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Lesezeit: 9 Minuten

Mélange KW 21/26: Antisemitischer Mordversuch mit Jagdmesser

„Blö­de Nazis­au“ begeht mit einem Jagd­mes­ser einen anti­se­mi­ti­schen Mord­ver­such, wäh­rend ein ande­rer Straf­tä­ter wegen drei ras­sis­ti­scher Über­grif­fe an nur einem Tag vor Gericht lan­det. SOS Mit­mensch zeigt ein­mal mehr die FPÖ an. Chat-Nach­rich­ten aus dem blau­en Uni­ver­sum offen­ba­ren ein Frau­en­bild, das zwi­schen „Hasen” und „Nut­ten” kreist.

27. Mai 2026
Rückblick
Rückblick

Inhalt

Togg­le
  • Wien: Anti­se­mi­ti­scher Mordversuch
  • Linz: Diver­si­on nach anti­se­mi­ti­scher Insta-Hetze
  • Wien: Drei ras­sis­ti­sche Angrif­fe an einem Tag
  • Mödling/NÖ: NS-Requi­si­ten vom „Bocke­rer“ gestohlen
  • Wien: 16-Jäh­ri­ger posiert mit Waf­fen und pos­tet Hetze
  • Wien: SOS Mit­mensch zeigt FPÖ-EU-Abge­ord­ne­te Ste­ger an
  • FPÖ Stei­er­mark: Treu­deutsch & sexistisch
  • USA: Rech­ter Ter­ror in San Diego
  • D: NSU-Unter­stüt­zer Wohl­le­ben frei

Wien: Antisemitischer Mordversuch

Am 21. Mai wur­de am Wie­ner Straf­lan­des­ge­richt ein 42-jäh­ri­ger Mann wegen ver­such­ten Mor­des zu 18 Jah­ren Haft ver­ur­teilt. Außer­dem wur­de die Unter­brin­gung in einem foren­sisch-the­ra­peu­ti­schen Zen­trum verhängt.

Das 54-jäh­ri­ge Opfer hat­te den Täter ver­gan­ge­nen Novem­ber, weni­ge Tage vor der Tat, in einer betreu­ten Wohn­ein­rich­tung für Sucht­kran­ke ken­nen­ge­lernt, wo die bei­den leb­ten. Eine Unter­hal­tung unter Alko­hol­ein­fluss eska­lier­te, nach­dem sich der Täter als rechts­extrem outete:

Der 54-Jäh­ri­ge erzähl­te, dass der Ange­klag­te in der Aus­ein­an­der­set­zung Adolf Hit­ler ver­herr­licht habe. Ins Tref­fen geführt wur­den dem­nach alt­ge­dien­te rechts­extre­me Mythen wie der ange­prie­se­ne Auto­bahn­bau des Dik­ta­tors. Die Aus­sa­gen sol­len aber bis zur Holo­caust­ver­harm­lo­sung gereicht haben. Als der 54-Jäh­ri­ge dem Mit­be­woh­ner offen­bar­te, dass er Jude sei und acht Men­schen in Ausch­witz ver­lo­ren habe, soll der Ange­klag­te ihn als „schwu­le Juden­sau“ belei­digt haben. (der­stan­dard, 21.5.26)

Der ehe­ma­li­ge Bau­in­ge­nieur nann­te sein Gegen­über dar­auf­hin eine „dep­per­te blö­de Nazis­au“. Die­ser ramm­te ihm dar­auf­hin ein 13,4 Zen­ti­me­ter lan­ges Jagd­mes­ser in den Bauch. Der Atta­ckier­te sack­te zusam­men, wur­de aller­dings nicht lebens­ge­fähr­lich ver­letzt. Laut Ankla­ge hat­te der Täter noch ver­sucht sei­ne Tat als Not­wehr dar­zu­stel­len. Die­se Dar­stel­lung ver­fing aber nicht bei den Geschwo­re­nen. Dem poli­ti­schen Gehalt des Streits aber schenk­te das Gericht „kei­ne wei­te­re Beach­tung“.

Das Opfer hat­te zuvor sein gesam­tes Erspar­tes an eine Kryp­to­bank ver­lo­ren, geriet dadurch in die Obdach­lo­sig­keit. Nach dem Mord­ver­such wur­de er von der betrei­ben­den Heils­ar­mee auch aus der betreu­ten Wohn­ein­rich­tung gewor­fen. Heu­te befin­det er sich in einer Entzugsklinik.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Linz: Diversion nach antisemitischer Insta-Hetze

Am 21. Mai muss­te eine Pfle­ge­as­sis­ten­tin in Linz wegen Ver­het­zung vor Gericht. Die Frau hat­te in einer Dis­kus­si­on auf Insta­gram über den Krieg in Nah­ost auf Far­si min­des­tens einen anti­se­mi­ti­schen Kom­men­tar („Ver­piss dich, Jude!“) gepos­tet.

Weil die Ange­klag­te unbe­schol­ten ist, wur­de ihr eine Diver­si­on inklu­si­ve eines Sen­si­bi­li­sie­rungs­work­shops bei Neu­start ange­bo­ten. Gegen Zah­lung der Ver­fah­rens­kos­ten wur­de das Ver­fah­ren vor­erst eingestellt.

Dan­ke für die Prozessbeobachtung!

Wien: Drei rassistische Angriffe an einem Tag

Gleich wegen drei Über­grif­fen muss­te sich ein Wie­ner am 18. Mai vor dem Lan­des­ge­richt ver­ant­wor­ten, alle­samt ras­sis­tisch moti­vier­te Atta­cken in der Donau­stadt. Der mut­maß­li­che Täter ist ein 44-jäh­ri­ger ehe­ma­li­ger Magistratsbediensteter.

Ein Vor­fall kann durch ein Video belegt wer­den. Dar­auf sei­en ras­sis­ti­sche Beschimp­fun­gen und ein Hit­ler­gruß gegen­über Passant:innen in der U‑Bahn-Sta­ti­on Renn­bahn­weg zu sehen. Der Ange­klag­te soll eine war­ten­de Fami­lie mit Kin­dern aggres­siv ange­gan­gen sein. Einem Pas­san­ten, der inter­ve­nier­te, ver­setz­te der Täter einen Schlag ins Gesicht.

Beim zwei­ten Vor­fall trat der Ange­klag­te im Innen­hof einen Zehn­jäh­ri­gen, der gera­de allein Fuss­ball spiel­te, gegen das Schien­bein und beschimpf­te auch ihn ras­sis­tisch. Vor Gericht recht­fer­tig­te sich der Mann: „Der Ball ist mir ent­ge­gen­ge­rollt. Ich hab bissl mit­ge­kickt. Da ist ja nix dabei. Der Tritt muss beim Zwei­kampf im Spiel pas­siert sein.“ (krone.at, 18.5.26)

Am sel­ben Tag, dem 31. August, hät­te der 44-Jäh­ri­ge vier Jugend­li­chen aufs Eis gespuckt, sie ras­sis­tisch belei­digt und danach mit einer abge­bro­che­nen Fla­sche bedroht: „Kommt’s her! Ich stech euch alle ab!“

Der Ange­klag­te behaup­tet „mas­siv ange­trun­ken“ gewe­sen zu sein und: „Ich bin nor­ma­ler­wei­se ned so a Mensch, i wü a ned so a Mensch sein“, wird er zitiert.

„So ein Mensch“ war der Ange­klag­te aber bereits in der Ver­gan­gen­heit. Kei­ne drei Wochen zuvor sorg­te er schon für einen Poli­zei­ein­satz. An einer Stra­ßen­bahn­hal­te­stel­le soll er aus­län­der­feind­li­che Paro­len geru­fen, einen Pas­san­ten bedroht und ange­grif­fen haben. „Die Vor­wür­fe sind rich­tig“, bemerk­te der Ver­tei­di­ger. Sein Man­dant über­neh­me „die vol­le Ver­ant­wor­tung für sei­ne Taten“. Das „wah­re Pro­blem“ sei­en des­sen Depres­sio­nen und ein über­mä­ßi­ger Alko­hol­kon­sum. (kurier.at, 18.5.26)

Weil ein Zeu­ge vor Gericht fehl­te, muss­te die Ver­hand­lung auf den 26. Mai ver­tagt werden.

Mödling/NÖ: NS-Requisiten vom „Bockerer“ gestohlen

Neun­mal wur­de im Stadt­thea­ter Möd­ling die anti­fa­schis­ti­sche Tra­gi­ko­mö­die „Der Bocke­rer“ auf­ge­führt, vor vol­lem Haus, mit viel Applaus. Ver­gan­ge­nen Don­ners­tag aber stell­te Stadt­thea­ter-Direk­tor und Regis­seur Bru­no Max fest, dass eini­ge der Requi­si­ten gestoh­len wor­den waren.

Unbe­kann­te waren ver­mut­lich nachts ein­ge­drun­gen und hat­ten vor allem Wehr­machts- und SS-Uten­si­li­en geklaut. Aber auch eine Bril­le (mit Fens­ter­glas) und Schmink­uten­si­li­en fehl­ten. (noen.at, 23.5.26)

Dem Direk­tor zufol­ge han­de­le es sich um his­to­ri­sche Kos­tü­me im Wert von 500 Euro. Die Täter hät­ten gut aus­wert­ba­re Spu­ren hin­ter­las­sen. Es han­de­le sich nicht nur um Ein­bre­cher, „son­dern nun auch um Täter nach dem NS­-Ver­bots­ge­setz, denn sie sind nun im Besitz von ver­bo­te­nen Abzei­chen.“ Die Poli­zei ermittelt.

Wien: 16-Jähriger posiert mit Waffen und postet Hetze

Die Direk­ti­on Staats­schutz und Nach­rich­ten­dienst (DSN) konn­te nach einem Hin­weis von Meta einen Jugend­li­chen aus­fin­dig machen, der mit einem ihm nahe­ste­hen­den Men­schen online mit Waf­fen posier­te, Het­ze ver­brei­te­te und in einem Video eine Isra­el­fah­ne zer­stör­te. Im Zuge einer Haus­durch­su­chung wur­den Daten­trä­ger beschlag­nahmt. Der 16-Jäh­ri­ge sei gestän­dig die gewalt­ver­herr­li­chen­den, extre­mis­ti­schen und anti­se­mi­ti­schen Inhal­te auf Insta­gram gepos­tet zu haben. Die Staats­an­walt­schaft Wien star­te­te Ermittlungen.

(Quel­le: APA via der­stan­dard, 23.5.26)

Wien: SOS Mitmensch zeigt FPÖ-EU-Abgeordnete Steger an

SOS Mit­mensch hat Straf­an­zei­ge wegen Hass­kom­men­ta­ren auf einer Face­book-Sei­te der FPÖ ein­ge­bracht. Unter einer anti­mus­li­mi­schen Rede der Poli­ti­ke­rin Petra Ste­ger wur­den zum Mord an auf­ge­ru­fen und ihre Depor­ta­ti­on gefor­dert. Die Hass­kom­men­ta­re blie­ben tage­lang online, wes­halb SOS Mit­mensch eine mög­li­che Bei­trags­tä­ter­schaft der FPÖ prü­fen las­sen will. Es hand­le sich bereits um die vier­te Straf­an­zei­gen­se­rie der Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­ti­on inner­halb weni­ger Wochen wegen unge­lösch­ter Hass­kom­men­ta­re auf FPÖ-Face­book­sei­ten.

SOS Mit­mensch-Spre­cher Alex­an­der Poll­ak kri­ti­siert, dass die FPÖ in sozia­len Netz­wer­ken wie­der­holt Hass schü­re und selbst schwers­te Gewalt­auf­ru­fe nicht ent­fer­ne. Poll­ak sehe ein Mus­ter, wonach inner­halb der FPÖ Hass und Gewalt als poli­ti­sches Mit­tel tole­riert oder sogar befür­wor­tet würde.

(Quel­le: ots.at, 19.5.26)

FPÖ Steiermark: Treudeutsch & sexistisch

Die Staats­an­walt­schaft Kla­gen­furt unter­sucht im Rah­men der groß ange­leg­ten Finanz­af­fä­re um die stei­ri­sche FPÖ auch Süd­ame­ri­ka­rei­sen von FPÖ-Poli­ti­kern und deren Mit­ar­bei­tern. Beant­wor­tet wer­den soll, ob die Rei­sen etwa nach Chi­le oder Peru in den Jah­ren 2016 bis 2018 tat­säch­lich poli­ti­sche Zwe­cke hat­ten oder ob Steu­er­gel­der für pri­va­te Ver­gnü­gun­gen miss­braucht wurden.

Ver­stö­ren­de Aspek­te der FPÖ-Rei­sen tau­chen aber erst jetzt auf: In vom „Stan­dard” (22.5.26) aus­ge­wer­te­ten Chats des ehe­ma­li­gen Gra­zer FPÖ-Klub­chefs Armin Sip­pel erkun­dig­te sich der blaue EU-Abge­ord­ne­te Georg May­er, in wel­chem Hotel man in Pana­ma City gewe­sen sei. Gemeint habe er das Hotel mit den Hasen. Kon­kret frag­te May­er nach den Strip­klub „Le Palace”. Er wol­le da wie­der hin, soll May­er geschrie­ben haben: „Mit dir“, in Sip­pels Rich­tung. Auch Diet­mar Holz­feind, frü­her EU-Mit­ar­bei­ter der FPÖ, heu­te Gene­ral­se­kre­tär der ESN, jener Frak­ti­on im euro­päi­schen Par­la­ment, der die AfD ange­hört, war bei Rei­sen und in der Chat­grup­pe vertreten.

Sexu­ell kon­no­tiert war auch eine Rei­he von Fotos, die Georg May­er in den FPÖ-Chat zur Rei­se schick­te. Etwa einen „Oster­gruß“, auf dem lang­ge­zo­ge­ne Scham­lip­pen als Hasen­oh­ren fun­gie­ren. Oder ein Foto einer älte­ren, kor­pu­len­ten Frau, die bar­bu­sig mit Hasen­oh­ren-Haar­reif posiert. „Ein Oster­häs­chen! Sieht man ja nur noch sel­ten in frei­er Wild­bahn“, steht auf dem Foto. (derstandard.at, 22.5.26)

Ein Bild eines Mäd­chens mit Oster­ei­ern und einer Fah­ne des deut­schen Rei­ches – eine Pro­pa­gan­da­post­kar­te aus dem ers­ten Welt­krieg – pos­te­te May­er in die Chat­grup­pe mit beglei­ten­den „treu­deut­schen Oster­grü­ßen“.

Als wäh­rend der Pana­ma-Rei­se 2018 die Cham­pa­gner-Exzes­se („Cha­map­gner­ga­te”), die von der fra­zö­si­schen Frak­ti­on im EU-Par­la­ment aus­ge­rich­tet wur­den, öffent­lich wur­den, habe Georg May­er kom­men­tiert: „Die­se Fran­zen!” „Nur Cham­pus, kei­ne Nut­ten?”, habe Sip­pel dazu geschrie­ben. Ins­ge­samt ging es um eine Ver­un­treu­ung von 427.000 Euro inner­halb der dama­li­gen Frak­ti­on, der auch die FPÖ angehörte.

In einer Kon­ver­sa­ti­on spe­ku­lier­ten Sip­pel und eine FPÖ-Bezirks­po­li­ti­ke­rin, dass die Ermitt­lun­gen zur Gra­zer Finanz-Affä­re durch eine Mit­ar­bei­te­rin ange­sto­ßen wor­den sei­en. „Des­halb haben Frau­en nix in der Poli­tik zu suchen“, kom­men­tier­te die Bezirks­po­li­ti­ke­rin. Gleich­zei­tig rela­ti­vier­te sie die Vor­wür­fe der Staats­an­walt­schaft, auch wenn man­che Buchungs­zei­len inner­halb der Abrech­nung ihrer Par­tei „wirk­lich behin­dert“ gewe­sen und die Rei­se nach Chi­le „nicht not­wen­dig“ gewe­sen seien.

Fünf Jah­re nach Start der Ermitt­lun­gen in der Finanz­af­fä­re um die Gra­zer FPÖ gibt es noch immer kei­ne Ankla­gen. Die Ermitt­lun­gen lau­fen wei­ter­hin gegen acht Beschuldigte.

USA: Rechter Terror in San Diego

Ver­gan­ge­ne Woche grif­fen zwei jun­ge Rechts­ter­ro­ris­ten das Isla­mic Cen­ter in San Diego/USA an. Vide­os der Tat, ein Mani­fest der Täter und ihre Social Media-Accounts zei­gen kla­re Bezug­nah­men auf vor­an­ge­gan­ge­ne rechts­extre­me Ter­ror­an­schlä­ge und eine trans­na­tio­na­le Ver­net­zung des Milieus.

Die bei­den Atten­tä­ter, 17 und 18 Jah­re alt, nann­ten sich „Sons of Tar­rant“, ein Bezug auf einen Neo­na­zi-Atten­tä­ter, der 2019 in Christchurch/Neuseeland 52 Men­schen aus ras­sis­ti­schen Moti­ven ermor­de­te. Die bei­den Täter in San Die­go töte­ten drei Men­schen und stream­ten ihre Tat live im Inter­net. Dabei tru­gen sie u.a. ein Sym­bol der Atom­waf­fen Divi­si­on auf ihrer Tarn­klei­dung. Nach der Tat begin­gen sie Suizid.

In einem online ver­brei­te­ten Beken­ner­schrei­ben zeig­ten sich die Täter von zahl­rei­chen wei­te­ren rechts­ter­ro­ris­ti­schen Anschlä­gen beein­flusst. Die Aus­füh­rung ihres Anschlags treibt die Gami­fi­ca­ti­on der Gewalt an die Spitze.

Todes­zah­len wer­den in Ran­kings und „High­scores“ gedacht, die „Effi­zi­enz“ von Atten­tä­tern bewer­tet und frü­he­re Täter als Mess­lat­te für kom­men­de Anschlä­ge behan­delt. Ziel ist es, den letz­ten Atten­tä­ter zu über­tref­fen und Teil einer fort­lau­fen­den digi­ta­len Ter­ror-Erzäh­lung zu wer­den. (belltower.news, 20.5.26)

Ihr Mani­fest rei­he sich „in eine trans­na­tio­na­le rechts­ter­ro­ris­ti­sche Online-Kul­tur ein“, ana­ly­siert „Bell­tower”. Die Täter ver­or­ten sich nicht nur als Neo­na­zis, sie üben auch Kri­tik an „zu wenig radi­ka­len“ Tei­len der extre­men Rech­ten. Die Atten­tä­ter stel­len auch direk­te Bezü­ge zu rechts­extre­men Influen­cern aus den USA her, wie Nick Fuen­tes, des­sen Groy­per-Bewe­gung, sowie die Incel-Ideo­lo­gie. Sie nen­nen sich Akze­le­ra­tio­nis­ten, wol­len also gesell­schaft­li­che Kon­flik­te und Gewalt gezielt ver­schär­fen. Gewalt sehen sie als ein­zi­gen wirk­sa­men Weg.

Ihr Mani­fest ist voll mit Anti­se­mi­tis­mus, der Ver­schwö­rungs­er­zäh­lung vom „gro­ßen Aus­tausch“ und Frau­en­feind­lich­keit. Doch schon allein die Insze­nie­rung, Ästhe­tik und Tech­nik des Anschlags zeigt: Der Anschlag selbst wird zum Content.

D: NSU-Unterstützer Wohlleben frei

Ralf Wohl­le­ben, einer der wich­tigs­ten Unter­stüt­zer des rechts­ter­ro­ris­ti­schen NSU, wur­de aus der Haft ent­las­sen. Er hat­te dem Kern­trio des Natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Unter­grunds (NSU) Waf­fen gelie­fert. Der NSU hat­te zwi­schen 2000 und 2006 zehn ras­sis­ti­sche Mor­de begangen.

Ralf Wohl­le­ben wur­de nach Auf­flie­gen des Tri­os 2011 ver­haf­tet und zu zehn Jah­ren Haft ver­ur­teilt. Er muss­te die Gefäng­nis­stra­fe zur Gän­ze absit­zen, da er sich weder geläu­tert zeig­te, noch von sei­ner rechts­extre­men Gesin­nung Abstand nahm.

Noch in der Haft habe er etwa Brie­fe so beschrif­tet, dass sich Buch­sta­ben zu Haken­kreu­zen ver­ban­den – und dies spä­ter als „Ver­su­che der Kal­li­gra­fie“ abge­tan. Zudem hal­te er eine „Viel­zahl“ an Kon­tak­ten in die rechts­extre­me Sze­ne, dar­un­ter zur 2020 in Mün­chen als Rechts­ter­ro­ris­tin ver­ur­teil­ten Susan­ne G. (taz.de, 20.5.26)

In der Sze­ne ern­tet Wohl­le­ben für sei­ne stand­haf­te Nazi-Gesin­nung viel Lob. Die rechts­extre­me Gefan­ge­nen­hil­fe schrieb: „Du bist geschnitzt aus dem bes­ten Holz.“

Neben der ein­zi­gen Über­le­ben­den des NSU-Kern­tri­os, Bea­te Zsch­ä­pe, waren Ralf Wohl­le­ben und drei wei­te­re Rechtsextremist:innen ver­ur­teilt wor­den. Zsch­ä­pe sitzt aktu­ell als ein­zi­ge noch in Haft. Wohl als letz­te steht der­zeit ihre bes­te Freun­din vor dem Ober­lan­des­ge­richt Dres­den, ein Urteil könn­te im Juli gefällt werden.

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