Skip to content
Stoppt die Rechten

Stoppt die Rechten

Antifaschistische Website

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky
  • Suche
  • Wissen
    • Rechtsextremismus
    • Ist die FPÖ rechtsextrem?
    • Rechtsextreme Medien in Österreich
    • Faschismus
    • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
    • Antisemitismus
    • Rassismus
    • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
    • NS-Symbole und Abzeichengesetz
    • Verhetzung. Was ist das? Was kann ich dagegen tun?
  • Handeln
    • Aktiv werden und handeln
    • Was kann wie wo gemeldet werden?
    • Gegen Sticker & Geschmiere
    • How to “Prozessreport”?
  • Hilfreich
    • Anleitung Sicherung von FB-Postings/Kommentaren
    • Strafbare Inhalte im Netz: eine Anzeige/Sachverhaltsdarstellung einbringen
    • Newsletter
    • Open Data Archiv
    • Archiv aller Beiträge
    • Schlagwörter-Wolke
    • RSS-Feeds
  • Wochenrückblick
  • Gastbeitrag
  • Materialien
  • Rezension

„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

FPÖ
Einzelfallzähler

aktuell 0 Fälle
alle Fälle lesen

Waffenfunde
 

0
alle Fälle lesen

Startseite | Dokumentation | Wochenrückblick

Lesezeit: 4 Minuten

Mélange KW 47-48/24 (Teil 1): Hitlergruß, Neonazi-Sticker und Tod einer Neonazi-Ikone

Ein 35-Jähriger konnte sich nicht erklären, warum er den Hitlergruß gezeigt und Nazi-Parolen gegrölt hatte. In Graz tauchen vermehrt frauenfeindliche Sticker im NS-Style auf. Die 96-jährige Neonazi-Ikone und notorische Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck ist gestorben. Auch aus Österreich folgten zahlreiche Trauerkundgebungen.

2. Dez. 2024
Rückblick
Rückblick

Tennengau-Salzburg: Gefilmter Hitlergruß
Wien: Polizistin und Polizist nach Verbotsgesetz angezeigt
Graz: Frauenfeindliche Sticker im NS-Style
D: Neonazi-Ikone Haverbeck tot

 

Tennengau-Salzburg: Gefilmter Hitlergruß

Ein 35-jähriger Kroate wurde am 25. November am Landesgericht Salzburg zu sechs Monaten bedingter Haft verurteilt, nachdem er sich im Dezember 2023 vor seiner ehemaligen Lebensgefährtin wiederbetätigt hatte.

Konkret lastete Staatsanwalt Marcus Neher dem 35-jährigen Angeklagten an, im Dezember 2023 im Tennengau gegenüber seiner damaligen Lebensgefährtin mehrmals den Hitlergruß gezeigt und „Heil Hitler!“ geschrien zu haben. Zudem habe er gegenüber der nunmehrigen „Ex“, mit der er sich damals schon lange im heftigen Trennungsstreit befunden hatte, übelste antisemitische Wortmeldungen abgesondert. Nachsatz des Staatsanwalts: „Der Angeklagte forderte die nunmehrige Ex-Partnerin damals sogar auf, das alles zu filmen. Damit sie es den Leuten vom Jugendamt vorspielen kann.“ (sn.at, 25.11.24)

Der Angeklagte zeigte sich vor Gericht reumütig und distanzierte sich von seinen Taten, die er als „Riesenblödsinn“ bezeichnete, und behauptete, er könne sich nicht erklären, warum er sich auf diese Weise entladen habe. Er war aber bereits 2018 wegen eines ähnlichen Deliktes verurteilt worden. Damals war er mit 13 anderen jungen Männern, alle ehemalige Mitglieder einer rechten Fußballfan -Gruppierung von „Dinamo Zagreb“, wegen der Verwendung des Ustaša-Grußes angeklagt worden.

Das bereits rechtskräftige Urteil erging als Zusatzstrafe zu zwei offenen bedingten Verurteilungen – nämlich wegen versuchter Körperverletzung in anderem Kontext und wegen fortgesetzter Gewalt gegen die Ex-Partnerin. (sn.at, 25.11.24)

Wien: Polizistin und Polizist nach Verbotsgesetz angezeigt

Die Bundesdisziplinarbehörde hat im Fall jener zwei Angehörigen der Wiener Polizei, die Nazi-Chats verbreitet haben sollen, die im Oktober ausgesprochene vorläufige Suspendierung bestätigt. Zudem wurde Anzeige nach dem Verbotsgesetz erstattet.

Die Ermittlungen begannen beim Landesamt Staatsschutz und Extremismusbekämpfung Burgenland, das im Auftrag der Staatsanwaltschaft Eisenstadt ein Handy auswertete, auf dem belastende Inhalte gefunden wurden. Die führten zu einer Mitarbeiterin der LPD Wien, was zur Suspendierung der Polizistin am 20. Oktober führte. Ein weiterer Polizist ist ebenfalls involviert. (Quelle: orf.at, 26.11.24)

Graz: Frauenfeindliche Sticker im NS-Style

In Graz tauchen auf Hausmauern und Toiletten vermehrt Sticker auf, die im Stil von NS-Propaganda antifeministische Botschaften verbreiten. „‚Weiblichkeit statt Feminismus‘ steht in Frakturschrift auf braunem Hintergrund. Darunter eine Frauenfigur, sie trägt blonde Zöpfe, rote Lippen, ein weiß-blau-gepunktetes Kleid und hebt ein blondes Kleinkind hoch.“ (kleinezeitung.at, 28.11.24)

Neonazi-Ikone Haverbeck tot

Die deutsche Neonazi-Ikone Ursula Haverbeck-Wetzel ist im Alter von 96 Jahren verstorben. Haverbeck behauptete über Jahrzehnte hinweg, der millionenfache Mord an Jüdinnen und Juden durch die Nationalsozialisten sei nicht bewiesen, womit sie in rechtsextremen Kreisen zur Heldin und Galionsfigur emporgehoben wurde; 2019 wurde die damals inhaftierte Haverbeck von der rechtsextremen Partei „Die Rechte“ als Spitzenkandidatin für die Europawahl 2019 aufgestellt.

Ohne zu übertreiben, kann man sagen: Ursula Haverbeck-Wetzel hat ihr Leben dem Leugnen der Shoah gewidmet. Bis zum Verbot 2008 leitete sie das rechtsextreme Schulungszentrum „Collegium Humanum“ im ostwestfälischen Vlotho. Danach tingelte sie als Vortragsrednerin weiter durchs Land, veröffentlichte ein Video nach dem anderen und verkündete stur die immer selbe Botschaft: dass der millionenfache Massenmord der Nazis an den Jüdinnen und Juden Europas nicht bewiesen sei. Äußerlich die freundliche Oma, ideologisch von unvergleichlicher Verbohrtheit. (endstation-rechts.de, 7.6.24)

Haverbeck war mehrfach wegen Volksverhetzung vor Gericht und wurde in mehreren Prozessen verurteilt. Von 2018 bis 2020 verbüßte sie eine Gefängnisstrafe in Bielefeld. Im Jahr 2022 wurde sie in Berlin erneut zu einem Jahr Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt. Noch im Juni dieses Jahres war sie in einem weiteren Prozess in Hamburg zu einem Jahr und vier Monaten Haft verurteilt worden, die sie jedoch nicht mehr antrat. Haverbeck nutzte die Gerichtsverhandlungen, um ihre Propaganda zu verbreiten, und wurde dabei regelmäßig von zahlreichen Unterstützer*innen begleitet.

Haverbecks Beisetzung könnte zu einem Schaulaufen der rechtsextremen Szene werden. In den Sicherheitsbehörden rechnet man mit großem Zulauf Rechtsextremer. Dass das nicht aus der Luft gegriffen ist, zeigen die Trauerbekundungen aus der Szene: Neben diversen deutschen Rechtsextremisten meldeten sich auch verschiedene europäische Gruppen mit Stellungnahmen. (spiegel.de, 21.11.24)

Auch aus der österreichischen rechtsextremen bzw. Neonazi-Szene (v.a. rund um die ehemalige Alpen-Donau-Garde) wurden in den sozialen Medien zahlreiche Nachrufe veröffentlicht. AUF1-Macher Stefan Magnet verkündete, mit Haverbeck ein Interview vereinbart zu haben, wenn sie die im Juni verhängte Haftstrafe antreten hätte müssen. „Ich wollte als Journalist jene 96-Jährige sprechen lassen, der gerichtlich das Sprechen verboten wurde und die aufgrund der ihr attestierten Gefährlichkeit wiederholt ins Gefängnis sollte. Mich beschäftigt die Frage, die seit der Inquisition an Aktualität nicht verloren hat.“ Übersetzt: Magnet bezeichnet die strafrechtliche Verfolgung von Holocaustleugnung als Sprechverbot und „Inquisition“.

Stefan Magnet zum Tod der Neonazi-Ikone Ursula Haverbeck (Screenshot X 20.11.24) 96jährige Ursula Haverbeck verstorben — unmittelbar vor Haftantritt Haverbeck wurde zu einem Jahr Haft verurteilt, weil sie laut Gericht "Volksverhetzung begangen" habe. Das Gericht warf ihr vor, den Holocaust zu leugnen. Jetzt ist Ursula Haverbeck tot. Sie verstarb, noch ehe sie die Haft antreten musste. Sie hatte mir ein Interview zugesagt, es hätte unmittelbar vor Haftantritt stattfinden sollen. Es sollte bei dem Interview nicht um verbotene Inhalte oder Geschichte gehen. Ich wollte als Journalist jene 96-Jährige sprechen lassen, der gerichtlich das Sprechen verboten wurde und die aufgrund der ihr attestierten Gefährlichkeit wiederholt ins Gefängnis sollte. Mich beschäftigt die Frage, die seit der Inquisition an Aktualität nicht verloren hat: Warum schwört der als Ketzer verfolgte nicht ab, um sein Leben zu retten? Warum setzte sich die als „Nazi-Oma“ (so titelte „Der Stern“) verspottete Frau dieser Verfolgung in vollem Bewusstsein aus? Haverbeck sagte schon 2007 vor dem Landgericht in Dortmund: „Wir leben gar nicht in einer echten Demokratie, was man schon daran erkennen kann, daß alle Angst haben. Die Herrscher haben vor dem Volk Angst, deshalb gibt es Maulkorbgesetze, und das Volk hat vor den Regierenden Angst, deshalb wagt es nicht zu sagen, was es denkt.“ Wie sehr die Justiz instrumentalisiert ist, sieht man auch daran, dass in anderen Fällen unverständliche Milde angewandt wird. Etwa bei Vergewaltigern, Mördern... oder beim Hamburger Cum-ex-Bankier Christian Olearius. Er soll einen Steuerschaden von 280 Millionen Euro verursacht haben. Das Gericht stellte das Verfahren einfach ein, weil der Mann zu hohen Bluthochdruck hätte.... bei Haverbeck war man nicht so gnädig. Ich wollte herausfinden, warum? Jetzt kann sie nicht mehr für sich sprechen und das Gericht kann beruhigt die Akten schreddern.
Stefan Magnet zum Tod der Neonazi-Ikone Ursula Haverbeck (Screenshot X 20.11.24)

Das DÖW (Oktober 2008) vermerkte, dass Haverbeck 2008 für die „43. Politische Akademie“ der neonazistischen AFP im oberösterreichischen Offenhausen als Rednerin angekündigt war. Ältere Verbindungen zu Österreich gab es über Haverbecks Mann, Werner Georg Haverbeck. Der ehemalige SS-Untersturmführer war zwischen 1974 und 1982 Präsident des mit nazistischen Fragmenten durchsetzten „Weltbund zum Schutze des Lebens“ (WSL), der von dem Österreicher Günther Schwab gegründet worden war.

Unabhängige Recherche ermöglichen...

Jetzt unterstützen »
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • E-Mail 
Keine Beiträge mehr verpassen: Email-Benachrichtigung aktivieren
abgelegt unter: Dokumentation, Wochenrückblick
Schlagwörter: Antifeminismus/Sexismus/Maskulinismus | AUF1 | Hitlergruß | Holocaustleugnung/-verharmlosung | Neonazismus/Neofaschismus | Salzburg | Steiermark | Verbotsgesetz | Weite Welt | Wiederbetätigung | Wien

Verwandte Beiträge

  • 27. Mai 2022
    FPÖ-Hauser und ein Holocaust-leugnendes Portal
  • 7. Mai 2019
    Innviertler FPÖ-Funktionärin: zwischen Verschwörungstheorien und Holocaustleugnung
    Tonalität auf FB-Account von S.: Verschwörungstheorien

Beitragsnavigation

« Rosenkranz und der braune BfJ
Staatsanwaltschaften beantragen Auslieferung von vier FPÖ-Nationalratsabgeordneten »

» Zur erweiterten Suche

Unabhängige Recherche unterstützen...

Spenden »

Wissen

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung

Handeln

  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?

Hilfreich

  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
E-Mail-Benachrichtigung bei neuen Beiträgen
  • Wochenrückblicke
    Beiträge
  • Gastbeiträge
    Beiträge
  • Materialien
    Beiträge
  • Rezensionen
    Beiträge
Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Kontakt

Vorfälle und Hinweise bitte über unser sicheres Kontaktformular oder per Mail an:
[email protected]

Wir garantieren selbstverständlich den Schutz unserer Informant*innen, der für uns immer oberste Priorität hat.

Spendenkonto

Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Socials

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky

Links

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung
  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?
  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
  • Über uns
  • Beirat und Unterstützer:innen
  • Datenschutz
  • Impressum
Spenden
Newsletter