Nazi-Machwerk „Der Höllensturm“

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Der Film „Der Höl­len­sturm“ stützt sich auf eine lite­ra­ri­sche Vor­la­ge, die ein Tho­mas Good­rich aus den USA ver­fasst hat. Über ihn sowie die ande­ren an der Pro­duk­ti­on und Dis­tri­bu­ti­on des brau­nen Mach­werks Betei­lig­ten ist zunächst ein­mal wenig zu fin­den im Netz. Wir haben doch eini­ges aus­ge­gra­ben und dabei auch Ver­bin­dun­gen nach Öster­reich gefunden.

Begin­nen wir mit dem Autor des nazis­ti­schen und revi­sio­nis­ti­schen Schunds. Tho­mas Micha­el Good­rich, der in Kan­sas gebo­ren wur­de und eigent­lich Micha­el Tho­mas Schoen­lein heißt, gibt sein Alter nicht preis. Da er aber angeb­lich im Krieg gegen Viet­nam ein­ge­setzt war, dürf­te er schon um die 70 sein. Was wir über ihn wis­sen, stammt fast aus­schließ­lich aus Inter­views, die er rechts­extre­men Publi­ka­tio­nen gege­ben hat. Fast über­all wird er als „white natio­na­list“ bezeich­net, eine Behüb­schung für Ras­sist und Nationalsozialist.

So behaup­tet er über sich, dass er eigent­lich schon von Kin­des­bei­nen an auf Sei­te der Deut­schen war, ohne sich das genau erklä­ren zu kön­nen. Was er damit und auch für sei­ne „For­schun­gen“ meint, erläu­tert er an ande­rer Stel­le. Der „jüdi­sche Feind“, der die Main­stream-Medi­en völ­lig unter Kon­trol­le habe, wol­le die Wei­ßen nicht bloß töten, son­dern sie auch unvor­stell­ba­ren Fol­te­run­gen unter­zie­hen. Ziel sei die kom­plet­te Aus­rot­tung („utter geno­ci­de“) der „wei­ßen Ras­se“ und die Deut­schen sei­en da am leich­tes­ten ver­füg­bar und aus­zu­lö­schen gewe­sen. Je mehr man dazu for­sche, des­to kla­rer wer­de der mör­de­ri­sche Plan. Er für sei­ne Per­son wei­ge­re sich, die Bewei­se, die sich vor sei­nen Augen auf­tun wür­den, zu ignorieren.

Goodrich bewirbt Buch "Höllensturm" mit Reichsadler samt Hakenkreuz

Good­rich bewirbt Buch „Höl­len­sturm” mit Reichs­ad­ler samt Hakenkreuz

Die Resul­ta­te sei­ner „For­schun­gen“ fin­den sich in sei­nem Mach­werk „Hells­torm“, in dem er für die brau­ne Sache nach Belie­ben lügt, fälscht und hetzt. Der His­to­ri­ker Wait­man Beorn schrieb in einem Tweet einer Per­son, die sich von Good­richs /Schoenleins brau­nem Dreck beein­dru­cken ließ: „Ich weiß nicht, ob Du es nicht weißt oder ob Du selbst ein Nazi oder ein ‚wei­ßer Ras­sist‘ (‚white supre­macist‘) bist, aber Good­rich ist sicher einer.

Historiker Beorn über Höllenstrum-Autor Goodrich: Goodrich is certainly a Nazi

His­to­ri­ker Beorn über Höl­len­s­trum-Autor Good­rich: Good­rich is cer­tain­ly a Nazi

Der US-Neo­na­zi John de Nugent, Betrei­ber des Neo­na­zi-Por­tals MZW­News, ist einer der wich­tigs­ten Pro­pa­gan­dis­ten und Ver­trei­ber des brau­nen Mach­werks im deutsch­spra­chi­gen Raum. Auf sei­ner Web­site schreibt er dar­über: „Die­ses Pro­jekt ist auch mir ein per­sön­li­ches Anlie­gen, denn wir müs­sen (und das ist nur ein Teil mei­ner Stra­te­gie) den ECHTEN Holo­caust der Welt­ju­den­ma­fia am deut­sche Volk dem erlo­gen, die Juden zu Unrecht berei­chern­den Juden­ho­lo­caust ent­ge­gen­stel­len!“ (Feh­ler im Original)

Neonazi John de Nugent zu "Höllensturm": "Dieses Projekt ist auch mir ein persönliches Anliegen, denn wir müssen (und das ist nur ein Teil meiner Strategie) den ECHTEN Holocaust der Weltjudenmafia am deutsche Volk dem erlogen, die Juden zu Unrecht bereichernden Judenholocaust entgegenstellen!"

Neo­na­zi John de Nugent zu „Höl­len­sturm”

Als (ers­ter) Über­set­zer von Schoen­leins Buch wird ein Ger­hard Aus­mei­er aus „Mit­tel­deutsch­land“ genannt, der sei­ne Gesin­nung via Face­book unter ande­rem so offen­bart: „Mer­kel Sor­os Gates &Judenco for­dern die Ver­nich­tung der Her­den via Zwangs­imp­fen und set­zen gegen die Welt fort, was die Satanya­hoo­ar­ti­gen­po­len gegen die Deut­schen damals begon­nen hat­ten.“

Gerhard Ausmeier: "Merkel Soros Gates &Judenco ..." mit Link zu Nazi-Propaganda (Screenshot FB Ausmeier)

Ger­hard Aus­mei­er: „Mer­kel Sor­os Gates &Judenco …” mit Link zu Nazi-Pro­pa­gan­da (Screen­shot FB Ausmeier)

Weil die Neo­na­zis in dem Büch­lein von Goodrich/Schoenlein so etwas wie einen „Game­ch­an­ger“ erkannt haben woll­ten, wur­de das Opus auch ver­filmt: natür­lich eben­falls von einem Neo­na­zi. Kyle Hunt, der die brau­ne Medi­en­platt­form „Rene­ga­de” betreibt, bringt alle not­wen­di­gen Vor­aus­set­zun­gen mit, um einen der­ar­ti­gen Schund­film zu pro­du­zie­ren: Er ist Ras­sist, Anti­se­mit, Neo­na­zi und Verschwörungsanhänger.

Der Österreich-Bezug

Damit ist nicht John de Nugent gemeint, der zwar mit einer Tiro­le­rin ver­hei­ra­tet war und zeit­wei­se bis 1990 – so wie David Duke – in Öster­reich gelebt hat, son­dern ein Bur­gen­län­der. Gabor Nie­fer­gall, der bei den frü­hen Coro­na-Demos noch als Ord­ner fun­gier­te und sich im Sep­tem­ber 2020 dann das Leben nahm, wur­de neben John de Nugent in der deut­schen Über­set­zung des Buches aus­drück­lich bedankt für sei­ne Unter­stüt­zung (auch bei der Her­stel­lung der deutsch­spra­chi­gen Ver­si­on des Films), in Nach­ru­fen auf rechts­extre­men Sei­ten als Anti­se­mit und als enger Freund von Jen­ny Klau­nin­ger und Han­nes Bre­jcha gewürdigt.

Danksagung für Niefergall und de Nugent im Buch "Höllensturm"

Dank­sa­gung an Nie­fer­gall und de Nugent im Buch „Höl­len­sturm”

➡️ Sach­ver­halts­dar­stel­lung an die Staats­an­walt­schaft Wie­ner Neustadt