Dornbirn/V: Wiederholt Hakenkreuzschmierereien
In Dornbirn sind neuerlich braune Schmierereien entdeckt worden. Wie vol.at (15.9.25) berichtet, wurde diesmal auf einem Kinderspielplatz ein Hakenkreuz auf ein hölzernes Schaukelgerüst geschmiert. Bereits Ende August wurde auf einen Gehweg in Dornbirn ein Hakenkreuz angebracht, und Ende Mai war der Regenbogenschutzweg mit Hakenkreuzen beschmiert worden. Bisher konnten der oder die Täter*innen noch nicht ausfindig gemacht werden.
Hitzendorf/Stmk: Wieder Waffenarsenal und Wiederbetätigung
„18 Schusswaffen, unzählige Hieb- und Stichwaffen, Schalldämpfer, mehr als 30.000 Stück Munition, Suchtmittel sowie NS-Devotionalien“ (kleinezeitung.at, 19.9.25) wurden bei einer Hausdurchsuchung in Hitzendorf bei Graz beschlagnahmt. Die Hausdurchsuchung ausgelöst hatten braune Postings des Waffenbesitzers, ein 54-jähriger Deutscher, der in Hitzendorf lebt. Alle Schusswaffen soll der Mann legal besessen haben. Bei der Razzia am Morgen des 17.9. nahm die Polizei erhöhtes Risiko an:
Erst begaben sich die Beamten in Lauerstellung, sie konnten den Mann auf seinem Grundstück beobachten, wie er mit einem seiner Hunde das Haus verließ. Als der Verdächtige mit seinem Hund zurückkehren wollte, dürfte er auf die Polizei aufmerksam geworden sein. Er flüchtete in ein angrenzendes weitläufiges Waldstück und versteckte sich. Sogar mit einem Hubschrauber wurde nach ihm gefahndet – vorerst jedoch erfolglos. (kleinezeitung.at)
Gegen Abend, um ca. 17.30h, stellte sich der Verdächtige bei einer Polizeiinspektion in Graz-Umgebung. Er wurde nach einer Einvernahme auf freiem Fuß angezeigt.
➡️ Chronologie der Waffenfunde ab Juli 2019
Graz: Teilweise rechtswidriger Polizeieinsatz
Der Anlass für den Polizeieinsatz ist schnell erzählt. Weil einem 60-jährigen Burschenschafter und FPÖ-Lokalpolitiker nach dem Grazer Burschenschafterball im Jänner 25 eine unbekannte Person das Käppi vom Kopf riss, wobei der Alte Herr stürzte und sich Rippen brach, suchte die Polizei im Umfeld der Gegner*innen des Balls nach dem mutmaßlichen Täter.
Mitte März, also Wochen später, erfolgte dann der Polizeieinsatz in einer Grazer Wohngemeinschaft, in der die Polizei zwei Verdächtige vermutete. „Mehrere Dutzend Polizeibeamte“, so der „Standard“ (18.9.25), brachen um fünf Uhr früh die Wohnungstür der Wohngemeinschaft auf und beamtshandelten danach auch eine junge Frau, die mit dem Anlass für die Hausdurchsuchung nichts zu tun hatte.
Jene Frau, die vom Polizeieinsatz aus dem Bett gerissen wurde, hatte, wie eine weitere Person in der Wohngemeinschaft, das Pech, in derselben Wohnung mit zwei Verdächtigen zu wohnen. Sie sprang aus dem Bett, nur mit einer Unterhose bekleidet, und musste sich auf den Boden legen, während die Polizei Nachschau hielt, ob sich eine weitere Person in ihrem Bett oder ihrem Zimmer befand. Was nicht der Fall war.
Später durfte sie sich ein T‑Shirt anziehen, und eine Polizeibeamtin wurde gerufen, die sie untersuchen, das heißt, abtasten musste. Die Frau will schon da gefragt haben, warum man sie untersuche, wenn sie doch gerade mit nichts als einer Unterhose vor den Beamten am Boden gelegen war. Wo sollte sie denn eine Waffe versteckt haben, fragte auch ihr Anwalt Clemens Lahner, der die Frau am Mittwoch in Graz vor dem Landesverwaltungsgericht vertrat.(derstandard.at)
Die unangenehme Begegnung mit der Polizei sei für die junge Frau damit aber noch nicht zu Ende gewesen: Sie wurde auch überwacht.
Die Richterin gab der Maßnahmenbeschwerde, die der Anwalt der jungen Frau beim Landesverwaltungsgericht eingebracht hatte, in dem Teil, der die Perlustration betraf, statt und verwies für den zweiten Teil, der die darauffolgende Überwachung betraf, auf die Untersuchung der gesamten Hausdurchsuchung durch das Oberlandesgericht Graz.
Freistadt-Mauthausen/OÖ: Morddrohung eines Zivildieners mit FPÖ-Hintergrund
Mit Ende September hätte der 20-Jährige aus dem Bezirk Freistadt seinen Zivildienst in der Gedenkstätte Mauthausen beendet. Jetzt sitzt er allerdings in U‑Haft und muss auf seinen Prozess wegen gefährlicher Drohung und Verstoß gegen das Waffengesetz beim Landesgericht Linz warten. Er hatte für den letzten Tag seines Zivildiensts, am 9. September, einen Amoklauf in der KZ-Gedenkstätte angekündigt.
Sehr detailliert, inklusive genauer Beschreibung dessen, was er anziehen, welche Waffe er verwenden werde und wo er diese herbekomme. (…) Außerdem verschickte er eine WhatsApp-Nachricht mit einem Foto der Waffe und eine Nachricht, in der er die Drohung wiederholte. Die Kollegen verständigten die Polizei, noch am gleichen Abend wurde er von der Cobra festgenommen.“ (nachrichten.at, 19.9.25)
Mittlerweile will der Verdächtige seine geplante Aktion als Scherz interpretiert wissen. Darauf will sich nicht einmal die FPÖ, bei der der Mühlviertler Mitglied war, einlassen und hat ein Parteiausschlussverfahren eingeleitet.
Am 6. Oktober findet der Prozess gegen den Ex-Zivi in Linz statt.
Wien-Brigittenau: Bauen auf ehemaligem Zwangsarbeiterlager?
Die „Kronen Zeitung“ (19.9.25) macht in einem Beitrag darauf aufmerksam, dass auf einem derzeit verwahrlosten Baugrund in der Brigittenau während der Nazi-Zeit ein Zwangsarbeiterlager untergebracht war:
Was hier gebaut werden soll, ist nicht ganz klar. Vom Bezirk heißt es, dass der Baugrund als gemeinsames Wohn- und Arbeitsprojekt angedacht gewesen wäre, jedoch weiterverkauft wurde. Der aktuelle Besitzer, die SÜBA rasselte heuer im Frühling aber in die Insolvenz. Offenbar wird ein Käufer für den wertvollen Grund gesucht. Die Liste LINKS befürchtet, dass es aus der Konkursmasse verkauft wird und dadurch die Stadt um die Leistungen aus dem städtebaulichen Vertrag umfällt, da diese nicht im Grundbuch eingetragen wurden.
Interessant: Es handelt sich nicht um irgendeinen Baugrund. Am Grundstück Nummer 53 wurde 1942 bis 1945 im Zweiten Weltkrieg ein Lager für griechische Zwangsarbeiter betrieben. Die sowjetischen Zwangsarbeiter waren nur wenige hundert Meter weiter am Haus mit der Nummer 93 untergebracht.
Die Zwangsarbeiter mussten die beiden Flak-Türme im Augarten bauen und Schienen vom Nordwestbahnhof zum Augarten verlegen. Ob eine Gedenktafel errichtet werden soll, wird bei der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung diskutiert.
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