Hetzseite auf Facebook ist offline

Einige Tage, nachdem „Heimat ohne Hass“ offengelegt hat, was sich auf der Facebook-Hetz-Seite „Ja!! Zu: Österreich ohne Minarette“ so abgespielt hat und Uwe Sailer, der Kriminalpolizist aus Linz, wieder einmal eine jener Anzeigen gegen die Betreiber der Seite erstattet hat, für die eigentlich der Verfassungsschutz zuständig wäre, berichtet der „Kurier“, dass die Hetzseite offline ist. Ein schöner Erfolg, aber noch lange nicht das Ende der Geschichte!


„Keine rassistischen Postings“ …

Auf seiner persönlichen FB-Seite hinkt Robert Faller, der Chefadministrator der FB-Seite „Österreich ohne Minarette“ den Geschehnissen etwas hinterher: „Finden Deinen Prinzen / Deine Prinzessin!“, lautet der letzte Eintrag vom 1. November 2014 – korrekt gegendert. Über seine politischen Aktivitäten auf der Anti-Minarett-Seite verliert er da kein Wort. Obwohl: eine Verbindung gibt es schon zwischen seiner persönlichen bzw. geschäftlichen Seite und der Hass-Seite (dazu ein andermal!). Nicht nur, weil der Geschäftsführer einer Diskothek im Innviertel, der gerne Froschkönig spielt, so nebenbei auch der Chefadministrator der Hetzseite „Ja!! Zu: Österreich ohne Minarette“ war.


… das übernimmt die Seite selbst

In dieser bisher nicht so bekannten Eigenschaft als Chefadministrator der Hetzseite verkündete er laut „Kurier“ die Einstellung der Facebook-Seite, die zuletzt mehr als 16.000 Personen „gefallen“ hat. Die Begründung für die Einstellung ist etwas wirr, aber das passt ganz gut zu Faller:

„Leider wurde die Seite immer wieder von Usern missbraucht, um ihren Hass und ihre Hetze gegen Andersdenkende heraus zu lassen. Durch Falschmeldungen, wir würden bewusst Mordaufrufe stehen lassen, wurde das erträgliche Maß überschritten“.

Den ersten Satz kann man ja zunächst einmal so stehenlassen, aber der zweite Satz? Da fürchtet sich einer vermutlich vor den Ermittlungen, denn natürlich ist es nachweisbar, dass auf der Hetzseite Neonazi-Sprüche und Hetze über Monate nicht gelöscht wurde.

Und klarer als in der Anweisung oder dem Ratschlag an seine Hilfsmoderatoren, Hetzpostings nur dann zu löschen, wenn sie gegen eine Volks- bzw. Glaubensgruppe, nicht aber, wenn die Hetze bzw. der Mordaufruf gegen einzelne Personen gerichtet sind, geht’s ja nicht mehr!


„Wenn er schreibt ‚tötet ihn‘ – dann nicht löschen (Robert Faller)

Kommen wir zum ersten Satz der Fallerschen Erklärung: Da will sich einer in aller Unschuld als einer präsentieren, der nichts dafür kann, dass seine Seite von Usern „leider ….immer wieder“ missbraucht wurde, um die allerprimitivsten Hetzsprüche, Mordaufrufe und NS-Parolen von sich zu geben. Nur zu blöd, dass der unschuldige Administrator vor zwei Jahren 20 Monate bedingter Haft wegen NS-Wiederbetätigung ausgefasst hat! Ob es da jetzt ausreichend ist, dass Faller am 14. April 2014 über eine Presseaussendung erklärte:

“Vor vielen Monaten habe ich begonnen, mich langsam aber sehr deutlich zu distanzieren. HEUTE denke ich selbst und habe mich von allen alten Ideologien entfernt!“


Beispiele der Hetze auf der Seite „Ja!! Zu: Österreich ohne Minarette“

Seine Hetzseite hat Faller nicht am 14. April eingestellt, auch nicht, nachdem der Poster Michael F. aus dem Burgenland wegen Hetze auf der Anti-Minarett-Seite zu 5 Monaten bedingt verurteilt wurde. Erst jetzt, nach der Anzeige durch Uwe Sailer, bequemte sich Faller zu seiner weinerlichen und selbstbemitleidenden Erklärung bzw. zur Einstellung der Seite. Seit 2009 wurde auf der Seite gegen Ausländer, Türken, Roma, Muslime, AsylwerberInnen gehetzt, was das Zeug hielt.


Beispiele der Hetze auf der Seite „Ja!! Zu: Österreich ohne Minarette“

Jetzt ist vorläufig einmal Schluss mit dieser Hetzseite. Eine Nachfolgeseite, seit 6.11. auf Facebook online, tut sich noch schwer: zwei Likes und kein einziger Eintrag.

In den nächsten Wochen wird die Aufarbeitung der Seite „Ja!! Zu: Österreich ohne Minarette“ jedenfalls weitergehen. Da gibt es noch einiges zu erzählen: z.B. über die Beziehungen zwischen der Seite und ihrem Betreiber und FPÖ-Funktionären!