Meldung von Vorfällen: Antisemitismus, Rassismus in Wien

Wir erhal­ten immer wieder Mel­dun­gen über diverse rechtsextreme/antisemitische Vor­fälle. Danke dafür. Heute Mel­dun­gen, die uns aus Wien zugeschickt wur­den: recht­sex­treme Aufk­le­ber, ras­sis­tis­che Schmier­ereien und ein ver­baler anti­semi­tis­ch­er Angriff in der Leopoldstadt.

Wien-Leopold­stadt:

→ Aufk­le­ber der neon­azis­tis­chen Grup­pierun­gen „Alte Garde“ (Hooli­gan­gruppe Rapid Wien), „Tanzbri­gade“ und „Unwider­stehlich“ (das sich neu formiert hat) im Grät­zl Malzgasse/Rotesterngasse.

→ Vor­fall KW 16: Eine jüdis­che Fam­i­lie, Mut­ter und Kinder, saßen auf ein­er Sitzbank an „Im Werd“. Die Kinder spiel­ten auf der Straße, als eine Anrainer­in stinksauer aus dem Haus stürmte und direkt die Mut­ter anti­semi­tisch belei­digte. Zitat: „Kein Wun­der, dass man euch und eure Scheiß-Reli­gion vertreiben muss, wenn Ihr es nicht mal schafft, die Kinder auf einem Kinder­spielplatz spie­len zu lassen und nur für Radau im Grät­zl sorgt!“ Die Anrainer­in wurde direkt kon­fron­tiert und ver­zog sich nach ein paar stumpf­sin­ni­gen Belei­di­gun­gen ihrer­seits in ihre Wohnung.

Wien-Sim­mer­ing:

→ Wieder sind auf Bänken im Renais­sance­garten des „Schloss Neuge­bäude“ ras­sis­tis­che Schmier­ereien aufge­taucht. Über eine erste Serie haben wir bere­its vor eini­gen Monat­en berichtet. Zudem sind in der Gegend immer wieder Schmier­ereien und Aufk­le­ber, die gegen Antifaschist*innen gerichtet sind, zu finden.

 

Karte von regelmäßigen Schmierereien/Nazi-Aufklebern 11. Bez Wien

Karte von regelmäßi­gen Schmier­ereien/­Nazi-Aufk­le­bern 11. Bez Wien

Drohungen gegen Antifa: "Kill Antifa"

Dro­hun­gen gegen Antifa: „Kill Antifa” (© privat)

"Neger raus" übermalt

„Neger raus” über­malt (© privat)

Pickerl des KZ-Verband überklebt

Pick­erl des KZ-Ver­band überklebt (© privat)

Vor­fälle an SdR melden

Wir danken unseren Hinweisgeber*innen. Selb­stver­ständlich gehen wir mit den Mel­dun­gen, die uns erre­ichen, sehr sorgsam um. Wir garantieren in jedem Fall absolute Anonymität und bieten zudem über unser Kon­tak­t­for­mu­lar die Möglichkeit, Hin­weise anonym zu senden. Wir möcht­en jedoch anmerken, dass wir manch­mal gemeldete Vor­fälle nur dann einord­nen kön­nen, wenn wir bei der Mel­dung eine Mailadresse/Telefonnummer für Rück­fra­gen haben.

Anti­semi­tis­che Hin­weise wie jenen zum ver­balen Angriff in der Leopold­stadt, leit­en wir an die Anti­semitismus Meldestelle der IKG weit­er. In eini­gen Fällen erstat­ten wir eine Anzeige bei der zuständi­gen Staatsanwaltschaft.

Manche Hin­weise archivieren wir, weil sich Details daraus manch­mal erst später zu einem Gesamt­bild zusam­men­fü­gen oder weil wir bes­timmte Angaben nicht über­prüfen kön­nen. Je präzis­er die Hin­weise sind und vor allem, wenn sie Belege enthal­ten, desto eher kön­nen wir sie ver­w­erten. Bei Hin­weisen auf Post­ings in sozialen Medi­en ersuchen wir um Angabe von Links, um Bei­le­gung von Screen­shots – das jeden­falls immer, wenn Accounts nicht öffentlich zugänglich sind.

Zur gericht­stauglichen Sicherung von Post­ings haben wir eine detail­lierte Hand­lungsan­leitung zusammengestellt.