Die Burschis von der Silesia (Teil 1)

Im Zuge der Ermit­tlun­gen um die Neon­azi-Home­page Alpen-Donau sind in den jüng­sten Tagen Namen genan­nt oder Per­so­n­en beschrieben wor­den, die nicht nur direkt oder indi­rekt mit Alpen-Donau, son­dern auch mit der Burschen­schaft Sile­sia zu tun haben. Deshalb hier eine kleine Ein­führung zur Sile­sia und ihrem Treiben.

Die akademis­che Burschen­schaft Sile­sia wurde 1860 gegrün­det und feiert heuer, vom 18. bis zum 21.11.2010, ihr 150. Stiftungs­fest. Beson­ders lustig wird es nicht wer­den, denn bei der Sile­sia kracht es ordentlich.

Aber schließlich hat­ten die Sile­sen heuer schon ein­mal ihren Spaß (und auch den Krach). Am 12.3. 2010 luden sie zu ein­er Feier ins Ani­mier­lokal „Pour Platin“ ein. Die Ein­ladungskarte enthielt ein in sein­er sym­bol­is­chen Qual­ität schon fast geniales Foto, auf dem ein fein gek­lei­de­ter junger Burschi von zwei Frauen flankiert wird, die sich offen­sichtlich nach ihm verzehren. Im Hin­ter­grund wachen zwei fin­stere tätowierte Body­guards darüber, dass nichts passiert.


Ben­jamin                      Photoshop-Fantasien

Passiert ist dann doch etwas. Nach dem üblichen Besäuf­nis und etlichen, zumin­d­est von weib­lichen Besucherin­nen ziem­lich unan­genehm emp­fun­de­nen Anbratereien, bildete eine ver­i­ta­ble Schlägerei den Höhep­unkt des Festes. Der par­la­men­tarische Mitar­beit­er von Mar­tin Graf, Hubert Keyl (damals noch Burschen­schaft Sile­sia), wurde bei dem Ver­such, sein­er Frau zuhil­fe zu kom­men, von den anwe­senden Body­guards ziem­lich schw­er ver­let­zt. Elis­a­beth Keyl rief in der Stunde der Bedräng­nis einen Fre­und zuhil­fe: Got­tfried Küs­sel. Küs­sel erschien tat­säch­lich vor dem „Pour Platin“, verzichtete aber auf eine Auseinan­der­set­zung mit den Bodyguards.

Die Sile­sia, die in den Deutschen Burschen­schaften, also in der ziem­lich recht­en Abteilung der Kor­pori­erten, organ­isiert ist, hat das Prob­lem, dass in ihr nicht nur FPÖler aktiv sind, son­dern auch BZÖler. Während bei den anderen Mit­gliedsver­bän­den der Deutschen Burschen­schaften in Wien die Spal­tung der FPÖ ein­deutige Ver­hält­nisse zugun­sten der FPÖ geschaf­fen hat, durch­wogt der Kon­flikt die Sile­sen. Keyl war in dessen FPÖ-Zeit Mitar­beit­er von Ewald Stadler (jet­zt BZÖ), jet­zt ist er Mitar­beit­er von Mar­tin Graf (FPÖ, Olympia). Karl Eggl, ein weit­er­er Silese, ist Mitar­beit­er von Wern­er Neubauer (FPÖ), während Patrick Black­more (Sile­sia) mit­tler­weile Mitar­beit­er von Ewald Stadler (BZÖ) ist. Jochaim L. war bis 2009 par­la­men­tarisch­er Mitar­beit­er von Ger­hard Huber (BZÖ), bevor er seinen Chef anzeigte und sei­ther mit allen Mit­teln ver­fol­gt. Es gibt unter den Sile­sen jeden­falls einige par­la­men­tarische Mitar­beit­er von FPÖ- und BZÖ-Abge­ord­neten. Weit­ere Sile­sen sind etwa der Lan­desparteisekretär der Wiener FPÖ Hans Jörg Jenewein und Kon­rad Belakow­itsch. Etwas vere­in­facht kön­nte man sagen: Die Sile­sia ist derzeit ein einziger riesiger Intri­gen­stadel, um den sich auch schon etliche par­la­men­tarische Anfra­gen ranken. Hubert Keyl wurde mit­tler­weile von der Sile­sia aus­geschlossen, und wir warten ges­pan­nt, wer der Näch­ste sein wird.

Ben­jamin                     , den wir dem Umfeld von Alpen-Donau zurech­nen (siehe par­la­men­tarische Anfrage Alpen-Donau) ist jeden­falls heute Objekt der Berichter­stat­tung von News dazu, während „Öster­re­ich“ anonyme Quellen zitiert, die die guten Kon­tak­te eines „aktiv­en FPÖ-Mitarbeiter[s] und dessen Ehe­frau (eine blaue Sekretärin)“ zu Küs­sel in den Vorder­grund stellen. Ewald Stadler wiederum hat heute eine par­la­men­tarische Anfrage einge­bracht, die die FPÖ-Con­nec­tions von Ben­jamin                      darstellt und in der nach dessen Kon­tak­ten in das Rotlicht-Milieu gefragt wird.

Ben­jamin                      ist jeden­falls die Per­son, die auf der Ein­ladung der Sile­sia zum Puff-Fest von den Frauen umrankt wird. Es gibt auch Sile­sen, die beru­flich eher in dem Bere­ich der Per­so­n­en hin­ter                      tätig sind. Aber damit und mit den unap­peti­tlichen Intri­gen der Sile­sen wollen wir die kurze Darstel­lung nicht abschließen.

Die alten Sile­sen pla­gen neben der Pflege des Deutsch­tums und dem Zus­tand ihrer Burschen­schaft in Öster­re­ich noch ganz andere Prob­leme, die natür­lich auch ein­er genauen Erörterung bedürften. Lei­dl Julian (ein älter­er Herr aus der Lei­dl-Dynas­tie bei den Sile­sen) war Teil­nehmer beim 1. Alpen­ländis­chen Paukärztesem­i­nar (28.–30.4.06) im Haus der akad.B! Ale­man­nia und referierte zu dem span­nen­den The­ma: „Anatomie und Ver­let­zun­gen von Lippe, Zun­gen und Zäh­nen“ Hof­fentlich haben die Alten Her­ren beim kom­menden Stiftungs­fest auch Zeit darüber zu reden! Für Julian Lei­dl hat es sich aus­gezahlt: Die Ver­anstal­tung wurde von der steirischen Ärztekam­mer als Wund­ver­sorgungssem­i­nar appro­biert und mit 10 Punk­ten für das Diplom­fort­bil­dung­spro­gramm belohnt.

Teil 2: Lebens­bund in der Krise
Teil 3: Das Ende naht!