We use automated translation to make our research internationally accessible. However, political nuances may be lost. Only the original German text is binding and definitive.
Skip to content
Stoppt die Rechten

Stoppt die Rechten

Antifaschistische Website

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky
  • Suche
  • Wissen
    • Rechtsextremismus
    • Ist die FPÖ rechtsextrem?
    • Rechtsextreme Medien in Österreich
    • Faschismus
    • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
    • Antisemitismus
    • Rassismus
    • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
    • NS-Symbole und Abzeichengesetz
    • Verhetzung. Was ist das? Was kann ich dagegen tun?
  • Handeln
    • Aktiv werden und handeln
    • Was kann wie wo gemeldet werden?
    • Gegen Sticker & Geschmiere
    • How to “Prozessreport”?
  • Hilfreich
    • Anleitung Sicherung von FB-Postings/Kommentaren
    • Strafbare Inhalte im Netz: eine Anzeige/Sachverhaltsdarstellung einbringen
    • Newsletter
    • Open Data Archiv
    • Archiv aller Beiträge
    • Schlagwörter-Wolke
    • RSS-Feeds
  • Wochenrückblick
  • Gastbeiträge
  • Materialien
  • Rezensionen

„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

FPÖ
Einzelfallzähler

aktuell 0 Fälle
alle Fälle lesen

Waffenfunde
 

0
alle Fälle lesen

Startseite | Dokumentation | Analysen

Lesezeit: 5 Minuten

Hafeneckers Fluchtweg aus Leoben

Chris­ti­an Hafenecker nutz­te die Leo­ben-Debat­te im Natio­nal­rat für ein Ablen­kungs­pro­gramm. Statt die FPÖ-Nähe zu iden­ti­tä­ren Kadern zu klä­ren, rech­ne­te er Sitz­blo­cka­den, Flug­blät­ter und Kran­pro­tes­te gegen mut­maß­li­che NS-Rufe und schwe­re Gewalt auf.

8. Juli 2026
Christian Hafenecker Rede zur "Kurzen Debatte" (Screenshot Video @Parlamentsdirektion 6.7.26)
Christian Hafenecker Rede zur "Kurzen Debatte" (Screenshot Video @Parlamentsdirektion 6.7.26)

Eine Debatte über Leoben, die FPÖ und die Identitären

Die Grü­nen ver­lang­ten am 6. Juli im Natio­nal­rat eine „Kur­ze Debat­te“ zu den Iden­ti­tä­ren. Lukas Ham­mer brach­te dabei einen Frist­set­zungs­an­trag ein, der eine schnel­le Behand­lung einer Anpas­sung des Sym­bo­le-Geset­zes an das aktu­ell von den Iden­ti­tä­ren ver­wen­de­te Logo im Innen­aus­schuss erzwin­gen soll­te. Der Antrag wur­de von allen ande­ren Par­tei­en abge­lehnt. Inhalt­lich domi­nier­te aller­dings der gewalt­tä­ti­ge Angriff auf einen Taxi­fah­rer in Leo­ben und die Fra­ge, war­um ein ein­schlä­gig bekann­ter Iden­ti­tä­rer bis kurz nach dem Vor­fall par­la­men­ta­ri­scher Mit­ar­bei­ter eines FPÖ-Abge­ord­ne­ten sein konnte.

Den Leo­ben-Kom­plex hat Stoppt die Rech­ten bereits aus­führ­lich doku­men­tiert: Nach dem 140. Stif­tungs­fest der Bur­schen­schaft Leder ste­hen drei Män­ner aus der Wie­ner Rechts­au­ßen-Bur­schen­schaft Olym­pia im Ver­dacht, an der Gewalt­at­ta­cke betei­ligt gewe­sen zu sein. Unter ihnen sind mit Ger­not S. und Yan­nick Wage­mann zwei frü­he­re bzw. aktu­el­le Spit­zen­fi­gu­ren der Iden­ti­tä­ren. Ger­not S. war bis kurz nach Leo­ben par­la­men­ta­ri­scher Mit­ar­bei­ter des FPÖ-Natio­nal­rats­ab­ge­ord­ne­ten Micha­el Ober­lech­ner. pro­fil (7.7.26) zitiert zur Per­so­na­lie S. den DÖW-Rechts­extre­mis­mus­for­scher Bern­hard Wei­din­ger: „Die angeb­li­che Tren­nung von S. sei ver­mut­lich als ‚Not­brem­se‘ zu ver­ste­hen. Aus­sa­ge­kräf­ti­ger sei, dass er über­haupt ein­ge­stellt wur­de, obwohl längst bekannt gewe­sen sei, dass S. ‚hart an der Gren­ze zum Neo­na­zis­mus‘ zu ver­or­ten sei.“

Distanzierung in einem Satz, Ablenkung in vier Minuten

Chris­ti­an Hafenecker begann sei­ne Rede* mit einem Satz, der zuerst nach Distan­zie­rung klin­gen soll­te: Gewalt sei „durch nichts zu recht­fer­ti­gen“ und gehö­re „vor den Rich­ter“. Danach aber ver­schob er sofort das The­ma. Der Satz gel­te „aber für alle“, auch für jene, „die den Aka­de­mi­ker­ball ter­ro­ri­sie­ren“, für die „Ham­mer­ban­de“ und für „die Anti­fa“.

Hafenecker nahm den kon­kre­ten Leo­ben-Ver­dacht – mut­maß­li­che NS-Paro­len, ras­sis­ti­sche Beschimp­fun­gen, Wür­gen bis zum Zusam­men­bre­chen, Schlä­ge und Trit­te – und stell­te dane­ben eine in Öster­reich nicht exis­ten­te „Ham­mer­ban­de“, Pro­test­de­mons­tra­tio­nen gegen den Aka­de­mi­ker­ball und eine nicht beleg­te Anti­fa-Dro­hung gegen einen Kon­di­to­rei­be­trieb. Der Leo­ben-Fall wur­de auf die­se Wei­se aus dem FPÖ-nahen Kon­text her­aus­ge­löst und in einen all­ge­mei­nen Nebel geschoben.

Poli­tisch trägt der Ver­gleich trägt nichts zur Sache bei. Die Fra­ge im Natio­nal­rat lau­te­te, war­um ein Mann aus dem iden­ti­tä­ren Kern bis kurz nach Leo­ben für einen FPÖ-Abge­ord­ne­ten im Par­la­ment arbei­ten konn­te. Hafenecker beant­wor­te­te die­se Fra­ge nicht. Er ersetz­te sie durch ein Auf­rech­nungs­ri­tu­al: irgend­wo Gewalt, irgend­wo Lin­ke, irgend­wo Pro­test, also sei die Kri­tik an der FPÖ ein par­tei­po­li­ti­sches Manöver.

Das Rechtsstaatsargument als Schutzschild

Hafenecker berief sich danach aus­führ­lich auf die Unschulds­ver­mu­tung. Der Rechts­staat ermitt­le, bewer­te und urtei­le; Urtei­le wür­den im Gericht gespro­chen, nicht im ORF-Stu­dio und nicht von den Grü­nen. Lukas Ham­mer warf er „Vor­ver­ur­tei­lung“ vor.

Die Unschulds­ver­mu­tung gilt. Sie ver­bie­tet eine straf­recht­li­che Vor­ab­ver­ur­tei­lung. Sie ver­bie­tet jedoch kei­ne poli­ti­sche Fra­ge nach Ver­ant­wor­tung, Sicher­heits­ri­si­ken und Per­so­nal­ent­schei­dun­gen. Der Kern der Debat­te war nicht, ob Hafenecker ein Urteil fäl­len soll, son­dern ob die FPÖ erklä­ren kann, war­um sie bekann­te iden­ti­tä­re Kader in par­la­men­ta­ri­sche Funk­tio­nen holt und erst dann reagiert, wenn einer ihrer Per­so­na­li­en ver­däch­tig ist, in einem Fall von schwe­rer Gewalt und Wie­der­be­tä­ti­gung ver­strickt zu sein.

Der Rechts­staat schützt Beschul­dig­te vor staat­li­cher Will­kür. Hafenecker benutzt ihn als Schutz­schild gegen poli­ti­sche Kon­trol­le. Sobald die FPÖ mit ihrem iden­ti­tä­ren Per­so­nal kon­fron­tiert wird, ver­engt sie die Debat­te aufs Straf­recht. Alles ande­re soll war­ten, bis Gerich­te ent­schie­den haben. Für eine Par­tei, die sonst aus jedem Ver­dachts­fall gegen Migrant:innen sofort ein Bedro­hungs­sze­na­rio zim­mert, ist die­se Zurück­hal­tung sehr selektiv.

Abschiebung statt Aufklärung

Auf­schluss­reich war Hafenecker auch, als er über den beschul­dig­ten deut­schen Akti­vis­ten sprach. Soll­te die­ser schul­dig gespro­chen wer­den, müs­se er abge­scho­ben wer­den. Sofort wei­te­te Hafenecker den Satz auf „Afgha­nen, Syrer und wer auch sonst“ aus und ver­lang­te: „Alle straf­fäl­li­gen Aus­län­der sofort abschieben.“

Damit mach­te er aus einem rechts­extre­men Gewalt­ver­dacht im Umfeld von Iden­ti­tä­ren, Bur­schen­schaf­ten und FPÖ einen Migra­ti­ons­fall. Die poli­ti­sche Ver­ant­wor­tung der FPÖ ver­schwand hin­ter der übli­chen Abschie­be­for­mel. Der Beschul­dig­te wird in die­sem Moment nicht als iden­ti­tä­rer Kader, Bur­schen­schaf­ter und nicht als Per­son aus dem FPÖ-nahen Vor­feld behan­delt, son­dern zum „Aus­län­der“. Der Trick ist alt: Sobald die eige­ne Sze­ne betrof­fen ist, ret­tet sich die FPÖ in ihr Kern­the­ma Migration.

Sitzstreik, Kran und Flugblätter

Dann bog Hafenecker in die nächs­te Umlei­tung ein. Er warf den Grü­nen vor, selbst „genug But­ter am Kopf“ zu haben. Michel Rei­mon habe die OMV mit einem Sitz­streik blo­ckiert, ein grü­ner Kol­le­ge sei auf einen Bau­kran geklet­tert, Sig­rid Mau­rer habe „ÖH-Ter­ror“ betrie­ben, weil sie Flug­blät­ter von der Gale­rie im Par­la­ment gewor­fen habe. Sitz­blo­cka­de, Kran­ak­ti­on und Flug­blät­ter wer­den also neben mut­maß­li­che Wie­der­be­tä­ti­gung und schwe­re Kör­per­ver­let­zung gestellt. Wer so argu­men­tiert, pro­du­ziert Gleich­ran­gig­keit, wo kei­ne besteht.

Auch der Aka­de­mi­ker­ball passt in die­ses Mus­ter. Hafenecker sprach von jenen, die den Ball „ter­ro­ri­sie­ren“. Gera­de dort waren 2026 mit Yan­nick Wage­mann und Ger­not S. nach unse­ren Recher­chen min­des­tens zwei der nun Beschul­dig­ten anwe­send. Der Begriff „Ter­ror“ trifft bei Hafenecker poli­ti­sche Gegner:innen, die seit Jah­ren ohne nen­nens­wer­te Vor­fäl­le demons­trie­ren, wäh­rend iden­ti­tä­re Kader im Modus der Unschulds­ver­mu­tung und der Ablen­kung vorkommen.

Hafenecker will aus der Geschichte heraus

Am Ende erklär­te Hafenecker die Debat­te zum „poli­ti­schen Fanal“ und zum „wind­schie­fen poli­ti­schen Trick“ der Grü­nen. Die FPÖ wer­de pau­schal dif­fa­miert, die ande­ren Par­tei­en woll­ten ihr „kol­lek­ti­ves Ver­sa­gen“ überdecken.

Hafenecker zog kei­ne Trenn­li­nie zu den Iden­ti­tä­ren. Er sag­te nicht, wel­che Kon­se­quen­zen der FPÖ-Klub aus dem jüngs­ten Vor­fall zieht. Er lie­fer­te kei­ne Ant­wort auf das Sicher­heits­ri­si­ko im Par­la­ment. Er griff statt­des­sen die Fra­ge­stel­ler an und lie­fer­te damit bloß ein bil­li­ges Flucht­ma­nö­ver. So ein­fach wird die FPÖ aber dies­mal wohl kaum davonkommen.

Die FPÖ-Fraktion während der Rede von Lukas Hammer (Screenshot Video @Parlamentsdirektion 6.7.26)
Die FPÖ-Frak­ti­on wäh­rend der Rede von Lukas Ham­mer (Screen­shot Video @Parlamentsdirektion 6.7.26)

*Alle Hafenecker-Zita­te sind dem vor­läu­fi­gen ste­no­gra­fi­schen Sit­zungs­pro­to­koll entnommen.

Unabhängige Recherche ermöglichen...

Jetzt unterstützen »
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • E-Mail 
Keine Beiträge mehr verpassen: Email-Benachrichtigung aktivieren
abgelegt unter: Dokumentation, Analysen
Schlagwörter: FPÖ | Identitäre | Rechtsextremismus | Wien

Verwandte Beiträge

  • 6. Juli 2026
    Identitäre, Burschenschaft und FPÖ: Drehkreuze eines gewaltorientierten rechtsextremen Milieus
    Der Identitäre Gernot S. bei der Demo gegen das Symbole Gesetz am 31.7.21 (© Samuel Winter)
  • 22. Juni 2026
    Nach Gewaltattacke beim Leder-Stiftungsfest: Staatsschutz ermittelt gegen Burschenschafter
    Leder-Burschenschafter auf dem Weg in den "Live Congress Leoben" (20.6.26; Foto: Theo Winkler)

Beitragsnavigation

« Mélange KW 27/26 (Teil 1): Antisemitische Attacken beim Lueger-Denkmal

» Zur erweiterten Suche

Unabhängige Recherche unterstützen...

Spenden »

Wissen

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung

Handeln

  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?

Hilfreich

  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
E-Mail-Benachrichtigung bei neuen Beiträgen
  • Wochenrückblicke
    Beiträge
  • Gastbeiträge
    Beiträge
  • Materialien
    Beiträge
  • Rezensionen
    Beiträge
Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Kontakt

Vorfälle und Hinweise bitte über unser sicheres Kontaktformular oder per Mail an:
[email protected]

Wir garantieren selbstverständlich den Schutz unserer Informant*innen, der für uns immer oberste Priorität hat.

Spendenkonto

Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Socials

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky

Links

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung
  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?
  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
  • Über uns
  • Beirat und Unterstützer:innen
  • Datenschutz
  • Impressum
Spenden
Newsletter