1967 Offenhausen
1966 Offenhausen

Die internationalen ReferentInnen

Hol­ger Apfel, NPD-Bun­desvize und Vor­sitzen­der der NPD-Frak­tion im Dres­den­er Land­tag. Apfel ver­weigerte 2005 eine Gedenkminute anlässlich aller Opfer des Nation­al­sozial­is­mus, er und die gesamte NPD-Frak­tion ver­ließen geschlossen den Sitzungssaal. In der darauf fol­gen­den Sitzung beze­ich­nete Apfel die Alli­ierten als „ver­meintliche Befreiung Deutsch­lands” und als „Massen­mörder”. 2010 wurde Apfel vom Land­tagspräsi­den­ten des säch­sis­chen Land­tags des Sitzungssaales ver­wiesen, da er bei dem von der NPD-Frak­tion einge­bracht­en Tage­sor­d­nungspunkt „Keine Zusam­me­nar­beit mit Schurken­staat­en — säch­sisch-israelis­che Part­ner­schaft been­den” mehrmals anti­semi­tis­che Äußerun­gen tätigte.

Sein Vor­trag bei der Akademie lautete nach Angaben der AFP: „Volk­streue Arbeit in Par­la­men­tarischen Gremien”

Heinz von Arndt, Grün­der des Arndt-Ver­lag, der den Holo­caust-Leugn­er David Irv­ing ver­legt und immer wieder „revi­sion­is­tis­che” Büch­er vertreibt, die die Kriegss­chuld Deutsch­lands abstre­it­en. Titel im Ange­bot: „Aus­län­der Stopp – Hand­buch gegen Über­frem­dung”, eine Broschüre von Gün­ter Deck­ert, „Goebbels, Macht und Magie” von David Irv­ing, „Ver­brechen an der Wehrma­cht” von Franz W. Sei­dler, „Der ewige Deutschen­haß. Hin­ter­män­ner und Nutznießer des Antiger­man­is­mus” von Gus­tav Sichelschmidt, „Mit ruhig fes­tem Schritt. Aus der Geschichte der SA” von Wil­fried von Oven. (Netz gegen Nazis)

Gün­ter Deck­ert, eben­falls ein recht­sex­tremer Poli­tik­er, der zu den „Revi­sion­is­ten” zählt, die den Holo­caust leug­nen. Er trat in den 1960ern der NPD bei und war in den 1970ern Bun­desvor­sitzen­der der NPD-Jugen­dor­gan­i­sa­tion „Junge Nation­aldemokrat­en (JN)”. Das Land Baden-Würt­tem­berg leit­ete ein Diszi­pli­narver­fahren gegen Deck­ert ein und sprach ihm seinen Beamten­sta­tus ab. Deck­ert über­set­zte 1991 die „revi­sion­is­tis­chen” Texte des Holo­caust-Leugn­ers David Irv­ing und kom­men­tierte diese zus­tim­mend. Im Zuge des soge­nan­nten „Deck­ert-Urteil” wurde er zu zwei Jahren Haft verurteilt. Inzwis­chen ist er auf­grund partei­in­tern­er Machtkämpfe aus der NPD aus­geschlossen wor­den. (Netz gegen Nazis)

Deck­ert referierte bei der AFP-Akademie über das The­ma „Bil­dungs- und Aus­bil­dungspoli­tik aus nation­al­is­tis­ch­er Sicht”.

Pierre Krebs, Mit­glied der neuhei­d­nisch-ras­sis­tis­chen „Art­ge­mein­schaft-Glaubens­bund wesens­mäßiger Daseins­gestal­tung”. Grün­der des Thule-Sem­i­nars, das in den 1980ern/90ern zu den wichtig­sten The­o­riezirkeln der recht­sex­tremen Szene galt.

Nach den Vorankündi­gun­gen der AFP war unter anderem ein The­ma sein­er zahlre­ichen Refer­ate bei der AFP-Akademie (1999, 1995, 1991, 1985, 1984): „Deutsch­land, unser inneres Reich” (1985)

Horst Mahler, wohl ein­er der schillern­sten Neon­azis aus Deutsch­land (da früher­er RAF-Aktivist) referierte bei der AFP-Akademie 2005 über „Das Deutsche Reich als Europäis­che Auf­gabe”.

Frank Ren­nicke, NPD-Mit­glied und „Barde”. Die Polizei musste 2000 bei der 35. Poli­tis­chen Akademie ein­schre­it­en, weil Ren­nicke ein­schlägiges Liedergut wieder­gab und die CDs den NS-Ver­bots­ge­setz wider­sprachen, wodurch es auch zu ein­er Anzeige kam. Ren­nicke kon­nte rechtzeit­ig nach Deutsch­land flücht­en und ent­ging so ein­er möglichen Ver­haf­tung durch die öster­re­ichis­che Polizei.


Frank Ren­nickeBildquelle

Pedro Varela, führen­der Aktivist bei der neon­azis­tis­chen „Cir­cu­lo Espanol de Ami­gos de Europa”/CEDADE. Wurde im Novem­ber 1998 von einem Gericht in Barcelona auf­grund von Holo­caust-Leug­nung zu ein­er fün­fjähri­gen Haft­strafe verurteilt. (DÖW)

Die österreichischen ReferentInnen

Walther Groß, ehe­ma­liger „Ober­sturm­führer” in der 1. SS-Panz­er-Divi­sion „Leib­stan­darte Adolf Hitler”, organ­isierte 1998 eine „Gege­nausstel­lung” zu der Ausstel­lung über die Ver­brechen der Wehrma­cht. Trotz zahlre­ich­er Proteste kon­nte Groß seine Ausstel­lung kosten­los im Fest­saal des Rathaus­es in Salzburg abhal­ten, während der Wehrma­cht­sausstel­lung, die die Ver­brechen der Wehrma­cht aufzeigte, jede poli­tis­che und finanzielle Unter­stützung seit­ens der Stadt ver­wehrt blieb. Der dama­lige Bürg­er­meis­ter Salzburgs, Dechant (ÖVP), sowie der Stad­trat Mit­ten­dor­fer von der FPÖ teil­ten sich den Ehren­schutz gemein­sam mit Recht­sex­trem­is­ten wie Otto Roßkopf. (DÖW)

Bruno Haas, Grün­der der behördlich aufgelösten „Arbeitsvere­ini­gung für Mit­telschüler”, Grün­der der eben­falls behördlich aufgelösten „Aktion Neue Rechte (ANR)”, Mit­glied des Wahlkomi­tees von Nor­bert Burg­er, Vor­tra­gen­der bei der Bürg­erini­tia­tive „Nein zur Aus­län­der­flut”, dessen Kan­di­dat unter anderen Franz Radl war und die von der Wahlbe­hörde wegen NS-Wieder­betä­ti­gung zur Nation­al­ratswahl nicht zuge­lassen wurde.

Die ANR war eine gewalt­bere­ite neon­azis­tis­che Organ­i­sa­tion, in deren Umfeld es immer wieder zu Angriffe auf antifaschis­tis­che Ein­rich­tun­gen kam. Haas hielt 1985 einen Vor­trag für die AFP mit dem Titel „Men­schen­rechtsver­let­zun­gen in Österreich”.

Im Jahr 2000 gab es nach langer Zeit wieder Leben­sze­ichen von Haas, so ein „viel­beachtetes Gruß­wort” von Haas bei dem Lan­desparteitag der NPD-Bay­ern. (DÖW) Im Jahr 2009 berichtete die Web­seite „Volk in Bewe­gung“, dass Bruno Haas aus Wien anreisend einen Vor­trag bei der Ver­anstal­tung „2000 Jahre ger­man­is­ch­er Frei­heit­skampf“ über das The­ma „Das NS-Ver­bots­ge­setz als Mit­tel zur Unter­drück­ung des Deutsch­tums in Öster­re­ich“ gehal­ten hat.

Rene Lang, ehe­ma­liger Ex-VAPO und BfJ-Führungskad­er („Bund freier Jugend”, Jugen­dor­gan­i­sa­tion der AFP) nun­mehr „Förder­w­erk Junge Fam­i­lien” (aus dem Umfeld der VAPO ent­standen) und Lan­desleit­er der AFP. Im Som­mer 2000 ver­suchte das Förder­w­erk gemein­sam mit bayrischen Neon­azis eine Ver­anstal­tung in Freilass­ing zu organ­isieren, was aber von deutschen Behör­den unter­sagt wurde.


Küs­sels Ex-VAPO-Mit­stre­it­er als Ref­er­ent bei der AFP-AkademieBildquelle

Wal­ter Lüftl, ein öster­re­ichis­ch­er Holo­caustleugn­er der bei der AFP-Akademie „Wird die Lüge Pflicht?” als The­ma hat­te. (DÖW)

Ste­fan Mag­net, war eben­falls führen­der BfJ-Kad­er sprach bei der AFP-Akademie 2006 über „Inte­gra­tion ist Völk­er­mord (Von der Unumgänglichkeit der huma­nen Aus­län­der­druck­führung)”.

Stephan Mairinger, gehört eben­falls zu dem Führungskad­er des BfJ und eröffnete den „Tag der volk­streuen Jugend” 2003. 2003 trat­en auch der AFP-Ide­ologe Kon­rad Windisch auf sowie Her­bert Schweiger und Gün­ter Rehak. 2007 wurde der „Tag der volk­streuen Jugend ” von der Polizei aufgelöst.

Gün­ter Rehak, nach eige­nen Angaben ehe­ma­liges Mit­glied der FPÖ und Grün­der der Wahlpartei „Liste Wien”. Meinte in einem News-Inter­view: „Dass eine poli­tis­che Partei ganz ein­fach ver­boten wer­den kann: die NSDAP” und auf die Frage „Wären Sie heute lieber Mit­glied der NSDAP, als dass Sie ein­mal SPÖ-Mit­glied waren?” antwortete Rehak: „Mir schwebt etwas vor, das bei­des vereint.”

Rehak durfte gle­ich mehrmals für die AFP-Akademie referieren, 2008 über „Fem­i­nis­mus und Gen­der­wahn — Wir brauchen die nationale Alter­na­tive”, sowie auch 2007, 2005, 2003, 2001, 2000 („Ras­sis­mus – Na und?”), 1997 und 1996.

Her­wig Nacht­mann, der ehe­ma­lige AULA-Ver­ant­wortliche, musste sich 1994 auf­grund ein­er Wieder­gabe von Schriften des Holo­caust-Leugn­ers Wal­ter Lüftl in der Aula wegen Ver­stoßes gegen das NS-Ver­bots­ge­setz vor Gericht ver­ant­worten und wurde deswe­gen auch verurteilt.

Wal­ter Mari­novic, beze­ich­net sich selb­st in der „Deutsche Stimme“ (1/2000) als „Ost­märk­er“, hier find­et sich ein aus­führlich­es Dossier über Marinovic.

Richard Melisch, Ver­fass­er der anti­semi­tis­chen Agi­ta­tion­ss­chrift „Krisen­ge­bi­et Nahost”, her­aus­gegeben von der AFP. Diese Broschüre wurde von der FPÖ-Orts­gruppe Kaum­berg (NÖ) im Novem­ber 2002 bewor­ben. In der Het­zschrift find­en sich Sätze wie: „Denn wer JA sagt zu dem Frei­heit­skampf eines George Wash­ing­ton, ein­er franzö­sis­chen Résis­tance, eines Mahat­ma Gand­hi, eines Andreas Hofer, muss auch JA sagen zur Hizbol­lah, zur Fatah, zur Hamas!” Bei solch „scharf­sin­ni­gen” Analy­sen ver­wun­dert es dann auch nicht, dass Melisch sich selb­st als „Nahos­t­ex­perte” beze­ich­net, der solch pro­funde Ken­nt­nisse über das The­ma hat, dass er Weltkriege vorher­sagen kann – sein The­ma bei der AFP-Akademie daher: „Der Ein­marsch in den Libanon als Auf­takt zum Drit­ten Weltkrieg”.

Lud­wig Reinthaler, Grün­der der Wahlpartei „Die Bun­ten”. Die Wahlbe­hörde schloss „Die Bun­ten” auf­grund von NS-Wieder­betä­ti­gung von den Gemein­de­wahlen in Wels aus.

Horst Jakob Rosenkranz, Vor­stand der „Kri­tis­chen Demokrat­en”, die die Zeitung „fak­ten“ her­aus­geben. Das DÖW charak­ter­isiert die „Kri­tis­chen Demokrat­en” als „Recht­sex­treme Klein­partei mit Bindeglied­funk­tion zwis­chen der recht­sex­tremen und neon­azis­tis­chen Szene und der FPÖ.” (DÖW)
Im Vor­stand saßen mehrere VAPO-Kad­er, darunter Ste­fan Tanz­cos.

Her­bert Schaller, ein bekan­nter Wiener Neon­azi-Vertei­di­ger, der in der Szene hohes Anse­hen genießt. In einem Gast­beitrag 2007 in der regierungsamtlichen (!) Wiener Zeitung ver­harm­lost er die Holo­caust-Leug­nung als „Mei­n­ung“. 2006 nahm er an der Holo­caustleugn­er-Kon­ferenz in Teheran teil. (DÖW)
Seine Vorträge bei der AFP-Akademie dreht­en sich alle um das Verbotsgesetz.

Her­bert Schweiger, war Unter­sturm­führer der Waf­fen-SS im Pio­nier­batail­lon „Leib­stan­darte SS Adolf Hitler”. 1997 wegen nation­al­sozial­is­tis­ch­er Wieder­betä­ti­gung zu ein­er 15 Monate teilbe­d­ingten Haft­strafe verurteilt, da er in einem Artikel („Evo­lu­tion und Wis­sen“) eine Refor­mulierung der NSDAP-Pro­gram­matik ver­suchte. 2009 wurde Schweiger wieder wegen NS-Wieder­betä­ti­gung zu zwei Jahren verurteilt.

Ein The­ma bei der AFP-Akademie war „Grund­sätze und Ziele ein­er Nationalen Sozialpoli­tik“.

Andreas Thier­ry, ein öster­re­ichis­ch­er Neon­azi und seit 2009 Vor­standsmit­glied der NPD. 1990 nahm er an einem Aus­bil­dungslager der 1992 in der Bun­desre­pub­lik ver­bote­nen Nation­al­is­tis­chen Front (NF) teil. 1992 ver­fasste er mit anderen ein Flug­blatt über die SS („Wahrheit über die Waf­fen-SS“), in der es heißt: „Es ist eine Lüge, daß die Waf­fen-SS eine ver­brecherische Organ­i­sa­tion gewe­sen ist. Wahrheit ist vielmehr, daß sie ehren­haft und anständig gekämpft hat.“

Auf den soge­nan­nten „Wehrsport-Fotos“, die Heinz-Chris­t­ian Stra­che bei „Wehrsportübun­gen” (vul­go „Paint­ball­spiele”) zeigen, find­et sich auch Andreas Thier­ry. 2007 schick­te Franz Radl der APA eine Erk­lärung von Thier­ry, in der er kundtat:

Er habe aber aus mehreren Grün­den jeglich­es Inter­view abgelehnt, heißt es in der Stel­lung­nahme weit­ers. Zum einen kenne er „diese Kam­pag­nen nur zu gut aus eigen­er Erfahrung”. Zum Zweit­en sei er „seit rund zwei Jahrzehn­ten (…) gegen die geistige Fremdbes­tim­mung unser­er Heimat aktiv und habe der von den alli­ierten Siegermächt­en lizen­sierten Presse noch nie Inter­views gegeben”. Thier­ry weit­er: „Im Gegen­teil — ich lehne jede Koop­er­a­tion mit den Feindme­di­en ab, da sie das eigentliche Machtin­stru­ment des US-Vasal­len­sys­tems darstellen.“ Thier­ry weit­er über das Ver­bots­ge­setz: „Der eigentliche Skan­dal an der ganzen Angele­gen­heit sind mit Sicher­heit nicht ein paar alte Fotos, son­dern die Tat­sache, dass in Öster­re­ich seit 1945 ein weltweit und vielle­icht auch welt­geschichtlich ein­ma­liges Instru­men­tar­i­um zur Ver­fol­gung missliebiger Mei­n­un­gen und deren Vertreter vorhan­den ist — und je nach Bedarf einge­set­zt wird. (oe24.at)

2006 referierte Thier­ry bei der AFP-Akademie über „Die Legion Con­dor und der Spanis­che Bürg­erkrieg“. Die Legion Con­dor war eine verdeckt operierende Ein­heit der Deutschen Wehrma­cht im Spanis­chen Bürgerkrieg.

Robert Ver­be­len, war SS-Ober­sturm­führer der Algemene SS Flan­dern. Er war ver­ant­wortlich für die Ermor­dung von über 100 ZivilistIn­nen und Wider­stand­skäm­perIn­nen und wurde deswe­gen 1947 zum Tode verurteilt. Nur durch eine Flucht nach Öster­re­ich kon­nte er sein­er Hin­rich­tung ent­ge­hen. Bis zu seinem Tode war er gern gese­hen­er Ref­er­ent in der recht­sex­tremen und neon­azis­tis­chen Szene in Österreich.

Ver­be­lens Vorträge bei den AFP-Akademien waren unter anderem: „Ein Zeitzeuge packt aus.“

ReferentInnen der FPÖ oder aus deren Umfeld

Robert Dürr, ehe­ma­liger FPÖ-Poli­tik­er und Grün­der der „Partei Neue Ord­nung (PNO)”, im Jahr 200 wurde Dürr wegen NS-Wieder­betä­ti­gung für schuldig gesprochen und zu ein­er drei­jähri­gen Haft­strafe verurteilt (später auf zwei Jahre herun­terge­set­zt). Laut DÖW warf die Anklage Dürr vor, NS-Gedankengut zu ver­bre­it­et, Hitler glo­ri­fiziert und die deutsche Kriegss­chuld verneint zu haben (DÖW).

Er referierte laut Vorankündi­gung der AFP mehrmals für die FPÖ: 1994, 1992 und 1990.

Johann Gude­nus, Abge­ord­neter der FPÖ in Wien. Für die AFP-Akademie 2009 war eigentlich Hans Jörg-Jenewein als Ref­er­ent vorge­se­hen. Statt ihm sprach Johann Gude­nus „Über den herrschen­den Gesin­nung­ster­ror­is­mus” (Quelle: Kom­mentare zum Zeit­geschehen, Folge 473, Seite 3).

Ilse Hans, ehe­ma­lige Abge­ord­nete der FPÖ im niederöster­re­ichis­chen Land­tag, sowie ehe­ma­lige Präsi­dentin des „Forum für ein humanes und demokratis­ches Strafrecht und zur Erhal­tung der Men­schen­rechte (FSM)”, das sich um die inhaftierten VAPO-Aktivis­ten küm­merte. Eben­falls im dama­li­gen FSM-Vor­stand (laut der AFP-Zeitung Kom­mentare zum Zeit­geschehen, Folge 314/1996) Hans Jörg Schi­manek sen. als Rech­nung­sprüfer. Schrift­führerin des Vere­ins war Eva Krass­nig, die eng­ste Verbindun­gen zu Franz Radl hat­te. Als Rech­nung­sprüfer war, neben Schi­manek, Horst Lud­wig (AFP) in den Vor­stand gewählt wor­den. Der Vere­in FSM löste sich inzwis­chen selb­st auf. Hans ist auch Ver­fasserin der AFP-Broschüre „Kri­tis­che Fra­gen zum Umweltschutz”, das war auch ihr Refer­at­s­the­ma bei der AFP-Akademie 1990.

Hans Jörg Jenewein (Burschen­schaft Sile­sia), referierte 2008 für die Akademie über das The­ma „Rechte in Öster­re­ich nach der Wahl 2008”. 2009 wurde er mit dem The­ma „Über den herrschen­den Gesin­nung­ster­ror” angekündigt. Statt ihm sprach aber Johann Gude­nus (s.o.). Jenewein, von der Wochen­zeitung Fal­ter auf seine Teil­nahme 2008 ange­sprochen, meinte, dass ihm die Ein­schätzung des Ver­fas­sungss­chutzes, wonach die AFP eine „aus­geprägte Affinität zum Nation­al­sozial­is­mus” besitze, nicht tang­iere: „Ich habe dort durch die Bank nor­male Men­schen ken­nen gel­ernt, die mit Mess­er und Gabel essen.” Daher würde er im Falle ein­er neuer­lichen Ein­ladung näch­stes Jahr „wieder hin­fahren”. Neben Jenewein waren 2009 der Schweiz­er Holo­caust-Leugn­er und Neon­azi Bern­hard Schaub angekündigt. (DÖW)

Hel­mut Kowarik, Abge­ord­neter der FPÖ in Wien referierte 1982 über „100 Jahre Deutsche Schutzarbeit für Öster­re­ich”. Kowarik ist (oder war) neben Stad­trat Johann Her­zog und der FPÖ-Land­tagsab­ge­ord­neten Bar­bara Schöf­nagel im Vor­stand der als recht­sex­trem eingestuften „Öster­re­ichis­chen Lands­man­nschaft (ÖLM)”.

Ger­hard Kurz­mann, steirisch­er Abge­ord­neter der FPÖ und Mit­glied bei der Kam­er­ad­schaft IV, über die das DÖW schreibt: „Die Kam­er­ad­schaft IV (K IV) ist eine (…) recht­sex­treme Vet­er­a­nenor­gan­i­sa­tion ehe­ma­liger Ange­höriger der Waf­fen-SS. Die K IV ver­sucht die Waf­fen-SS, die vom Nürn­berg­er Gericht­shof als Teil der SS zu ein­er ver­brecherischen Organ­i­sa­tion erk­lärt wurde, als vierten Wehrma­cht­steil und damit als unbe­den­klich hinzustellen und leit­et ihren Namen daraus ab.”

Kurz­mann vertei­digt im derstandard.at-Interview die Kam­er­ad­schaft IV: „Weil die Leute, die ich dort ken­nen­gel­ernt habe, anständi­ge Leute sind. Sie haben als Sol­dat­en in ein­er sehr schwieri­gen Zeit ihre Pflicht erfüllt und es nicht ver­di­ent, ständig angeschüt­tet oder ver­nadert zu wer­den.“ Diese Kam­er­ad­schaft IV organ­isierte eine Gedenkver­anstal­tung in Dég und lud dazu die paramil­itärische und neon­azis­tis­che ” Ungarischen Nationalen Front (MNA)” ein. (stopptdierechten.at)


Gedenk­feier in Dég, mit der Kam­er­ad­schaft IV und der „Ungarischen Nationalen Front (MNA)“


Die MNA bei ihren Wehrsportübun­gen, zwis­chen­durch lässt sie sich von der Kam­er­ad­schaft IV einladen

Andreas Mölz­er [1], [2], EU-Abge­ord­neter der FPÖ referierte bere­its 1985 über das The­ma „Öster­re­ichs Beitrag zu ein­er Gesamt­deutschen Erneuerung”.

Otto Scrinzi, ehe­ma­liger SA-Sturm­führer, nach 1949 Klubob­mann der „Vere­ins der Unab­hängi­gen (VdU)“, der Vorgänger­partei der FPÖ. Von 1966 bis 1979 war Scrinzi Nation­al­ratsab­ge­ord­neter der FPÖ. 1984 grün­dete er die Nation­al-Frei­heitliche Aktion und kan­di­dierte 1986 als Bundespräsident.
1980 referierte er bei der AFP-Akademie über das The­ma „Die Dik­tatur der Abar­ti­gen“.

Kriemhild Trat­tnig, Klubobfrau der FPÖ im Kärnt­ner Land­tag. Sie referierte laut Pro­gramm der AFP 1987 ober das „Bauern­tum Heute“.

Eine kleine Auswahl von Programmpunkte der AFP-Akademien

  • 2009: Dr. Hans Meis­er (Ebbs) — „Der Ver­rat des Widerstandes”
  • 2009: Michael Sei­dler (Salzburg) — „Der Patri­oten – Prozess”
  • 2009: Hans Jörg Jenewein (Wien) — „Über den herrschen­den Gesinnungsterror”
  • 2008: Min.- Rat DI Gün­ter Rehak (Wien) — „Fem­i­nis­mus und Gen­der­wahn — Wir brauchen die nationale Alternative”
  • 2008: Mag. Mar­tin Pfeif­fer (Graz) — „Die Zweite Völk­er­wan­derung — Das Ende der weis­sen Welt ?”
  • 2006: Lud­wig Reinthaler (Wels) — “Das Aus­län­der­prob­lem in Wels – Dokumentarfilm”
  • 2006: Andreas Thier­ry (Wien) — “Die Legion Con­dor und der Spanis­che Bürgerkrieg”
  • 2006: Ste­fan Mag­net (Leond­ing) — “Inte­gra­tion ist Völk­er­mord (Von der Unumgänglichkeit der huma­nen Ausländerdruckführung)”
  • 2006: Abg. Hol­ger Apfel (Dres­den) — “Volk­streue Arbeit in Par­la­men­tarischen Gremien”
  • 2004: Richard Mios­ga (Hohen Neu­dorf) — “Neues von der Überfremdungsfront”
  • 2002: Dr. Siegfried Lor­ber (Kla­gen­furt) — “Die Wehrma­cht­sausstel­lung und eine Justizgroteske”
  • 2000: Min.Rat Dipl.Ing Gün­ter Har­ald Rehak (Wien) — “Ras­sis­mus – Na und?”
  • 2000: Bau­rat h.c. Dipl.Ing. Wal­ter Lüftl (Wien) — “Wird die Lüge Pflicht?”
  • 2000: Her­minio Redon­do (Inns­bruck) — “Die Pro­tokolle der Weisen von Brüssel”
  • 1997: Dr. Her­bert Schaller (Traiskirchen) — “Men­schen­rechte und Verbotsgesetz”
  • 1995: Her­minio Redon­do (Inns­bruck) — “Ein Hitler für Mor­gen? Worte für den Europäis­chen Frieden”
  • 1993: Horst Jakob Rosenkranz (See­barn) — “Katas­tro­phen­mod­ell Mul­ti­kul­turelle Gesellschaft”
  • 1992: Dr. Her­bert Schaller (Traiskirchen) — “Ver­bots­ge­setz und Rechtssprechung”
  • 1985: Pierre Krebs (Agde) — “Deutsch­land, unser inneres Reich”
  • 1985: Dr. Max­imil­lian Czesany (Graz) — “Der Anglo-Amerikanis­che Luftkrieg gegen die Zivilbevölkerung”
  • 1980: Abg. a.d. Prim. Dr. Otto Scrinzi (Kla­gen­furt) — “Die Dik­tatur der Abartigen”

➡️ Die AFP – Teil 1: Die “Arbeits­ge­mein­schaft für demokratis­che Poli­tik (AFP)”
➡️ Die AFP — Teil 2: Geschichte der AFP
➡️ Die AFP — Teil 4: Die Jugen­dor­gan­i­sa­tio­nen der AFP


Emp­foh­lene Quellen für die Recherche:
DöW — Doku­men­ta­tion­sarchiv des öster­re­ichis­chen Widerstandes
Blick nach Rechts
Netz gegen Nazis
NPD-Blog.info