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„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

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Lesezeit: 9 Minuten

Kulturverein w23 Ziel einer Angriffsserie

Wie die tag­täg­li­che Berichts­er­stat­tung von stopptdierechten.at ver­deut­licht, ist nicht nur die Anzahl ras­sis­tisch und rechts­extrem moti­vier­ter Straf­ta­ten wie Hate­speech oder Atta­cken auf Geflüch­te­te kon­stant stei­gend, son­dern auch jene geziel­ter Angrif­fe auf poli­ti­sche Gegner_innen. Dies ver­deut­licht sich u.a. am Bei­spiel des Kul­tur­ver­eins w23, der in den letz­ten Wochen erneut zum Ziel einer rechts­extre­men Angriffs­se­rie wurde.

5. Jan. 2017

Stei­gen­de Zahlen
Vor weni­gen Wochen berich­te­te der Kurier (vom 25.11.2016) davon, dass öster­reich­weit in die­sem Jahr bis Anfang Novem­ber bereits 540 Ermitt­lungs­ver­fah­ren wegen Ver­het­zung geführt wur­den und die Zahl bis Ende des Jah­res noch wei­ter stei­gen wer­de. 2015 waren es ins­ge­samt „nur“ 513 gewe­sen. Wie selbst­ver­ständ­lich auch ras­sis­ti­sche, anti­se­mi­ti­sche oder auch holo­caust­re­la­ti­vie­ren­de bzw. ‑leug­nen­de Äuße­run­gen (vor allem im Inter­net) gewor­den sind, zeigt sich zudem an der gestie­ge­nen Anzahl von Ver­bots­ge­setz­de­lik­ten, die aktu­ell vor öster­rei­chi­schen Gerich­ten ver­han­delt wer­den. Die Hür­de, auf Face­book oder ande­ren Foren schnell mal „die Wie­der­eröff­nung von Maut­hau­sen“ zu for­dern oder zu einer „Koran­ver­bren­nung mit Span­fer­ke­l­es­sen und Frei­bier“ auf­zu­ru­fen, scheint in letz­ter Zeit noch wei­ter gesun­ken zu sein. Obgleich also die Anzahl der für die­se Delik­te Ange­klag­ten im Ver­gleich zum Vor­jahr gestie­gen ist, scheint sich hier­zu­lan­de kaum jemand (mehr) dafür zu inter­es­sie­ren. Zumin­dest gehen die kon­stant wach­sen­den Zah­len nicht mit einem Anstieg an (kri­ti­scher) Berichts­er­stat­tung oder zumin­dest der För­de­rung und Aus­wei­tung gesell­schafts­po­li­ti­scher Prä­ven­ti­ons­pro­gram­me von men­schen­feind­li­chen Ein­stel­lungs­mus­tern ein­her. Im Gegen­teil, Ver­bots­ge­setz- und Ver­het­zungs­an­kla­gen schei­nen in öster­rei­chi­schen Tages­zei­tun­gen kei­nen berichts­wer­ten Gegen­stand mehr dar­zu­stel­len und so ist die Nicht­be­richts­er­stat­tung eher zur Regel gewor­den als die jour­na­lis­ti­sche Beschäf­ti­gung mit The­men die­ser Art.

Rollbalken des Kulturvereins W23 im November 2016 aufgebrochen...
Roll­bal­ken des Kul­tur­ver­eins W23 im Novem­ber 2016 auf­ge­bro­chen — Bild­quel­le: W23

Angrif­fe auf poli­ti­sche Gegner_innen
Aber nicht nur anti­se­mi­ti­sche Straf­ta­ten, wie sich zuletzt u.a. bei der Schän­dung des jüdi­schen Fried­hofs in Wien zeig­te oder ras­sis­ti­sche Delik­te wie der Brand­an­schlag auf eine Unter­kunft für Geflüch­te­te in Him­berg wer­den immer mehr und all­täg­li­cher. Auch rechts­extrem moti­vier­te Angrif­fe auf poli­ti­sche Gegner_innen haben sich in den letz­ten Wochen und Mona­ten gehäuft.

Neonazi-Sticker als Art Bekenntnis auf der beschädigten Tür des Kulturvereins
Neo­na­zi-Sti­cker als Art Bekennt­nis auf der beschä­dig­ten Tür des Kul­tur­ver­eins — Bild­quel­le: W23

Dies ver­deut­licht sich vor allem am Bei­spiel des Kul­tur­ver­ein w23 im ers­ten Wie­ner Bezirk. Er besteht inzwi­schen seit zehn Jah­ren und behei­ma­tet unter­schied­li­che Grup­pen und Pro­jek­te, deren Ver­an­stal­tun­gen sowie auch eine Biblio­thek. Immer wie­der kam es im Lau­fe der Jah­re lei­der auch zu rechts­extre­men und neo­na­zis­ti­schen Angrif­fen. Waren es anfangs noch „ein­fa­che“ Nazi-Schmie­re­rei­en gewe­sen, stei­ger­te sich die Qua­li­tät die­ser Ein­schüch­te­rungs­ver­su­che, als im Okto­ber 2008 rund zehn ver­mumm­te Neo­na­zis pro­bier­ten, in die Ver­eins­räum­lich­kei­ten zu kom­men und die dort anwe­sen­den Gäs­te zu atta­ckie­ren. Auch in den dar­auf fol­gen­den Jah­ren kam es immer wie­der zu Schmie­re­rei­en, Mani­pu­la­tio­nen der Schlös­ser sowie Mit­te Sep­tem­ber 2016 zu einer „Atta­cke mit Kunst­blut, wel­ches an die Wand und Ein­gangs­tür der w23 geschüt­tet wur­de“ ver­se­hen mit einem Zet­tel, auf dem „Öster­reich blu­tet auch durch eure Schuld“ stand. Kunst­blut wur­de auch im Übri­gen auch bei den Angrif­fen auf den „Mus­lim Life­style Shop“ sowie die „Anar­chis­ti­sche Buch­hand­lung“ ver­wen­det, die zum glei­chen Zeit­punkt in Wien stattfanden.

Rollbalken des Kulturvereins W23 erneut zum Jahreswechsel 2016/2017 aufgebrochen...
Roll­bal­ken des Kul­tur­ver­eins W23 erneut zum Jah­res­wech­sel 2016/2017 auf­ge­bro­chen… — Bild­quel­le: W23

Kein Ein­zel­fall
Doch die­se Atta­cke blieb kein Ein­zel­fall, son­dern reiht sich ein in eine Serie von wei­te­ren Angrif­fen, die in den dar­auf kom­men­den Wochen fol­gen soll­ten. Bereits zwei Wochen spä­ter wur­de der mas­si­ve Eisen­roll­la­den unter Anwen­dung eines enor­men Kraft­akts beschä­digt und ver­sucht, sich Zutritt zu den Räum­lich­kei­ten zu ver­schaf­fen, kurz dar­auf erneut die Schlös­ser ver­klebt sowie But­ter­säu­re im Ein­gangs­be­reich ver­schüt­tet. Auch wur­den immer wie­der Auf­kle­ber mit ein­deu­tig rechts­extre­men Paro­len hin­ter­las­sen. Doch auch damit nicht genug. Ende Dezem­ber 2016 ver­such­ten Unbe­kann­te erneut, sich Zutritt zu den Ver­eins­räum­lich­kei­ten zu ver­schaf­fen und beschä­dig­ten dabei den inzwi­schen neu­en Eisen­roll­bal­ken mas­siv. Der inzwi­schen ent­stan­de­ne Sach­scha­den bewegt sich im Bereich von meh­re­ren Tau­send Euros. Den­noch las­sen sich die Betreiber_innen des Kul­tur­ver­eins nicht ein­schüch­tern, son­dern erken­nen in den Angrif­fe und Atta­cken „Ein­schüch­te­rungs­ver­su­che“. „Sie sol­len Angst schü­ren und ihren poli­ti­schen Gegner_innen das Gefühl der stän­di­gen Bedro­hung ver­mit­teln. Sie sind eine logi­sche Fol­ge des auto­ri­tä­ren gesell­schaft­li­chen Kli­mas. In den letz­ten Jah­ren haben die Akti­vi­tä­ten von neo­fa­schis­ti­schen und ande­ren rechts­extre­men Grup­pen wie­der mas­siv zuge­nom­men. Die Akteur_innen sind selbst­be­wuss­ter gewor­den und füh­len sich in einer zuneh­mend men­schen­feind­li­chen Gesell­schaft siche­rer und bestärkt“, heißt es in einem State­ment zur Anschlags­se­rie. Die Angrif­fe kön­nen ihrer Mei­nung nach nicht los­ge­löst von ande­ren gesell­schafts­po­li­ti­schen Ent­wick­lun­gen hier­zu­lan­de betrach­tet wer­den: „Wenn ras­sis­ti­sche Het­ze zur Tages­ord­nung gehört, Brand­an­schlä­ge auf Unter­künf­te von Geflüch­te­ten immer häu­fi­ger und faschis­ti­sche Kon­ti­nui­tä­ten zum „Grund­kon­sens” einer Gesell­schaft wer­den, füh­len wir uns in der Not­wen­dig­keit unse­rer Arbeit bestä­tigt. Wir hal­ten es daher für uner­läss­lich, den Blick auf die herr­schen­den Zustän­de zu rich­ten und sich gegen die ras­sis­ti­sche und faschis­ti­sche Nor­ma­li­sie­rung zu stellen.“ 
Ob öster­rei­chi­schen Tages­zei­tung erneut durch Nicht­be­ach­tung der rechts­extre­men Angriffs­se­rie bril­lie­ren oder sich doch noch dazu auf­raf­fen kön­nen, dar­über zu berich­ten, bleibt bis­lang noch abzuwarten.

Neonazi-Sticker in der Nähe des Lokals des Kulturvereins W23 im september 2016
Neo­na­zi-Sti­cker in der Nähe des Lokals des Kul­tur­ver­eins W23 im sep­tem­ber 2016 — Bild­quel­le: W23

Hier die Aus­sendung des Kul­tur­ver­eins W23 im Original:

Erneu­ter rechts­extre­mer Angriff gegen Kul­tur­ver­ein w23

Am Nach­mit­tag des 30. Dezem­ber kam es wie­der zu einem Angriff auf die Räum­lich­kei­ten des Kul­tur­ver­eins w23. Die­ser ereig­ne­te sich nach dem glei­chen Sche­ma wie beim rechts­extre­men Angriff Ende Novem­ber: Mit mas­si­vem Kraft­auf­wand wur­de ver­sucht, sich über den Metall­roll­bal­ken Zutritt zu den Ver­eins­räum­lich­kei­ten zu ver­schaf­fen und die­ser erheb­lich beschä­digt. Die­ser Über­griff steht im Zusam­men­hang mit einer aggres­si­ven und sys­te­ma­ti­schen Angriffs­se­rie, die im Sep­tem­ber 2016 begann.

In den letz­ten zwei Mona­ten gab es gleich vier schwer­wie­gen­de Angrif­fe durch Rechts­extre­me auf die Räum­lich­kei­ten des Kul­tur­ver­ein w23:
Ende Novem­ber wur­de mit mas­si­vem Kraft­auf­wand ver­sucht, sich Zutritt durch den Metall­roll­bal­ken, der die Ein­gangs­tür der Räu­me schützt, zu ver­schaf­fen. Dabei wur­de die­ser der­art beschä­digt, dass er nur aus­ge­tauscht wer­den konn­te, und ein Sach­scha­den von meh­re­ren tau­send Euro war die Fol­ge. Zwei Wochen spä­ter wur­den die Schlös­ser der Roll­bal­ken ver­klebt. Eine Woche dar­auf wur­de But­ter­säu­re im Ein­gangs­be­reich ver­schüt­tet. Am Nach­mit­tag des 30. Dezem­ber wur­de erneut ver­sucht, den Roll­bal­ken aus Stahl­well­blech auf­zu­bre­chen, um Zutritt zu den Ver­eins­räum­lich­kei­ten zu erlan­gen. Erneut wur­den die Schlös­ser ver­klebt. Dabei wur­de der neue Roll­bal­ken aber­mals erheb­lich beschädigt.
w23 schon frü­her Ziel von Rechtsextremen

Seit ihrer Eröff­nung vor zehn Jah­ren ist die w23, die die Räum­lich­kei­ten mit dem Man­del­baum­ver­lag teilt, immer wie­der Ziel von Angrif­fen durch Neo­na­zis und ande­re Rechts­extre­me gewor­den. Wäh­rend es in den ers­ten Jah­ren ver­hält­nis­mä­ßig ruhig war, kam es durch die ver­stärk­ten Akti­vi­tä­ten von Alpen-Donau.info und ande­ren neo­na­zis­ti­schen Grup­pie­run­gen zu einer Häu­fung von Vor­komm­nis­sen rund um die Vereinsräumlichkeiten.

Aus den Angrif­fen auf die Räu­me wur­den Angrif­fe auf Menschen

In der Nacht vom 25. auf den 26. Okto­ber 2008 stürm­te ein Trupp von zehn mas­kier­ten Neo­na­zis die Räum­lich­kei­ten und begann wahl­los in die Men­ge der anwe­sen­den Per­so­nen zu prü­geln. Die­ser geplan­te Angriff konn­te schnell abge­wehrt und Schlim­me­res ver­hin­dert wer­den. Den­noch gab es zwei Leicht­ver­letz­te und gerin­gen Sachschaden.
Rechts­extre­me Angrif­fe nicht nur gegen die w23

Die Zuspit­zung auto­ri­tä­rer Ver­hält­nis­se in den letz­ten Jah­ren bestärkt Rechts­extre­me dar­in, zuneh­mend aggres­siv gegen alle vor­zu­ge­hen, die sie als Feind_innen aus­ma­chen. Wie die aktu­el­len Bei­spie­le zei­gen, schre­cken sie dabei auch vor Gewalt nicht zurück. Die­se ist im Rechts­extre­mis­mus ange­legt – folg­lich ist anzu­neh­men, dass die Angrif­fe nicht bei zer­stör­ten Roll­bal­ken enden werden.

Gleich­ar­ti­ge Angrif­fe wie die Farb­at­ta­cke auf den Kul­tur­ver­ein w23 gab es zeit­nah auch gegen das Beklei­dungs­ge­schäft “Zahr­aa Mus­lim Life­style Shop” in Meid­ling und die “Anar­chis­ti­sche Buch­hand­lung” in Rudolfs­heim-Fünf­haus. Die Rosa Lila Vil­la berich­tet immer wie­der von LGBTIQ*-feindlichen Schmierereien.

In Ber­lin-Neu­kölln gin­gen Nazis bei einem Angriff auf das lin­ke Café k‑fetisch noch einen Schritt wei­ter: Hier wur­de nicht nur ein Roll­bal­ken auf­ge­bro­chen, son­dern dahin­ter außer­dem Feu­er gelegt, das sich durch gro­ßes Glück nicht aus­brei­te­te. Das Café befin­det sich in einem Wohn­haus, die Täter_innen nah­men den Tod von Men­schen bil­li­gend in Kauf. Dies ist Bei­spiel einer mas­si­ven Angriffs­wel­le gegen Buch­hand­lun­gen, ande­re lin­ke Räu­me und geziel­te Atta­cken gegen Antifaschist_innen.

Ende Dezem­ber wur­de ein jun­ge Frau* in Klagenfurt/Celovec von zwei Ras­sis­ten ver­prü­gelt und schwer ver­letzt, weil sie Zivil-Cou­ra­ge gezeigt und deren ras­sis­ti­sche Pöbe­lei­en wider­spro­chen hat­te. Die Reak­ti­on der Poli­zei war sym­pto­ma­tisch für deren Umgang mit rech­ter Gewalt: Erst die zwei­te von ihr auf­ge­such­te Dienst­stel­le nahm über­haupt die Anzei­ge der jun­gen Frau an.
Die Behör­den Teil des Problems

Immer wie­der zeigt sich, dass von Behör­den bei Angrif­fen Rechts­extre­mer wenig Unter­stüt­zung zu erwar­ten ist. Ein mit Fotos doku­men­tier­ter Angriff von mit Tele­skop­schlag­stö­cken und Gür­teln bewaff­ne­ten Kader der „Iden­ti­tä­ren Bewe­gung” auf Antifaschist_innen führ­te zu einer Verfahrenseinstellung.
Neo­na­zis­ti­sche Hoo­li­gans, die eine Gewerk­schafts­ver­an­stal­tung im EKH gestürmt und ange­grif­fen hat­ten, wur­den über­wie­gend nicht belangt – mehr noch, letzt­lich wur­den Ange­grif­fe­ne im Zuge eines haar­sträu­ben­den Ver­fah­rens ver­ur­teilt. Eini­ge der Angrei­fer wie­der­um wur­den spä­ter als „Secu­ri­ties” auf Demons­tra­tio­nen der „Iden­ti­tä­ren” eingesetzt.
Zuspit­zung auto­ri­tä­rer Verhältnisse

Die­se Angrif­fe und Atta­cken sind Ein­schüch­te­rungs­ver­su­che. Sie sol­len Angst schü­ren und ihren poli­ti­schen Gegner_innen das Gefühl der stän­di­gen Bedro­hung ver­mit­teln. Sie sind eine logi­sche Fol­ge des auto­ri­tä­ren gesell­schaft­li­chen Kli­mas. In den letz­ten Jah­ren haben die Akti­vi­tä­ten von neo­fa­schis­ti­schen und ande­ren rechts­extre­men Grup­pen wie­der mas­siv zuge­nom­men. Die Akteur_innen sind selbst­be­wuss­ter gewor­den und füh­len sich in einer zuneh­mend men­schen­feind­li­chen Gesell­schaft siche­rer und bestärkt.
(Neo-)Faschistische Ideo­lo­gien haben Rücken­wind und das äußert sich nicht „nur” in Online-Het­ze, Kampf- und Kriegs­rhe­to­rik in tages­po­li­ti­schen Aus­ein­an­der­set­zun­gen. Immer mehr Rechts­extre­me und Neo­na­zis neh­men „den Kampf fürs Abend­land” in die eige­ne Hand und schrei­ten zur Tat.

Bei all der not­wen­di­gen Aus­ein­an­der­set­zung mit Angrif­fen auf die eige­ne Infra­struk­tur wol­len wir Fol­gen­des fest­hal­ten: Wir sehen die­se Atta­cken in einem grö­ße­ren Kon­text. Wenn ras­sis­ti­sche Het­ze zur Tages­ord­nung gehört, Brand­an­schlä­ge auf Unter­künf­te von Geflüch­te­ten immer häu­fi­ger und faschis­ti­sche Kon­ti­nui­tä­ten zum „Grund­kon­sens” einer Gesell­schaft wer­den, füh­len wir uns in der Not­wen­dig­keit unse­rer Arbeit bestä­tigt. Wir hal­ten es daher für uner­läss­lich, den Blick auf die herr­schen­den Zustän­de zu rich­ten und sich gegen die ras­sis­ti­sche und faschis­ti­sche Nor­ma­li­sie­rung zu stellen.

Der Kul­tur­ver­ein w23 ver­sucht hier­zu seit nun­mehr 10 Jah­ren sei­nen Teil bei­zu­tra­gen. In den Räum­lich­kei­ten fin­den regel­mä­ßig Dis­kus­si­ons­ver­an­stal­tun­gen, Film­aben­de, Lesun­gen, Work­shops und vie­les mehr statt, außer­dem gibt es die „Biblio­thek von unten” und das „Archiv der sozia­len Bewe­gun­gen”. Die w23 ist ein selbst­ver­wal­te­ter Raum mit (queer)-feministischem  Selbst­ver­ständ­nis und bie­tet Platz für lin­ke, eman­zi­pa­to­ri­sche Pro­jek­te. Für sexis­ti­sches, LGBTIQ*-feindliches, ras­sis­ti­sches und anti­se­mi­ti­sches Ver­hal­ten hin­ge­gen ist kein Platz. Wir las­sen uns von der aktu­el­len Angriffs­wel­le nicht ein­schüch­tern und laden alle soli­da­ri­schen Men­schen herz­lich ein, sich zu beteiligen.

➡️ Pres­se­aus­sendung des Ver­eins vom 4.1.2017: Erneut Angriff durch Rechts­extre­me auf Kul­tur­ver­ein w23

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Schlagwörter: Hetze | Neonazismus/Neofaschismus | Rassismus/Antimuslimischer Rassismus | Verbotsgesetz | Verhetzung | Wiederbetätigung | Wien

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