Rechtsextreme Demos in Villach und Köflach

Die rechtsextreme Partei des Volkes (PdV), die einen starken Hang zum Nationalsozialismus hat, hat am Samstag in Villach und am Sonntag in Köflach Demonstrationen gegen Flüchtlinge und die Asylpolitik im allgemeinen und gegen die Flüchtlingsheime in den beiden Städten durchgeführt. Mit dabei: die aus der FPÖ ausgeschlossene Susanne Winter und ein Präsidentschaftskandidat.

Bei den Demonstrationen, zu denen die PdV neben anderen bisher aufgerufen hat, sind die Sprecher der Partei dadurch aufgefallen, dass sie offen für den Sturz der Regierung und für Bewaffnung eingetreten sind. Auch wenn die Auftritte der PdV ziemlich skurril wirken – in Villach gab es etwa Sprechchöre mit „Merkel raus“, ist die Minipartei als neues Sammelbecken für Frustrierte, Rechtsextreme und Neonazis nicht zu unterschätzen.


Susanne Winter ((c) Günter Krammer)

In Villach versammelten sich mehrere Hundert Menschen bei der Kundgebung der PdV, um den wirren Reden ihrer Anführer zu lauschen. So schwafelte der „Generalsekretär“ der PdV, Wolfgang Pestl davon, dass wir in einer Diktatur leben würden, und demnächst die Antifa „wie die SA“ durch die Städte patrouillieren und auf die Leute einprügeln würde, damit sie tolerant werden. Dass Pestl so wie der Obmann der PdV, Thomas Kirschner, durch ihre offene Sympathie für den Nationalsozialismus auffallen, wird gerade durch sehr präzise Recherchen der Antifaschistischen Recherche Graz belegt.

Susanne Winter, die aus der FPÖ ausgeschlossene Abgeordnete, dürfte in dem braunen Amalgam um die PdV ebenfalls eine neue Heimat gefunden haben, obwohl sie sich bei ihrem Auftritt in Villach darüber beschwerte, dass niemand von den „testosterongesteuerten Männern“ ihr, „einer alten Frau“ auf das Podium geholfen habe. Ebenfalls in Villach gesichtet und mittlerweile von den PdV-Aktivisten beworben wird der Präsidentschaftskandidat Robert Marschall, der die deutlich rechtslastige Service-Seite „wien konkret“ betreibt , die mittlerweile etwas vernachlässigt wirkt. Seine EU-Austrittspartei, die 2014 in einem Wahlbündnis „EU-Stop“ mit dem Bündnis Neutrales Freies Österreich zur Europawahl antrat, erhielt 2,8 % bzw. fast 80.000 Stimmen.


Robert Marschall ((c) Günter Krammer)

Durch gegenseitige Unterstützung will man sich als wahrnehmbare Größe im rechtsextremen Spektrum etablieren. Diese Rechnung wird angesichts der Typen, die sich da als die Anführer präsentieren, nicht aufgehen – bemerkbar ist allerdings, dass schon einige aus dem Umfeld der FPÖ schwankend werden und sich von der aggressiven Radikalität der PdV angezogen fühlen.

Die nächsten Demonstrationen der PdV sind für den 6.2. in Graz und für den 5.3. in Wien angekündigt. So wie in Villach wird es dazu auch Gegendemonstrationen geben.


Testosterongesteuerter PDV-Mann umschlingt Winter./em>