Die AFP – Teil 3: Die „Politische Akademie der AFP“

Seit 1966 finden die „Politischen Akademien der AFP“ alljährlich statt. Die Akademien sind eine wichtige Aktivität der AFP und dienen der Vernetzung innerhalb der rechtsextremen Szene. So finden sich hier immer wieder „Vertreter deutschnationaler, rechtsextremer und neonazistischer Strömungen zusammen. Neben Exponenten des rechtsextremen Lagers des In- und Auslandes traten dort wiederholt auch Funktionäre der FPÖ als Referenten in Erscheinung.“ (DÖW)

Wir wollen hier einige der Akademien vorstellen, sowohl ihr Programm als auch die ReferentInnen. Zu beachten ist, dass das angekündigte Programm der AFP-Akademien und die angekündigten Personen, nicht immer mit dem tatsächlichen Verlauf übereinstimmen müssen.


Links die Themen der AFP-Akademien von 1974 bis 2009, mit Ausnahme von 1982 (nach Angaben der Vorankündigungen durch die AFP); Mitte die ReferentInnen der AFP von 1974 bis 2009, mit Ausnahme von 1982 und mit den Jahresangaben wann die ReferentInnen gesprochen haben oder als solche angekündigt wurden (nach Angaben der Vorankündigungen durch die AFP); Rechts die von der AFP veröffentlichte Liste der ReferentInnen.

Veranstaltungsorte der AFP-Akademien

2009 Lienz in Osttirol
2008 Offenhausen
2007 Schwertberg
2006 Gumpoldskirchen
2005 Offenhausen
2004 Feldkirchen
2003 Riegersburg
2002 Offenhausen
2001 Mauterndorf
2000 Mitterberg
1999 Feldkirchen
1998 Offenhausen
1997 Eisenstadt
1996 Mauterndorf
1995 Feldkirchen
1994 Offenhausen
1993 Stadt Drosendorf
1992 Spittal
1991 Weyer
1990 Friedberg
1989 Salzburg
1988 Feldkirchen
1987 Grein
1986 Hartberg
1985 Gumpoldskirchen
1984 Strassburg
1983 Gmünd
1982 Innsbruck
1981 Neuhofen
1980 Attersee
1979 Gröbming
1978 Salzburg
1977 Klagenfurt
1976 Spitz an der Donau
1975 Offenhausen
1974 Offenhausen
1973 Offenhausen
1972 Offenhausen
1971 Offenhausen
1970 Offenhausen
1969 Offenhausen
1968 Offenhausen
1967 Offenhausen
1966 Offenhausen

Die internationalen ReferentInnen

Holger Apfel, NPD-Bundesvize und Vorsitzender der NPD-Fraktion im Dresdener Landtag. Apfel verweigerte 2005 eine Gedenkminute anlässlich aller Opfer des Nationalsozialismus, er und die gesamte NPD-Fraktion verließen geschlossen den Sitzungssaal. In der darauf folgenden Sitzung bezeichnete Apfel die Alliierten als „vermeintliche Befreiung Deutschlands“ und als „Massenmörder“. 2010 wurde Apfel vom Landtagspräsidenten des sächsischen Landtags des Sitzungssaales verwiesen, da er bei der von der NPD-Fraktion eingebrachten Tagesordnungspunkt „Keine Zusammenarbeit mit Schurkenstaaten – sächsisch-israelische Partnerschaft beenden“ mehrmals antisemitische Äußerungen tätigte. (Netz gegen Nazis)

Sein Vortrag bei der Akademie lautete nach Angaben der AFP: „Volkstreue Arbeit in Parlamentarischen Gremien“.

Heinz von Arndt, Gründer des Arndt-Verlag, der für den Holocaust-Leugner David Irving macht und immer wieder „revisionistische“ Bücher vertreibt, die die Kriegsschuld Deutschlands abstreitet. Titeln im Angebot: „Ausländer Stopp – Handbuch gegen Überfremdung“, eine Broschüre von Günter Deckert, „Goebbels, Macht und Magie“, von David Irving, „Verbrechen an der Wehrmacht“ von Franz W. Seidler, „Der ewige Deutschenhaß. Hintermänner und Nutznießer des Antigermanismus“, von Gustav Sichelschmidt, „Mit ruhig festem Schritt. Aus der Geschichte der SA“, von Wilfried von Oven. (Netz gegen Nazis)

Günter Deckert, ebenfalls ein rechtsextremer Politiker, der zu den „RevisionistInnen“ zählt die den Holocaust leugnen. Er trat in den 60ern der NPD bei und war in den 70ern Bundesvorsitzender der NPD-Jugendorganisation „Junge Nationaldemokraten (JN)“.
Das Land Baden-Württemberg leitete ein Disziplinarverfahren gegen Deckert ein und sprach ihm seinen Beamtenstatus ab. Deckert übersetzte 1991 die „revisionistischen“ Texte des Holocaust-Leugners David Irving und kommentierte diese zustimmend. Im Zuge des sogenannten „Deckert-Urteil“ wurde er zu zwei Jahren Haft verurteilt. Inzwischen ist er aufgrund parteiinterner Machtkämpfe aus der NPD ausgeschlossen worden. (Netz gegen Nazis)
Er referierte bei der AFP-Akademie über das Thema „Bildungs- und Ausbildungspolitik aus nationalistischer Sicht“.

Pierre Krebs, Mitglied der neuheidnisch-rassistischen „Artgemeinschaft-Glaubensbund wesensmäßiger Daseinsgestaltung“. Gründer des Thule-Seminars, das in den 80ern und 90ern zu den wichtigsten Theoriezirkeln der rechtsextremen Szene galt.
Nach den Vorankündigungen der AFP, war unter anderem ein Thema seiner zahlreichen Referate bei der AFP-Akademie (1999, 1995, 1991, 1985, 1984): „Deutschland, unser inneres Reich“ (1985).

Horst Mahler, wohl einer der schillernsten Neonazis aus Deutschland (da früherer RAF-Aktivist) referierte bei der AFP-Akademie 2005 über „Das Deutsche Reich als Europäische Aufgabe“.

Frank Rennicke, NPD-Mitglied und „Barde“. Die Polizei musste 2000 bei der 35. Politischen Akademie einschreiten, weil Rennicke einschlägiges Liedergut wiedergab und die CDs den NS-Verbotsgesetz widersprachen, wodurch es auch zu einer Anzeige kam. Rennicke konnte rechtzeitig nach Deutschland flüchten und entging so einer möglichen Verhaftung durch die österreichische Polizei.


Frank RennickeBildquelle

Pedro Varela, führender Aktivist bei der neonazistischen „Circulo Espanol de Amigos de Europa“/CEDADE. Wurde im November 1998 von einem Gericht in Barcelona aufgrund von Holocaust-Leugnung zu einer fünfjährigen Haftstrafe verurteilt. (DÖW)

Die österreichischen ReferentInnen

Walther Groß, ehemaliger „Obersturmführer“ in der 1. SS-Panzer-Division „Leibstandarte Adolf Hitler“, er organisierte 1998 eine „Gegenausstellung“ zu der Ausstellung über die Verbrechen der Wehrmacht.
Trotz zahlreicher Proteste konnte Groß seine Ausstellung kostenlos im Festsaal des Rathauses in Salzburg abhalten, während der Wehrmachtsausstellung, die die Verbrechen der Wehrmacht aufzeigte jede politische und finanzielle Unterstützung seitens der Stadt verwehrt blieb. Der damalige Bürgermeister Salzburgs Dechant (ÖVP) sowie der Stadtrat Mittendorfer von der FPÖ teilten sich den Ehrenschutz gemeinsam mit Rechtsextremisten wie Otto Roßkopf.
(DÖW)

Bruno Haas, Gründer der behördlich aufgelösten „Arbeitsvereinigung für Mittelschüler“, Gründer der ebenfalls behördlich aufgelösten „Aktion Neue Rechte (ANR)“, Mitglied des Wahlkomitees von Norbert Burger, Vortragender bei der Bürgerinitiative „Nein zur Ausländerflut“, dessen Kandidat unter anderen Franz Radl war und die von der Wahlbehörde wegen NS-Wiederbetätigung zur Nationalratswahl nicht zugelassen wurde.
Die ANR war eine gewaltbereite neonazistische Organisation, in deren Umfeld es immer wieder zu Angriffe auf antifaschistische Einrichtungen kam. Und genau dieser Haas hielt 1985 einen Vortrag für die AFP mit dem Titel „Menschenrechtsverletzungen in Österreich“.
Im Jahr 2000 gab es nach langer Zeit wieder Lebenszeichen von Haas, so gab es ein „vielbeachtetes Grußwort“ von Haas bei dem Landesparteitag der NPD-Bayern. (DÖW)
Im Jahr 2009 berichtete die Webseite „Volk in Bewegung“ das Bruno Haas aus Wien anreisend einen Vortrag bei der Veranstaltung „2000 Jahre germanischer Freiheitskampf“ über das Thema „Das NS-Verbotsgesetz als Mittel zur Unterdrückung des Deutschtums in Österreich“.

Rene Lang, ehemaliger Ex-VAPO und BfJ-Fürhungskader (BfJ – „Bund freier Jugend“, Jugendorganisation der AFP) nunmehr „Förderwerk Junge Familien“ (aus dem Umfeld der VAPO entstanden) und Landesleiter der AFP. Im Sommer 2000 versuchte das Förderwerk gemeinsam mit bayrischen Neonazis eine Veranstaltung in Freilassing zu organisieren, was aber von deutschen Behörden untersagt wurde.


Küssels Ex-VAPO-Mitstreiter als Referent bei der AFP-AkademieBildquelle

Walter Lüftl, ein österreichischer Holocaustleugner der bei der AFP-Akademie „Wird die Lüge Pflicht?“ als Thema hatte. (DÖW)

Stefan Magnet, war ebenfalls führender BfJ-Kader sprach bei der AFP-Akademie 2006 über „Integration ist Völkermord (Von der Unumgänglichkeit der humanen Ausländerdruckführung)“.

Stephan Mairinger, gehört ebenfalls zu dem Führungskader des BfJ und eröffnete den „Tag der volkstreuen Jugend“ 2003. 2003 traten auch der AFP-Ideologe Konrad Windisch auf, sowie Herbert Schweiger und Günter Rehak.
2007 wurde der „Tag der volkstreuen Jugend “ von der Polizei aufgelöst.

Günter Rehak, nach eigenen Angaben ehemaliges Mitglied der FPÖ und Gründer der Wahlpartei „Liste Wien“. Meinte in einem News-Interview: „Dass eine politische Partei ganz einfach verboten werden kann: die NSDAP.“ und auf die Frage „Wären Sie heute lieber Mitglied der NSDAP, als dass Sie einmal SPÖ-Mitglied waren?“ antwortete Rehak: „Mir schwebt etwas vor, das beides vereint.“
Rehak durfte gleich mehrmals für die AFP-Akademie referieren, 2008 über „Feminismus und Genderwahn – Wir brauchen die nationale Alternative“, sowie auch 2007, 2005, 2003, 2001, 2000 („Rassismus – Na und?“), 1997 und 1996.

Herwig Nachtmann, der ehemalige AULA-Verantwortliche, musste sich 1994, aufgrund einer Wiedergabe von Schriften des Holocaust-Leugners Walter Lüftl in der Aula, wegen Verstoßes gegen das NS-Verbotsgesetz vor Gericht verantworten und wurde deswegen auch verurteilt.

Walter Marinovic, bezeichnet sich selbst in der „Deutsche Stimme“ (1/2000) als „Ostmärker“, hier findet sich ein ausführliches Dossier über Marinovic.

Richard Melisch, Verfasser der antisemitischen Agitationsschrift „Krisengebiet Nahost“, herausgegeben von der AFP. Diese Broschüre wurde von der FPÖ-Ortsgruppe Kaumberg (NÖ) im November 2002 beworben. In der Hetzschrift finden sich Sätze wie: „Denn wer JA sagt zu dem Freiheitskampf eines George Washington, einer französischen Résistance, eines Mahatma Gandhi, eines Andreas Hofer, muss auch JA sagen zur Hizbollah, zur Fatah, zur Hamas!“ Bei solch „scharfsinnigen“ Analysen verwundert es dann auch nicht, dass Melisch sich selbst als „Nahostexperte“ bezeichnet, der solch profunde Kenntnisse über das Thema hat, dass er Weltkriege vorhersagen kann – sein Thema bei der AFP-Akademie daher: „Der Einmarsch in den Libanon als Auftakt zum Dritten Weltkrieg“.

Ludwig Reinthaler, Gründer der Wahlpartei „Die Bunten“. Die Wahlbehörde schloss „Die Bunten“ aufgrund von NS-Wiederbetätigung von den Gemeindewahlen in Wels aus.

Kandidaten der Partei „Die Bunten“ – Bildquelle: oe24.at, siehe auch: „Bunte“-Anhänger: Hitlergruß & Skinheads

Horst Jakob Rosenkranz, Vorstand der „Kritischen Demokraten“, die die Zeitung „fakten“ herausgeben. Das DÖW charakterisiert die „Kritischen Demokraten“ als „Rechtsextreme Kleinpartei mit Bindegliedfunktion zwischen der rechtsextremen und neonazistischen Szene und der FPÖ.“ (DÖW)
Im Vorstand saßen mehrere VAPO-Kader, darunter Stefan Tanzcos.

Herbert Schaller, ein bekannter Wiener Neonazi-Verteidiger, der in der Szene hohes Ansehen hat (warum auch immer). In einem Gastbeitrag 2007 in der regierungsamtlichen (!) Wiener Zeitung verharmlost er die Holocaust-Leugnung als „Meinung“. 2006 nahm er an der Holocaustleugner-Konferenz in Teheran teil. (DÖW)
Seine Vorträge bei der AFP-Akademie drehten sich alle um das Verbotsgesetz.

Herbert Schweiger, war Untersturmführer der Waffen-SS im Pionierbataillon „Leibstandarte SS Adolf Hitler“ . 1997 wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung zu einer 15 Monate teilbedingten Haftstrafe verurteilt, da er in einem Artikel („Evolution und Wissen“) eine Reformulierung der NSDAP-Programmatik versuchte. 2009 wurde Schweiger wieder wegen NS-Wiederbetätigung zu zwei Jahren verurteilt.
Ein Thema bei der AFP-Akademie war „Grundsätze und Ziele einer Nationalen Sozialpolitik“.

Andreas Thierry, ein österreichischer Neonazi und seit 2009 Vorstandsmitglied der NPD. 1990 nahm er an einem Ausbildungslager der 1992 in der Bundesrepublik verbotenen Nationalistischen Front (NF) teil. 1992 verfasste er mit anderen ein Flugblatt über die SS („Wahrheit über die Waffen-SS“), in der es heißt: „Es ist eine Lüge, daß die Waffen-SS eine verbrecherische Organisation gewesen ist. Wahrheit ist vielmehr, daß sie ehrenhaft und anständig gekämpft hat.“
Auf den sogenannten „Wehrsport-Fotos“, die Heinz-Christian Strache bei „Wehrsportübungen“ (vulgo „Paintballspiele“) zeigen, findet sich auch Andreas Thierry. 2007 schickte Franz Radl der APA eine Erklärung von Thierry, in der er erklärte (Zitat oe24.at): „Er habe aber aus mehreren Gründen jegliches Interview abgelehnt, heißt es in der Stellungnahme weiters. Zum einen kenne er „diese Kampagnen nur zu gut aus eigener Erfahrung“. Zum Zweiten sei er „seit rund zwei Jahrzehnten (…) gegen die geistige Fremdbestimmung unserer Heimat aktiv und habe der von den alliierten Siegermächten lizensierten Presse noch nie Interviews gegeben“. Thierry weiter: „Im Gegenteil – ich lehne jede Kooperation mit den Feindmedien ab, da sie das eigentliche Machtinstrument des US-Vasallensystems darstellen.“ Thierry weiter über das Verbotsgesetz: „Der eigentliche Skandal an der ganzen Angelegenheit sind mit Sicherheit nicht ein paar alte Fotos, sondern die Tatsache, dass in Österreich seit 1945 ein weltweit und vielleicht auch weltgeschichtlich einmaliges Instrumentarium zur Verfolgung missliebiger Meinungen und deren Vertreter vorhanden ist – und je nach Bedarf eingesetzt wird.“
2006 referierte Thierry bei der AFP-Akademie über „Die Legion Condor und der Spanische Bürgerkrieg“. Die Legion Condor war eine verdeckt operierende Einheit der Deutschen Wehrmacht im Spanischen Bürgerkrieg.


Andreas Thierry, 2. von Rechts beim Konkreß der „nationalrevolutionären Neuen-Sozialistischen Alternative (N-SA)“, David Duke 4. von links Bildquelle

Robert Verbelen, war SS-Obersturmführer der Algemene SS Flandern. Er war verantwortlich für die Ermordung von über 100 ZivilistInnen und WiderstandskämperInnen und wurde deswegen 1947 zum Tode verurteilt. Nur durch eine Flucht nach Österreich konnte er seiner Hinrichtung entgehen. Bis zu seinem Tode war er gern gesehener Referent in der rechtsextremen und neonazistischen Szene in Österreich.
Verbelens Vorträge bei den AFP-Akademien waren unter anderem: „Ein Zeitzeuge packt aus“.

ReferentInnen der FPÖ oder aus deren Umfeld

Robert Dürr, ehemaliger FPÖ-Politiker und Gründer der „Partei Neue Ordnung (PNO)“, im Jahr 200 wurde Dürr wegen NS-Wiederbetätigung für Schuldig gesprochen und zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt (später auf zwei Jahre heruntergesetzt). Laut DÖW warf die Anklage Dürr vor, NS-Gedankengut verbreitet, Hitler glorifiziert und die deutsche Kriegsschuld verneint zu haben (DÖW).
Er referierte laut Vorankündigung der AFP mehrmals für die FPÖ: 1994, 1992 und 1990.

Johann Gudenus, Abgeordneter der FPÖ in Wien. Für die AFP-Akademie 2009 war eigentlich Hans Jörg-Jenewein als Referent vorgesehen. Statt ihm sprach Johann Gudenus „Über den herrschenden Gesinnungsterrorismus“ (Quelle: Kommentare zum Zeitgeschehen, Folge 473, Seite 3).

Ilse Hans, ehemalige Abgeordnete der FPÖ im niederösterreichischen Landtag, sowie ehemalige Präsidentin des „Forum für ein humanes und demokratisches Strafrecht und zur Erhaltung der Menschenrechte (FSM)“, das sich um die inhaftierten VAPO-Aktivisten kümmerte. Ebenfalls im damaligen FSM-Vorstand (laut der AFP-Zeitung Kommentare zum Zeitgeschehen (Folge 314/1996)) Hans Jörg Schimanek sen. als Rechnungsprüfer. Schriftführerin des Vereins war Eva Krassnig, die engste Verbindungen zu Franz Radl hatte. Als Rechnungsprüfer war, neben Schimanek, Horst Ludwig (AFP) in den Vorstand gewählt worden. Der Verein FSM löste sich inzwischen selbst auf.
Hans ist auch Verfasserin der AFP-Broschüre „Kritische Fragen zum Umweltschutz“, das war auch ihr Referatsthema bei der AFP-Akademie 1990.

Hans Jörg Jenewein (Burschenschaft Silesia), referierte 2008 für die Akademie über das Thema „Rechte in Österreich nach der Wahl 2008“. 2009 wurde er mit dem Thema „Über den herrschenden Gesinnungsterror“ angekündigt. Statt ihm sprach aber Johann Gudenus (s.o.). Jenewein, von der Wochenzeitung Falter auf seine Teilnahme 2008 angesprochen, meinte, dass ihm die Einschätzung des Verfassungsschutzes, wonach die AFP eine „ausgeprägte Affinität zum Nationalsozialismus“ besitze, nicht tangiere: „Ich habe dort durch die Bank normale Menschen kennen gelernt, die mit Messer und Gabel essen.“ Daher würde er im Falle einer neuerlichen Einladung nächstes Jahr „wieder hinfahren“. Neben Jenewein referierte 2009 der Schweizer Holocaust-Leugner und Neonazi Bernhard Schaub. (DÖW)

Helmut Kowarik, Abgeordneter der FPÖ in Wien referierte 1982 über „100 Jahre Deutsche Schutzarbeit für Österreich“. Kowarik ist (oder war) neben Stadtrat Johann Herzog und der FPÖ-Landtagsabgeordneten Barbara Schöfnagel im Vorstand der als rechtsextrem eingestuften „Österreichischen Landsmannschaft (ÖLM)“.

Gerhard Kurzmann, steirischer Abgeordneter der FPÖ und Mitglied bei der Kameradschaft IV, über die das DÖW schreibt: „Die Kameradschaft IV (K IV) ist eine […] rechtsextreme Veteranenorganisation ehemaliger Angehöriger der Waffen-SS. Die K IV versucht die Waffen-SS, die vom Nürnberger Gerichtshof als Teil der SS zu einer verbrecherischen Organisation erklärt wurde, als vierten Wehrmachtsteil und damit als unbedenklich hinzustellen und leitet ihren Namen daraus ab.“
Kurzmann verteidigt im derstandard.at-Interview die Kameradschaft IV: „Weil die Leute, die ich dort kennengelernt habe, anständige Leute sind. Sie haben als Soldaten in einer sehr schwierigen Zeit ihre Pflicht erfüllt und es nicht verdient, ständig angeschüttet oder vernadert zu werden.“
Diese Kameradschaft IV organisierte eine Gedenkveranstaltung in Dég und lud dazu die paramilitärische und neonazistische “ Ungarischen Nationalen Front (MNA)“ ein. (stopptdierechten.at)


Gedenkfeier in Dég, mit der Kameradschaft IV und der „Ungarischen Nationalen Front (MNA)“


Die MNA bei ihren Wehrsportübungen, zwischendurch lässt sie sich von der Kameradschaft IV einladen

Andreas Mölzer [1], [2], EU-Abgeordneter der FPÖ referierte bereits 1985 über das Thema „Österreichs Beitrag zu einer Gesamtdeutschen Erneuerung“.

Otto Scrinzi, ehemaliger SA-Sturmführer, nach 1949 Klubobmann der „Vereins der Unabhängigen (VdU)“, der Vorgängerpartei der FPÖ. Von 1966 bis 1979 war Scrinzi Nationalratsabgeordneter der FPÖ. 1984 gründete er die National-Freiheitliche Aktion und kandidierte 1986 als Bundespräsident.
1980 referierte er bei der AFP-Akademie über das Thema „Die Diktatur der Abartigen“.

Kriemhild Trattnig, Klubobfrau der FPÖ im Kärntner Landtag. Sie referierte, laut Programm der AFP, 1987 ober das „Bauerntum Heute“.

Eine kleine Auswahl von Programmpunkte der AFP-Akademien

  • 2009: Dr. Hans Meiser (Ebbs) – „Der Verrat des Widerstandes“
  • 2009: Michael Seidler (Salzburg) – „Der Patrioten – Prozess“
  • 2009: Hans Jörg Jenewein (Wien) – „Über den herrschenden Gesinnungsterror“
  • 2008: Min.- Rat DI Günter Rehak (Wien) – „Feminismus und Genderwahn – Wir brauchen die nationale Alternative“
  • 2008: Mag. Martin Pfeiffer (Graz) – „Die Zweite Völkerwanderung – Das Ende der weissen Welt ?“
  • 2006: Ludwig Reinthaler (Wels) – “Das Ausländerproblem in Wels – Dokumentarfilm”
  • 2006: Andreas Thierry (Wien) – “Die Legion Condor und der Spanische Bürgerkrieg”
  • 2006: Stefan Magnet (Leonding) – “Integration ist Völkermord (Von der Unumgänglichkeit der humanen Ausländerdruckführung)”
  • 2006: Abg. Holger Apfel (Dresden) – “Volkstreue Arbeit in Parlamentarischen Gremien”
  • 2004: Richard Miosga (Hohen Neudorf) – “Neues von der Überfremdungsfront”
  • 2002: Dr. Siegfried Lorber (Klagenfurt) – “Die Wehrmachtsausstellung und eine Justizgroteske”
  • 2000: Min.Rat Dipl.Ing Günter Harald Rehak (Wien) – “Rassismus – Na und?”
  • 2000: Baurat h.c. Dipl.Ing. Walter Lüftl (Wien) – “Wird die Lüge Pflicht?”
  • 2000: Herminio Redondo (Innsbruck) – “Die Protokolle der Weisen von Brüssel”
  • 1997: Dr. Herbert Schaller (Traiskirchen) – “Menschenrechte und Verbotsgesetz”
  • 1995: Herminio Redondo (Innsbruck) – “Ein Hitler für Morgen? Worte für den Europäischen Frieden”
  • 1993: Horst Jakob Rosenkranz (Seebarn) – “Katastrophenmodell Multikulturelle Gesellschaft”
  • 1992: Dr. Herbert Schaller (Traiskirchen) – “Verbotsgesetz und Rechtssprechung”
  • 1985: Pierre Krebs (Agde) – “Deutschland, unser inneres Reich”
  • 1985: Dr. Maximillian Czesany (Graz) – “Der Anglo-Amerikanische Luftkrieg gegen die Zivilbevölkerung”
  • 1980: Abg. a.d. Prim. Dr. Otto Scrinzi (Klagenfurt) – “Die Diktatur der Abartigen”

Teil 1: Die “Arbeitsgemeinschaft für demokratische Politik (AFP)”
Die AFP – Teil 2: Geschichte der AFP

Folgende Teile der Artikelserie über die AFP:
Die AFP – Teil 4: Die Jugendorganisationen der AFP
Die AFP – Teil5 : Die Wehrsportgruppe Trenck
Die AFP – Teil 6: Der Vergleich macht sie sicher?


Empfohlene Quellen für die Recherche:
DöW – Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes
Blick nach Rechts
Netz gegen Nazis
NPD-Blog.info