Breiviks Fans (III): Ein widerlicher Nazi-Burschenschafter

Er ist Burschen­schafter mit guten Kon­tak­ten in die FPÖ. Vor eini­gen Jahren hat er sich mit einem NPD-Funk­tionär und anderen Neon­azis in einem Forum über Bomben­bau und ille­gale Aktio­nen unter­hal­ten. Auf Face­book ist er schon unter zahlre­ichen Nick­names aufge­treten. Vor kurzem hat er sich zu Breivik geäußert.


Wolf­gang L. zu Breivik
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„Inge­borg Asmus“, „Andi Gewehre“, „Ali Mente“, „Olga Blos­man­o­va“ , „Doris Kli“ usw., seine zahlre­ichen ungustiösen Nick­names auf Face­book haben ihn den­noch nicht unsicht­bar gemacht. Bei den „Freien Fre­un­den“, wo er sich als „Sowilo“mit dem Rang eines „Gen­er­alleut­nants“ aus­ges­tat­tet hat­te, wollte er zwar als Admin­is­tra­tor dafür sor­gen, dass sich keine Unbefugten in den geheimen Sub­foren tum­meln, ver­sagte aber kom­plett.

In Wien ist Wolf­gang L. in allen recht­sex­tremen bzw. neon­azis­tis­chen Grup­pen zuhause. Früher waren das die Leute um Alpen-Donau. Seit es denen nicht mehr so gut geht, nimmt er auch mit den brau­niden­titären Schwur­blern vom „Funken“ vor­lieb: wahre Fre­und­schaft soll nicht wanken!

Bis vor kurzem war er auf Face­book als „Dörte Den­z­ing“ unter­wegs. Unter seinen 330 Fre­undIn­nen fan­den sich einige, die wohl keinen beson­deren Wert darauf leg­en wür­den, hier genan­nt zu wer­den: Mitar­beit­er der FPÖ, zumeist Burschen­schafter. Sie alle kön­nen auch die Sta­tus­meldun­gen von Dörte Den­z­ing bzw. Wolf­gang L. lesen. Wolf­gang L. postet auch fleißig bei ihnen mit. Als Wal­ter G., ein Face­book-Fre­und und FPÖ-Funk­tionär, die Forderung der Frei­heitlichen Arbeit­nehmer Niederöster­re­ich nach einem „Rück­führungsmin­is­ter“ vorstellt, postet L.: “Aus­geze­ich­nete Idee! Aus­län­der­rück­führung statt Inte­gra­tion!“.

Manch­mal reicht ihm auch ein Foto, um seine poli­tis­che Ein­stel­lung auszudrücken.

Zum Prozess gegen Anders Behring Breivik fällt ihm aber noch Wider­licheres ein: „Breivik beken­nt sich „nicht schuldig”. Mal ehrlich; es gibt auch nicht den ger­ing­sten Beweis für seine Schuld“

Über eine ungläu­bige Nach­frage („Meinst aber nicht ernst?“) macht er sich zunächst lustig: „Das ist evtl. mehrdeutig-intellek­tuell, oder so“, um dann noch eines draufzuset­zen: „…. Alle paar 100 Jahre darf man schon mal ein paar nor­wegis­che Kinder per­fori­eren. Der Hand­voll Regierungsbeamt_*Innen weint ja ohne­hin nie­mand eine Träne nach, Hand aufs Herz .-.-„.

Seit kurzem ist Wolf­gang L. alias Dörte Den­z­ing von Face­book emi­gri­ert. Ver­mut­lich eine Phase der Neuori­en­tierung! Aber wir ken­nen ja seinen richti­gen Namen – und wir haben seine Post­ings gesichert! Ein­mal abge­se­hen davon, dass er schon mehrmals an Strafrecht angestreift hat – dies­mal bietet sich der Para­graf 282 StGB (Auf­forderung zu mit Strafe bedro­ht­en Hand­lun­gen und Gutheißung mit Strafe bedro­hter Hand­lun­gen), im beson­deren der Absatz 2, an:

(1) Wer in einem Druck­w­erk, im Rund­funk oder son­st auf eine Weise, daß es ein­er bre­it­en Öffentlichkeit zugänglich wird, zu ein­er mit Strafe bedro­ht­en Hand­lung auf­fordert, ist, wenn er nicht als an dieser Hand­lung Beteiligter (§ 12) mit stren­ger­er Strafe bedro­ht ist, mit Frei­heitsstrafe bis zu zwei Jahren zu bestrafen.
(2) Eben­so ist zu bestrafen, wer auf die im Abs. 1 beze­ich­nete Weise eine vorsät­zlich began­gene, mit ein­er ein Jahr über­steigen­den Frei­heitsstrafe bedro­hte Hand­lung in ein­er Art gutheißt, die geeignet ist, das all­ge­meine Recht­sempfind­en zu empören oder zur Bege­hung ein­er solchen Hand­lung aufzureizen.