Ein Rücktritt und ein Austritt

Der Fes­tred­ner von der Waf­fen-SS ist schon wieder weg, bevor er den Kam­er­aden von der Ulrichs­bergge­mein­schaft etwas über die unter­drück­te Mei­n­ungs­frei­heit“ in „deutschen Lan­den“ erzählen kon­nte. Und der Spitzenkan­di­dat der Inns­bruck­er FPÖ hat kurz nach sein­er Anklage wegen des Marokkan­er-Plakats seinen Aus­tritt aus der FPÖ bekan­nt­gegeben.

Beim Rück­tritt des Fes­tred­ners Her­bert Belschan (o. Bellschan) MIlden­burg han­delt es sich eher um einen unge­ord­neten Rück­zug, auch wenn der Obmann der Ulrichs­berg­er, Her­mann Kan­dus­si, dem Ganzen noch einen Anstrich von Ord­nung geben wollte. Nach­dem die deut­liche Ein­fär­bung des geheimge­hal­te­nen Fes­tred­ners pub­lik gewor­den war, rud­erten die Ulrichs­berg­er zurück. Anstelle von Milden­burg sollen jet­zt „echte Heimkehrer“ (Kan­dus­si) sprechen. Eine gefährliche Drohung!


Friede, Freude, deutsch­er Ein­topf – Rechte Mythen, NS-Ver­harm­lo­sung und antifaschis­tis­ch­er Protest
-

DerStandard.at enthüllte, dass die Ulrichs­bergge­mein­schaft im Amt­shaus der Stadt Kla­gen­furt mit drei Räu­men eingemietet ist – „zwis­chen Meldeamt, Standesamt und Alko­hol­ber­atung“. Kosten­los, ver­ste­ht sich – und natür­lich zusät­zlich zu den Sach­sub­ven­tio­nen der Stadt! Und während die Frei­heitlichen Kärn­tens in Stadt und Land die Sub­ven­tion­stöpfe auss­chüt­ten, stim­men sich die braunen Ulrichs­berg –Fans auf Face­book mit Fotos vom „Blitzkrieg“ und von SS-Ehrun­gen auf den Auf­marsch ein: “Wir, die Anständi­gen, lassen uns von ver­wirrten Linkschaoten und der Beruf­s­in­qui­si­tion nicht ein­schränken!“.

In Inns­bruck hat der frei­heitliche Spitzenkan­di­dat für die Gemein­der­atswahlen im Früh­jahr 2012, der Hote­lier August Penz, gestern nach sein­er Anklage wegen des Ver­dachts der Ver­het­zung seinen Aus­tritt aus der FPÖ bekan­nt­gegeben. Dem ORF (Tirol heute) erzählte Penz, dass dafür eine Rei­he von Grün­den auss­chlaggebend gewe­sen seien:

„Ich möchte Kärn­ten gar nicht kom­men­tieren, die Causa Graf ist mir sehr nahege­gan­gen, weil man das nicht gutheißen kann, den Car­toon, der in den ver­gan­genen Tagen und Wochen im Gespräch war, verurteile ich auf das Schärf­ste und der Umgang mit altver­di­en­ten Funk­tionären in der Partei haben mich zu dem Entschluss gebracht.“


Die Wei­h­nachtskekse sind schuld!
-

Der Tirol­er Tageszeitung gegenüber wird Penz noch deut­lich­er und ver­bit­tet sich auch die Schützen­hil­fe von Stra­che („Jet­zt schlägt es dreizehn!“), Vil­im­sky und Hauser: „Die haben nichts kapiert… die Aus­sagen von Hauser und Stra­che sind dumm“.

Nach dieser Majestäts­belei­di­gung kon­tern Kickl und Hauser kühl, dass der einzige Fehler bei der Gemein­der­atswahl wohl die Auswahl des Spitzenkan­di­dat­en gewe­sen sei.

Span­nend kön­nte noch die Klärung der Frage wer­den, wer das Plakat und den Slo­gan „Heimatliebe statt Marokkan­er-Diebe“ zu ver­ant­worten hat. Penz behar­rt in seinen gestri­gen Stel­lung­nah­men darauf, dass das Plakat und den Slo­gan nicht von ihm stamme – ein deut­lich­er Gegen­satz zu seinen Aus­sagen im April 2012.

ORF- Bericht und Inter­view mit Penz ist hier für einige Tage noch abruf­bar „Gerichtlich­es Nachspiel“