Rechtsextremer durch Rechtsextreme ausgeladen

Das kön­nte für bös­es Blut im recht­sex­tremen Sumpf sor­gen: die Münch­n­er Burschen­schaft Danu­bia, deren Aktiv­i­tas der bay­erische Ver­fas­sungss­chutz als recht­sex­treme Organ­i­sa­tion ein­schätzt, lädt Mar­tin Pfeif­fer, den Chefredak­teur des Burschi-Blattes „Die Aula“, als Ref­er­enten wieder aus, berichtet die „Süd­deutsche Zeitung“! Die Begrün­dung für die Aus­ladung ist ziem­lich selt­sam, aber vielle­icht klären das die Burschis über eine Säbel­par­tie (Con­tra­hage)?

Mar­tin Pfeif­fer ist nicht nur ‚Schriftleit­er‘ der „Aula“. Als solch­er war er zum „Herrschafts­freien Dia­log“ des Alther­ren­ver­ban­des der Münch­n­er Burschen­schaft Danu­bia ein­ge­laden, um dort zum The­ma „Pro Patria – Die Aula: Frei­heitliche Pub­lizis­tik in Zeit­en des Kampfes gegen Rechts“ zu referieren. Ver­mut­lich mäßig span­nend wäre die Antwort auf die Frage gewe­sen, was Pfeif­fer als das Vater­land der „Aula“ definiert hätte – wir haben da so eine Ver­mu­tung! Übri­gens: Mar­tin Graf durfte 2009 bei den Danuben als Ref­er­ent antreten.

Pfeif­fer ist auch FPÖ- Mit­glied (laut Ein­ladung der „Danu­bia“) , Schreiber für „Zur Zeit“, besucht gerne NPD-Ver­anstal­tun­gen und seit 2010 Vor­sitzen­der der Gesellschaft für freie Pub­lizis­tik (GfP), ein­er ein­flussre­ichen recht­sex­tremen Ide­olo­gie- Organ­i­sa­tion. Welch­er Geist dort herrscht, kann müh­e­los an den Preisträgern oder auch Ref­er­enten der GfP im Wiki-Ein­trag nachvol­l­zo­gen wer­den: 2007 erhielt etwa der im Vor­jahr ver­stor­bene SS-Mörder Erich Priebke den „Ulrich von Hutten“-Preis der GfP, Otto Scrinzi war 2011 dran und Andreas Mölz­er durfte immer­hin schon referieren bei der GfP.

Als die „Süd­deutsche Zeitung“ jet­zt bei der Danu­bia wegen des Ref­er­enten Pfeif­fer nach­fragte, erk­lärte deren Sprech­er Max­i­m­il­ian Rein­gru­ber, dass die Funk­tion Pfeif­fers bei der GfP den Danuben „nicht bewusst“ gewe­sen sei: es han­dle sich um ein „bedauer­lich­es Verse­hen“, Pfeif­fer werde aus­ge­laden und die Ver­anstal­tung abgesagt.

Diese Argu­men­ta­tion ist ziem­lich pikant: zum einen, weil Pfeif­fer wegen sein­er Funk­tion bei der GfP aus­ge­laden wird und nicht wegen sein­er Tätigkeit bei der „Aula“ oder sein­er NPD-Kon­tak­te. Die „Aula“ kann sich, was Recht­sex­trem­is­mus bet­rifft, lock­er mit der GfP messen! Dass die Alten Her­ren von der Danu­bia nichts von der Funk­tion Pfeif­fers bei der GfP bzw. von sein­er Gesin­nung wussten, ist auch für die „Süd­deutsche“ ziem­lich unwahrschein­lich:

„Dass die Alten Her­ren von Pfeif­fers Funk­tion bei der GfP und sein­er Gesin­nung nichts geah­nt haben, ist äußerst unwahrschein­lich. Zu ein­schlägig ist sein Wirken bei der Aula, eine ein­fache Inter­ne­trecherche liefert weit­ere Hin­weise. Deut­lich wahrschein­lich­er ist, dass sie die Brisanz der Ein­ladung unter­schätzt haben — und nun mit der kurzfristi­gen Aus­ladung Pfeif­fers ver­suchen, die Not­bremse zu ziehen.“

Zum anderen hat es auch einen gewis­sen Reiz, dass aus­gerech­net Max­i­m­il­ian Rein­gru­ber den Platzver­weis für Mar­tin Pfeif­fer erteilt hat. Rein­gru­ber, der sich über die pen­nale Burschen­schaft Ger­ma­nia Salzburg zu den Danuben in München hochgear­beit­et hat, ist auch Öster­re­ich­er – so wie der sehr alte Herr der Danuben, Fred Duswald.

Und die wollen einan­der nicht ken­nen in ihren Funk­tio­nen? Eine kleine Inter­net-Recherche, wie sie die „Süd­deutsche“ emp­fiehlt, kann da wirk­lich hil­fre­ich sein. Da find­et man auf dem Face­book-Kon­to der „Jun­gen Frei­heit“ etwa einen Ein­trag von „Mona­co“ Rein­gru­ber , Burschen­schafter aus München, unmit­tel­bar neben dem der GfP: allfäl­lige Ähn­lichkeit­en mit leben­den oder gestor­be­nen Per­so­n­en sind rein zufällig!

Süd­deutsche — Danu­bia zieht die Notbremse
burschen­schafter­pack­taus — Danu­bia lädt GfP-Chef Pfeif­fer zum Vor­trag ein (“größte recht­sex­tr. Kul­turvere­ini­gung in D” laut Verfassungsschutz)