Rückblick KW 22/23 (I): Diverses

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22 Mal wur­de die KZ-Gedenk­stät­te Maut­hau­sen in den letz­ten Jah­ren geschän­det. Kei­ne ein­zi­ge Tat wur­de auf­ge­klärt. Was ist da los, fra­gen sich nicht nur das Maut­hau­sen Komi­tee und das Anti­fa-Netz­werk OÖ. Rechts­extre­me Erdoğan-Anhän­ger sind ziem­lich unbe­hel­ligt in Wien und Dorn­birn auf­mar­schiert, und ein alter öster­rei­chi­scher Rechts­extre­mist ist aus­ge­rech­net in Afgha­ni­stan ver­haf­tet wor­den, nach­dem er noch vor weni­gen Mona­ten Urlaubs­rei­sen zu den Tali­ban emp­foh­len hatte.

Ö: MKÖ & Antifa-Netzwerk OÖ kritisieren Schweigen zu Schändungen
Wien: Wolfsgruß und rechtsextreme Parolen in Favoriten
Dornbirn/Vbg: Wolfsgruß und rechtsextreme Parolen
Wien: Anklage gegen BZÖ-Petzner
Salzburg: FPÖ-Landesrat für Konsumentenschutz Opfer einer Betrugsmasche
NÖ: FPÖ klagt Satire
Afghanistan: Alter Neonazi bei Urlaubsreise verhaftet
Wien: Antisemit Lueger wird gekippt – FPÖ jault auf
Unbekanntes Kloster/Ö: Jordan Peterson geht in sich nach außen

Ö: MKÖ/Antifa & Netzwerk OÖ kritisieren Schweigen zu Schändungen

In einer Pres­se­aus­sendung (3.6.23) for­dern Maut­hau­sen Komi­tee Öster­reich und Anti­fa-Netz­werk OÖ eine ent­schie­de­ne und wirk­sa­me Bekämp­fung der zahl­rei­chen Schän­dun­gen von Gedenk­stät­ten. Die SPÖ-Abge­ord­ne­te Sabi­ne Schatz hat in den letz­ten Jah­ren meh­re­re par­la­men­ta­ri­sche Anfra­gen an das Innen­mi­nis­te­ri­um gereich­tet, die das Aus­maß der Schän­dun­gen, vor allem aber ihr Tot­schwei­gen und das Ver­san­den von Ermitt­lun­gen sicht­bar machen. Allein die KZ-Gedenk­stät­te Maut­hau­sen wur­de 22 Mal geschän­det, die Gesamt­zahl der Schän­dun­gen seit 2013 wür­de zwar unter 100 lie­gen, weil die Dut­zen­den Gedenk­stein­schän­dun­gen im Jahr 2013 in Salz­burg auf ein- und die­sel­ben Täter zurück­zu­füh­ren waren (so wie die Schän­dun­gen 2014 auf einen Nach­fol­ge­tä­ter), was aber nichts am ver­hee­ren­den Aus­maß der Taten und dem dröh­nen­den Schwei­gen dazu von offi­zi­el­ler Sei­te ändert.

Genau das und die kata­stro­pha­le Bilanz bei der Auf­klä­rung (kei­ne ein­zi­ge der 22 Schän­dun­gen der KZ-Gedenk­stät­te Maut­hau­sen seit 2013 wur­de auf­ge­klärt) the­ma­ti­sie­ren MKÖ und Anti­fa OÖ in ihrer Aus­sendung und wer­den dafür prompt und hef­tig von Innen­mi­nis­te­ri­um und ÖVP kri­ti­siert. Der ÖVP-Abge­ord­ne­te Mar­tin Engel­berg wit­tert in der Kri­tik sogar eine par­tei­po­li­ti­sche Agen­da, weil der Vor­sit­zen­de des MKÖ der sozi­al­de­mo­kra­ti­sche Gewerk­schaf­ter Wil­li Mer­nyi ist: „Die SPÖ ver­sucht, den Ver­fas­sungs­schutz zu dis­kre­di­tie­ren.“ Engel­berg und das Innen­mi­nis­te­ri­um soll­ten lie­ber die depri­mie­ren­den Ergeb­nis­se der Anfra­gen von Sabi­ne Schatz genau stu­die­ren statt bil­lig zu polemisieren.

Anfra­ge­be­ant­wor­tung Kickl zu Schatz 2018
Anfra­ge­be­ant­wor­tung Neham­mer zu Schatz 2020
Anfra­ge­be­ant­wor­tung Neham­mer zu Schatz 2021
Anfra­ge­be­ant­wor­tung Kar­ner zu Schatz 2022
Anfra­ge­be­ant­wor­tung Kar­ner zu Schatz 2023

Wien: Wolfsgruß und rechtsextreme Parolen in Favoriten

Nach­dem der alte Amts­in­ha­ber Recep Tayyip Erdoğan am 28. Mai in einer Stich­wahl auch zum neu­en Prä­si­den­ten der Tür­kei gewählt wur­de, kam es in Wien-Favo­ri­ten zu Freu­den­kund­ge­bun­gen von Fans des tür­ki­schen Regie­rungs­la­gers, die durch­mischt waren mit rechts­extre­men und ras­sis­ti­schen anti­kur­di­schen Paro­len und Sym­bo­len. Das DÖW berich­tet dazu aus­führ­lich in dem Bei­trag „Tür­kisch-natio­na­lis­ti­sche Wahl­fei­ern in Wien-Favo­ri­ten“, aus dem wir aus­zugs­wei­se zitieren:

Auf Vide­os in sozia­len Netz­wer­ken war – neben einer Viel­zahl an tür­ki­schen Fah­nen und Erdoğan-Por­traits – zu sehen, dass Teil­neh­me­rIn­nen der Spon­tan­kund­ge­bung „Alla­hu akbar“ rie­fen oder den soge­nann­ten Wolfs­gruß zeig­ten, der ins­be­son­de­re im Milieu der rechts­extre­men „Grau­en Wöl­fe“ gän­gig und in Öster­reich seit März 2019 durch das Sym­bo­le­ge­setz ver­bo­ten ist. Auch die Paro­le „Şehit­ler Ölmez, Vat­an Bölün­mez“ („Mär­ty­rer sind unsterb­lich, das Vater­land ist unteil­bar“) war zu hören. Auch sie wur­de von den „Grau­en Wöl­fen“ in den 1990er Jah­ren in den tür­ki­schen poli­ti­schen Dis­kurs ein­ge­speist und wird ins­be­son­de­re in anti­kur­di­schem Kon­text ver­wen­det. Mit „Apo­nun Piç­le­ri Öldü­re­mez Biz­le­ri“ („Die Bas­tar­de von Apo [PKK-Anfüh­rer Abdul­lah Öcalan, Anm.] kön­nen uns nicht auf­hal­ten“) rie­fen eini­ge Jugend­li­che eine wei­te­re Paro­le, die in der tür­ki­schen extre­men Rech­ten weit ver­brei­tet ist.

Im Hin­ter­grund meh­re­rer auf der Platt­form Tik­Tok hoch­ge­la­de­ner Vide­os der Fei­er­lich­kei­ten ist der Wahl­kampf­song Erdoğans zu hören, aber auch Hip Hop mit anti­kur­di­schen Inhal­ten. Die Stoß­rich­tung, Kurd*innen (und die Par­tei­en der Oppo­si­ti­on) pau­schal des Ter­ro­ris­mus bzw. der Kol­la­bo­ra­ti­on mit die­sem zu bezich­ti­gen, steht sowohl im Ein­klang mit der Tra­di­ti­on des tür­ki­schen Eth­no­na­tio­na­lis­mus, als auch mit der Wahl­kampf­li­nie der AKP und ihrer rechts­extre­men Part­ner­par­tei MHP (Mil­li­y­e­t­çi Hare­ket Par­ti­si, „Par­tei der Natio­na­lis­ti­schen Bewegung“).

Dornbirn/Vbg: Wolfsgruß und rechtsextreme Parolen

Auch in Dorn­birn kam es am Sonn­tag­abend, 28.Mai, im Bereich des Dorn­bir­ner Mes­se­ge­län­des zu Fei­ern des Wahl­siegs von Recep Tayyip Erdoğan, bei denen – wie anschei­nend erst nach­träg­lich durch Vide­os in den sozia­len Netz­wer­ken sicht­bar wur­de – laut vol.at (1.6.23) „etli­che Fei­ern­de zu sehen“ waren, die den seit 2018 ver­bo­te­nen Wolfs­gruß zeig­ten. Die Poli­zei ermittelt.

Wien: Anklage gegen BZÖ-Petzner

Der frü­he­re Spre­cher des Kärnt­ner Lan­des­haupt­manns Jörg Hai­der, Ex-Gene­ral­se­kre­tär und Abge­ord­ne­ter des BZÖ (2008–2013), Ste­fan Petz­ner, muss sich vor dem Wie­ner Lan­des­ge­richt wegen des Ver­dachts des schwe­ren Betrugs ver­ant­wor­ten, weil er über meh­re­re Mona­te zu Unrecht Sozi­al­leis­tun­gen bezo­gen haben soll. Die Staats­an­walt­schaft Wien hat einen ent­spre­chen­den Straf­an­trag gestellt, über den am 7. Juni das Wie­ner Lan­des­ge­richt ver­han­deln wird.

Petz­ner selbst spricht von einem Feh­ler, der ihm pas­siert sei, hält die Vor­wür­fe aber für „völ­lig unver­ständ­lich“. Ins­ge­samt gehe es um eine Sum­me von knapp 7.000 Euro, berich­tet der ORF Kärn­ten (30.5.23).

Update 7.6.23: Petz­ner wur­de schul­dig gespro­chen und zu sechs Mona­ten bedingt ver­ur­teilt. Das Urteil ist nicht rechts­kräf­tig. (vgl. kurier.at, 7.6.23)

Salzburg: FPÖ-Landesrat für Konsumentenschutz Opfer einer Betrugsmasche

Die neue Salz­bur­ger Lan­des­re­gie­rung aus ÖVP und FPÖ wird am 14.6. ange­lobt. Der Rad­städ­ter FPÖ-Bür­ger­meis­ter Chris­ti­an Pew­ny ist in ihr vor­ge­se­hen als Lan­des­rat für die Res­sorts Sozia­les, Lebens­mit­tel­auf­sicht, Regio­nal­ent­wick­lung und EU-Regio­nal­po­li­tik, Lehr­lings­för­de­rung und Ver­brau­cher­schutz. In den letz­ten Tagen wur­de aber bekannt, dass der für Ver­brau­cher­schutz zustän­dig wer­den­de Pew­ny im Jahr 2020 Opfer eines mas­si­ven Immo­bi­li­en­be­trugs gewor­den sei.

Etli­che Medi­en wie z.B. der „Kurier“ (2.6.23) berich­te­ten, dass bei dem Betrug die „Love-Scam“-Masche zum Ein­satz gekom­men sei, was die FPÖ so erbos­te, dass sie mit recht­li­chen Schrit­ten droh­te. FPÖ-Anwalt Niki Haas:

Die Ange­le­gen­heit betrifft den höchst­per­sön­li­chen Lebens­be­reich mei­nes Man­dan­ten und berührt in kei­ner Wei­se sei­ne beruf­li­chen bzw. poli­ti­schen Tätig­kei­ten und Ämter.“ (Kurier). Der Betrof­fe­ne sel­ber sieht das offen­sicht­lich anders und trotz des erheb­li­chen Scha­dens als Plus für sei­nen neu­en Job: „Aller­dings wer­de ich die Erfah­run­gen in mein Amt mitnehmen.

NÖ: FPÖ klagt Satire

Die FPÖ Nie­der­ös­ter­reich tut’s tat­säch­lich und krönt ein Sati­re­pro­jekt mit einem Witz: Sie klagt das Sati­re­por­tal „Tages­pres­se“, weil die­ses im April in Fake-Brie­fen an rund 500 Gas­tro­no­mie-Betrie­be die von Schwarz­blau in NÖ beschlos­se­ne Wirts­haus­prä­mie auf die Schau­fel genom­men hat. In den Fake-Brie­fen mit dem Logo der FPÖ NÖ war von einer „Abtei­lung zur För­de­rung der patrio­ti­schen Ess­kul­tur“ (zit. nach noe.orf.at, 11.4.23) die Rede, die durch einen anony­men Besuch über­prü­fen wol­le, ob der Gas­tro­no­mie­be­trieb für die Wirts­haus­prä­mie geeig­net sei, etwa durch eine hohe Panier­quo­te oder eine rot­weiß­ro­te Kin­der­kar­te, in der Pinoc­chio-Pas­ta und Ari­el­le-Fisch­stäb­chen etwa durch Gaba­lier-Fleisch­la­berl und Andre­as-Hofer-Schnit­zel ersetzt wür­den. Auch die Ver­wen­dung deut­scher Begrif­fe wie Pfann­ku­chen (statt der aus dem Sla­wi­schen kom­men­den Pala­tschin­ke) wür­de bei der Bewer­tung für Prä­mie eine Rol­le spielen.

Was so schon beim ers­ten Hin­schau­en eigent­lich als Sati­re erkenn­bar war, blieb für die FPÖ eine bier­erns­te Bos­heit: Sie klagt die „Tages­pres­se“ mit einem rela­tiv hohen Streit­wert (47.500 Euro) auf Unter­las­sung und Urteils­ver­öf­fent­li­chung. Gegen die­se Ein­schüch­te­rungs­kla­ge der FPÖ hat eine Unter­stüt­zungs­in­itia­ti­ve sehr deut­lich Stel­lung genommen:

Egal, wie das Gericht ent­schei­det: Die Tat­sa­che, dass die­se Kla­ge über­haupt ein­ge­bracht wur­de, obwohl nie­mand mate­ri­el­len oder kör­per­li­chen Scha­den erlitt und die Tages­pres­se die Täu­schung umge­hend auf­klär­te, lässt Rück­schlüs­se auf das Motiv der FPÖ zu. Durch das Abfeu­ern sämt­li­cher juris­ti­scher Geschüt­ze aus allen Roh­ren sol­len kri­ti­sche Medi­en, Sati­re, Kunst und Kul­tur ein­ge­schüch­tert werden.

Afghanistan: Alter Neonazi bei Urlaubsreise verhaftet

Er ist brau­nes Urge­stein: Her­bert Fritz war Grün­dungs­mit­glied der neo­na­zis­ti­schen NDP in den 60er-Jah­ren des ver­gan­ge­nen Jahr­hun­derts, Alter Herr der rechts­extre­men Bur­schen­schaft Olym­pia und tauch­te über die Jahr­zehn­te hin­weg immer wie­der bei ein­schlä­gi­gen Events auf. Jetzt ist Fritz abge­taucht. Angeb­lich ver­haf­tet wor­den. In Afgha­ni­stan, dem Land, das er schon mehr­mals bereist und zuletzt Anfang des Jah­res in einem Schwur­bel­me­di­um als siche­res Urlaubs­land ange­prie­sen hat.

Herbert Fritz empfiehlt im Jänner 2023 "Urlaub bei den Taliban" (28.1.23)

Her­bert Fritz emp­fiehlt im Jän­ner 2023 „Urlaub bei den Tali­ban” (28.1.23)

Der „Kurier“ (2.6.23) berich­tet, dass das öster­rei­chi­sche Außen­mi­nis­te­ri­um die Ver­haf­tung von Her­bert Fritz in Afgha­ni­stan bestä­tigt, aller­dings aus „Daten­schutz­grün­den“ wei­te­re Aus­künf­te ver­wei­gert. Der letz­te öffent­li­che Ein­trag auf dem FB-Account von Fritz stammt vom 30. April. Von sei­ner „Erkun­dungs­rei­se“ nach Afgha­ni­stan war damals und auch in den Wochen davor kei­ne Rede. Der „Kurier“ zitiert in sei­nem Bericht Andre­as Peham (DÖW) zu einem Motiv die­ser „Erkun­dung“:

Mit sol­chen ‚Erkun­dungs­rei­sen’, wie er es selbst nennt, wür­den Per­so­nen wie F. eine bestimm­te Agen­da ver­mit­teln wol­len. Es sol­le der Ein­druck erweckt wer­den, dass Län­der wie Afgha­ni­stan oder Syri­en sicher sei­en, und Abschie­bun­gen von Asyl­wer­bern in ihre Her­kunfts­län­der des­we­gen abso­lut unbe­denk­lich wären.

Wien: Antisemit Lueger wird gekippt – FPÖ jault auf

Nach jah­re­lan­gen Debat­ten, akti­vis­ti­schen Inter­ven­tio­nen und einer tem­po­rä­ren, wohl ver­un­glück­ten Instal­la­ti­on hat die Wie­ner Kul­tur­stadt­rä­tin Vero­ni­ka Kaup-Has­ler ihre Ent­schei­dung vor­ge­stellt: Das Denk­mal für den rabia­ten Anti­se­mi­ten und christ­lich-sozia­len Bür­ger­meis­ter Wiens, Karl Lue­ger, soll um 3,5 Grad nach rechts gekippt wer­den. Die Stadt­rä­tin nimmt damit den 2009 aus einem Wett­be­werb erfolg­reich her­vor­ge­gan­ge­nen Ent­wurf von Kle­mens Wih­li­dal auf, der damit „auf die ‚Schief­la­ge‘ der öffent­li­chen Hul­di­gung Lue­gers auf­merk­sam“ (derstandard.at, 4.6.23) machen wollte.

Lueger-Denkmal Wien am 6.6.23 (© SdR)

Lue­ger-Denk­mal Wien am 6.6.23 (© SdR)

Neben der Zustim­mung zum schie­fen Lue­ger gibt es aber auch nach wie vor vie­le Stim­men, die den Sturz des Denk­mals und die völ­li­ge Neu­ge­stal­tung des Plat­zes ein­for­dern. In den letz­ten Jah­ren hat sich eine krea­ti­ve Sze­ne an dem Anti­se­mi­ten abge­ar­bei­tet, was vor allem bei der FPÖ auf gro­ßes Miss­fal­len gesto­ßen ist. Jetzt heu­chelt die Wie­ner FPÖ Besorg­nis um die Kul­tur­stadt­rä­tin, die sie als „Getrie­be­ne einer radi­ka­li­sier­ten Kul­tur­sze­ne“ sehen will: „Kaup-Has­ler hat hier die Büch­se der Pan­do­ra geöff­net und es ist nur mehr eine Fra­ge der Zeit, bis sich ein­schlä­gi­ge poli­ti­sche Krei­se zum nächs­ten Denk­mal­sturz auf­ma­chen“, schluchzt der Wie­ner FPÖ-Kul­tur­spre­cher in einer Presseaussendung.

Wien, die "Hauptstadt des Antisemitismus" – Schild bei Lueger-Denkmal; Jüdische Stimmen zu Lueger (© SdR)

Wien, die „Haupt­stadt des Anti­se­mi­tis­mus” – Schild bei Lue­ger-Denk­mal; Jüdi­sche Stim­men zu Lue­ger (© SdR)

Unbekanntes Kloster/Ö: Jordan Peterson geht in sich nach außen

Nach­dem der stramm rech­te kana­di­sche Psy­cho­lo­ge schon im Vor­jahr ziem­lich heim­lich Öster­reich besuch­te und des­halb höchs­tes Ent­zü­cken bei Gud­run Kug­ler, der ÖVP-Abge­ord­ne­ten, und eini­gen ande­ren Fans aus dem rech­ten christ­li­chen Fun­di-Lager aus­ge­löst hat, ist der Pro­phet neu­rech­ter Bana­li­tä­ten die­ses Jahr in einem öster­rei­chi­schen Klos­ter unter­ge­taucht, wo er „eini­ge Tage als Gast“ ver­bracht hat, wie die „Pres­se“ (2.6.23) exklu­siv berich­ten darf: Die Ker­zen im kar­gen Raum zün­det Peter­son sofort an. Sein Abend­essen, viel Steak ohne Bei­la­ge, wird bald drauf gebracht (angeb­lich wegen Unver­träg­lich­kei­ten sei­ne ein­zi­ge Nah­rung).

In wel­chem Klos­ter er sei­ne Steak-Diät und sei­ne phi­lo­so­phi­sche Mager­kur der „Pres­se“ vor­füh­ren durf­te, blieb „aus Sicher­heits­grün­den“ geheim. Nach­dem Peter­son im Vor­jahr schon Stift Hei­li­gen­kreuz visi­tiert hat, wird er sei­ne Rin­der­tei­le wohl in die­ser oder einer ähn­lich reak­tio­nä­ren Umge­bung ver­zehrt haben. Der Freund von Vik­tor Orbán, Putin und des­sen Aggres­si­ons­krieg gegen die Ukrai­ne ist auch ein Fan des völ­lig ins rech­te Ver­schwö­rungs­eck gedrif­te­ten Robert F. Ken­ne­dy Jr..