Silesia-Burschis (II): Lebensbund in der Krise

Kaum haben wir unseren Beitrag zur Burschenschaft Silesia veröffentlicht, kommt schon der nächste Akt im Burschi-Drama. Die Silesen produzierten eine Aussendung, die es in sich hat. Nun sei hier zunächst einmal der Umstand einer OTS-Presseaussendung gewürdigt, denn die Burschis aus dem rechten Eck sind sonst eher medial schweigsam. Der Leidensdruck der Burschenschaft Silesia war aber einfach zu groß, deshalb griffen sie zum groben Keil.


Da war die Welt für Benjamin                      noch in Ordnung (mit Hilfe des Photoshops)

Zunächst einmal verwehren sich die Silesen dagegen, dass „diverse Medien“ ihnen ein Nahverhältnis zu den Alpen-Donau-Nazis unterstellt hätten:

„Weder die Wiener akad. B! Silesia noch ihre Mitglieder identifizieren sich mit den Inhalten und der Art, wie diese Inhalte dargestellt werden.“ (OTS 0178 vom 12.11.2010).

Wir widerstehen dem Versuch, diesen Satz genauer zu ergründen, denn es kommt gleich knüppeldick. Wir haben noch in unserem letzten Silesen-Beitrag geschrieben: „Hubert Keyl wurde mittlerweile von der Silesia ausgeschlossen und wir warten gespannt, wer der Nächste sein wird.“ (Die Burschis von der Silesia)

Jetzt wissen wir es! Doch der Reihe nach:

In der OTS der Silesia heißt es zunächst, dass der Sohn des in Rede stehenden Beamten nicht – wie behauptet, „am Haus der Silesia“ wohne. Die Auflösung dieses rätselhaften Satzes folgt gleich: „Der Sohn des in Rede stehenden Beamten des BVT wurde aus der Wiener akad. B! Silesia ausgeschlossen und ist daher nicht Mitglied dieser Verbindung“. Damit ist allerdings nur klargestellt, dass der gute Benjamin jetzt nicht mehr auf der Bude wohnt und vermutlich eine neue Wohnung sucht – mit Internetanschluss?

Der oft beschworene Lebensbund der Burschis ist in einer tiefen Krise: der Bastl von den Olympen ausgeschlossen, der Hubert und der Benjamin bei den Silesen, die Teutonen im Nahkampf mit den Olympen (siehe 23.10.2010 „Burschis im Stellungskampf“) und die pennalen Franko-Cherusker wetzen auch schon ihre Säbel (Das Säbelwetzen hat begonnen).


Bastl und Benjamin: Wie das „Tausendjährige Reich“ war der Lebensbund bedeutend kürzer als angenommen…

Wehe den Abgefallenen und Ausgeschlossenen! Die Silesia kennt kein Mitleid, wie die Aussendung zeigt: „Bei der Veranstaltung ‚Red Room Clubbing‘ kam es zu keiner ‚Schlägerei unter rechten Recken‘. Wahr ist, dass Herr Keyl zu vorgerrückter Stunde in erheblich alkoholisiertem Zustand aufgrund seines aggressiven Verhaltens von den für die Sicherheit Verantwortlichen aus dem Lokal entfernt werden musste“.

Welche Konsequenz diese Entfernung von den für die Sicherheit Verantwortlichen für den Betroffenen hatte, davon liest man in der Silesia-Botschaft nichts. Da muss man auf den Blog des Olympen Martin Graf wechseln, um dort das völlig ramponierte Gesicht des Ex-Silesen zu betrachten und über Lebensbünde und deren Auswirkungen zu sinnieren.


Wenn bei Silesia Veranstaltungen Menschen aus Lokalen „entfernt werden müssen“… (Faksimile von unzensuriert.at)

Die Slesia bestätigt dann noch im wesentlichen unsere Schilderung über den weiteren Ablauf im Puff:

„Gottfried Küssel ist nicht auf der Veranstaltung ‚Red Room Clubbing‘ erschienen. Wahr ist, dass Küssel in den frühen Morgenstunden mit der Frau des Herrn Keyl Einlass in das Lokal begehrt hat, welcher ihm verweigert wurde.“


Und Küssel ist auch hier wieder involviert… (siehe: Gottfried Küssel und sein kleines “Reich”)

Auch die noble Sprache der Silesen („Einlass begehren“) kann nicht verbergen, dass die Burschis im halbseidenen Milieu von Rotlicht, Körperverletzung und Rechtsextremismus untergetaucht sind.