Rechte Splitter

SOS Österreich: Urlaub von der Hetze

Der schw­er rechte und ras­sis­tis­che Blog SOS – Öster­re­ich macht Urlaub von der Het­ze. Die Kampfhet­zer gehen auf „einen langersehn­ten Som­merurlaub“. In der recht­en Kom­man­dosprache wird das so verkün­det: “…ist es für das Team von SOS höch­ste Zeit einen langersehn­ten Som­merurlaub anzutreten!“ – Jawohl! Abtreten!

Selb­stkri­tisch, aber etwas hol­prig heißt es in der Urlaub­smeldung weit­er: „Um sich geistig von all den täglichen Magen­bit­ter-Mel­dun­gen wirk­lich zu erholen und entsprechend abzuschal­ten, erscheinen in den näch­sten Som­mer­wochen keine Artikel und der Kom­men­tar­bere­ich wird eben­falls geschlossen“ .

Der unbes­timmte Zeitraum für den Urlaub gibt Anlass zur Hoff­nung! Sor­gen macht uns nur die Frage: aus welchen trüben Quellen wer­den die Frei­heitlichen in den Urlaub­swochen von SOS ihre Mel­dun­gen, Post­ings und geteil­ten Kom­mentare speisen? Und was bedeutet es, wenn die diversen SOS-Kampf­poster wochen­lang nicht Gift und Galle ver­spritzen kön­nen? Selbstvergiftung?


„SOS — Öster­re­ich” im Urlaub? Ein Schelm wer bös­es dabei denkt
-

München: Neonazi-Hilfe bei Olympia-Massaker

Der Spiegel berichtet in sein­er jüng­sten Aus­gabe über neue Erken­nt­nisse zum Mas­sak­er, das palästi­nen­sis­che Ter­ror­is­ten bei den Olymp­is­chen Som­mer­spie­len im Sep­tem­ber 1972 an israelis­chen Sportlern anrichteten. Schon Wochen vor den Mor­den lagen den Behör­den Erken­nt­nisse vor, wonach sich ein deutsch­er Neon­azi kon­spir­a­tiv mit einem Mann ara­bis­chen Ausse­hens getrof­fen habe. Der Mann mit dem ara­bis­chen Ausse­hen war der Drahtzieher des Ter­ror-Atten­tats von München.

Erst Wochen nach dem Atten­tat wurde der Neon­azi, Willi Pohl, gemein­sam mit einem zweit­en, Wolf­gang Abramows­ki, festgenom­men. Die bei­den Neon­azis von der Nation­al­sozial­is­tis­chen Kampf­gruppe Großdeutsch­land waren schw­er bewaffnet mit Schnellfeuergewehren, Pis­tolen, Revolver und Handgranaten.

Trotz erdrück­ender Beweis­lage, die auf eine Ver­wick­lung in das Ter­ror-Atten­tat hin­deutete, wurde Pohl 1974 nur wegen uner­laubten Waf­fenbe­sitzes zu ein­er Haft­strafe von 2 Jahren und zwei Monat­en verurteilt .


Palästi­nen­sis­che Ter­ror­is­ten über­fall­en das Olympia-Dorf in München und töten elf israelis­che Sportler
-

Pub­lika­tive stellt nüchtern fest: “Festzuhal­ten bleibt zudem, dass Bay­ern unange­focht­en an der Spitze liegt, wenn es um recht­sex­tremen Ter­ror geht: Okto­ber­fes­tat­ten­tat mit 13 Toten, NSU-Ter­rorserie mit 5 Todes­opfern im Freis­taat, Anschläge von ehe­ma­li­gen Mit­gliedern der Wehrsport­gruppe Hoff­mann mit min­destens 3 Toten – und nun offen­bar auch noch der anti­semi­tis­che Anschlag bei Olympia 1972.“

Oberösterreich: Ja zur Aberkennung von Ehrenbürgerschaften

Der oberöster­re­ichis­che Land­tag hat jet­zt die Kon­se­quen­zen aus den Debat­ten um schlum­mernde Ehren­bürg­er­schaften für Hitler und andere Nazis gezo­gen, die im Vor­jahr auch oberöster­re­ichis­che Gemein­den wie Braunau/Inn beschäftigt hat­ten. Mit ein­er Nov­el­lierung des Ausze­ich­nungs­ge­set­zes wurde eine klare geset­zliche Regelung mit genauem Prozedere geschaf­fen, dass Ehren­bürg­er­schaften und andere Ausze­ich­nun­gen kün­ftig auch nach dem Tod aberkan­nt wer­den können.

Das ist deshalb erfreulich, weil im Vor­jahr noch unter aller­lei Aus­flücht­en die Ehren­bürg­er­schaften klein­gere­det wur­den. Rasch- wenn das Wort in diesem Zusam­men­hang über­haupt ange­bracht ist — haben damals der Brau­nauer Bürg­er­meis­ter und der Gemein­der­at reagiert, der die Ehren­bürg­er­schaft per Beschluss aberkan­nt hat.

Weniger erfreulich ist, dass die Errich­tung ein­er Anlauf­stelle für Betrof­fene von rechter Gewalt, Aussteiger und Ange­hörige wieder auf die lange Bank geschoben wurde. Ein Dringlichkeit­santrag, der von SPÖ und Grü­nen unter­stützt wurde, fand nicht die Mehrheit – ÖVP und FPÖ stimmten dage­gen. Der Antrag wurde in den Auss­chuss für innere Angele­gen­heit­en verschoben.

(Quelle: Öster­re­ich, 15.6.2012)


Ein Beispiel ein­er Teitungsmeldung zur Ehren­bürg­er­schaft Hitlers, hier Neu­leng­bach (NÖ)
-

Oberösterreich: Neue Klage gegen den „Braunen“ aus Wels

Lud­wig Reinthaler, der „Braune“ aus Wels, hat eine neue Klage am Hals. Im März 2012 war Reinthaler von der Kan­zlei Zanger wegen Ver­het­zung angezeigt wor­den, nach­dem er via Mail­verteil­er eine acht­seit­ige Het­zschrift der Reichs­be­we­gung in Umlauf gebracht hat­te.

Jet­zt wurde Reinthaler von Uwe Sail­er wegen Kred­itschädi­gung geklagt, weil er auf seinem Face­book-Kon­to behauptet, dass Sail­er Beweise ver­fälscht habe.

Ein guter Tipp an den „Braunen“: Reinthaler sollte sich bei Wern­er Königshofer über seine Prozess­chan­cen erkundigen!

(Quelle: Kuri­er OÖ, 19.6.2012)

Wien: Nichts gesehen, nichts geschehen?

Das Ver­fahren wegen des Ver­dachts der unter­lasse­nen Hil­feleis­tung gegen jene Polizis­ten, die bei der bru­tal­en Attacke gegen Albrecht Konec­ny, den früheren Klubob­mann der SPÖ im Bun­desrat, vor Ort waren, wurde eingestellt. Albrecht Konec­ny wurde am Rande des Burschen­schafter­balls 2012 von einem mut­maßlichen Neon­azi zusam­mengeschla­gen – vor den Augen der Polizei. Die war zwar dort, aber kein­er von den sechs Polizis­ten, die ein­ver­nom­men wur­den, hat­te etwas gese­hen. Auch bei der Suche nach dem eigentlichen Täter wur­den bis­lang offen­sichtlich keine Fortschritte erzielt, obwohl zumin­d­est „Eispick­el“ mehr gese­hen hat: „Der Konec­ny hat gspritzt wie die Sau“ und auch weiß, wer der Täter ist!

(Quelle: For­mat 24/2012 vom 15.6.2012)