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Kategorie: Rezensionen

Knödel, Jaffa-Torte oder deutscher Eintopf

Dass die Nazis jüdi­sche Men­schen um Immo­bi­li­en, Ver­mö­gen, Schmuck und Kunst­ge­gen­stän­de gebracht haben, wird unter der Bezeich­nung Ari­sie­rung zusam­men­ge­fasst. Aber wie funk­tio­nier­te die Ari­sie­rung eines Buches? Damit ist hier nicht die Aneig­nung, der Raub von Buch­be­stän­den, von Biblio­the­ken jüdi­scher Men­schen gemeint, son­dern der geis­ti­ge Dieb­stahl eines lite­ra­ri­schen Wer­kes, dem dann natür­lich auch die Ver­wer­tungs­er­lö­se folg­ten. Die His­to­ri­ke­rin Kari­na Urbach beschreibt eine sol­che Ari­sie­rung am Bei­spiel des Koch­buchs ihrer Groß­mutter Ali­ce. Wei­ter…

Ein FPÖ-Geschichterlerzähler erinnert an Strache

Stra­ßen­fe­ger war es kei­nes, das Büch­lein „HC Stra­che. Vom Rebell zum Staats­mann“, mit dem 2018 der Auf­stieg des FPÖ-Obmanns beju­belt wer­den soll­te. Geju­belt hat damals der Mar­tin Hobek, der auch heu­er als Bezirks­rat mit der Berufs­be­zeich­nung „His­to­ri­ker“ kan­di­diert – in gleich drei Bezir­ken, aber nicht für Stra­che, son­dern für die FPÖ. Da gab’s wohl einen tie­fen Schmerz, der das lyri­sche Band, das der Hobek dem Stra­che mit dem Büch­lein flech­ten woll­te, grau­sam zer­ris­sen hat. Wei­ter…

Extreme Sicherheit

Die Deut­sche Hoch­schu­le der Poli­zei will „rechts­extre­mis­ti­sche Hal­tun­gen und Hand­lun­gen“ in der Poli­zei über ein For­schungs­pro­jekt unter­su­chen, und der deut­sche Innen­mi­nis­ter See­ho­fer nennt den Rechts­extre­mis­mus in Deutsch­land zwar eine Schan­de und eine total unter­schätz­te Gefahr, aber in einer Unter­su­chung der Ein­stel­lun­gen von Polizist*innen sieht er eine „Stig­ma­ti­sie­rung“. Den Sam­mel­band „Extre­me Sicher­heit. Rechts­ra­di­ka­le in Poli­zei, Ver­fas­sungs­schutz, Bun­des­wehr und Jus­tiz“ hat der Sicher­heits­mi­nis­ter mit Sicher­heit nicht gele­sen. Wei­ter…

Der Neue und der Deutsche Klub: Austro-Nazis in der Hofburg

Zu den Insi­gni­en der poli­ti­schen Macht auf bau­li­cher Ebe­ne gehö­ren in Öster­reich das Bun­des­kanz­ler­amt, das Par­la­ment und die Hof­burg, genau­er: der Leo­pol­di­ni­sche Trakt, wo sich der Amts­sitz des Bun­des­prä­si­den­ten befin­det. In die­sem Trakt war in der Ers­ten Repu­blik, auch in der Ära des Aus­tro­fa­schis­mus, der Deut­sche Klub ein­quar­tiert – die Aus­tro-Nazis. Die Geschich­te die­ses bis­her zu wenig beach­te­ten Ver­eins, die auch in der zwei­ten Repu­blik ihre Fort­set­zung fand, wird jetzt in einem Buch erzählt. Wei­ter…

Olivier Guez: Das Verschwinden des Josef Mengele

Mit sei­nem Roman „Das Ver­schwin­den des Josef Men­ge­le“ hat Oli­ver Guez die Kri­ti­ke­rIn­nen-Sze­ne gespal­ten, auch rat­los gemacht. Darf eine Geschich­te, die so nahe an der Wirk­lich­keit erzählt wird, noch Roman genannt wer­den? Als ob das ein Pro­blem wäre! Guez gelingt es, die Jahr­zehn­te nach der Flucht des lei­ten­den Lager­arz­tes des KZ Ausch­witz aus Deutsch­land so zu erzäh­len, dass dabei auch die poli­ti­schen Struk­tu­ren der Flucht­län­der, das mäch­ti­ge Netz der geflüch­te­ten Nazis inklu­si­ve sei­ner Hel­fer aus Euro­pa sicht­bar wer­den – und es wer­den dabei auch vie­le Öster­rei­cher genannt. Wei­ter…

Was darf man denn überhaupt noch sagen?

Als der Anti­fa­schist Ger­hard Bur­da dem Anti­fa­schis­ten und Kaba­ret­tis­ten Lukas Reseta­rits in einem sehr kur­zen Face­book-Kom­men­tar vor­hielt, dass in den Nazi Brenn­öfen Men­schen „durch den Rost gefal­len“ sind und – das hat er gar nicht ein­ge­for­dert – die Rede­wen­dung daher unter­las­sen wer­den soll­te, fass­te er einen Shit­s­torm aus. Als wir erläu­tert haben, dass die Rede­wen­dung bei den Opfern des Holo­caust bzw. ihren Nach­kom­men ein­deu­ti­ge Asso­zia­tio­nen aus­löst und des­halb ver­mie­den wer­den soll­te, erhiel­ten wir eben­falls die selbst­mit­lei­di­ge Ant­wort: Was darf man denn dann noch über­haupt sagen? Wei­ter…

„Die Grenzen der Demokratie”: nicht vergnügungssteuerpflichtig

Wie reagiert die öster­rei­chi­sche Gesell­schaft auf rechts­extre­me Posi­tio­nen? Wel­che Bedeu­tung haben sie und wie gehen die Abge­ord­ne­ten im Natio­nal­rat damit um? Eine Ant­wort auf die­se Fra­gen gibt der Wie­ner Poli­tik­wis­sen­schaft­ler Mat­thi­as Fal­ter in sei­ner als Buch erschie­ne­nen über­ar­bei­te­ten Dis­ser­ta­ti­on über die „Gren­zen der Demo­kra­tie“. Ver­gnü­gungs­steu­er muss­te er nicht bezah­len für die müh­sa­me Auf­ar­bei­tung der Aus­ein­an­der­set­zun­gen um Rechts­extre­mis­mus im öster­rei­chi­schen Natio­nal­rat. Rezen­si­on von Harald Wal­ser. Wei­ter…

Ein verborgenes Leben

Ein verborgenes Leben – Trailer

Der Film­ti­tel „Ein ver­bor­ge­nes Leben“ fin­det sich in einem Zitat der eng­li­schen Schrift­stel­le­rin Geor­ge Eli­ot wie­der, mit dem der Film von Ter­rence Malick endet. Ein mehr­deu­ti­ger Titel, denn auch die­ser Film über Franz Jäger­stät­ter, den katho­li­schen Wider­ständ­ler aus dem Inn­vier­tel, trägt wenig bei, um sein Leben sicht­ba­rer, sei­nen Wider­stand für spä­te­re Gene­ra­tio­nen greif­ba­rer und ver­ständ­li­cher zu machen. Eine Film­be­spre­chung von Karl Öllin­ger. Wei­ter…

„Die Ehemaligen“ – Wie war das mit der FPÖ?

Für jene, die sich mit der Geschich­te der FPÖ – vor allem mit ihren Anfän­gen und Vor­läu­fern – seri­ös aus­ein­an­der­set­zen möch­ten, haben wir eine ande­re Lese­emp­feh­lung als den His­to­ri­ker­bericht der FPÖ: das im Sep­tem­ber erschie­ne­ne Buch „Die Ehe­ma­li­gen“ der Wie­ner His­to­ri­ke­rin Mar­git Rei­ter. Sie schil­dert dar­in die per­so­nel­len und ideo­lo­gi­schen Kon­ti­nui­tä­ten von den deutsch­na­tio­na­len Par­tei­en der Ers­ten Repu­blik über die NSDAP bis zur FPÖ. Wei­ter…

Bücherliste Winter 2019

Es hat schon Tra­di­ti­on, dass wir im Dezem­ber mit Lese­emp­feh­lun­gen auf­war­ten. Ein paar Tage sind bis Weih­nach­ten noch Zeit, um das eine oder ande­re Buch zu besor­gen und jeman­dem oder sich selbst als Lek­tü­re zu schen­ken. Wei­ter…