Innsbruck: Freispruch für ein „Vergasen“-Posting!

Auch am Lan­des­gericht Inns­bruck fand in dieser Woche (28.9.) ein Geschwore­nen­prozess wegen Wieder­betä­ti­gung statt und auch dieser Prozess endete – so wie die in Linz und Wien – mit einem Freis­pruch durch die Geschwore­nen (5:3). Der Angeklagte (20) sprach vor Gericht von ein­er „Dummheit“ und davon, dass er keineswegs diesen „Voll­trot­tel“ anbeten würde.

Schon vor zwei Jahren war auf der Face­book-Seite ein­er Tageszeitung zu einem Beitrag mit dem Titel „türkisch als Mat­u­rafach“ berichtet bzw. ver­linkt wor­den. In dem Bericht ging es darum, dass sich eine Mehrheit von AHS-Direk­toren dur­chaus vorstellen kon­nte, dass Türkisch ein Mat­u­rafach wer­den kön­nte. Unvorstell­bar nicht nur für die FPÖ und andere extreme Rechte, son­dern auch für den Angeklagten.

Der gab sich allerd­ings nicht mit bloßer Ablehnung zufrieden, son­dern kom­men­tierte mit „Ver­gasen“ und einem Foto von Adolf Hitler. Es set­zte eine Anzeige und Ermit­tlun­gen, bei denen sich her­ausstellte, dass am PC des Angeklagten noch weit­ere ein­schlägige Fak­ten, Lieder und Fotos gespe­ichert waren.

Offen­bar gab es dann einen – gescheit­erten — Ver­such der Diver­sion. Wenn der Angeklagte an der Uni­ver­sität einen Kurs über die Naz­izeit besucht hätte, dann wäre es zu keinem Prozess gekom­men. Der Angeklagte wollte aber nicht, daher kam es zu dem Prozess, der – trotz dieser Fak­ten! – mit einem knap­pen Freis­pruch durch die Geschwore­nen endete. Weil die Staat­san­waltschaft keine Erk­lärung abgegeben hat, ist der Freis­pruch noch nicht recht­skräftig. (Quelle: Kro­ne Tirol, 29.9.16 und Ver­hand­lungsspiegel des Lan­des­gericht­es Inns­bruck).