Breiviks Fans (II): „Was passieren muss, wird passieren“

Er war ein­er der Stamm­schreiber im neon­azis­tis­chen Forum „Thi­azi“. Im August 2008 stellte er sich dort vor als ein­er, der „ aus dem Süden des Reich­es“ kommt. Der Mod­er­a­tor „Panz­er­di­vi­sion“ aus der Steier­mark weist ihn ein. Im August 2011 erschien sein let­zter Beitrag unter dem NIck­name „Mauser“ auf thi­azi. Sein Abschied als „Mauser“ wirkt eher wie eine heftige Dro­hung. Gen­ervt wegen etlich­er Angriffe auf seine Posi­tion, kündigt er an, sich geistig und seel­isch auf Tod, Leid und Chaos vor­bere­it­en zu wollen.

„Mauser“ war ein Vielschreiber auf thi­azi. Mehr als 2.000 Beiträge wur­den von ihm ver­fasst. „Mauser“ ist schw­er­er Nazi und heftiger Anti­semit, vor allem aber schon in den Tagen der Mor­dan­schläge von Oslo ein­er der­jeni­gen, die bedin­gungs­los die Morde verteidigen.

„Was passieren muss, wird passieren. Und wer muss, der wird auf der Strecke bleiben. ganz egal ob nun Män­ner oder Frauen, Kinder oder Greise, Kämpfer oder unschuldige Zivilis­ten“, ist die Botschaft von „Mauser“ schon am 25.7. 2011, drei Tage nach den Ter­ro­ran­schlä­gen von Breivik.


Mausers lan­gat­mige Vorstellung
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Die Neon­azi-Gemeinde von thi­azi ist zu diesem Zeit­punkt noch ziem­lich des­ori­en­tiert und damit beschäftigt, die Angaben zu Breivik einzuord­nen. „Mauser“ stellt das Man­i­fest von Breivik online und vertei­digt weit­er die Erschießung von Kindern und Jugendlichen:

„In einem Bürg­erkrieg oder genozi­dalen, total­en Ver­nich­tungskrieg gibt es wed­er Alters­gren­zen noch wer­den Gefan­gene gemacht, es sei denn zum Ver­hör oder als Sklaven. Es gibt keine Tabus im Krieg mehr heutzu­tage…“.

Gegen alle Ein­wände, Breivik sei doch „Freimau­r­er“, „Zion­ist“, „ver­judet“ oder sonst­wie sus­pekt, nimmt „Mauser“ den Massen­mörder Breivik in Schutz:

„Ein Anders Breivik hat all das fol­gerichtig erkan­nt und entschlossen gegen den von Linken bewußt ein­geleit­eten und geförderten, schle­ichen­den GENOZID an den Europäis­chen Völk­ern und Natio­nen gehan­delt, indem er ein spek­takuläres Zeichen dage­gen geset­zt hat, und ihr habt hier tat­säch­lich nix besseres zu tun, als euch darüber zu bekla­gen, daß unter seinen Opfern unter anderem auch ein paar poten­tielle NACHWUCHSVÖLKERMÖRDER der Roten sind?“

„Mauser“ find­et viel Zus­tim­mung, aber auch Ablehnung auf thi­azi. Vor allem die von ihm befür­wortete Ermor­dung von Jugendlichen und Kindern wird kri­tisiert: „Es gibt keine Recht­fer­ti­gung für das Erschießen von unbe­waffneten Jugendlichen in einem Ferien­lager“ („Unnah­bar“ am 4.8.2011).

„Mauser“ antwortet darauf:

„Aber es gibt dur­chaus eine für das Exeku­tieren von ange­hen­den roten Volk­sz­er­set­zern, Kul­tur- und Rass­eschän­dern, also kul­tur­marx­is­tis­chen Kinder­sol­dat­en und deren Aus­bilder in einem poli­tis­chen Boot­camp des Fein­des aller Völk­er und Natio­nen, in dem die Antifa der Zukun­ft herangezüchtet wer­den soll. Mit 14 kann man schon ganz pri­ma Steine und Flaschen auf Nazis schmeißen, ohne daß man größere rechtliche kon­se­quen­zen zu befürcht­en hat, wusstest du das? Und man kann auch schon mit Negern und Moslems rum­machen und schwanger wer­den, also Rassen­schande betreiben.“ (4.8. 2011,Fehler im Original).


Mauser zu Küssel
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Am 8.8. 2011 meldet sich „Mauser“ ein let­ztes Mal zu Wort, bevor er abtaucht (oder unter einem anderen „Nick­name“ aktiv ist). Für ihn hat der Bürg­erkrieg eigentlich schon begonnen. Er bere­it­et sich „geistig und seel­isch auf Tod, Leid und Chaos vor(…) von einem Aus­maß, daß euch allen noch die Ohren schlack­ern wer­den!”. Zum Abschluss gibt er noch Tipps zum Überleben.

Der Neon­azi „Mauser“ hat auf thi­azi mit seinen abstoßen­den und kaput­ten Het­z­parolen die Debat­te um die Massen­morde von Oslo geprägt und ist dabei auch dem Ver­fas­sungss­chutz Bran­den­burg aufge­fall­en. Soweit ersichtlich, ohne Kon­se­quenz. „Mauser“ hat etliche Post­ings mit deut­lichem Öster­re­ich-Bezug veröf­fentlicht. Typen wie „Mauser“ treiben sich jeden­falls auch hierzu­lande in Foren herum.

Breiviks Fans(III): Ein wider­lich­er Nazi ‑Burschen­schafter