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„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

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Lesezeit: 3 Minuten

FPÖ im Parlament (II): Noch eine Kündigung ohne Bedeutung

Jan Acker­mei­er war par­la­men­ta­ri­scher Mit­ar­bei­ter von Harald Ste­fan. Der feu­er­te ihn 2010 mit den Wor­ten, dass sein „Ver­trau­ens­ver­hält­nis zu ihm been­det ist“. Aber Acker­mei­er hat ande­re FPÖ-Abge­ord­ne­te gefun­den, deren „Ver­trau­ens­ver­hält­nis“ offen­sicht­lich nicht gelit­ten hat, ja viel­leicht gera­de­zu auf­ge­blüht ist.

15. Nov. 2012

Jan Acker­mei­er ist umtrie­big. Er ist gleich bei zwei deut­schen Bur­schen­schaf­ten alter Herr, bei der Nor­man­nia-Nibe­lun­gen (Bie­le­feld) und bei der Teu­to­nia (Wien), er schreibt für den Eck­art und ist Chef vom Dienst bei Zur Zeit. Als Funk­tio­när der Jun­gen Lands­mann­schaft Ost­deutsch­land (JLO) hat er den jähr­li­chen Auf­marsch von Rechts­extre­men und Neo­na­zis in Dres­den mit­or­ga­ni­siert, als Funk­tio­när des Kul­tur­werk Öster­reich, Lan­des­grup­pe Kärn­ten (das sei­nen Sitz übri­gens in Graz hat) darf er die öster­rei­chi­sche und deut­sche rechts­extre­me Sze­ne mit­ver­net­zen. Wer sich dort bei den „Kul­tur­ta­gen“ her­um­treibt, beschreibt die­ser Ein­trag des Doku­men­ta­ti­ons­ar­chivs ganz gut.


Öster­rei­chi­sche Neo­na­zis in Dres­den 2010 beim Ver­such die Absper­rung zu durch­bre­chen. Als Funk­tio­när der „Jun­gen Lands­mann­schaft Ost­deutsch­land” (JLO) hat er den jähr­li­chen Auf­marsch von Rechts­extre­men und Neo­na­zis in Dres­den mit­or­ga­ni­siert; Bild­quel­le: recherche-nord.com

Jan Acker­mei­er ist gut ver­netzt. Sei­ne Nor­man­nia-Nibe­lun­gen, die am rech­ten Rand der Deut­schen Bur­schen­schaft ange­sie­delt ist, beher­bergt noch wei­te­re illus­tre Geis­ter. Sei­ne Wie­ner Teu­to­nia ist so weit rechts­au­ßen, dass sie erst 2007 einen Auf­nah­me­an­trag in die Deut­sche Bur­schen­schaft (DB) stell­te. Wal­ter Tri­butsch, eben­falls Teu­to­ne, ist Ver­lags­lei­ter bei Zur Zeit und der­zeit auch Pres­se­spre­cher des Ver­ban­des DB. Ende Novem­ber soll ein außer­or­dent­li­cher Bur­schen­tag der DB über das wei­te­re Schick­sal des Dach­ver­ban­des und einen Antrag auf Aus­schluss der Bon­ner Bur­schen­schaft Rac­zeks ent­schei­den, die dem „Anse­hen der Deut­schen Bur­schen­schaft schwers­ten Scha­den zuge­fügt“ hätten.

Ver­mut­lich, um das Anse­hen der Rac­zeks, die einen Arier­pa­ra­gra­fen in der DB ein­füh­ren woll­ten, zu heben und sie mora­lisch für den Bur­schen­tag zu stär­ken, hat Acker­mei­er auf ihre Ein­la­dung hin am 10. Novem­ber über die „Ehren­ord­nung der Deut­schen Bur­schen­schaft“ referiert.

Ein wei­te­rer Teu­to­ne hält sich eher still im Hin­ter­grund. Wolf­gang L., ali­as „Sowi­lo“ bei den Frei­en Freun­den, unter „Dör­te Den­zing“ , „Andi Geweh­re“, „Doris Kli“ und neu­er­dings „Eva Kuie­ren“ auf Face­book unter­wegs, ver­wen­det ger­ne Nick­na­mes. Als „Dör­te Den­zing“ hat er im April wider­li­che Pos­tings zu Brei­vik veröffentlicht.


Wolf­gang L. zu Breivik

Als „Sowi­lo“ im Rang eines Gene­ral­leut­nants hat er sich im rechts­extre­men Forum der Frei­en Freun­de mit „Jun­ker Jörg“ ange­regt über das Bas­teln von Bom­ben unter­hal­ten und damit indi­rekt dafür gesorgt, dass der “Jun­ker Jörg“ von der NPD aus­ge­schlos­sen wur­de. Acker­mei­er und Wolf­gang L. ver­lie­ren sich nicht aus den Augen. Auch wenn L. neckisch neue Face­book-Kon­ten mit neu­en Nick­na­mes ein­rich­tet, Acker­mei­er ist immer wie­der mit ihm „befreun­det“.


„Sowi­lo” über den Bau von „net­ten Auto­bom­ben” und sei­ne Fra­gen zu Spreng­stoff und Kon­tak­te nach Sachsen

Auch wei­te­re Alte Her­ren der „Teu­to­nia“ haben sicher viel zu erzäh­len, waren doch etli­che von ihnen in frü­he­ren Jah­ren bei der Volks­treu­en Außer­par­la­men­ta­ri­schen Oppo­si­ti­on (VAPO) des Gott­fried Küssel.

Als Harald Ste­fan, ein „Olym­pe“ Ende Sep­tem­ber 2010 das Arbeits­ver­hält­nis mit Acker­mei­er been­de­te, nach­dem die­ser ein rechts­extre­mes Tref­fen auf der Pack orga­ni­siert hat­te, stell­te sich die „Teu­to­nia“ demons­tra­tiv hin­ter ihren „Alt­bur­schen“ und den Olym­pen Harald Ste­fan bloß: „Den Umgang mit Bur­schen­schaf­tern, die aus per­sön­li­chem Vor­teils­den­ken han­deln, leh­nen wir ab!“

Teutonia "Klarstellung"
Teu­to­nia „Klar­stel­lung”

Damals hieß es, dass der Mit­ar­bei­ter­pool, in dem Acker­mei­er für Harald Ste­fan und Johan­nes Hüb­ner tätig war, auf­ge­löst wür­de. Auf die wei­te­re Beschäf­ti­gung von Acker­mei­er als par­la­men­ta­ri­scher Mit­ar­bei­ter dürf­te das wenig Aus­wir­kung gehabt haben: Eine Kün­di­gung ist eben nicht unbe­dingt eine ech­te Kün­di­gung! Der­zeit ist Acker­mei­er als Mit­ar­bei­ter des FPÖ-Abge­ord­ne­ten Chris­ti­an Höbart regis­triert. Der woll­te – wie der „Stan­dard“ berich­tet – eben­so wenig über sein unge­bro­che­nes Ver­trau­ens­ver­hält­nis zu Acker­mei­er Aus­kunft geben wie Klub­chef Strache.

Nur der Pres­se­spre­cher des FPÖ-Klubs ant­wor­te­te etwas genervt: „Ich muss mich dau­ernd damit aus­ein­an­der­set­zen, dass uns irgend­wer Neo­na­zi-Kon­tak­te nach­wei­sen will. Das geht mir auf den Keks.“ – Uns auch!

➡️ Teil 1: Mar­tin Grafs auf­fäl­li­ge Mitarbeiter

➡️ derstandard.at (14.11.12): Ein rech­ter Wan­de­rer durch blaue Büros.
➡️ Pres­se­aus­sendung SPÖ-Natio­nal­rats­ab­ge­ord­ne­te Petra Bayr (15.11.12): Wie­der rech­ter Mit­ar­bei­ter im FPÖ-Klub — Stra­che muss end­lich durchgreifen

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