St. Pölten (NÖ): Antisemitische Attacke

Der Vorfall hat sich schon vor einer Woche in einem Einkaufszentrum in St. Pölten ereignet: ein 52-Jähriger wird von einem jüngeren Mann (21) beschimpft und dann attackiert bzw. verletzt. „Scheißjude“ soll der Täter gerufen haben, berichtete das Gratisblatt „heute“, was der, mittlerweile ausgeforscht, bestreitet.

Das Opfer trug einen Davidstern auf der Halskette und vermutet diesen als Motiv der Aggression. Der mutmaßliche Täter bestreitet mittlerweile nicht nur das Motiv, sondern sieht sich selbst als Opfer, berichtet der „Kurier“.

Raimund Fastenbauer, Generalsekretär der Israelitischen Kultusgemeinde, spricht von einer besorgniserregenden Entwicklung und beruft sich dabei auch auf die vom Forum gegen Antisemitismus für 2014 erhobene drastische Steigerung antisemitischer Übergriffe auf 255 (gegenüber 137 für das Jahr 2013).

2015 hat auch nicht gut begonnen. Wir erinnern da z.B. an die antisemitische Attacke am Rande des FPÖ-Burschenschafterballs, an die auch antisemitisch motivierten Stolperstein-Attacken in Salzburg, Graz und Wiener Neustadt, und nicht zuletzt an den antisemitischen Spruch von Dieter Egger, dem Vorarlberger FPÖ-Chef und Bürgermeisterkandidaten von Hohenems, der jetzt als Favorit in die Stichwahl geht.