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„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

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FPÖ-Hetze gegen Antifaschismus

Chro­no­lo­gie einer Dif­fa­mie­rungs­kam­pa­gne gegen das Doku­men­ta­ti­ons­ar­chiv des öster­rei­chi­schen Wider­stan­des (DÖW) und wei­te­ren Antifaschist*innen durch die FPÖ.

16. Sep. 2023
Der erste FPÖ-Parteiobmann: SS-Brigadeführer Anton Reinthaller (Foto links: News-Cover Nr. 45/2019 Vicky Spielmann)
Der erste FPÖ-Parteiobmann: SS-Brigadeführer Anton Reinthaller (Foto links: News-Cover Nr. 45/2019 Vicky Spielmann)

Es ist ein außer­or­dent­lich selbst­be­wuss­ter Angriff, den die FPÖ mit ihrer „Herbstof­fen­si­ve gegen Links­extre­mis­mus“ seit 6. Sep­tem­ber offen aus­führt: aggres­siv, um kei­ne Ver­dre­hung und Falsch­be­haup­tung ver­le­gen und ganz direkt gegen Journalist*innen und Wissenschaftler*innen gerich­tet. Der offen­kun­di­ge Hin­ter­grund die­ses Sturm­lau­fens: Seit Juli steht fest, dass das Doku­men­ta­ti­ons­ar­chiv des öst. Wider­stan­des (DÖW) die Ver­ga­be zur Erstel­lung eines jähr­li­chen Rechts­extre­mis­mus­be­richts erhal­ten hat.

Die FPÖ schäumt ob die­ser Beauf­tra­gung einer unab­hän­gi­gen und kri­ti­schen Insti­tu­ti­on, die seit Jah­ren begriff­lich trans­pa­rent und wis­sen­schaft­lich fun­diert an der Ana­ly­se des öster­rei­chi­schen Rechts­extre­mis­mus arbei­tet. Die breit ange­leg­te Dif­fa­mie­rungs- und Ein­schüch­te­rungs­kam­pa­gne hat aller­dings bereits vor der Ver­kün­di­gung der „Herbstof­fen­si­ve“ im neo­fa­schis­ti­schen Vor­feld der Par­tei begonnen.

„Terror von links“ in „Freilich“

„Frei­lich“, das stark „neu­rechts“ ori­en­tier­te Nach­fol­ge­ma­ga­zin der „Aula“, ver­öf­fent­lich­te im August eine Aus­ga­be mit dem Titel: „,Ter­ror von links‘ – Wie gefähr­lich ist die lin­ke Sze­ne wirk­lich?“ (1). Dar­in wird von rechts­extre­men Sze­ne-Akteu­ren das Gespenst einer Bedro­hung durch Anti­fa­schis­mus aufgebaut.

„Freilich“-Chefredakteur und Iden­ti­tä­ren-Akti­vist Ste­fan Juritz – sei­ner­seits 2007 noch gemein­sam mit Gott­fried Küs­sel beim „Som­mer­camp“ des neo­na­zis­ti­schen BfJ – sieht eine „neue Ter­ror­wel­le“ von links am Hori­zont. Er raunt ver­schwö­rungs­fan­tas­tisch, hin­ter dem „neu­en lin­ken Ter­ror“ ste­he „eine inter­na­tio­nal gut ver­netz­te Sze­ne“, die sich „der ideo­lo­gi­schen sowie finan­zi­el­len Unter­stüt­zung bür­ger­li­cher Milieus sicher sein“ (S. 27) könne.

Meh­re­re „neu­rech­te“ Sze­nen-Schrei­ber dür­fen zum Pro­blem Stel­lung neh­men. Unter ihnen etwa der säch­si­sche „Antaios“-Autor und Ex-Neo­na­zi Bene­dikt Kai­ser oder auch der Wie­ner Iden­ti­tä­ren-Ideo­lo­ge und gleich­falls „Antaios“-Autor Mar­tin Sem­lit­sch „Licht­mesz“. Letz­te­rer betreibt in einem kur­zen Spott-Text, was inzwi­schen zum FPÖ-Kam­pa­gnen-Jar­gon gewor­den ist: Er dif­fa­miert eine aner­kann­te Exper­tin, in die­sem Fall die Poli­tik­wis­sen­schaft­le­rin und Suhr­kamp-Autorin Nata­scha Strobl, indem er alles, was auf ihre seriö­se Posi­ti­on ver­weist, unter Anfüh­rungs­stri­che setzt. Es ist dann etwa von „einer ‚Poli­to­lo­gin‘ und ‚Exper­tin für Rechts­extre­mis­mus‘“ (S. 107) die Rede.

Dazu behaup­tet Sem­lit­sch, der anders als etwa Strobl kein Stu­di­um zustan­de gebracht hat, dass sie in „einer hys­te­ri­schen Fan­ta­sie­welt“ lebe und sie aus einem „links-links­extre­men, anti­fa-akti­vis­ti­schen Blick­win­kel“ (ebd.) schrei­be. Die letz­te­re dümm­li­che For­mu­lie­rung nimmt den Sound der Kam­pa­gne vor­weg, den auch FPÖ-Gene­ral­se­kre­tär Chris­ti­an Hafenecker im „Freilich“-Interview bereits ein­üben darf. Die­ser Sound besteht dar­in, jene Begrif­fe, die zur Feind­mar­kie­rung ver­wen­det wer­den, völ­lig undif­fe­ren­ziert und affekt­ge­la­den anzu­wen­den („links-links­extrem“). Die Bass­li­ne ist: Alles jen­seits von Blau ist irgend­wie links, dekla­rier­ter Anti­fa­schis­mus ist „links­extrem“ oder „links­ra­di­kal“ oder auch „kom­mu­nis­tisch“.

Hafenecker dif­fa­miert hier bereits das DÖW mit geziel­ten Unwahr­hei­ten, die in ver­schwö­rungs­ideo­lo­gi­schem Gewand daher­kom­men – er geht sogar so weit, in den Raum zu stel­len, dass auch die Poli­zei „selbst schon von die­sen brand­ge­fähr­li­chen Typen unter­wan­dert“ (S. 65) sein könn­te. Zudem führt er eine Phra­se an, die im blau-brau­nen Medi­en­sumpf seit Jah­ren ver­brei­tet ist und ger­ne zur Dif­fa­mie­rung ange­wen­det wird: Dem­nach dür­fe das DÖW „gericht­lich bestä­tigt als kom­mu­nis­ti­sche Tarn­or­ga­ni­sa­ti­on bezeich­net wer­den“ (S. 64). Eine infa­me For­mu­lie­rung, deren Mix­tur aus Anti­kom­mu­nis­mus und Ver­schwö­rungs­wahn an NS-Jar­gon erin­nert und zudem blan­ker Hum­bug ist, denn es geht bei die­ser Bezug­nah­me ledig­lich um eine Beru­fungs­ent­schei­dung des Ober­lan­des­ge­richts Wien aus dem Jahr 1998, laut der ein­zel­ne Pas­sa­gen eines ruf­schä­di­gen­den Tex­tes von „Aula“-Autor Fried­rich Romig als straf­frei blei­ben­de Wert­ur­tei­le qua­li­fi­ziert wur­den – Romig wur­de aller­dings wegen übler Nach­re­de rechts­kräf­tig zu einer beding­ten Geld­stra­fe verurteilt.

Hafenecker nimmt in dem Inter­view zudem bereits sein Vor­ge­hen vor­weg: Der ers­te Schritt müs­se sein, die Akteur*innen „vor den Vor­hang zu holen“. Das habe er sich als Schwer­punkt sei­ner „poli­ti­schen Arbeit für die nächs­te Zeit vor­ge­nom­men“. Als „her­vor­ra­gen­de Basis“ dafür betont er die Publi­ka­ti­on „Die Rechts­extre­mis­mus-Macher“ (2022) aus dem rechts­extre­men Hau­se „Frei­lich“. Zu allen feind­lich mar­kier­ten Antifaschist*innen will Hafenecker „par­la­men­ta­ri­sche Anfra­gen ein­brin­gen, um auf­zu­zei­gen, woher das Geld kommt und wo die Kon­takt­per­so­nen in den Minis­te­ri­en sit­zen“. Dabei baue er „auf die Kraft der alter­na­ti­ven Medi­en­sze­ne“ (S. 65), was eine schön­ge­färb­te For­mu­lie­rung für eine Koope­ra­ti­on mit dem außer­par­la­men­ta­ri­schen Rechts­extre­mis­mus ist.

Kurz nach Erschei­nen des „Freilich“-Heftes schal­te­te FPÖ-TV jenes ästhe­tisch und inhalt­lich glas­klar neo­fa­schis­tisch posi­tio­nier­tes Video der „Frei­heit­li­chen Jugend“, in dem eben­falls bereits pro­mi­nen­te Antifaschist*innen und Journalist*innen als Fein­de mar­kiert werden.

Ein Hetzpamphlet als parlamentarische Anfrage

Am 6. Sep­tem­ber ver­kün­de­ten Gene­ral­se­kre­tär Hafenecker und die FPÖ-Klub­ob­mann-Stell­ver­tre­te­rin Susan­ne Fürst im Rah­men einer Pres­se­kon­fe­renz den Beginn ihrer „Herbstof­fen­si­ve gegen Links­extre­mis­mus“. Einen Tag davor brach­ten sie die ers­te der ange­kün­dig­ten par­la­men­ta­ri­schen Anfra­gen unter dem Titel „Finan­zie­rung links­extre­mer Akti­vi­tä­ten – Teil 1: DÖW und FIPU“ ein.

FPÖ-Pres­se­kon­fe­renz zur „Herbstof­fen­si­ve” (Screen­shot You­Tube, 8.9.23)

Bei der Anfra­ge han­delt es sich um ein Pam­phlet, das die Wissenschaftler*innen des DÖW und der For­schungs­grup­pe Ideo­lo­gien und Poli­ti­ken der Ungleich­heit (FIPU) (2) ganz offen mit „Links­extre­mis­mus“, Gewalt­be­reit­schaft, „demokratiezersetzende[r] Ideo­lo­gie“ und einer geziel­ten Unter­wan­de­rung von Medi­en, Wis­sen­schaft und Ver­fas­sungs­schutz-Behör­den asso­zi­iert. Laut Hafenecker bei der Pres­se­kon­fe­renz umfas­se die frei­heit­li­che Extre­mis­mus­de­fi­ni­ti­on Gewalt­tä­tig­keit und das Ziel eines Umstur­zes des Staa­tes. Somit bezeich­net die FPÖ, offi­zi­ell und von obers­ter Stel­le ver­kün­det, das DÖW indi­rekt als umstürz­le­risch, gewalt­tä­tig und unterwandernd.

Das DÖW, 1963 gegrün­det von Ver­folg­ten des NS-Regimes und Widerstandskämpfer*innen, kann sich die­se infa­men Zuschrei­bun­gen im Jahr 2023 von jener Par­tei anhö­ren, die von Nazis und SS-Scher­gen gegrün­det wur­de und die das ideo­lo­gi­sche Erbe des Natio­nal­so­zia­lis­mus – näm­lich Anti­se­mi­tis­mus, Ras­sis­mus, völ­ki­schen Ein­heits- und Füh­rer­kult – in der Nach­kriegs­de­mo­kra­tie wei­ter­t­ra­diert hat und bis in die Gegen­wart fort­schreibt, was allei­ne schon an den nicht mehr zähl­ba­ren „Ein­zel­fäl­len“ ersicht­lich ist. Die Zeit­his­to­ri­ke­rin Mar­git Rei­ter hat die­se Kon­ti­nui­tät kürz­lich in einem lesens­wer­ten „Standard“-Kommentar beschrie­ben und hin­sicht­lich der ent­hemm­ten Kickl-FPÖ aktualisiert.

Der Anwurf, das DÖW wür­de für ein „Kli­ma der Gesin­nungs- und Mei­nungs­un­ter­drü­ckung“ sor­gen, ist vor dem Hin­ter­grund, dass er aus der Rich­tung einer sich unver­hoh­len als Orbán-Fan- und Putin-Ado­ran­ten­club posi­tio­nier­ten Par­tei kommt, die in Öster­reich eine illi­be­ra­le Wen­de anstrebt, eine an Absur­di­tät kaum über­biet­ba­re Täter-Opfer-Umkehr.

Unter den vie­len lan­cier­ten Unwahr­hei­ten der Kam­pa­gne fin­det sich wie­der­holt die Behaup­tung, das DÖW wür­de mit der Beauf­tra­gung für den Rechts­extre­mis­mus­be­richt geheim­dienst­li­che Infor­ma­tio­nen erhal­ten – auch das ist frei­lich völ­lig halt­los, wie die Insti­tu­ti­on selbst in einer Stel­lung­nah­me betont. Zu den rhe­to­ri­schen Grif­fen der rechts­extre­men Abwer­tungs- und Dif­fa­mie­rungs­stra­te­gie gehört außer­dem, vom DÖW stän­dig als „pri­va­tem Ver­ein“ zu spre­chen. Bei die­sem Framing wird frei­lich bewusst unter­schla­gen, dass das DÖW auch aus einer Stif­tung besteht, die von der Repu­blik Öster­reich, der Stadt Wien und dem Ver­ein Doku­men­ta­ti­ons­ar­chiv getra­gen und finan­ziert wird.

Der Anfra­ge­text unter­schei­det sich in punc­to Niveau­lo­sig­keit um nichts von dem Hafenecker-Inter­view, arbei­tet aus­schließ­lich mit pejo­ra­ti­ven Zuschrei­bun­gen und Falsch­be­haup­tun­gen und führt zudem auch rechts­extre­me Quel­len wie den iden­ti­tä­ren „Hei­mat­ku­rier“ als Beleg an. Rechts­extre­mis­ten zitie­ren also Rechts­extre­mis­ten, um ihre kru­den Behaup­tun­gen zu untermauern.

Projektionen

Wäh­rend in der Anfra­ge aner­kann­te Wissenschaftler*innen stets nur in Anfüh­rungs­zei­chen „Exper­ten“ oder „wis­sen­schaft­li­che Mit­ar­bei­te­rin­nen“ genannt wer­den, setzt Hafenecker die zen­tra­len Pro­pa­gan­da­slo­gans der iden­ti­tä­ren Bewe­gung als Tat­sa­chen­be­haup­tun­gen und ohne Anfüh­rungs­stri­che: etwa wenn von „der patrio­ti­schen Demons­tra­ti­on für Remi­gra­ti­on und gegen den fort­ge­setz­ten Bevöl­ke­rungs­aus­tausch durch ille­ga­le Mas­sen­zu­wan­de­rung“ die Rede ist.

Spä­tes­tens hier tritt zuta­ge, in wel­chem Aus­maß es sich bei den Anwür­fen um Pro­jek­tio­nen han­delt: Denn die „neu­rech­ten“ Neo­fa­schis­ten wol­len ja dekla­rier­ter­wei­se die media­len und uni­ver­si­tä­ren Dis­kur­se unter­wan­dern (Stich­wort: „Meta­po­li­tik“), ihre Ideo­lo­gie impli­ziert tat­säch­lich mas­si­ve Gewalt­an­wen­dung (Stich­wort: „Remi­gra­ti­on“), und sie wol­len die libe­ra­le Demo­kra­tie tat­säch­lich in ein illi­be­ral-völ­ki­sches Regime trans­for­mie­ren (Stich­wort: Vor­bild Orbán).

Fortgesetzte Stimmungsmache via FPÖ-TV

Seit Beginn der „Offen­si­ve“ legt die Par­tei via FPÖ-TV nach. So z.B. in einem etwa sechs­mi­nü­ti­gen Video (8.9.23) mit dem Titel „Links­extre­mis­mus vor den Vor­hang holen: FPÖ star­tet Offen­si­ve!“. Es ist mit einem bedroh­lich wir­ken­den Rot-Fil­ter unter­legt und star­tet mit der lächer­li­chen Unwahr­heit, dass der „Links­extre­mis­mus“ „in Öster­reich immense Dimen­sio­nen“ anneh­me. Der DÖW-Wis­sen­schaft­ler Bern­hard Wei­din­ger, des­sen 600-sei­ti­ge Dis­ser­ta­ti­on ein Stan­dard­werk zum The­ma Bur­schen­schaf­ten in Öster­reich ist, wird als bedroh­li­che schwar­ze Sil­hou­et­te vor­ge­führt und als „Pseu­do-Exper­te“ bezeich­net.

Die Behaup­tung des „Pseu­do­wis­sen­schaft­li­chen“ durch­zieht sämt­li­che Anwür­fe der Kam­pa­gne. Sie ist beson­ders gro­tesk, denn die FPÖ bedient sich kei­ner wis­sen­schaft­li­chen Metho­den oder auch nur wis­sen­schaft­lich fun­dier­ter Begrif­fe. Also auch hier eine simp­le Pro­jek­ti­on: Das eige­ne Defi­zit wird im feind­lich mar­kier­ten ande­ren Lager attackiert.

Angstmache via FPÖ-TV: Diffamierungskampagne gegen Antifaschismus (YouTube, 8.9.23)
Angst­ma­che via FPÖ-TV: Dif­fa­mie­rungs­kam­pa­gne gegen Anti­fa­schis­mus (Screen­shot You­Tube, 8.9.23)

Präventives Relativieren

Zu den größ­ten Unstim­mig­kei­ten die­ser rhe­to­ri­schen Stra­te­gie zählt, dass die anvi­sier­ten Akteur*innen alle­samt in einem wis­sen­schaft­li­chen und/oder akti­vis­ti­schen Sinn tat­säch­lich aus­schließ­lich als „Antifaschist*innen“ agie­ren, es ihnen also um eine Ana­ly­se und Kri­tik der extre­men Rech­ten geht, ohne dabei ein lin­kes Alter­na­tiv­pro­gramm vor­zu­schla­gen. Genau das muss die Dif­fa­mie­rungs­kam­pa­gne aber behaup­ten. Die Feind­mar­kie­rungs­stra­te­gie tut so, als kön­ne „Rechts­extre­mis­mus“ kein Ana­ly­se­ge­gen­stand sein, ohne dass sich dahin­ter eine lin­ke Agen­da ver­ber­gen wür­de. Somit kann jede Kri­tik als „kom­mu­nis­tisch“ denun­ziert und im Rah­men eines Die-gegen-uns-Sche­mas rela­ti­viert werden.

Bei dem ver­wir­rend auf­ge­bla­se­nen FPÖ-Geschwur­bel soll­te eines im Fokus behal­ten wer­den: Jene Par­tei, die von Nazi-Scher­gen gegrün­det wur­de, atta­ckiert mit dem DÖW eine Insti­tu­ti­on, die von deren ehe­ma­li­gen Opfern gegrün­det wur­de – und zudem bis heu­te der zen­tra­le Ort für wis­sen­schaft­li­che Aus­ein­an­der­set­zung mit Rechts­extre­mis­mus in Öster­reich und damit tra­gend ist für die Umset­zung des Arti­kels 9 aus dem öster­rei­chi­schen Staats­ver­trag, in dem es u.a. heißt:

Öster­reich wird auch die Bemü­hun­gen fort­set­zen, aus dem österreichischen poli­ti­schen, wirt­schaft­li­chen und kul­tu­rel­len Leben alle Spu­ren des Nazi­mus zu ent­fer­nen, um zu gewähr­leis­ten, daß die obge­nann­ten Orga­ni­sa­tio­nen nicht in irgend­ei­ner Form wie­der ins Leben geru­fen wer­den, und um alle nazis­ti­sche oder mili­ta­ris­ti­sche Tätig­keit und Pro­pa­gan­da in Öster­reich zu verhindern.

li.: Herbert Steiner, Gründer des DÖW, 1945 im Exil (Foto: DÖW); re.: SS-Brigadeführer Anton Reinthaller, Gründer der FPÖ
li.: Her­bert Stei­ner, Grün­der des DÖW, 1945 im Exil (Foto: DÖW); re.: SS-Bri­ga­de­füh­rer Anton Reinth­al­ler, Grün­der der FPÖ

Fußnoten

1 Alle fol­gen­den Zita­te in dem Abschnitt stam­men aus der „Freilich“-Ausgabe 23/2023.
2 „FIPU“ ist ein Zusam­men­schluss von Wissenschaftler*innen, der die inzwi­schen vier­tei­li­ge emp­feh­lens­wer­te Buch­rei­he „Rechts­extre­mis­mus“ im Man­del­baum­ver­lag herausgibt.

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