Rückblick KW 2/24

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Für den Neo­na­zi Manu­el S. („Objekt 21)”) gibt’s eine Haft­ver­län­ge­rung, und das Maut­hau­sen Komi­tee Öster­reich warnt vor zu lang­sa­men Ermitt­lun­gen gegen jene stei­ri­schen FPÖ-Funk­tio­nä­re, die in dem Gra­zer Finanz­skan­dal und wegen des Ver­dachts auf Wie­der­be­tä­ti­gung als Beschul­dig­te geführt werden.

Ried-Linz: „Speedy“ muss länger sitzen
Graz-Klagenfurt: MKÖ zum Grazer FPÖ-Finanzaffäre: „Jeder Anschein von Verschleppung wäre fatal

Ried-Linz: „Speedy“ muss länger sitzen

Der 43-jäh­ri­ge Neo­na­zi Manu­el S. („Objekt 21“, „Ban­di­dos“) wur­de im Okto­ber wegen des Dea­lens mit Amphet­amin (Speed) zu einer Haft­stra­fe von 18 Mona­ten unbe­dingt ver­ur­teilt. Das war ein mil­des Urteil, u.a. weil eine bereits bestehen­de beding­te Haft­stra­fe aus dem Jahr 2021 (Ver­ge­hen nach dem Waf­fen­ge­setz und Ver­bre­chen nach dem Ver­bots­ge­setz) dabei nicht, wie vom Staats­an­walt gefor­dert, zusätz­lich in eine unbe­ding­te umge­wan­delt wurde.

Das Ober­lan­des­ge­richt Linz hat nun in einer Beru­fungs­ver­hand­lung am 9.1. die Haft auf zwei Jah­re unbe­dingt erhöht. Ermitt­lun­gen wegen des Ver­dachts auf Wie­der­be­tä­ti­gung, Ver­stoß gegen das Waf­fen­ge­setz und Bil­dung einer kri­mi­nel­len Ver­ei­ni­gung lau­fen noch. (Quel­le: nachrichten.at, 10.01.24)

Graz-Klagenfurt: MKÖ zum Grazer FPÖ-Finanzaffäre: „Jeder Anschein von Verschleppung wäre fatal

In der seit Herbst 2021 schwe­len­den Affä­re geht es unter ande­rem um den Ver­dacht des Betrugs, der Ver­un­treu­ung und des För­der­miss­brauchs; ein Scha­den in Mil­lio­nen­hö­he steht im Raum. Zu den sie­ben Beschul­dig­ten zäh­len hohe ehe­ma­li­ge FPÖ-Funk­tio­nä­re, wie der dama­li­ge Gra­zer FPÖ-Vize­bür­ger­meis­ter Mario Eustac­chio und der dama­li­ge Gra­zer FPÖ-Klub­ob­mann Armin Sip­pel. Erst im Dezem­ber 2023 wur­de ein belas­ten­des Gut­ach­ten von einem Finanz­ex­per­ten publik. Auch gegen Mario Kuna­sek, den noch akti­ven stei­ri­schen FPÖ-Lan­des­ob­mann, wird in der Cau­sa ermittelt.

Inhalt­lich hat sich der Kom­plex zudem auf­grund der zahl­rei­chen Haus­durch­su­chun­gen, die im Okto­ber 2022 vor­ge­nom­men wur­den, aus­ge­wei­tet. Denn gegen einen Ex-Par­tei­mit­ar­bei­ter und den noch akti­ven Gra­zer Gemein­de­rat und Ex-FPÖ­ler Roland Lohr wird auch wegen des Ver­dachts auf Wie­der­be­tä­ti­gung ermit­telt: Bei Lohr wur­den Tau­sen­de Datei­en mit NS-Mate­ri­al gefunden.

Vor dem Hin­ter­grund die­ser bri­san­ten Gemenge­la­ge und der auf­fäl­li­gen Lang­sam­keit der ermit­teln­den Kla­gen­fur­ter Staats­an­walt­schaft, appel­lier­te das MKÖ nun in einem Brief und in einer Pres­se­aus­sendung an das Justizministerium:

„Im Sin­ne der Rechts­staat­lich­keit und der demo­kra­ti­schen Hygie­ne soll­te eine zügi­ge Auf­klä­rung des Skan­dals selbst­ver­ständ­lich sein“, sagt Wil­li Mer­nyi, der Vor­sit­zen­de des Maut­hau­sen Komi­tees Öster­reich (MKÖ).
„Wir wol­len vor allem Ant­wort auf fol­gen­de Fra­gen: Hat es in Graz eine ille­ga­le Finan­zie­rung deutsch­na­tio­na­ler und rechts­extre­mer Bur­schen­schaf­ten gege­ben? Wer hat das dann beschlag­nahm­te NS-Mate­ri­al wofür ver­wen­det?“, so Robert Eiter, Vor­stands­mit­glied des MKÖ. (ots.at, 12.12.24)

Auch die zügi­ge Auf­klä­rung aller Aspek­te des Skan­dals wur­de ein­ge­mahnt, denn „Jeder Anschein von Ver­schlep­pung wäre fatal“ (ebd.), wie Wil­li Mer­nyi betonte.