Gottfried Küssel und sein kleines „Reich”

Die Tageszeitung Öster­re­ich berichtet über die ersten Ergeb­nisse der Haus­durch­suchun­gen gegen alpen-donau.info. Dem­nach wur­den „ver­botene mil­itärische Schuss­waf­fen, dazuge­hörige Muni­tion und unter anderen NS-Devo­tion­alien bzw. tatrel­e­vante Schrift­stücke sichergestellt”.

Laut „ÖSTERREICH” liegen fol­gende Details der Haus­durch­suchun­gen vor:

.) 16 der ins­ge­samt 18 ange­ord­neten Haus­durch­suchun­gen kon­nten durchge­führt wer­den. Zwei Woh­nungsadressen waren „Scheinadressen“, diese Durch­suchun­gen mussten abge­brochen werden.
.) Die Haus­durch­suchun­gen fan­den in Wien (7 Woh­nun­gen), Niederöster­re­ich (2), Steier­mark (3), Kärn­ten (2) und Tirol (2) statt.
.) Bei zwei Haus­durch­suchun­gen, darunter bei ein­er in Wien, kam es zur „Woh­nungsöff­nung durch die Son­dere­in­heit Cobra“.
.) Bei den 16 Zugrif­f­en wur­den Com­put­er, Lap­tops, Spe­icherkarten, Mobil­tele­fone, Gewehre, ver­botene mil­itärische Schuss­waf­fen (Kalaschnikows), Muni­tion, Mess­er und Schla­gringe sowie NS-Devo­tion­alien sichergestellt.

In den Blick­punkt der Ermit­tlun­gen gerät immer mehr Got­tfried Küs­sel. Die Staat­san­waltschaft Wien ermit­telt nach dem NS-Ver­bots­ge­setz und wegen Kör­per­ver­let­zungs­de­lik­ten.
Als „Neon­azi-Zen­trale” soll das soge­nan­nte „Küs­sel-Haus” dienen. Eine Immo­bilie in der Unteren Donaus­traße, in der Küs­sel mehrere Woh­nun­gen besitzt und weit­ere ehe­ma­lige Kad­er der VAPO wohnen – darunter Felix Budin (siehe Anfrage zu Alpen-Donau).

Eben­falls in dem Haus ansäs­sig ist der Vere­in „Wiener Akademis­che Feri­alverbindung Reich”, in dem Küs­sel „Schrift­führer” und „Kassier” ist (Vere­in­sreg­is­ter­auszug als PDF). Weit­ere im Vere­in tätige Per­so­n­en: Lucas Tuma, der aus dem Dun­stkreis der VAPO kommt und Vik­tor Ham­mer­may­er.

Das „Reich” (dessen Aus­dehnung niemals über die Größe eines Keller­lokal hin­auskam) ver­anstal­tet jede Woche Tre­f­fen, an denen neben den Ex-Kadern der VAPO auch junge Neon­azis organ­isiert wer­den sollen.


Logo des Vere­ins von Küs­sel, der „Wiener Akademis­chen Feri­alverbindung Reich”, bes­timmt nur ein „Zufall”, dass das Sym­bol so aussieht wie ein Hakenkreuz …

Das Pro­gramm des Vere­in „Reich”, bei dem es nicht nur ein­mal heißt: „Frauen unerwünscht”:

Früh­jahr Semes­ter 2010

März / Lenz­ing 2010

  • Fre­itag 05.03. 20:00 Uhr: Semes­ter­antrittskneipe (Reichs­brüder, Gäste, ohne Damen)
  • Fre­itag 26.03 20:00 Uhr: Vor­trag: Südtirol — Geschichte und Gegen­wart (Reichs­brüder, Gäste)

April / Oster­mond 2010

  • Fre­itag 02.04. 20:00 Uhr: kar­fre­itäglich­es Steltzenessen (Reichs­brüder Gäste)
  • Fre­itag 30.04. 20:00: Vor­trag: Die Zer­set­zer — Wer ver­nichtet Volk und Land (Reichs­brüder, Gäste)

Mai / Won­nemond 2010

  • Mittwoch 12.05. 20:00 Uhr Mai­bowle (Reichs­brüder, Gäste)
  • Fre­itag 21.05. 20:00 Uhr Vor­trag: Das Ver­bots­ge­setz — ein öster­re­ichis­ches Para­dox­on (Reichs­brüder, Gäste)

Juni / Brach­mond 2010

  • Fre­itag 18.06. 20:00 Uhr 21. Stiftungs­fest — Begrüßungsabend (Reichs­brüder, Gäste)
  • Sam­stag 19.06. vor­mit­tag Reich­swaf­fen­tag (Reichs­brüder)
  • 20:00 Uhr 21. Stiftungs­fest — Fes­tkneipe (Reichs­brüder, Gäste. ohne Damen)

Juli / Heumond 2010

  • Fre­itag 02.07. 20: Uhr Semes­ter­ab­schlußkneipe (Reichs­brüder, Gäste, ohne Damen)

Bei diesem Pro­gramm ver­wun­dern auch die aktuellen Waf­fen­funde bei den Haus­durch­suchun­gen nicht mehr: So gab es am Sam­stag, 19. Juni 2010 einen „Reich­swaf­fen­tag”. Wir bezweifeln (auch wenn uns selb­st das nicht mehr über­raschen würde), dass dort Küs­sel & Co mit Spielzeug­panz­ern den Ost­feldzug nachspielten.