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„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

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Lesezeit: 8 Minuten

Mélange KW 28–33/25 (Teil 5): Blick über die Grenzen und wieder retour – vom MechaHitler über die Edelweiss-Nazis zur Kampagne gegen Brosius-Gersdorf

Die KI „Grok“ war sei­nem Eigen­tü­mer Musk zu „woke“ und wur­de durch Ein­grif­fe zur Nazi-Schleu­der umfunk­tio­niert. Eine in Wehr­machts­uni­for­men geklei­de­te Wan­der­grup­pe erreg­te in der Schweiz Auf­merk­sam­keit, deren Selbst­be­haup­tung, „apo­li­tisch“ zu sein, kann Stoppt die Rech­ten wider­le­gen. Öster­rei­chi­sche rechts­extre­me Medi­en spiel­ten bei der Kam­pa­gne gegen die Rich­ter­kan­di­da­tin Bro­si­us-Gers­dorf flei­ßig mit.

24. Aug. 2025
Rückblick
Rückblick

Inhalt

Togg­le
  • USA: Hit­ler­gruß-Elon & sein MechaHitler-Grok
  • CH: Inter­na­tio­na­le Nazi-Wan­der­grup­pe und (gar nicht so) neue Neonazi-Partei
  • D: GfP-Tagung mit Andre­as Thier­ry und Mar­tin Rutter
  • D: Horst Mahler mit 89 nach Walhall
  • D: Orches­trier­te Demon­ta­ge: Wie recht(sextrem)e Medi­en Frau­ke Bro­si­us-Gers­dorf zu Fall brach­ten und wel­che öster­rei­chi­schen Medi­en dar­an betei­ligt waren
  • D: Das bes­te Sommerinterview …

USA: Hitlergruß-Elon & sein MechaHitler-Grok

Elon Musks KI-Chat­bot Grok ist Anfang Juli aus dem Ruder gelau­fen: Nach einem Update, das „Woke-Fil­ter“ abschwäch­te, pos­te­te Grok auf X offen anti­se­mi­ti­sche und faschis­ti­sche Inhal­te, nann­te sich „Mecha­Hit­ler“, recht­fer­tig­te Nazi-Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger und ver­brei­te­te rechts­extre­me Ver­schwö­rungs­er­zäh­lun­gen. xAI muss­te als Reak­ti­on die Text­aus­ga­be zeit­wei­se abschalten.

Was dar­auf­hin geschah, ist ein Phä­no­men, das KI-For­scher seit Jah­ren ken­nen: Nut­ze­rin­nen und Nut­zer ver­su­chen gezielt, eine ent­hemm­te KI zu immer extre­me­ren Aus­sa­gen zu trei­ben. Und Grok mach­te bereit­wil­lig mit. Der Chat­bot reagier­te auf pro­vo­kan­te Fra­gen mit radi­ka­len Ant­wor­ten, die an faschis­ti­sche Rhe­to­rik erin­ner­ten oder sie direkt über­nah­men. (mimikama.org, 9.7.25)

Die Epi­so­de passt in ein Mus­ter: Schon zuvor fiel Grok mit hoch­pro­ble­ma­ti­schen Ant­wor­ten (etwa zum Mythos eines „Geno­zids an Wei­ßen“ in Süd­afri­ka) auf. Aus­lö­ser der jüngs­ten Eska­la­ti­on waren laut Berich­ten inter­ne Leit­li­ni­en, die „poli­tisch unkor­rek­te“ Aus­sa­gen aus­drück­lich zulie­ßen – flan­kiert von Musks öffent­li­cher Kri­tik an „zu woken“ KIs.

Eine Kon­se­quenz folg­te nun sogar in den USA: Die „Gene­ral Ser­vices Admi­nis­tra­ti­on“ strich Grok aus einem geplan­ten Bun­des­rah­men­ver­trag. Die Ent­schei­dung folg­te unmit­tel­bar auf Groks anti­se­mi­ti­sche Posts, inter­ne E‑Mails wür­den den Kurs­wech­sel belegen.

CH: Internationale Nazi-Wandergruppe und (gar nicht so) neue Neonazi-Partei

Am Wochen­en­de um den 20./21. Juli ist eine Grup­pe von rund 25 Män­nern in Wehr­machts­uni­for­men – teils mit Haken­kreu­zen und ande­ren NS-Insi­gni­en – durch das Wild­horn­mas­siv im Ber­ner Ober­land mar­schie­rend gesich­tet wor­den. Die her­bei­ge­ru­fe­ne Poli­zei kon­trol­lier­te die Män­ner, nahm Per­so­na­li­en auf und wies sie an, die NS-Sym­bo­le zu ver­de­cken. Straf­recht­li­che Fol­gen hat­te der Auf­tritt aller­dings nicht, weil das Tra­gen sol­cher Sym­bo­le in der Schweiz der­zeit noch nicht ver­bo­ten ist. Laut Poli­zei reis­ten die Teil­neh­mer aus meh­re­ren euro­päi­schen Län­dern an. Anfra­gen, ob auch Öster­rei­cher bei der brau­nen Trup­pe dabei waren, wur­den mit dem lächer­li­chen Ver­weis auf den Per­sön­lich­keits­schutz, nicht beant­wor­tet.

Recher­chen ord­ne­ten die Grup­pe einem losen Zusam­men­schluss namens „Pro­ject Edel­weiss“ zu. Die­ser insze­niert nach eige­ner Dar­stel­lung his­to­ri­sche „Ree­nact­ments“ und bezeich­net sich als „apo­li­tisch“. Gleich­zei­tig legen die Orga­ni­sa­to­ren detail­lier­te Uni­form­re­geln nach Vor­bild der Gebirgs­jä­ger fest – inklu­si­ve der Dar­stel­lung von NS-Sym­bo­len. Wie Stoppt die Rech­ten fest­stel­len konn­te, ist die Web­site des Nazi-Pro­jekts mitt­ler­wei­le vom Netz genom­men wor­den. Dort war frü­her noch zu lesen: „The Pro­ject Edel­weiss initia­ti­ve has been pro­mo­ting a qua­li­ty ree­nact­ment approach to pay — with respect — a tri­bu­te to all Gebirgs­jä­gers.“ Einer ver­bre­che­ri­schen Nazi-Ein­heit zu hul­di­gen (ihr „Tri­but zu zol­len“), kann wohl kaum als „apo­li­tisch“ bezeich­net werden!

"Projekt Edelweiss" mit Selbstbeschreibung (Screenshot Website)
„Pro­jekt Edel­weiss” mit Selbst­be­schrei­bung (Screen­shot Website)

Neue Neo­na­zi-Par­tei

Schwei­zer Medi­en (z.B. „wat­son“, 28.6.25) berich­ten indes­sen von einer „neu­en” Neo­na­zi-Par­tei. Die „Natio­nal­par­tei“ habe sich bereits vor län­ge­rer Zeit weit­ge­hend im Ver­bor­ge­nen gegrün­det. Die For­ma­ti­on ver­steht sich als fak­ti­sche Nach­fol­ge­rin der 2022 auf­ge­lös­ten PNOS und setzt bewusst auf Anony­mi­tät – auch in der Hoff­nung, sich als Par­tei dem Zugriff von Nach­rich­ten­dienst und Poli­zei teil­wei­se zu entziehen.

Als trei­ben­de Figur gilt Otto Röl­li, frü­her PNOS, mit Ver­bin­dun­gen zum Neo­na­zi-Netz­werk Blood & Honour. Auf dem Grün­dungs­fo­to erscheint zudem Hans­jörg F. aus dem Ham­mers­kins-Umfeld. Die Par­tei tritt öffent­lich kaum auf, betreibt aber eine Website.

Offi­zi­ell insze­niert sich die Par­tei als „natio­na­le Oppo­si­ti­ons­kraft“. In ihren Tex­ten fin­den sich klas­si­sche völ­kisch-iden­ti­tä­re Codes, die NS-Ideo­lo­gie „ver­packt“ wie­der­ge­ben. Das Logo, rote Flam­me mit Schwei­zer­kreuz, knüpft an jenes des neo­fa­schis­ti­schen MSI in Ita­li­en und des fran­zö­si­schen „Front Natio­nal“ an. Die Nazi-Par­tei zielt vor allem auf die älte­re, tra­di­tio­nell neo­na­zis­ti­sche Sze­ne rechts der SVP, die nach der PNOS-Auf­lö­sung hei­mat­los wur­de, wäh­rend Grup­pen wie die „Jun­ge Tat“ jün­ge­re Milieus adres­sie­ren. Sicht­ba­re Struk­tur, Res­sour­cen und Reich­wei­te wir­ken der­zeit gering – die Risi­ken lie­gen in Ver­net­zun­gen und in der Nor­ma­li­sie­rung völ­ki­scher Nar­ra­ti­ve unter par­tei­li­chem Deckmantel.

D: GfP-Tagung mit Andreas Thierry und Martin Rutter

Stoppt die Rech­ten hat bereits im Dezem­ber 2024 auf­ge­deckt, dass der jahr­zehn­te­lang in der neo­na­zis­ti­schen Sze­ne ver­an­ker­te, aus Kärn­ten stam­men­de Andre­as Thier­ry unter dem Pseud­onym „Kon­rad Rei­sin­ger“ beim „Eck­art“ ver­deckt als „Schrift­lei­ter“ agiert hat und auch für AUF1 tätig war oder noch ist. Das DÖW schreibt in sei­ner Rubrik „Neu­es von ganz rechts“ (7.25) unter dem Titel „Abwick­lung eines Pseud­onyms“, dass Thier­ry gleich mit sei­nen zwei Namen für die nächs­te Jah­res­ta­gung der „Gesell­schaft für freie Publi­zis­tik“ (GfP) als Red­ner ange­kün­digt wur­de: auf der Web­site noch als „Kon­rad Rei­sin­ger“, im gedruck­ten Ver­an­stal­tungs­fol­der jedoch mit sei­nem rea­len Namen. Wohl um die­se Pein­lich­keit nicht zu per­p­etu­ie­ren, wur­de mitt­ler­wei­le „Rei­sin­ger“ durch „Thier­ry“ auch auf der Web­site ersetzt.

Eben­falls wird laut DÖW der Kärnt­ner Ver­schwö­rungs­meis­ter Mar­tin Rut­ter beim dies­jäh­ri­gen GfP-Event auf­tre­ten. Aus Deutsch­land wer­den laut Ankün­di­gung u.a. der Sze­ne­an­walt Andre­as Wöl­fel und der Com­pact-Betrei­ber Jür­gen Elsäs­ser über das Tagungs­the­ma „Medi­en­ter­ror oder Mei­nungs­frei­heit“ referieren.

Die Tagung der geschichts­re­vi­sio­nis­ti­schen, von ehe­ma­li­gen SS-Offi­zie­ren und NSDAP-Funk­tio­nä­ren gegrün­de­ten GfP soll vom 26. bis 28. Sep­tem­ber „im Raum Thü­rin­gen“ von­stat­ten­ge­hen. Sei 2010 fun­giert der aus Deutsch­land stam­men­de, in Graz leben­de Bur­schen­schaf­ter Mar­tin Pfeif­fer als deren Vor­sit­zen­der. Pfeif­fer dürf­te davor aller­dings von ande­ren Sor­gen geplagt sein: Er wird ab 15. Sep­tem­ber in Graz wegen des Ver­dachts auf Wie­der­be­tä­ti­gung vor Gericht ste­hen und kann even­tu­ell gleich aus per­sön­li­cher Betrof­fen­heit vom angeb­li­chen „Mei­nungs­ter­ror“ in Öster­reich berichten.

D: Horst Mahler mit 89 nach Walhall

Horst Mahler, einst Mit­grün­der der RAF und spä­ter einer der bekann­tes­ten Holo­caust­leug­ner Deutsch­lands, ist am 27. Juli 2025 im Alter von 89 Jah­ren. Sein poli­ti­scher Weg führ­te vom RAF-Ter­ro­ris­mus der 1970er-Jah­re in den 1990ern in die Neo­na­zi-Sze­ne: Mahler trat der NPD bei, agi­tier­te anti­se­mi­tisch, leug­ne­te den Holo­caust und wur­de dafür mehr­fach ver­ur­teilt. Sei­ne „intel­lek­tu­el­le“ Selbst­in­sze­nie­rung – vom SDS-Anwalt zum völ­ki­schen Het­zer – mach­te ihn zu einer Sym­bol­fi­gur der extre­men Rech­ten, die ihn als „Rene­ga­ten“ hofierte.

Auch in Öster­reich hat­te Mahler Auftritte.

Der FAV Wien, Bur­gen­land und Nie­der­ös­ter­reich lud bereits im Herbst 1999 den deut­schen Neo­na­zi Horst Mahler zu einem Vor­trag nach Wien. Dabei ver­hehl­te die­ser nicht sei­ne bis heu­te andau­ern­de Bewun­de­rung für Hit­ler: Die­ser habe „die natio­nal­re­vo­lu­tio­nä­ren und sozi­al­re­vo­lu­tio­nä­ren Kräf­te die­ses Vol­kes auf­ge­grif­fen und gebün­delt“. Mahler ver­such­te in Wien auch, die anti­se­mi­ti­sche Ver­fol­gung zu legi­ti­mie­ren: „Den Juden wur­de der Hass auf ande­re Völ­ker auf­er­legt. Die ande­ren Völ­ker haben die­sen Hass nur erwi­dert.“ Drei Jah­re spä­ter attes­tier­te Ewald Stad­ler beim Toten­ge­den­ken des Wie­ner Kor­po­ra­ti­ons­rin­ges (WKR) am 8. Mai Mahler einen „ent­ta­bui­sier­ten Umgang mit unse­rer Geschich­te“, wofür der deut­sche Neo­na­zi „ent­spre­chend ver­folgt“ wer­de. Kurz dar­auf mein­te auch Wal­ter Asperl (Olym­pia), dass Mahler „mit sei­nen Wer­ten“ dem frei­heit­li­chen Milieu „sehr nahe“ ste­he. (Andre­as Peham, „Durch Rein­heit zur Ein­heit“; S. 61; doew.at)

Doku­men­tiert ist auch sein Refe­rat bei der „Poli­ti­schen Aka­de­mie“ der AFP (Aktionsgemeinschaft/Arbeitsgemeinschaft für Poli­tik), einem ab den 1960ern bestehen­den Ver­net­zungs­for­mat der extre­men Rech­ten. 2005 trat Mahler dort mit dem Vor­trags­ti­tel „Das Deut­sche Reich als Euro­päi­sche Auf­ga­be“ auf – die Aka­de­mie fand in jenem Jahr im ober­ös­ter­rei­chi­schen Offen­hau­sen statt.

Medi­al bekam Mahler in Öster­reich durch Andre­as Möl­zers „Zur Zeit“ eine Platt­form. Dort durf­te er 1999 sei­ne völ­kisch-anti­de­mo­kra­ti­schen Posi­tio­nen aus­brei­ten.

Gott­fried Küs­sels „coro­na-quer­front“ ver­merk­te zu Mahlers Tod: „Wir haben soeben die Nach­richt vom Tod unse­res lang­jäh­ri­gen Mit­strei­ters Horst Mahler erhal­ten. Ein bedeu­ten­der Phi­lo­soph, Jurist und kon­tro­ver­ser Den­ker ist von uns gegan­gen, des­sen Wir­ken die deut­sche Geschich­te geprägt hat.“

corona-querfront zum Tod von Horst Mahler (Screenshot TG 27.7.25)
coro­na-quer­front zum Tod von Horst Mahler (Screen­shot TG 27.7.25)

D: Orchestrierte Demontage: Wie recht(sextrem)e Medien Frauke Brosius-Gersdorf zu Fall brachten und welche österreichischen Medien daran beteiligt waren

Es war in Deutsch­land wochen­lang das The­ma Num­mer 1: Die von der SPD nomi­nier­te Kan­di­da­tin für das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Frau­ke Bro­si­us-Gers­dorf, wur­de im Juli Ziel einer koor­di­nier­ten Kam­pa­gne aus dem recht(sextrem)en Medi­en-Öko­sys­tem. Kurz vor der geplan­ten Wahl im Bun­des­tag am 11. Juli 2025 kipp­te die Uni­on ihre Zustim­mung, und die Wahl wur­de von der Tages­ord­nung genom­men. Am 7. August zog Bro­si­us-Gers­dorf ihre Kan­di­da­tur schließ­lich zurück.

Die Ber­li­ner Denk­fa­brik „Polis­phe­re“ hat mehr als 40.000 X‑Posts und die media­le Begleit­mu­sik aus­ge­wer­tet. Dem­nach star­te­ten die Angrif­fe am 1. Juli bei Apol­lo News“ (sofort von Juli­an Rei­chelt ver­stärkt), am 2. Juli folg­ten NIUS, Tichys Ein­blick und Jun­ge Frei­heit, am 3. Juli AUF1 und am 4. Juli Com­pact. In den letz­ten Tagen vor der geplan­ten Wahl grif­fen zuneh­mend auch eta­blier­te Medi­en, allen vor­an die „Welt“ (Sprin­ger), die Vor­wür­fe auf und befeu­er­ten sie.

Am Abend vor der geplan­ten Wahl „streu­te“ der selbst­er­nann­te Pla­gi­ats­jä­ger Ste­fan Weber sei­ne Hin­wei­se zu angeb­li­chen Unre­gel­mä­ßig­kei­ten in Bro­si­us-Gers­dorfs Dis­ser­ta­ti­on gezielt in die Medi­en – exakt in der hei­ßen Pha­se, die schließ­lich zur Abset­zung der Wahl führ­te. „Polis­phe­re“ ord­net die Pla­gi­ats-/Ghost­wri­ting-Schie­ne als letz­ten, mas­sen­haft aus­ge­spiel­ten Frame ein, der in den fina­len 24 Stun­den zusätz­lich zur Mobi­li­sie­rung dien­te. Webers Vor­stö­ße gaben die­sem Frame den Anstrich „exter­ner Exper­ti­se“. Weber war also nicht der Aus­gangs­punkt der Kam­pa­gne, aber ihr ent­schei­den­der Kata­ly­sa­tor am Schluss.

Inhalt­lich kreis­te die Kam­pa­gne um sechs Erzähl­rah­men, die Bro­si­us-Gers­dorf als „extrem“ mar­kie­ren soll­ten: Abtrei­bung, Impf­pflicht, AfD-Ver­bot, Gen­dern, Kopf­tuch und Pla­gi­ats­vor­wür­fe. „Polis­phe­re“ zeigt, dass der Fokus zunächst auf dem AfD-Ver­bots-Nar­ra­tiv lag, bevor Abtrei­bung als stär­ker mobi­li­sie­ren­der Trig­ger hoch­ge­zo­gen wur­de. Beson­ders aktiv war NIUS mit über 20 Arti­keln bin­nen zehn Tagen. Hin­zu kamen KI-„News“ auf Tik­Tok, bezahl­te Ver­brei­tung von Inhal­ten, eine Citi­zen­Go-Peti­ti­on und Falsch­vor­schlä­ge in Such­funk­tio­nen („Abtrei­bung bis 9 Monat“).

Neben „AUF1” (das sich mul­ti­pel in die Kam­pa­gne ein­schal­te­te), war auch „Report24” bereits am 3. Juli mit am Start der Hetz­jagd und setz­te mit wei­te­ren Bei­trä­gen nach. Eben­falls rela­tiv früh war „Zur Zeit“ dran (4. Juli), es folg­ten de fac­to mit „Unser Mit­tel­eu­ro­pa“, das „Frei­lich-Maga­zin”, FPÖ-TV, „unzen­su­riert”, „exx­press” und „Unter­ber­gers Tage­buch” fast alle öster­rei­chi­schen Des­in­for­ma­ti­ons­sprea­der aus der rechts­extre­men Ecke.

Zur Erin­ne­rung: Der damals gera­de erst gegrün­de­te „Report24” und der Ende 2022 ein­ge­stell­te „Wochen­blick” waren in Tat­ein­heit mit Ste­fan Weber bereits 2021 wäh­rend des deut­schen Bun­des­tags­wahl­kampfs mas­siv an einer Kam­pa­gne gegen Anna­le­na Baer­bock betei­ligt.

Sie­he auch ➡️ kobuk.at (18.7.25): Media­le Kam­pa­gne gegen Juris­tin: Wie aus Dif­fa­mie­rung eine Debat­te wird

D: Das beste Sommerinterview …

…, das die ARD je mit Faschis­ten geführt hat.

Ali­ce Wei­del ist aus­nahms­wei­se vor­be­halt­los zuzu­stim­men: „Es ist extrem lustig!”

 

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