Yannick W. ist im Fall von Leoben verdächtig wegen schwerer Körperverletzung und Wiederbetätigung. Die rohe Gewaltattacke in Wien ähnelt jener, die auch der Leobner Taxilenker geschildert hat, der niedergerissen, fast bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt und getreten wurde.
Gernot S., ebenfalls Tatverdächtiger von Leoben und damals noch parlamentarischer Mitarbeiter des FPÖ-Abg. Michael Oberlechner, gehört mit W. zum engsten Umfeld von Martin Sellner. Sellner schweigt bis heute zur Gewaltattacke von Leoben.
Die Attacken in Wien und Leoben stehen in einer ganzen Reihe von Gewaltvorfällen. Erst am 11. Juni wurde direkt nach einer Veranstaltung mit Götz Kubitschek vor dem Identitären-Keller ein Mann zu Boden gerissen und getreten. Auch diese Gewaltattacke entspricht dem Muster von Leoben.
Kampfsporttraining, Gewalt und Kontakte in die Neonaziszene bis in den Rechtsterrorismus prägen die Geschichte der Identitären. Trotzdem hatte die FPÖ mindestens fünf ehemalige und aktive identitäre Kader als Mitarbeiter ins Parlament geholt und will sich von der Szene nicht distanzieren. Auch wenn zwei Kader nach Leoben und nach der Veröffentlichung des Videos aus Wien ihre Posten als parlamentarische Mitarbeiter verloren haben, bleibt eine enge Verflechtung zwischen FPÖ und Identitären auf allen Ebenen: von der Bundespartei und dem Parlemntsklub bis in die Kommunalpolitik.
Drei der Tatverdächtigen von Leoben stammen von der rechtsextremen Burschenschaft Olympia, der laut FPÖ-Stellungsnahme gestern als parlamentarischer Mitarbeiter abgezogene Andreas H. ist Mitglied der ebenso rechtsextremen Burschenschaft Teutonia Wien.
Martin Sellner bewarb kürzlich ein Heft des identitären-nahen Freilich-Magazins und kommentierte ein FPÖ-Inserat so: „… die FPÖ-Werbung [, die] ein bisschen symbolisiert, eine Fusion, eine schöne Koexistenz, eine Verflechtung, eine harmonische Zusammenarbeit zwischen der Partei und dem Vorfeld.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.
Für alle Tatverdächtigen gilt die Unschuldsvermutung!
➡️ derstandard.at (9.7.26): FPÖ trennte sich vom nächsten (Ex-)Identitären im Parlament
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