Japan: Europäisches RechtsextremistInnentreffen mit Mölzer

Auf sein­er Web­site ver­schweigt sich Mölz­er, auf seinem geschwätzi­gen Blog det­to. Auch die FPÖ, son­st nicht rede­faul, find­et zu dem Tre­f­fen europäis­ch­er Recht­sex­trem­istIn­nen in Japan am 14.8. 2010 keine Worte. Bish­er war allerd­ings nur bekan­nt, dass der EU-Par­la­men­tari­er Ober­mayr an dem Tre­f­fen der recht­sex­tremen Schmud­delkinder teilgenom­men hat – zweite Gar­ni­tur sozusagen.

Jet­zt wurde durch einen Film­beitrag von „Euronews“ aber pub­lik, dass sich auch der EU-Par­la­men­tari­er Andreas Mölz­er unter den „illus­tren” Gästen befun­den hat, die gemein­sam mit den VertreterIn­nen der recht­sex­tremen Issuikai-Bewe­gung am Yasuku­ni –Schrein die Nieder­lage der Achsen-Macht Japan im Zweit­en Weltkrieg betrauert haben.


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Mölz­er war qua­si inkog­ni­to unter­wegs – mit Son­nen­brille, ohne irgen­dein State­ment, sehr pri­vat. Die FPÖ schweigt, Mölz­er schweigt, von Ober­mayr spricht sowieso nie­mand. Damit ist die FPÖ nicht alleine. Der „Vlaams Belang“ hat ähn­liche Schwierigkeit­en wie die FPÖ, die Japan-Reise gegenüber der Öffentlichkeit zu recht­fer­ti­gen. In Bel­gien wird näm­lich gefragt, warum der „Vlaams Belang“ an ein­er Kon­ferenz der recht­sex­tremen Schmud­delkinder teil­nimmt. Die „British Nation­al Par­ty“, die mords­ge­fährliche „Job­bik“ mit ihren paramil­itärischen Sturmtrup­pen, der „Front Nation­al“ aus Frankre­ich sind die bekan­ntesten Parteien der „Allianz der europäis­chen nationalen Bewe­gun­gen“, die am 24.10.2009 in Budapest gegrün­det wurde und sich jet­zt mit „Issuikai“ in Japan nicht nur zur Huldigung am Schrein, son­dern auch zu ein­er Kon­ferenz getrof­fen hat. Der „Vlaams Belang“ galt bish­er eben­so wie die FPÖ als an der „Allianz“ wenig interessiert.

Beim Grün­dungstr­e­f­fen in Budapest 2009 hat sich Mölz­er „ krankheit­shal­ber“ entschuldigen lassen. Jet­zt marschiert er mit „Job­bik“, „Front Nation­al“ und BNP gemein­sam in Japan auf, seine Fre­undIn­nen vom „Vlaams Belang“ mit im Reisegepäck, kon­feriert mit den japanis­chen Recht­sex­trem­istIn­nen und ver­liert darüber in seinem Heimat­land kein Sterbenswörtchen.

Dabei wäre es dur­chaus inter­es­sant, etwas über die Kon­feren­z­ergeb­nisse, über die Gemein­samkeit­en von FPÖ, Job­bik, BNP usw. zu erfahren. Vielle­icht auch, ob die FPÖ nach ihrem gescheit­erten Ver­such, bei der Union für ein Europa der Natio­nen unterzuschlüpfen, an ein­er neuen Allianz mit den Schmud­del­recht­en bastelt?

Noch eine Frage inter­essiert die Öffentlichkeit sich­er: Sind die Recht­sex­tremen auf Kosten der Europäis­chen Union nach Japan geflo­gen, haben sie sich die Reise pri­vat bezahlt, oder hat die FPÖ zumin­d­est für Mölz­er und Ober­mayr wegen des guten Zwecks etwas sprin­gen lassen?

Ein sehr gut recher­chiert­er Beitrag zur Japan-Reise der europäis­chen Recht­sex­tremen, zum Yasuku­ni-Schrein, zu den japanis­chen Kriegsver­brechen und ein kleines Mölz­er-Foto find­et sich in der Online-Zeitung „Neue Rheinis­che Zeitung“:

Achsen­mächte
Von der deutschen Presse totgeschwiegen

Siehe auch:
Ver­höh­nung des europäis­chen Friedens­gedankens durch FPÖ-Europaab­ge­ord­neten Obermayr
Japan: FPÖ- Vertreter Ober­mayr trauert am Yasukuni-Schrein
derstandard.at: Mölz­er am Yasukuni-Schrein