„Der braune“ Reinthaler und die „Zeit der Verräter“

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Lud­wig Rein­th­a­ler, Chef der Wel­ser Lis­te „Die Bun­ten“, ist so etwas wie eine Sze­ne-Grö­ße in Ober­ös­ter­reich. Seit sei­ne Wahl­lis­te „Die Bun­ten“ wegen des Ver­dachts auf NS-Wie­der­be­tä­ti­gung zur Gemein­de­rats­wahl 2009 nicht zuge­las­sen wur­de (die FPÖ stimm­te natür­lich gegen das Ver­bot), ist er etwas ver­härmt. Das basis­de­mo­kra­ti­sche Web­kol­lek­tiv (BaWe­Koll) wid­met ihm jetzt einen Bei­trag.

Lud­wig Rein­th­a­ler ist bes­tens ver­an­kert in der rechts­extre­men Sze­ne Ober­ös­ter­reichs. Zu sei­nen Freun­den zähl­ten nicht nur der ver­stor­be­ne Por­no-Jäger Mar­tin Humer, son­dern auch die Neo­na­zi-Jungs vom Bund frei­er Jugend (BfJ), für die er als Schutz­pa­tron tätig war. Rein­th­a­ler ist schon vie­le Jah­re ein­schlä­gig tätig. Von 1994 bis 2001 hielt er in Wels „Erleb­nis­floh­märk­te“ ab, bei denen auch Nazi-Kram ange­bo­ten wur­de. Dem frü­he­ren Lei­ter des Doku­men­ta­ti­ons­ar­chivs des Öster­rei­chi­schen Wider­stands (DÖW), hat­te er 1996 einen Strick mit der Auf­for­de­rung geschickt, die­sen anzu­wen­den.


Der Denk­pro­zess und „der Brau­ne” (Bild­quel­le: bawe­koll)

1995 grün­de­te Rein­th­a­ler das „Doku­men­ta­ti­ons­zen­trum des Wel­ser Wider­stan­des“, 2003 trat er mit sei­ner Wahl­lis­te „Die Bun­ten“ zu den Gemein­de­rats­wah­len in Wels an, schei­ter­te aber. Über sei­nen Mail-Ver­tei­ler „doku­zen­trum“ ver­sorgt er Medi­en und Neo­na­zis mit Neu­ig­kei­ten aus der Sze­ne. Wegen des Ver­bots sei­ner Wahl­lis­te ver­such­te er sogar 2011, die Rich­ter des Ver­fas­sungs­ge­richts­ho­fes, die sei­ne Beschwer­de abge­wie­sen hat­ten, wegen des Ver­dach­tes auf Amts­miss­brauch zu kla­gen – erfolglos!

2009 ver­lieh ihm die „Kro­ne“ (OÖ-Aus­ga­be) das Attri­but „Der Brau­ne“. Rein­th­a­ler klag­te auch dage­gen, ver­lor in ers­ter Instanz, leg­te einen Ein­spruch gegen das Urteil ein, den er dann aber wie­der zurück­zog. Dass er den Titel völ­lig zu Recht trägt, das belegt jetzt auch die Aus­wer­tung von BaWe­Koll, die den Titel „Arbeits­pro­be für das BVT“ trägt.