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Breiviks Fans (II): „Was passieren muss, wird passieren“Lesezeit: 3 Minuten

Er war einer der Stamm­schrei­ber im neo­na­zis­ti­schen Forum „Thia­zi“. Im August 2008 stell­te er sich dort vor als einer, der „ aus dem Süden des Rei­ches“ kommt. Der Mode­ra­tor „Pan­zer­di­vi­si­on“ aus der Stei­er­mark weist ihn ein. Im August 2011 erschien sein letz­ter Bei­trag unter dem NIck­na­me „Mau­ser“ auf thia­zi. Sein Abschied als „Mau­ser“ wirkt eher […]

24. Apr 2012

„Mau­ser“ war ein Viel­schrei­ber auf thia­zi. Mehr als 2.000 Bei­trä­ge wur­den von ihm ver­fasst. „Mau­ser“ ist schwe­rer Nazi und hef­ti­ger Anti­se­mit, vor allem aber schon in den Tagen der Mord­an­schlä­ge von Oslo einer der­je­ni­gen, die bedin­gungs­los die Mor­de verteidigen.

„Was pas­sie­ren muss, wird pas­sie­ren. Und wer muss, der wird auf der Stre­cke blei­ben. ganz egal ob nun Män­ner oder Frau­en, Kin­der oder Grei­se, Kämp­fer oder unschul­di­ge Zivi­lis­ten“, ist die Bot­schaft von „Mau­ser“ schon am 25.7. 2011, drei Tage nach den Ter­ror­an­schlä­gen von Breivik.


Mau­sers lang­at­mi­ge Vorstellung
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Die Neo­na­zi-Gemein­de von thia­zi ist zu die­sem Zeit­punkt noch ziem­lich des­ori­en­tiert und damit beschäf­tigt, die Anga­ben zu Brei­vik ein­zu­ord­nen. „Mau­ser“ stellt das Mani­fest von Brei­vik online und ver­tei­digt wei­ter die Erschie­ßung von Kin­dern und Jugendlichen:

„In einem Bür­ger­krieg oder geno­zi­da­len, tota­len Ver­nich­tungs­krieg gibt es weder Alters­gren­zen noch wer­den Gefan­ge­ne gemacht, es sei denn zum Ver­hör oder als Skla­ven. Es gibt kei­ne Tabus im Krieg mehr heut­zu­ta­ge…“.

Gegen alle Ein­wän­de, Brei­vik sei doch „Frei­mau­rer“, „Zio­nist“, „ver­ju­det“ oder sonst­wie suspekt, nimmt „Mau­ser“ den Mas­sen­mör­der Brei­vik in Schutz:

„Ein Anders Brei­vik hat all das fol­ge­rich­tig erkannt und ent­schlos­sen gegen den von Lin­ken bewußt ein­ge­lei­te­ten und geför­der­ten, schlei­chen­den GENOZID an den Euro­päi­schen Völ­kern und Natio­nen gehan­delt, indem er ein spek­ta­ku­lä­res Zei­chen dage­gen gesetzt hat, und ihr habt hier tat­säch­lich nix bes­se­res zu tun, als euch dar­über zu bekla­gen, daß unter sei­nen Opfern unter ande­rem auch ein paar poten­ti­el­le NACHWUCHSVÖLKERMÖRDER der Roten sind?“

„Mau­ser“ fin­det viel Zustim­mung, aber auch Ableh­nung auf thia­zi. Vor allem die von ihm befür­wor­te­te Ermor­dung von Jugend­li­chen und Kin­dern wird kri­ti­siert: „Es gibt kei­ne Recht­fer­ti­gung für das Erschie­ßen von unbe­waff­ne­ten Jugend­li­chen in einem Feri­en­la­ger“ („Unnah­bar“ am 4.8.2011).

„Mau­ser“ ant­wor­tet darauf:

„Aber es gibt durch­aus eine für das Exe­ku­tie­ren von ange­hen­den roten Volks­zer­set­zern, Kul­tur- und Ras­se­schän­dern, also kul­tur­mar­xis­ti­schen Kin­der­sol­da­ten und deren Aus­bil­der in einem poli­ti­schen Boot­camp des Fein­des aller Völ­ker und Natio­nen, in dem die Anti­fa der Zukunft her­an­ge­züch­tet wer­den soll. Mit 14 kann man schon ganz pri­ma Stei­ne und Fla­schen auf Nazis schmei­ßen, ohne daß man grö­ße­re recht­li­che kon­se­quen­zen zu befürch­ten hat, wuss­test du das? Und man kann auch schon mit Negern und Mos­lems rum­ma­chen und schwan­ger wer­den, also Ras­sen­schan­de betrei­ben.“ (4.8. 2011,Fehler im Original).


Mau­ser zu Küssel
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Am 8.8. 2011 mel­det sich „Mau­ser“ ein letz­tes Mal zu Wort, bevor er abtaucht (oder unter einem ande­ren „Nick­na­me“ aktiv ist). Für ihn hat der Bür­ger­krieg eigent­lich schon begon­nen. Er berei­tet sich „geis­tig und see­lisch auf Tod, Leid und Cha­os vor(…) von einem Aus­maß, daß euch allen noch die Ohren schla­ckern wer­den!”. Zum Abschluss gibt er noch Tipps zum Überleben.

Der Neo­na­zi „Mau­ser“ hat auf thia­zi mit sei­nen absto­ßen­den und kaput­ten Hetz­pa­ro­len die Debat­te um die Mas­sen­mor­de von Oslo geprägt und ist dabei auch dem Ver­fas­sungs­schutz Bran­den­burg auf­ge­fal­len. Soweit ersicht­lich, ohne Kon­se­quenz. „Mau­ser“ hat etli­che Pos­tings mit deut­li­chem Öster­reich-Bezug ver­öf­fent­licht. Typen wie „Mau­ser“ trei­ben sich jeden­falls auch hier­zu­lan­de in Foren herum.

Brei­viks Fans(III): Ein wider­li­cher Nazi ‑Bur­schen­schaf­ter

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