Kurzes Rot für einen blauen Orangen? Die Liste der freiheitlichen Säufer

Aus­gerech­net der ehe­ma­lige Verkehrsmin­is­ter! Am 4.Mai war Hubert Gor­bach, Vizekan­zler und Verkehrsmin­is­ter unter Schwarzblau mit seinem PKW und 1,9 Promille unter­wegs und wurde von der Polizei in Vorarl­berg zum Alko-Test gebeten. Führerschein weg. Nor­maler­weise für min­destens 6 Monate bei mehr als 1,6 Promille, zusät­zlich zu ein­er safti­gen Geld­strafe. Johannes Rauch, Land­tagsab­ge­ord­neter der Grü­nen in Vorarl­berg, hat anderes gehört und stellt deshalb eine Anfrage. Gor­bach schweigt – er sei in „wichti­gen Besprechun­gen“ (Kuri­er).

Die Liste der blauorangen Alkoholfahrer wird immer länger:

Ein betrunk­en­er Rein­hart Gaugg hat sich 2005 neuer­lich der exak­ten Mes­sung seines Alko-Spiegels ent­zo­gen und ver­weigerte auch die Her­aus­gabe des Zünd­schlüs­sels. Gaug­gs Kom­men­tar: „Ich bin ohne­hin schon eine lebende Leiche.“

Jörg Haider brachte es bei sein­er Todes­fahrt im Okto­ber 2008 auf 1,8 Promille. Weit­ge­hend vergessen blieb in den Nach­be­tra­ch­tun­gen, dass Haider schon im Jahr 1993 einen schw­eren Auto-Unfall auf der Loiblpass-Bun­desstraße hat­te. Er prallte mit seinem BMW gegen einen Tele­fon­mast, blieb aber unver­let­zt: „Der schwere Wagen hat sich bewährt“, erk­lärte er danach. Ein Alko-Test unterblieb damals. Dafür habe keine Notwendigkeit bestanden, erk­lärte die Polizei.

Uwe Scheuch wurde 2008 mit 0,65 erwis­cht und meinte dazu nur knapp: „Das kann jedem passieren.“

„Das kann jedem passieren“, erk­lärte 1996 auch der FPÖ-Funk­tionär und Wahlkreisleit­er der FPÖ Bezirk Mödling, Hans A., als er betrunk­en mit seinem Auto, einem Parteifahrzeug, den Bah­n­damm der Kaltenleut­geben­er Bahn ger­ammt hat­te. Seinen Führerschein hat­te er da ger­ade acht Monate wieder in der Hand. Er war näm­lich schon im Novem­ber 1995 betrunk­en am Steuer gesessen. Seine Alko-Werte hat die „NÖN“ (12.11.1996) lei­der nicht wiedergegeben.

1996 bleibt in Linz ein FPÖ-Mann Verkehrsstad­trat, der ger­ade einen Alko-Test ver­weigert hat: Auch bei ihm gab es einen Führerscheinentzug . Franz Ober­mayr, jet­zt Europa-Abge­ord­neter der FPÖ, wird von seinem Amtsvorgänger Horst Six (eben­falls FPÖ) zum Rück­tritt aufge­fordert. Demon­tiert wird in der Folge Six, denn der Lan­des­ob­mann der FPÖ, Hans Achatz, will über Ober­mayr wis­sen: „Er war nicht betrunk­en, nach meinen Infor­ma­tio­nen.“ Das Verge­hen sei nicht gravierend, so Achatz.

Der Obmann der Graz­er Bürg­er­wehr, FPÖ-Gemein­der­at Helge Endres, wird am 6. Juni 2002 betrunk­en am Steuer erwis­cht, nach­dem er einen Unfall ver­schuldet hat­te, bei dem ein Ehep­aar leicht ver­let­zt wurde. Er ver­weigert den Alkotest, der Führerschein wird ihm abgenom­men. Endres: „Ich war ein Trottel.”

2002 war über­haupt ein schlecht­es Jahr für die FPÖ und ihre blauen Aut­o­fahrer: In Kärn­ten wird im Herb­st ein frei­heitlich­er Per­son­alvertreter der AUF und Kripo-Beamter blau im Dienst­wa­gen angetrof­fen: 1,2 Promille.

Schon zuvor, im Juni 2002, war Rein­hart Gaugg, Ex-Nation­al­ratsab­ge­ord­neter und frischge­back­en­er stel­lvertre­tender Gen­eraldirek­tor der Pen­sionsver­sicherungsanstalt, in Schlangen­lin­ien unter­wegs. Alkotest ver­weigert, Führerschein weg, Job als Gen­eraldirek­tor auch. Die FPÖ zahlt ihm dafür eine Weile monatlich 10.000 Euro!

Erst im Juli 2011 segelte der blaue Klubob­mann im Linz­er Gemein­der­at, Sebas­t­ian Ort­ner, blau am Fahrrad durch die Stadt Linz: 1,2 Promille!

„Öster­re­ich“ (7.11.2011) weiß auch noch, dass Ger­not Rumpold, der vor seinen gold­e­nen Zeit­en als Berater Bun­des­geschäfts­führer der FPÖ war, seinen Führerschein abgeben musste, weil er im Jahr 1990 schw­er alko­holisiert am Steuer angetrof­fen wurde.

Kon­se­quenter­weise haben FPÖ und BZÖ immer gegen die Senkung der Promille-Gren­zen und die Erhöhung der Strafen für Ras­er und Alkolenker ges­timmt. Auch Gor­bach hat­te schon früh eine weise Vorah­nung. Als die Gen­darmerie in Vorarl­berg 1998 die Ergeb­nisse der Absenkung der Promille-Gren­ze auf 0,5 Promille bew­ertete, wet­terte der dama­lige Vorarl­berg­er FPÖ-Chef gegen die neue Promille-Gren­ze und meinte: „Schluss mit Über­re­gle­men­tierun­gen, die nichts brin­gen.” (SN, 25.5.1998)