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„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

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Lesezeit: 2 Minuten

Japan: FPÖ-Vertreter Obermayr trauert am Yasukuni-Schrein

Auf Ein­la­dung der ultra­rech­ten Issui­kai-Bewe­gung pil­ger­ten eini­ge Rechts­extre­mis­tIn­nen unter der Füh­rung von Jean Marie Le Pen vom Front Natio­nal am Sams­tag, 14.8.2010 nach Tokio zum Yasuku­ni-Schrein. Mit dabei Ver­tre­te­rIn­nen von Job­bik (Ungarn), Vlaams Belang (Bel­gi­en), Bri­tish Natio­nal Par­ty (GB) und Franz Ober­mayr von der FPÖ. Auch aus Spa­ni­en, Por­tu­gal und Rumä­ni­en waren Dele­ga­tio­nen angereist.

15. Aug. 2010

Die ein­la­den­de Issui­kai ist eine ultra­rech­te, extrem natio­na­lis­ti­sche Grup­pie­rung, die die Ter­ror­an­schlä­ge vom 11. Sep­tem­ber 2001 in den USA öffent­lich begrüßt hat und Japan als von den USA besetz­tes Land sieht, das zurück­er­obert wer­den müs­se. Der Yasuku­ni-Schrein, dem die Rechts­extre­mis­tIn­nen hul­dig­ten, ist den Ange­hö­ri­gen des japa­ni­schen Mili­tärs gewid­met, die seit der Restau­ra­ti­on von 1868 für den Kai­ser („Ten­no“) gefal­len sind. Für alle von Japan – nicht nur im Zwei­ten Welt­krieg – unter­drück­ten Natio­nen sind die jähr­li­chen Gedenk­fei­er­lich­kei­ten eine Pro­vo­ka­ti­on, wer­den doch im Schrein und im ange­schlos­se­nen Muse­um auch die schlimms­ten und grau­sams­ten Kriegs­ver­bre­chen (und ‑ver­bre­cher) ver­harm­lost und die bru­ta­len Agrres­si­ons­krie­ge Japans als hei­li­ge Krie­ge dargestellt.

Die japa­ni­sche Regie­rung hat für heu­er zum ers­ten Mal bekannt­ge­ge­ben, nicht mehr an den Fei­er­lich­kei­ten teil­neh­men zu wol­len und sich außer­dem vor zwei Wochen erst­mals bei Nord- und Süd­ko­rea für die grau­sa­me Besat­zungs­po­li­tik ent­schul­digt. Da kommt den japa­ni­schen Rechts­extre­men natür­lich eine Schrein-Hul­di­gung durch euro­päi­sche Rechts­extre­mis­tIn­nen sehr gelegen!

Die in den Medi­en erwähn­ten Recht­fer­ti­gungs­ver­su­che, es sei ja nur der ein­fa­chen Sol­da­ten, die ihre Pflicht erfüllt hät­ten, gedacht wor­den und Kriegs­ver­bre­chen habe es ja auch von der ande­ren Sei­te gege­ben, erin­nert sehr an die dümm­li­chen Sprü­che, die bei den „Trau­er­fei­er­lich­kei­ten” zur Befrei­ung vom Natio­nal­so­zia­lis­mus bzw. zum offi­zi­el­len Kriegs­en­de am 8. Mai von den öster­rei­chi­schen Alt- und Neo­na­zis und Bur­schen­schaf­ten und ande­ren Rechts­extrem­In­nen zum Bes­ten gege­ben wurden.

Die FPÖ, die bei den „Trau­er­fei­er­lich­kei­ten“ am Hel­den­platz zumeist pro­mi­nent mit Red­nern anwe­send war, hat heu­er am 8. Mai kei­ne offi­zi­el­len Red­ne­rIn­nen gestellt. Franz Ober­mayr war aller­dings im Jahr 2002 einer der zahl­rei­chen FPÖ-Red­ner. Der Abge­ord­ne­te zum Euro­päi­schen Par­la­ment, damals noch Lin­zer Vize­bür­ger­meis­ter, weiß also, wor­um er – dies­mal in Japan – trau­ert. Ober­mayr wird von ver­schie­de­nen Medi­en als Mit­glied („Alter Herr“) der Bur­schen­schaft Armi­nia Czer­no­witz geführt. Die Bur­schen­schaft Armi­nia Czer­no­witz hat erst vor weni­gen Mona­ten durch eine Ver­an­stal­tungs­ein­la­dung mit NS-Sym­bo­len auf sich auf­merk­sam gemacht. Wiki­pe­dia erwähnt Ober­mayr als Alten Herrn des Corps Ale­man­nia in Wien, bei dem auch Horst Wes­sel dabei war.

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