Breiviks Fans (I)

Lesezeit: 1 Minute

Nach den Ter­ror­an­schlä­gen von Anders Beh­ring Brei­vik in Oslo am 22. Juli 2011 gab es eine brei­te Wel­le von Distan­zie­run­gen inner­halb des rechts­extre­men Spek­trums : fast nie­mand woll­te mit der mör­de­ri­schen Ideo­lo­gie etwas zu tun haben. Mitt­ler­wei­le sind sie wie­der aus ihren Löchern gekro­chen. Höchs­te Zeit, eini­ge von ihnen etwas genau­er aus­zu­leuch­ten.

In den ers­ten Wochen nach den Ter­ror­an­schlä­gen lie­fer­te die Mai­ling-Lis­te, über die Brei­vik sein Mani­fest kurz vor den Mas­sen­mor­den ver­schickt hat­te, eini­ge Indi­zi­en dafür, von wel­chen poli­ti­schen Adres­sa­ten sich Brei­vik Unter­stüt­zung erhoff­te. Unter den Adres­sa­ten waren auch Öster­rei­cher, die ein­deu­tig dem rechts­extre­men bzw. neo­na­zis­ti­schen Spek­trum zuzu­ord­nen sind.


Face­book-Info eines Breivik-Manifest-Empfängers
-

Die von Brei­vik in sei­nem Mani­fest mehr­fach posi­tiv erwähn­te FPÖ und deren Islam-Refe­ren­tin Eli­sa­beth Saba­dit­sch-Wolff demen­tier­ten hef­tig jeg­li­che Ver­ant­wor­tung für die Ver­brei­tung von ideo­lo­gi­schen Ver­satz­stü­cken, die Brei­vik zu sei­ner Recht­fer­ti­gung benutzte.

Mitt­ler­wei­le lich­ten sich die Schlei­er. Der Blog Publikative.org beschäf­tigt sich in dem Bei­trag „Zwi­schen Brei­vik-Schlag­zei­len und Blind­heit“ mit Brei­viks Ideo­lo­gie und eini­gen der Grup­pie­run­gen und Per­so­nen, die — ähn­lich wie Brei­vik — schon den (Bür­ger-) Krieg zwi­schen den „Mul­ti­kul­tu­ra­lis­ten“ und den „Befrei­ern“ beju­beln.

Brei­viks Kon­strukt eines gehei­men Netz­werks von „Tem­pel­rit­tern“ wur­de in der Ver­hand­lung von der Staats­an­wäl­tin ent­zau­bert.

Es lau­fen aber erschre­ckend vie­le selbst­er­nann­te „Tem­pel­rit­ter“ und Kämp­fer für die Befrei­ung vom mul­ti­kul­tu­ra­lis­ti­schen Joch durch die Gegend. Die Ermor­dung von „Mul­ti­kul­tu­ra­lis­ten“ stellt für sie kein Pro­blem dar, selbst wenn es sich um Kin­der oder Jugend­li­che handelt.

Dem­nächst: Teil II: „Was pas­sie­ren muss, wird passieren“