Der „Braune“ und die „Reichsbewegung“

Lud­wig Reinthaler kann’s nicht lassen. Über die Mail-Adresse seines „Doku­men­ta­tion­szen­trums des Welser Wider­stands“ ver­sandte er am 7. Feb­ru­ar eine Mail an einen bre­it­en Verteil­erkreis. Der Mail war beige­fügt ein acht­seit­iger Het­z­text der „Reichs­be­we­gung“. Diese Mail und der Begleit­text haben ihm jet­zt eine Anzeige wegen des Ver­dachts der Ver­het­zung durch die Anwalt­skan­zlei Dr. Zanger einge­bracht.

Die Mail von Reinthaler hat­te einen bre­it­en Verteil­erkreis: etliche Jour­nal­is­ten, aber auch Mar­tin Graf und Susanne Win­ter gehörten zu den Adres­sat­en. Der Het­z­text der „Reichs­be­we­gung“ richtet sich for­mal „an alle raum‑, wesens- und kul­turfrem­den Aus­län­der in Deutsch­land“ und fordert sie auf, das Land sofort, „aller­spätestens bis zum 1. August 2012“ zu ver­lassen. Es wird vor einem Tag X gewarnt, ab dem nicht mehr sichergestellt wer­den könne, dass der „deutsche Mob wutent­bran­nt und gewalt­sam“ gegen sie vorgehe.


Web­seite der „Reichs­be­we­gung”
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Die „Reichs­be­we­gung“ ist eine im neon­azis­tis­chen Spek­trum ange­siedelte Home­page, die mit der „Reichs­bürg­er­be­we­gung“ bzw. der „Deutschen Reichs­be­we­gung“ von Horst Mahler, Ursu­la Haver­beck und Bern­hard Schaub jeden­falls eng ver­bun­den ist. 2008 wur­den drei Mit­glieder der „Reichs­be­we­gung“ wegen Volksver­het­zung und Holo­caust-Leug­nung in Deutsch­land verurteilt. Horst Mahler, der beken­nende Neon­azi und rabi­ate Holo­caust-Leugn­er, der von ein­er Anklage­bank zur näch­sten taumelt („Ich sitze hier, weil ich hier sitzen will“) und mit­tler­weile etliche Jahre Haft absitzen muss, gilt als Grün­der der „Reichs­be­we­gung“.

Obwohl die „Reichs­be­we­gung“ und ihre Pro­po­nen­ten inner­halb der Neon­azi-Szene nicht nur auf­grund ihrer elitären Beze­ich­nung „Neue Gemein­schaft von Philosophen“ ziem­lich ver­schrien sind, kur­siert der Text „Ausweisung aus Deutsch­land“, den Reinthaler zur Weit­er­leitung emp­fohlen hat, ziem­lich bre­it in der Szene.

Reinthaler hat den Text mit fol­gen­dem Kom­men­tar verse­hen: „Sind wir froh, dass wir nicht in der BRD lebende Aus­län­der sind! Nur wer wird das Exeku­tieren (sic!)?“. Reinthaler grüßt „mit her­zlichem 77“.

Dem „Stan­dard“ erzählt Reinthaler, es habe ihn nur inter­essiert,“ wer dahin­ter­steckt“. Die E‑Mail sei eine „Schnap­sidee“, denn wenn man so etwas ankündi­ge, müsse man auch die Macht dafür haben.