Wochenschau KW 27 bis 32/21, Teil 3: Blaue Geschichten

Lesezeit: 12 Minuten

„Blau“ ist bei der Rück­schau auf die letz­ten Wochen durch­aus dop­pel­deu­tig gemeint: Es gibt jede Men­ge „besof­fe­ner“ Geschich­ten, als etwa ein Deut­scher einem Pas­san­ten einen Zet­tel mit Nazi-Paro­len in die Hand drück­te und woll­te, dass der das laut vor­liest oder als zig ran­da­lie­ren­de Jugend­li­che unter Nazi-Gebrüll einen Poli­zis­ten kran­ken­haus­reif schlu­gen. Dann gibt’s auch noch die poli­ti­schen Blau­en, wie etwa den NR-Abge­ord­ne­ten Zan­ger, der die Abschie­bung von frei erfun­de­nen Tätern ver­langt hat­te und einen Bericht dar­über als „komisch“ bezeichnete.

St. Veit/K.: Gewalteskalation unter Neonazi-Rufen
Kufstein/T: Hitler-Rede aus Lautsprecher
St. Lorenz/OÖ: Naziparolen mit 2,44 Promille
Wien/Döbling: Morddrohungen und „Sieg Heil“-Rufe
Keutschach/K.: Blauer Ex-Blauer
FPÖ Graz: Sickl raus, Winter rein
Mölltal/K.: Historiker mit Begutachtung von Runen beauftragt
Großlobming/Stmk.: FP-NR-Abg. Zanger fordert Abschiebung von erfundenen Tätern
Eisenstadt: Massenrücktritt aus dem Eisenstädter FPÖ-Parteipräsidium
Hitzendorf/Stmk: Schock für FPÖ-Bezirksparteiobmann
Wien/Ö: Strafzahlungen für die FPÖ
OÖ: Rechtsextremes Treffen mit FPÖ-Beteiligung

St. Veit/K.: Gewalteskalation unter Neonazi-Rufen

Wil­de Sze­nen haben sich Anfang Juli in der St. Vei­ter Innen­stadt abge­spielt. Als ein Poli­zist und eine Poli­zis­tin nach Mit­ter­nacht wegen Lärm­be­läs­ti­gung zum Haupt­platz geru­fen wur­den und dort wegen einer Rau­fe­rei ein­schrei­ten und einen betei­lig­ten Jugend­li­chen fest­neh­men woll­ten, wur­den die bei­den von 20 bis 30 betrun­ke­nen Jugend­li­chen so atta­ckiert, dass der Ein­satz für den Poli­zis­ten mit Prel­lun­gen, Zer­run­gen und Blut­ergüs­sen im Kran­ken­haus ende­te. Der Poli­zist schil­dert den Vorfall:

Was dann pas­sier­te, habe er in sei­nen 40 Dienst­jah­ren so noch nie erlebt: Wir waren sofort umringt von 20 bis 30 Per­so­nen, die meis­ten schwer alko­ho­li­siert. Sie hat­ten einen Kreis um uns gebil­det“, so der Mann. „Ich woll­te die Fest­nah­me durch­set­zen, da bekam ich Trit­te und Schlä­ge von allen Sei­ten. Mit Füßen, Fäus­ten, alles aus der Men­schen­men­ge her­aus. Einer hat mich ver­sucht von hin­ten zu wür­gen.“ (kleinezeitung.at, 5.7.21)

Die bei­den Polizist*innen konn­ten sich mit Hil­fe von zwei Secu­ri­tys ret­ten und den Fest­ge­nom­me­nen auf die Poli­zei­wa­che brin­gen, wohin „ihnen fünf, sechs Jugend­li­che gefolgt [sei­en]. Dort haben sie gegen die Türe getre­ten und bei einem Poli­zei­wa­gen ein Kenn­zei­chen her­un­ter­ge­ris­sen. Erst als wei­te­re Poli­zei­strei­fen ange­rückt sind, hat sich die Situa­ti­on beru­higt.” (kleinezeitung.at)

Was in der „Klei­nen Zei­tung“ aller­dings nur in einer Rand­be­mer­kung erwähnt wird, ist, dass es neben Anzei­gen wegen aggres­si­ven Ver­hal­tens, Lär­mer­re­gung, mehr­fach ver­such­ten Wider­stands gegen die Staats­ge­walt, schwe­rer Kör­per­ver­let­zung, gefähr­li­cher Dro­hung, tät­li­chen Angriffs auf einen Beam­ten, ver­such­ter schwe­rer Kör­per­ver­let­zung auch eini­ge nach dem Ver­bots­ge­setz gibt. Etwas mehr ist dann in einem Kom­men­tar zu den Vor­komm­nis­sen zu lesen:

Auf einer ganz ande­ren Stu­fe der Gewalt­es­ka­la­ti­on ste­hen jedoch die Grup­pen­an­grif­fe ent­hemm­ter Jugend­li­cher unter Neo­na­zi-Rufen auf Poli­zis­ten am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de mit­ten auf dem St. Vei­ter Haupt­platz. Das Aggres­si­ons­po­ten­zi­al und das Volu­men der Respektaus­höh­lung sind mit Alko­hol allein nicht erklär­bar. (kleinezeitung.at, 6.7.21)

Kufstein/T: Hitler-Rede aus Lautsprecher

Schwie­rig fest­zu­stel­len, wel­ches Pro­blem von dem 32-Jäh­ri­gen grö­ßer ist: der Alko­hol oder dass er in besof­fe­nem Zustand in der Öffent­lich­keit Hit­ler-Reden abspielt? So gesche­hen in Kuf­stein am 6. Juli. Das Resul­tat: „Nach Abschluss der Erhe­bun­gen wird der Öster­rei­cher an die Staats­an­walt­schaft Inns­bruck ange­zeigt.“ (regionews.at, 7.7.21)

St. Lorenz/OÖ: Nazi­pa­ro­len mit 2,44 Promille

War der Deut­sche, der angab, es in sei­nem Hei­mat­land nicht mehr aus­zu­hal­ten, nicht ganz dicht oder zu dicht? Wahr­schein­lich dürf­te bei­des zutref­fen. Jeden­falls begab er sich Rich­tung Mond­see und ent­fal­te­te dort fol­gen­rei­che Tätigkeiten.

Einen Zet­tel mit Nazi­pa­ro­len über­reich­te am Sams­tag in Sankt Lorenz ein 35 Jah­re alter deut­scher Staats­bür­ger einem arg­lo­sen Pas­san­ten. Der Deut­sche for­der­te ihn auf, die Paro­len laut vor­zu­le­sen. Dies lehn­te der Mann jedoch vehe­ment ab. Nach­dem der Pas­sant ihn zurück­ge­wie­sen hat­te, ging der 35-Jäh­ri­ge zurück zu sei­nem Pkw, stieg ein und trank dort Bier. Kur­ze Zeit spä­ter fuhr er mit sei­nem Fahr­zeug weg, mach­te den Hit­ler­gruß aus dem geöff­ne­ten Fah­rer­fens­ter und schrie rechts­extre­me Paro­len. (nachrichten.at, 12.7.21)

Lan­ge dau­er­te die Fahrt nicht, bis der Mann von der Poli­zei ange­hal­ten wur­de und einen Alk-Test absol­vie­ren muss­te. Der ergab statt­li­che 2,44 Pro­mil­le. Jetzt ist der Füh­rer­schein weg und eine Ankla­ge auch wegen Wie­der­be­tä­ti­gung da.

Wien/Döbling: Morddrohungen und „Sieg Heil“-Rufe

Ein 37-jäh­ri­ger, stark betrun­ke­ner Mann ran­da­lier­te an einer Döb­lin­ger Bus­hal­te­stel­le. Dort droh­te er sei­ner Mut­ter und Passant*innen mit dem Umbrin­gen. Auf ein­tref­fen­de Polizist*innen ging er mit einer abge­bro­che­nen Bier­fla­sche los. 

Dabei droh­te er wei­ter­hin mit dem Umbrin­gen und droh­te mit sexu­el­ler Gewalt gegen weib­li­che Poli­zis­tin­nen. Der Mann wur­de von den Poli­zis­ten über­wäl­tigt und fest­ge­nom­men. Nach sei­ner Fest­nah­me tob­te der Tat­ver­däch­ti­ge wei­ter und äußers­te laut­star­ke „Sieg Heil” Rufe. Gegen den Mann wur­de ein Betre­tungs- und Annä­he­rungs­ver­bot wegen der Dro­hung gegen sei­ne Mut­ter aus­ge­spro­chen. (Mel­dung LPD Wien, 12.8.21)

Keutschach/K.: Blauer Ex-Blauer 

Für Rück­tritts­auf­for­de­run­gen hat der Keutscha­cher Bür­ger­meis­ter Ger­hard Olesch­ko (vor­mals FPÖ, jetzt „Team Kärn­ten“) gesorgt. Er wur­de betrun­ken am Steu­er erwischt. Auf­ge­hal­ten wur­de er, weil er beim Fah­ren tele­fo­niert hat­te. Jetzt ist er den Füh­rer­schein los, jedoch nicht zum ers­ten Mal.

„In sei­nem Fall könn­te eine Stra­fe aller­dings saf­tig aus­fal­len, denn es ist nicht das ers­te Mal, dass der Bür­ger­meis­ter von Keutschach sei­nen Füh­rer­schein abge­ben muss­te. Viel­mehr soll es bereits das vier­te Mal sein“, schreibt der ORF Kärn­ten (10.8.21). Die Klei­ne Zei­tung (10.8.21) berich­tet vom zwei­ten Mal, ein­mal 1999 und zusätz­lich von einem Unfall im Jahr 2011. „Damals hat­te Olesch­ko eine Alko­ho­li­sie­rung zwar ent­schie­den zurück­ge­wie­sen. Über­prü­fen konn­te die Poli­zei das aber nicht, denn sie hat Olesch­ko nach sei­nem Unfall nicht direkt ange­trof­fen.“ (Klei­ne Zeitung)

Und wie hat der Bür­ger­meis­ter reagiert?

Nein, ich wer­de nicht zurück­tre­ten. Ich habe für Keutschach genug gemacht. Die pri­va­ten Schwie­rig­kei­ten muss ich sel­ber lösen. Die media­le Dis­kus­si­on tut mei­ner Fami­lie weh. Es sind Feh­ler pas­siert und ich ste­he dazu. Es war eine pri­va­te Fahrt zur Feu­er­wehr, das hat nichts mit der Öffent­lich­keit zu tun. (meinbezirk.at, 11.8.21)

Wir ver­beis­sen uns einen wei­te­ren Kommentar!

FPÖ Graz: Sickl raus, Winter rein

In guter alter FPÖ-Tra­di­ti­on übte sich die Gra­zer Par­tei in dem Spiel­chen, vor­ne raus – hin­ten rein: Micha­el Win­ter war Obmann des RFJ Stei­er­mark, als er 2008 rechts­kräf­tig wegen Ver­het­zung ver­ur­teilt wor­den war. Um zu ver­mei­den, dass der RFJ sei­ne staat­li­che För­de­rung ver­liert, leg­te er sein Amt nieder.

Nun, nach­dem eine rechts­kräf­ti­ge Ver­ur­tei­lung gegen Micha­el Win­ter vor­liegt — er wur­de wegen Ver­het­zung zur drei Mona­ten beding­ter Haft ver­ur­teilt — wür­de der RFJ kei­ne För­de­rung mehr bekom­men, soll­te Win­ter wei­ter­hin Lan­des­ob­mann blei­ben, erklärt  Lukas Pohl, Pres­se­spre­cher der  Fami­li­en­staats­se­kre­tä­rin Chris­ti­ne Marek im Gespräch mit derStandard.at. Im ver­gan­ge­nen Jahr sei­en alle par­tei­po­li­ti­schen Jugend­or­ga­ni­sa­tio­nen dar­auf auf­merk­sam gemacht wor­den, dass sie für das Ver­hal­ten der ein­zel­nen Mit­glie­der, auch jene der Lan­des- und Bezirks­or­ga­ni­sa­tio­nen, ver­ant­wort­lich gemacht wer­den kön­nen. (derstandard.at, 8.1.2009)

Für die blaue Stadt­par­tei war Win­ters Ver­ur­tei­lung nie ein Pro­blem, er konn­te auf Bezirks­ebe­ne Funk­tio­när blei­ben. Nun wird er aller Vor­aus­sicht nach in den Gra­zer Gemein­de­rat wech­seln, was nicht wei­ter erstaun­lich ist, da der Par­tei­chef und Vize-Bür­ger­meis­ter Mario Eustac­chio damals schon erklärt hat­te, dass Win­ters Aus­sa­ge, als „Sofort­maß­nah­me“ gegen „mus­li­misch-tür­ki­sche Ver­ge­wal­ti­gun­gen in Graz eine Schaf­her­de im Stadt­park gra­sen“ las­sen zu wol­len, „Teil der Mei­nungs­frei­heit“ sei. „Er wür­de die Winter´schen Aus­sa­gen zwar ‚anders for­mu­lie­ren‘, inhalt­lich gehe er aber kon­form“, zitiert ihn der Fal­ter (25, 2011). 

Nun ist Micha­el Win­ter für die kom­men­de Gemein­de­rats­wahl auf Platz 5 gereiht – der­zeit ver­fügt die FPÖ acht Man­da­te. Aber auch für die Poli­zei war Win­ters Ver­ur­tei­lung offen­bar kein Hin­der­nis, denn als sein Beruf wird „Poli­zei­be­am­ter“ ange­ge­ben (vgl. meinbezirk.at, 7.8.21).

Nicht mehr auf der Gra­zer FPÖ-Lis­te scheint Hein­rich Sickl auf. Offi­zi­el­le Begrün­dung: Er wol­le sich in sei­nem Hei­mat­bun­des­land Kärn­ten um den elter­li­chen Betrieb küm­mern. Jetzt wird er noch unge­nier­ter als bis­lang sei­ne iden­ti­tä­ren Sym­pa­thien aus­le­ben können.

Mölltal/K.: Historiker mit Begutachtung von Runen beauftragt

Von den zwei Besit­zern jener Immo­bi­lie im Kärnt­ner Möll­tal, des­sen Holz­ein­gangs­tor von drei Nazi-Runen geziert wird, ermit­telt die Staats­an­walt­schaft nur mehr gegen einen wegen des Ver­dachts der Wiederbetätigung.

Ursprüng­lich gegen zwei bekann­te ehe­ma­li­ge Poli­ti­ker. Ihnen gehört das Grund­stück, um das der Holz­zaun gezo­gen ist. Mitt­ler­wei­le inter­es­sie­ren sich die Ermitt­ler nur noch für einen der bei­den. „Wir haben die Ermitt­lun­gen gegen einen Ver­däch­ti­gen aus Beweis­grün­den ein­ge­stellt“, sagt StA-Spre­che­rin Tina Frim­mel-Hes­se.” (Klei­ne Zei­tung Kärn­ten, 2.8.21, S. 16)

Die Staats­an­walt­schaft hat nun einen His­to­ri­ker beauf­tragt, zur Bedeu­tung der Runen im Natio­nal­so­zia­lis­mus ein Gut­ach­ten zu erstel­len. Davon wird abhän­gen, ob es zu einer Ankla­ge kom­men wird. Eigent­lich müss­te man nur in der aus­führ­li­chen Sach­ver­halts­dar­stel­lung der Grü­nen Natio­nal­rats­ab­ge­ord­ne­ten Olga Vog­lau­er nach­le­sen, denn dort ist die Bedeu­tung der drei Runen im NS aus­führ­lich und mit Quel­len belegt dargestellt.

Großlobming/Stmk.: FP-NR-Abg. Zanger fordert Abschiebung von erfundenen Tätern

Und wie­der ein­mal Wolf­gang Zan­ger! Der ent­puppt sich neu­er­dings als Kämp­fer für Frau­en­rech­te, wie er auf sei­nem Face­book-Account kund­tat: „Trotz­dem wer­de ich auch in Zukunft von Gewalt betrof­fe­nen Frau­en nach bes­ten Kräf­ten unter­stüt­zen und ihnen Glau­ben schen­ken.“ Aller­dings beschränkt sich sein Enga­ge­ment nur für „bio­ös­ter­rei­chi­sche“ Frau­en und wenn es gegen zuge­wan­der­te Män­ner geht. Sein Ein­satz ging nun so weit, dass er die Abschie­bung von erfun­de­nen Tätern „mit süd­län­di­schem Aus­se­hen“ forderte.

Eine Frau [aus Knit­tel­feld, Anmk. SdR] hat­te Frei­tag früh (13. August) auf Face­book eine Art Zeu­gen­auf­ruf gestar­tet und Bil­der von Ver­let­zun­gen gepos­tet, die angeb­lich von einer Gewalt­tat auf offe­ner Stra­ße stam­men sol­len. Der Bei­trag wur­de bereits eini­ge Stun­den spä­ter wie­der gelöscht. Am Sams­tag­nach­mit­tag (14. August) teil­te schließ­lich die Pres­se­stel­le der Poli­zei per Aus­sendung mit, dass die Frau gestan­den habe, den Über­fall nur erfun­den und die Bil­der bear­bei­tet zu haben. (kleinezeitung.at, 16.8.21)

Da war aber Wolf­gang Zan­ger schon längst aktiv gewor­den, teil­te den Bei­trag der Frau mit dem „empha­ti­schen“ Begleittext:

„Wer Frau­en so etwas antut, gehört aus­nahms­los des Lan­des ver­wie­sen. Ich bedan­ke mich im Namen aller Opfer bei der SPÖ Knit­tel­feld, die sol­che Ver­bre­chen an den eige­nen Leu­ten durch ihre Zuwan­de­rungs­po­li­tik erst mög­lich gemacht hat!“ Über Medi­en ver­laut­bar­te er, eine par­la­men­ta­ri­sche Anfra­ge stel­len zu wollen.

Bereits unter Zan­gers Face­book-Post äußer­te ein Nut­zer Zwei­fel. Ob es Zuwan­de­rer waren, kön­ne nie­mand wis­sen, außer­dem sei­en die­se Ver­fär­bun­gen nur vier Stun­den nach dem Vor­fall unge­wöhn­lich. „Irgend­was stimmt da nicht.” Davon woll­te der FPÖ-Abge­ord­ne­te aber nichts wissen.

„Es tut mir leid, aber es ist ganz ein­fach NICHT FALSCH”, ant­wor­te­te er dem Nut­zer per Kom­men­tar. Weni­ge Stun­den nach­dem bekannt wur­de, dass der Über­fall frei erfun­den war, ver­schwand auch Zan­gers Pos­ting plötz­lich von sei­nem Pro­fil. (heute.at, 14.8.21)

Zan­ger kün­dig­te an, den berich­ti­gen­den Arti­kel der „Klei­nen Zei­tung“ pos­ten zu wol­len, was er dann auch tat – mit dem Zusatz: „Ein sehr komi­scher Artikel.“

Zanger auf Facebook: "Ein sehr komischer Artikel" (Screenshot FB)

Zan­ger auf Face­book: „Ein sehr komi­scher Arti­kel” (Screen­shot FB)

Eisenstadt: Massenrücktritt aus dem Eisenstädter FPÖ-Parteipräsidium

Nach den kaum noch zähl­ba­ren Que­re­len, Par­tei­aus­trit­ten und ‑aus­schlüs­sen in der FPÖ Bur­gen­land ging es im Juli weiter.

Ein Teil des Bezirks­prä­si­di­ums Eisen­stadt Umge­bung hat sei­ne Funk­ti­on zurück­ge­legt. Grund dafür dürf­ten die Par­tei­aus­schlüs­se der ver­gan­ge­nen Wochen gewe­sen sein. Auch der Raus­wurf von Bezirks­par­tei­chef Géza Molnár dürf­te einen Aus­schlag gelie­fert haben. Auf Nach­fra­ge bestä­tig­te Lan­des­par­tei­se­kre­tär Chris­ti­an Ries die Rück­trit­te. Eine genaue Zahl von Per­so­nen woll­te er nicht nen­nen. Es sei etwa ein Drit­tel, so Ries. Dem Ver­neh­men nach soll es sich um sie­ben Mit­glie­der han­deln. (krone.at, 15.7.21)

Hitzendorf/Stmk: Schock für FPÖ-Bezirksparteiobmann

Der „lang gereif­ten“ Erkennt­nis zufol­ge, „dass die FPÖ für vie­le ein Hin­de­rungs­grund war, uns zu fol­gen“ (kleinezeitung.at/, 6.8.21), ist zu ver­dan­ken, dass gleich bei­de FPÖ-Gemein­de­rä­te im stei­ri­schen Ort Hit­zen­dorf, Mar­kus Dirn­ber­ger und Nadi­ne Marie-The­re­se Marx, ihrer Par­tei den Rücken zuge­kehrt und nun eine eige­ne Lis­te gegrün­det haben. Der FPÖ-Bezirks­par­tei­ob­mann zeigt sich laut „Klei­ne Zei­tung“ geschockt. „Das kam völ­lig über­ra­schend. Ich bin per­sön­lich ent­täuscht, das aus den Medi­en erfah­ren zu müs­sen.“ „Die gan­ze Akti­on ist ein Ver­rat am Wäh­ler“, stellt Her­mann fest, „denn die bei­den behal­ten ihr Mandat.“

Wien/Ö: Strafzahlungen für die FPÖ

Es ist nicht das ers­te Mal, dass die FPÖ eine Straf­zah­lung im Zusam­men­hang mit ihrem Bil­dungs­in­sti­tut leis­ten muss, jetzt wer­den, rück­wir­kend für das Jahr 2018 86.500 Euro fäl­lig, wie der Unab­hän­gi­ge Par­tei­en-Trans­pa­renz-Senat (UPTS) im Juli verordnete.

Die Quer­fi­nan­zie­rung durch das Bil­dungs­in­sti­tut hat­te die FPÖ bereits vori­ges Jahr 103.000 Euro gekos­tet. Die Cau­sa ist schnell erklärt: Die Par­tei hat­te zwei Buch­hal­te­rin­nen ein­ge­stellt, die auch für das Frei­heit­li­che Bil­dungs­in­sti­tut (FBI) und für die „Neue Freie Zei­tung“ („NFZ“) arbei­te­ten. Obwohl die Buch­hal­te­rin­nen für die Par­tei ein deut­lich höhe­res Bud­get ver­wal­te­ten, bezahl­te den Groß­teil der Kos­ten das Bildungsinstitut.

Aus Sicht des UPTS stellt das eine ver­bo­te­ne Spen­de der Par­tei­aka­de­mie an die FPÖ dar. Nach­dem die Par­tei bereits für das Jahr 2017 eine Stra­fe bezahlt hat­te, wur­de eine sol­che nun auch für das Jahr 2018 fäl­lig. Die FPÖ hät­te nach Kal­ku­la­ti­on des Sena­tes näm­lich auch in die­sem Jahr deut­lich höhe­re Per­so­nal­kos­ten tra­gen müs­sen (166.500 statt nur 80.000 Euro). Die Dif­fe­renz wur­de nun als neu­er­li­che Geld­bu­ße ver­hängt. (orf.at, 16.7.21)

Wenig, näm­lich nur 500 Euro, muss die FPÖ an Straf­geld berap­pen, weil Her­bert Kickl Anfang 2018 auf sei­ner durch das Innen­mi­nis­te­ri­um betrie­be­nen FB-Sei­te Par­tei­wer­bung gemacht hat­te, wie damals der ehe­ma­li­ge Grü­ne Natio­nal­rats­ab­ge­ord­ne­te Harald Wal­ser auf­deck­te.

Noch kei­ne Kon­se­quen­zen hat die Bezah­lung von pri­va­ten Spe­sen aus der Par­tei­kas­se der Wie­ner FPÖ an Heinz-Chris­ti­an Stra­che. „Denn der Senat urteil­te, dass der Rech­nungs­hof die Vor­wür­fe zuerst von einem Wirt­schafts­prü­fer hät­te unter­su­chen las­sen müs­sen. Das ist aber unter­blie­ben. Die­sem Wirt­schafts­prü­fer hät­te die FPÖ Ein­sicht in alle erfor­der­li­chen Unter­la­gen gewäh­ren müs­sen, wie der Senat in sei­nem Bescheid schreibt.” (orf.at) Die­ser Bescheid des UPTS ist noch nicht rechtskräftig.

OÖ: Rechtsextremes Treffen mit FPÖ-Beteiligung

Über eine von Info-Direkt orga­ni­sier­te Kon­fe­renz, die am 28. August im Raum Wels statt­ge­fun­den hat, berich­tet das DÖW in der Rubrik „Neu­es von ganz rechts”. Mit dabei waren Teilnehmer*innen aus der AfD, von den Iden­ti­tä­ren und von der FPÖ u.a. der Bun­des­rats­ab­ge­ord­ne­te Johan­nes Hübner.
Wei­ter mit DÖW „Natio­na­les Net­wor­king in Oberösterreich”

Update 3.11.21: Wie das DÖW auf Twit­ter berich­tet, hat an dem Tref­fen auch die Natio­nal­rats­ab­ge­ord­ne­te Dag­mar Bela­ko­witsch teilgenommen.

➡️ Wochen­schau KW 27 bis 32/21, Teil 1: News aus dem iden­ti­tä­ren Lager
➡️ Wochen­schau KW 27 bis 32/21, Teil 2: Prozesse
➡️ Wochen­schau KW 27 bis 32/21, Teil 4: Gemischtes