Straches „Paintball“-Partner wieder zurück!

Der (Deutsch-Österreicher?) Andreas Thierry, der seine politische Karriere als Neonazi in den letzten zehn Jahren in Deutschland absolviert hat, ist wieder zurück auf heimatlichem Boden. Zuletzt wurde er in Oberösterreich gesichtet, wo er sich als Mitarbeiter in der Exclusiv-VerlagsGesmbH verdingt hat, die das Magazin “Wels im Bild“ herausbringt und Teil der „Moser Mediengroup Austria“ (MMGA) ist.

„Es gibt nichts, was wir nicht können“ ist das Motto von Helmut Moser, dem Chef der MMGA. Ähnliches könnte auch für Andreas Thierry gelten, der eine bewegte Vergangenheit als Neonazi in Österreich und Deutschland hinter sich hat.

Andreas Thierry (41) ist schon lange aktiv. Zunächst in der „Volkstreuen Jugendoffensive“, wo er auf Franz Radl traf, als Schreiber beim Neonazi-Blatt „Volk in Bewegung“ und als österreichischer Verbindungsmann zur in der BRD verbotenen „Nationalistischen Front“.


Heinrich Strache rechts vorne, Andreas Thierry hintere Reihe, Wzeiter von Links

Aus den späten 80er und frühen 90er Jahren rührt auch seine Bekanntschaft mit Heinrich Strache, dem Chef der FPÖ. Bei Wehrsportübungen, von Strache verniedlichend Paintball-Treffen genannt, traf sich die Creme de la Creme der damaligen Neonazi-Szene. Andreas Thierry, Jürgen Hatzenbichler, Markus U., Andreas R. – und eben auch Heinrich Strache.

Markus U. und Andreas R. machten nach einer Zwischenstation bei der Volkstreuen Außerparlamentarischen Opposition (VAPO) des Gottfried Küssel dann unter Schwarzblauorange Karriere: als Sektionschef im Verkehrsministerium (BMVIT) der eine, der andere zunächst auch im BMVIT, dann bei AustriaTech.

1989 wurden Heinrich Strache, Andreas Thierry und Wolfgang Nahrath, Chef der Wiking-Jugend bei der jährlich stattfindenden und polizeilich verbotenen neonazistischen Silvesterdemo an der „Zonengrenze“ (Hilders an der Rhon) festgenommen.

1995 wurde Thierry wegen eines gemeinsam mit Adolf Sch. 1992 produzierten Flugblattes zur Waffen –SS zu einer bedingten Haftstrafe wegen Widerbetätigung verurteilt (18 bzw. 15 Monate). Es war die Zeit der Briefbomben, in der die Exekutive etliche Neonazis hinter Gitter brachte oder zumindest anklagte (Küssel, Schimanek, Radl, Thierry usw.).

Nach der Verurteilung emigrierte Thierry in die BRD, wo er als Redner und Schreiber für diverse Neonazi-Vereine und –organe tätig war. 1999 wird ihm vom NPD-Vorstand das „Amt für weltanschaulicheSchulungen“ übertragen.

Seine Kontakte aus der deutschen „Emigration“ nach Österreich sind aber weiterhin intensiv : Thierry wird als Schüler der Nazi-Ikone Herbert Schweiger erwähnt, hält Kontakt zu den Kameraden vom Bund freier Jugend (BfJ) in Oberösterreich, ist auch des öfteren bei den Ulrichsberg-Feierlichkeiten, Referent bei der AfP-Akademie.

Thierry verfügt offensichtlich auch über Geld. 2004 ersteigert er einen leerstehenden Gasthof in Ellwangen, den er zu einem Schulungszentrum für Neonazis und später zum Zentrum des Verlagshauses Hohenberg macht , das unter anderem „Volk in Bewegung“ herausbringt.


Jugend-Echo, Zeitschrift des BfJ, Quelle: DÖW – Arbeitsgemeinschaft für demokratische Politik (AFP)

2006 setzt sich Thierry im „Jugend-Echo“, der Zeitschrift des BfJ, mit der „neuen“, der Strache-FPÖ auseinander und bezweifelt, ob die FPÖ wieder als Hoffnungsträger der Nazionalen firmieren könnte. Für ihn hängt die Einschätzung davon ab, ob Strache ein Bekenntnis zum deutschen Volk und zum Volkstumsbegriff abgeben würde. Eine Thematik, die sich seit dem jüngsten Parteitrag in Graz geklärt haben dürfte….

Im April 2009 wird Thierry in den Bundesvorstand der NPD gewählt. Ob diese Funktion des Österreichers Thierry nicht schon einen Tatbestand nach dem Verbotsgesetz begründet?

Im September 2010 verlässt Thierry den Bundesvorstand der NPD und tritt auch aus der Partei aus. Als Grund wird genannt, dass Thierry – als Vertreter eines klar nationalsozialistischen und antisemitischen Flügels – in der NPD, die gerade in Fusionsvorbereitungen mit der Deutschen Volksunion (DVU) war, keine Perspektive mehr gesehen habe.

2011 verlässt er auch Geschäftsführung und Redaktion von „Volk in Bewegung“. Auch der ihm zugeschriebene Blog nidinfo.wordpress.com, auf dem FPÖ-Interna wie der Brief des stellvertretenden Klubobmannes Fichtenbauer mit der Fax-Kennung Gudenus faksimiliert wiedergegeben wurde, ist verwaist.

Jetzt ist Thierry, mit einem zweiten Namen ausgestattet, in Oberösterreich gelandet und hat dort – Überraschung! – zwei Kameraden aus jüngsten Tagen, Stefan Magnet und Rene Hönig vom früheren BfJ als Mitarbeiter vorgefunden.

Ob Thierry schon Gelegenheit hatte, seine alte Bekanntschaft mit Strache aufzufrischen? Ab Oktober soll er in Wien beruflich tätig sein, da sollte sich schon ein Treffen mit Kramen in alten Fotos, Austausch von Erinnerungen und Fachsimpeln über den Deutschtumsbegriff ausgehen!

Siehe auch: derstandard.at – Ex-NPDler wirkte mit falschem Namen als Journalist