Ulrichsberg: Rummelplatz für Alt- und Neonazis

Der bish­er streng geheime Fes­tred­ner für den Ulrichs­berg-Rum­mel scheint gefun­den: es han­delt sich um Her­bert Belschan (oder: Bellschan) Milden­burg, einen früheren Frei­willi­gen der Waf­fen-SS, berichtet der AK gegen den Kärnt­ner Kon­sens in ein­er Presseaussendung. Albert Stein­hauser, Jus­tizsprech­er der Grü­nen, kündigte an, mit ein­er Strafanzeige wegen des Ver­dachts auf Amtsmiss­brauch gegen die Stadt Kla­gen­furt, die den Ulrichs­berg-Rum­mel sub­ven­tion­iert, vorge­hen zu wollen.

Der Obmann der Ulrichs­bergge­mein­schaft Kan­dus­si hat­te noch vor weni­gen Tagen von ein­er Neuaus­rich­tung der Ulrichs­berg-Feiern gesprochen. Man wolle „Nazis, aber auch Link­sex­trem­is­ten von der Ver­anstal­tung abblock­en“, hat­te er noch treuherzig den Salzburg­er Nachricht­en (11.9.2012) ver­sichert und gemeint, „ein­schlägig Bekan­nte kom­men nicht rein“.

Wenn Milden­burg der Red­ner ist, dann ist jeden­falls min­destens ein ein­schlägig Bekan­nter drin­nen. Der gebür­tige Kla­gen­furter (Jahrgang 1924) war laut Blick nach rechts einst in der Hitler-Jugend tätig und rück­te 1942 frei­willig zur Waf­fen-SS ein: „Seine Beförderung­surkunde zum SS-Unter­sturm­führer, aus­gestellt von Reichs­führer SS Hein­rich Himm­ler, besitzt Milden­burg noch heute im Orig­i­nal“ (Blick nach Rechts, 17.11.2005).


Friede, Freude, deutsch­er Ein­topf – Rechte Mythen, NS-Ver­harm­lo­sung und antifaschis­tis­ch­er Protest
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Seine Ver­gan­gen­heit ist das eine — seine Aktiv­itäten in den let­zten Jahren sprechen eine noch viel deut­lichere Sprache. Wir zitieren wieder Blick nach Rechts:

„Befre­un­det ist Milden­burg seit 70 Jahren mit dem Revi­sion­is­ten Her­bert Schaller, einem der drei Vertei­di­ger des Holo­caust-Leugn­ers Zün­del. Schaller und Milden­burg ken­nen sich noch aus alten HJ-Zeit­en. Milden­burg hält sich jährlich drei Monate in Europa, so in Öster­re­ich oder in Deutsch­land, auf. So wohnte er neben den bekan­nten Recht­sex­trem­is­ten Andreas Mölz­er und Otto Scrinzi in diesem Jahr auch der Eröff­nung der neuen FPÖ-Lan­des­geschäftsstelle in Kärn­ten bei. Zum Zün­del-Prozess am 8. Novem­ber in Mannheim reiste Milden­burg extra an“.

Ob Milden­burg auch dies­mal extra aus Paraguay anreist, wo sich der Dritte Präsi­dent des Nation­al­rates, Mar­tin Graf schon wieder aufhält? Vielle­icht tre­f­fen sie sich zufäl­lig im Flugzeug?

Jeden­falls hat Milden­burg ein Anliegen, das ihn nicht nur mit Schaller und Zün­del verbindet, son­dern auch mit Mar­tin Graf. Am 9.6. 2011 schrieb er auf ein­er Finanz­seite (dasinvestment.com) ein Post­ing mit klar­er Botschaft:

„Solange in Deutschen Lan­den, dazu gehoet nich nur die BRD,-nicht all je ne Geset­ze kassiert wer­den, die auch nach inter­na­tionalen Rechs­stan­dard ille­gal sind,-die Men­schen wegen fundierten, wis­senschaftlichen Arbeit­en und Mei­n­ungsaesserun­gen in Wort oder Schrift(z.B.T.Sarrazin) her­ab­set­zen, demueti­gen , ja mit Kerk­er­strafen bis zu 20 Jahren bedro­hen, wird und kann sich im aktuellen Sys­tem friedlich kaum etwas aen­dern“ (Fehler im Original).

Der Kampf gegen strafrechtliche Bes­tim­mungen wie das NS-Ver­bots­ge­setz oder die Holo­caust-Leug­nung sind offen­sichtlich das Herzen­san­liegen von Milden­burg, das er auch 2010 in einem ähn­lichen Post­ing zum Aus­druck brachte:

„Ich war,bin und bleibe fuer die FREIE MEINUNGSAESSERUNG und es ist eine Schande wie diese in DEUTSCHEN LANDEN mehr unter­drueckt und verfolgt,ja bestraft wird,als in Chi­na“ (investor –verlag.de).

Der AK gegen den Kärnt­ner Kon­sens berichtet über Milden­burg außer­dem, dass er die Fes­trede zum 50. bzw. 60. Jahrestag der Kam­er­ad­schaft IV, also der Ange­höri­gen der Waf­fen-SS hal­ten durfte.

Albert Stein­hauser, der Jus­tizsprech­er der Grü­nen, hat sich einen anderen Aspekt der Ulrichs­berg-Aktiv­itäten genauer angeschaut: die Finanzierung. Neben den Geldern der Kärnt­ner Ladesregierung gibt es anscheinend auch noch beträchtliche Sach­spenden für den Auf­marsch der Alt- und Neon­azis durch die Stadt­ge­meinde Kla­gen­furt. Und weil die alten Kam­er­aden auf ihren Ein­ladun­gen auch den Bun­de­sadler ver­wen­den, set­zt es auch dafür eine Anzeige.