Frastanz/V‑Malta: Gorbach fällt auf Fake-Orden rein
Es ist schon lange her, dass Hubert Gorbach (FPÖ/BZÖ) ein politisches Amt bekleidete. Der ehemalige Verkehrsminister und Vizekanzler ist 2006 nach seinem zwangsweisen Ausscheiden aus der Regierung durch teilweise skurrile Eskapaden immer wieder in den Medien aufgetaucht – etwa 2007, als er sich beim britischen Verkehrsminister um ein Amt bewarb und dies mit „The world in Vorarlberg ist too small“ begründet hatte. Oder2011, als er mit 1,9 Promille Alkohol am Steuer seines PKW erwischt wurde.
Nun sorgte der Frastanzer Gorbach erneut für Schlagzeilen, nachdem Vorarlberger Medien berichteten, er sei zum Ritter des Malteserordens geschlagen worden – eine Auszeichnung, die laut Gorbach eine besondere Ehre darstelle. Recherchen des Falter (7.7.25) ergaben jedoch, dass der offizielle, international anerkannte Malteserorden von diesem Ritterschlag nichts weiß und Gorbach kein Mitglied ist.
Der Haken an der Geschichte: Auch Gorbach wurde die Ehre nicht zuteil. Denn der offizielle Malteserorden – völkerrechtlich anerkannt, 13.000 Mitglieder und Sitz in Rom – weiß vom Ritterschlag Gorbachs nichts. „Hubert Gorbach ist kein Ritter des Malteserordens”, sagt Sprecher Jochen Ressel zum Falter.
Gorbach sei nicht von echten Maltesern geadelt worden, sondern von einer Art „Faschingsorden“, der nur so tut, als wäre auch drinnen, was drauf steht – vermutlich gegründet, um Geld zu verdienen, mit gefakten Malteser-Ritterschlägen, wie jenem von Hubert Gorbach. (falter.at)
Hinter dem Verein steht Sandor Habsburg-Lothringen, der auch andere fragwürdige Ritterorden betreibt. Die Zeremonie, bei der Gorbach zum „Knight of Honor“ ernannt wurde, fand auf Malta statt und wurde von Medien emotional inszeniert. Begleitet wurde Gorbach unter anderem ausgerechnet vom bayerischen Staatsminister Eric Beißwenger (CSU). Laut Malteserorden hätte Gorbach den Schwindel erkennen können, da die Liste der Pseudo-Orden öffentlich einsehbar ist und der Begriff „Orden“ rechtlich nicht geschützt ist. Gorbach selbst sei für eine Stellungnahme nicht erreichbar gewesen, schreibt der „Falter“.
Update 25.8.25: Hubert Gorbach hat uns via Mail eine Antwort übermittelt, die wir hier vollständig und kommentarlos wiedergeben.
Meine Damen und Herren von obgenannter Plattform!
Manchmal kann man etwas nicht stehen lassen, wenn es nur so von Fehler und Unwahrem strotzt, wie in Ihrem Beitrag unter dem Titel „Frastanz/V‑Malta: Gorbach fällt auf Fake-Orden rein“. Dazu darf ich Ihnen mitteilen, dass Sie
- auf eine Fake-Meldung und eine Zeitungsente des „Falters“ reingefallen sind.
- dass Sie offensichtlich sehr schlecht oder gar nicht recherchiert haben, wie dies übrigens auch der „Falter“ getan hat. Er hat lediglich mit dem Orden in Wien (hauptansässig in Rom) gesprochen und diese nennen sich selbstherrlich „die einzig wahren Malteserordensträger“. Das ist geschichtlich widerlegbar und einfach unrichtig!
- Nehmen Sie zur Kenntnis, dass sogar Vertreter dieses Ordens von Rom (korrekt „ÖMO – in Rom ansässiger Souveräner Malteserorden“) durch Vertreter beim Festakt bzw. der Investitur am 21.06.2025 in Malta als Ehrengäste mit dabei waren – und zwar in ihrem typischen schwarzen Mantel mit Malteser Orden. Das wäre wohl nicht der Fall, würde es sich um einen Fake-Orden handeln! Lachhaft, was die Wiener da von sich geben!
- Mit Sandor Habsburg-Lothringen hat jener Orden, dem ich beigetreten bin bzw. am 21.06.2025 aufgenommen wurde, dem OSJ (Order of St. John of Jerusalem, Knights Hospitaller in Malta), mit jenem Orden, der sich hier wohl etwas selbstherrlich „aufplustert“ nichts zu tun. Ebenso wenig mit Sandor Habsburg-Lothringen.
- Nicht nur Sie haben schlecht oder gar nicht recherchiert, es ist auch unwahr, dass ich für den „Falter“ nicht erreichbar war. Eine Frechheit und glatte Lüge, wenn so etwas behauptet wird! Die Qualität dieses Mediums richtet sich durch solche Aktivitäten selbst!
- Nehmen Sie ebenso zur Kenntnis, dass ich im kleinen und familiären Kreis schon 1993, als ich von einem guten Job in der privaten Wirtschaft in die hauptberufliche Politik gewechselt bin, versprochen habe, damit mit 50 Lebensjahren wieder aufzuhören – egal, wo ich dann in welcher Funktion sein werde! Von „ausscheiden müssen“ weit entfernt und schon wieder eine Fake-Meldung von Ihnen bzw. Ihrer Publikation. 2006, als ich auf keiner Liste mehr kanditierte, war ich nämlich genau 50 Lebensjahre alt und habe mein Versprechen eingehalten!
Es ist ungeheuerlich, dem Orden, dem ich angehöre, vermutliche Geldverdienerei mit gefakten Malteser Ritterschlägen wie jenem von Hubert Gorbach anzudichten und zu unterstellen. Es handelt sich dabei um einen strafrechtlich relevanten Vorwurf und ich behalte mir grundsätzlich rechtliche Schritte gegen Ihr Medium und auch andere vor!
Ich könnte Ihnen noch lange argumentieren, was es mit der Entstehung der von den Johanniter abstammenden Orden (vielfach der Einfachheit halber als „Malteserorden“ genannt) an sich hat. Vermutlich werden Sie das aber nicht verstehen oder verstehen wollen und schon gar nicht drucken bzw. Ihrer Plattform einfügen! Der altehrwürdige Ex-Kanzler Bruno Kreisky würde sagen: „Herr Redakteur, lernen Sie Geschichte!“
Gehen Sie einmal in sich und überlegen, wer hier auf „Fake News“ hereingefallen ist!
In der Hoffnung, keine solchen Unwahrheiten mehr lesen zu müssen, verbleibe ich
Hubert Gorbach
Wien-Strassburg: Aufhebung von Vilimskys Immunität beantragt
Das EU-Parlament hat einen Antrag auf Aufhebung der Immunität des FPÖ-Delegationsleiters Harald Vilimsky erhalten und diesen an den Rechtsausschuss weitergeleitet. Hintergrund ist die Finanzierung einer Sicherheitseingangstür für seine Privatwohnung vor 13 Jahren durch die FPÖ, nachdem Polizeibehörden auf eine Bedrohungslage hingewiesen hatten.
Nun wird geprüft, ob ihm dadurch ein Vorteil entstanden ist; von wem die Prüfung ausgeht, ist unklar. Das Europäische Parlament und österreichische Behörden äußerten sich nicht zu Details. Bereits 2021 war Vilimskys Immunität wegen des Verdachts auf Untreue und Förderungsmissbrauch im Zuge der Ermittlungen zum Wiener Spesenskandal aufgehoben worden. (Quelle: APA via kurier.at, 9.7.25)
Wien: Belakowitsch im Nationalrat mit tiefem Sager
Die notorisch auffällige FPÖ-Nationalratsabgeordnete Dagmar Belakowitsch verabschiedete sich die Sommerpause mit einem bemerkenswerten Hetz-Sager im Plenum: „[D]ie SPÖ ist nicht mehr die Partei der Arbeiter, die SPÖ ist nur noch die Partei der nicht arbeitenden Muslime.“ (Stenograf. Protokoll 9.7.25) Sie erntete dafür den Beifall ihrer Fraktion. Die FPÖ scheint einer Regel zu folgen: Je intensiver ihre eigene Jammerei über die angebliche Diffamierung von FPÖ-Wähler*innen ausfällt, desto tiefer schlägt sie gegen andere Parteien um sich.
FPÖ Wien – AfD Berlin: Inszenierung schlägt Kompetenz
Die FPÖ hat wieder einmal einen Pakt unterzeichnet – diesmal sind es die FPÖ Wien, die im Juli eine gemeinsame Klausur mit der Berliner AfD abgehalten hat. Zielnarrativ des Propagandabündnisses ist wenig überraschend eine rassistische Law-and-Order-Politik. Inszeniert wird dabei Kompetenz, aber überprüfbare kommunalpolitische Wege und Ziele bleibt man schuldig. Im Vordergrund stehen Kommunikationsmacht und Kampagnenfähigkeit. Ein Fototermin in der blauen No-Go-Area Favoriten wurde als Negativfolie dazu benützt, um zu transportieren, was drohe, wenn in Wien Berliner Zustände einkehren würden.
NÖ: Worin die FPÖ am besten ist: Postenschacher
Die SPÖ fasst in ihrem Medium „Niederösterreich aktuell“ (17.7.25) den Postenschacher und die Zusatzverdienste der niederösterreichischen FPÖ zusammen. Fazit: Zahlreiche Schlüsselpositionen in landeseigenen Gesellschaften wurden mit Parteifreund*innen oder ‑mitarbeiter*innen besetzt (u. a. NÖGUS, NÖVOG, VOR, Notruf NÖ, MAG).
Beispiele:
• NÖGUS-Geschäftsführung mit dem früheren FPÖ-Kabinetts- bzw. Bürochef Volker Knestel und Jörg Hausberger
• NÖVOG-Aufsichtsrat mit LAbg. Hubert Keyl, NR-Abg. Arnold Schiefer und Georgia Pokorny, die als Moderatorin von FPÖ-TV nur sehr kurz wirken durfte, nun aber in Niederösterreich versorgt wurde
• VOR-Geschäftsführer Alexander Schierhuber (ehemals RFS-Bundesvorsitzender); die Stelle sei nicht öffentlich ausgeschrieben gewesen
• Notruf NÖ: Prokurist ist der FPÖ-Stadtrat Klaus Otzelberger und Aufsichtsratsvorsitzender Walter Dostal (FPÖ-Bezirksrat in Wien)
• MAG: Geschäftsführer Robert Lagler (ehem. Klubdirektor der FPÖ NÖ)
Thema sind auch die teils exorbitanten Nebeneinkünfte der selbsternannten Vertreter der „kleinen Leute“: Im Nationalrat führt die FPÖ laut veröffentlichten Daten das Ranking bei Nebenjobs an. Mehrere Mandatare (es sind nur Männer) erzielen monatlich über 12.000 € zusätzlich zum Abgeordnetengehalt.
Auch im niederösterreichischen Landtag kassieren die FPÖ-Mandatare beträchtliche Nebeneinkünfte neben ihren Abgeordnetengehältern. Klubchef Reinhard Teufel wartet schon seit Jahren mit mehreren zusätzlichen Funktionen auf (u.a. Aufsichtsräte, Delegierter einer Versicherung, landwirtschaftlicher Betrieb/Agrargemeinschaft, Kickls rechte Hand im Nationalratsklub). Weitere Top-Verdiener sind Hubert Keyl und Dieter Dorner.
Wien-OÖ: Zwei gerichtliche Niederlagen
Das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) hat vor dem Handelsgericht Wien eine Klage gegen den oberösterreichischen FPÖ-Landesparteisekretär Michael Gruber gewonnen. Gruber hatte in einer Presseaussendung 2023 behauptet, das DÖW habe mit wissenschaftlicher Arbeit nichts zu tun und sei laut einem Urteil des Oberlandesgerichts Wien von 1998 eine politisch agitierende, nicht neutrale Institution.
Das Gericht urteilte am 21. Juli 2025 mit einer ausführlichen Begründung, dass es außer Zweifel stehe, dass das DÖW eine wissenschaftliche Einrichtung sei und nach strengen wissenschaftlichen Kriterien arbeite. Ausführungen des DÖW zum Rechtsextremismus oder zur FPÖ erfolgen auch nicht in einem politischen Meinungsstreit, sondern in einer wissenschaftlichen Diskussion. Die Äußerungen des Beklagten seien unwahre Tatsachenbehauptungen, die in den guten Ruf des DÖW eingreifen und kreditschädigend seien. Die von Gruber vorgetragene Behauptung, das OLG Wien habe im Jahr 1998 die Unwissenschaftlichkeit des DÖW festgestellt, sei unrichtig und falsch. Das Handelsgericht urteilte nun, dass Gruber seine getätigten sowie sinngleiche Behauptungen bei sonstiger Exekution unterlassen muss, zudem muss er via APA-OTS einen Widerruf veröffentlichen sowie die Gerichtskosten des DÖW tragen. (doew.at, 23.7.25)
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig; Gruber kann innerhalb von vier Wochen Rechtsmittel einlegen.
Am 30. Juli hat das Oberlandesgericht Wien ein erstinstanzliches Urteil aufgehoben, das den „Standard“ für seine Berichterstattung über das Absingen des „SS-Treuelieds“ während des Begräbnisses des Olympen Walter Sucher kritisierte. Die Klagen der drei FPÖ-Nationalratsabgeordneten Martin Graf, Norbert Nemeth und Harald Stefan, die sich durch den Artikel diffamiert fühlten, wurden nun abgewiesen. (Quelle: derstandard.at, 30.7.25)
„Zufällig“ gab die FPÖ nur wenige Stunden nach der Niederlage am OLG bekannt, dass die Ermittlungen wegen NS-Wiederbetätigung gegen die drei Abgeordneten eingestellt wurden. Die Entscheidung des OLG wurde damit in allen Medien mit Ausnahme des „Standard“ kommunikativ overruled.
B: Bumerang für FPÖ-Landtagsabgeordneten?
Zumindest so viel steht fest: Nach einem Streit auf dem Waldfest im burgenländischen Lockenhaus zwischen dem FPÖ-Landtagsabgeordneten Sandro Waldmann und einem Mitglied der Spaß-Burschenschaft Langeck ermittelt nun die Justiz. Waldmann hatte ursprünglich in einem Facebook-Posting behauptet, seine Ehefrau sei von einem Helfer der Burschenschaft beschimpft und über eine Treppe hinuntergestoßen worden sein – dies, so Waldmann, „nur, weil sie eine ‚Blaue‘ ist“.
Mittlerweile wird der Ablauf auch anders dargestellt:
Die Organisatoren hatten beteuert, dass es keinen Angriff auf die Besucherin gegeben habe, ihr sei lediglich der Zutritt zum abgeschirmten DJ-Pult verwehrt worden. Diese Version der Veranstalter bestätigen nun Zeugen: „Der Burschenschafter hat weder gestoßen noch Gewalt ausgeübt. Außerdem gab es dort keine Treppe.“ Stattdessen habe Waldmann später den Burschenschafter über einen Abhang gestoßen, lautet die Sachverhaltsdarstellung in einem anonymen Schreiben. „Beobachter eilten dem Verletzten zu Hilfe, mehrere Männer mussten den Politiker, der sehr aggressiv war, zurückhalten“, wird mitgeteilt. (krone.at, 5.8.25)
Die Zeugenaussagen widersprechen sich allerdings: Einige bestätigen einen Angriff Waldmanns, andere verteidigen ihn und betonen, er habe sich und seine Frau schützen wollen. Der genaue Ablauf des Vorfalls bleibt unklar. Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob strafrechtliche Relevanz besteht.
Update 5.9.25: Der „Kurier” berichtet, dass die Staatsanwaltschaft gegen Waldmann wegen des Verdachts auf Körperverletzung ermitteln will und an den burgenländischen Landtag ein Ansuchen um Aufhebung der Immunität von Waldmann gerichtet hat.
Wien: Dreifache FPÖ-Klubdirektion und ein Salzburg-Abstecher
Mit Beginn dieser Legislaturperiode hat der Olympia-Burschenschafter Norbert Nemeth seine Rolle gewechselt. 18 Jahre hatte er im Hintergrund als Klubdirektor der FPÖ im Parlament gewerkt, bis er selbst in den Nationalrat wechselte. Klubdirektor ist er (vermutlich mit einem guten Nebenverdienst) noch immer, jedoch nur formell. Mit Beginn 2025 wurde Alexander Höferl (Burschenschaft Gothia Wien, bald Libertas Wien), Mitgründer von „unzensuriert“), zum „geschäftsführenden Klubdirektor“ bestellt. Ein Posten wurde neu geschaffen: Der Jurist Eike Dohr ist nun „Nationalratsfraktionsdirektor“.
Nemeth fand jedenfalls Zeit, im Juni von Wien nach Neumarkt/Wallersee zu gondeln, um an der Sonnwendfeier der Salzburger Korporationen teilzunehmen, wie die „Autonome Antifa Freiburg“ (13.8.25) berichtet. Dort hatten sich am 21. Juni am Greischberger Hof unter maßgeblicher Organisation des Ex-FPÖ-Politikers Reinhard Rebhandl (Gothia Salzburg) die rechtsextremen AfD Politiker Alexis Giersch (Germania Hamburg), Christoph Birghan (Gothia Berlin) und Joachim Paul (Raczeks zu Bonn) zu den österreichischen Teilnehmern gesellt – Giersch als Feuerredner.
München/D: Ex-RFJ- und RFS-Funktionär vor Gericht
„Endstation Rechts“ (14.8.25) und Lina Dahm berichten von einem verstörenden Prozess in München. Demnach sind drei Mitglieder völkischer Burschenschaften vor Gericht gestanden, weil sie am 25. März 2023 in das Zimmer eines Münchner Wohnheims eingedrungen, eine Regenbogenflagge aus dem Fenster gerissen, Weingläser gestohlen und das Zimmer verwüstet hinterlassen haben. Weil Gebäude und Zimmer unversperrt waren, klagte die Staatsanwaltschaft die Beschuldigten, die von rechtsextremen Szeneanwälten vertreten wurden, nicht wegen Einbruchs, sondern nur wegen Hausfriedensbruchs, Sachbeschädigung und Diebstahls an.
Unter den Angeklagten befand sich M.S., früher Schriftführer des RFJ Salzburg, der eineinhalb Monate nach dem Vorfall in München als Spitzenkandidat des Salzburger RFS bei der ÖH-Wahl antrat (und scheiterte) und auch bei identitären Demonstrationen anzutreffen war. S. ist Mitglied der Salzburger Burschenschaft Gothia.
Die drei Angeklagten konnten den Gerichtssaal äußerst zufrieden verlassen: Gegen zwei, darunter S., wurden die Verfahren gegen je 300 Euro Zahlung an beliebige karitative Organisationen eingestellt.
Ein dritter Angeklagter wurde lediglich wegen Volksverhetzung bzw. verbotener Kennzeichen zu 120 Tagessätzen à 15 Euro verurteilt. Er und die Gruppe sollen im Englischen Garten die zuvor aus dem Wohnheim gestohlene Flagge zum Zertreten ausgelegt, „Heil Hitler“ gerufen, ein Großdeutsches Reich beschworen und antisemitische wie homofeindliche Parolen („Juden würden brennen“) geäußert haben. Ein weiterer Beschuldigter musste mangels Tatverdachts erst gar nicht erst vor Gericht, ein Täter kam mit einer Verwarnung, 200 Euro und 20 Arbeitsstunden als Wiedergutmachung davon.
Es verwundert angesichts dieser milden Urteile nicht, dass sich die geschädigte Wohnheimbewohnerin „enttäuscht und von der Justiz alleingelassen [fühlt]. Ihr war auch etwa zweieinhalb Jahre nach der Tat noch anzumerken, wie sehr sie das Geschehen mitgenommen hat.“ (endstation-rechts.de, 14.8.25)
Heute standen in München drei Männer aus dem burschenschaftlichen Milieu wegen schwerer Vorwürfe vor Gericht: Hitlergrüße, antisemitische und queerfeindliche Hassrede, Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung und Diebstahl.
Ein Thread
— Lina Dahm (@linadahm.bsky.social) 12. August 2025 um 13:32
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