Bayern/Österreich: Gewaltaffines braunes Spektrum

Blick nach Rechts (BNR) berichtet über den neuen bayrischen Verfassungsschutzbericht. Demnach „weist der Bericht wie im Vorjahr 2.600 RechtsextremistInnen, darunter 900 NPD-Mitglieder, 300 subkulturell geprägte RechtsextremistInnen, 700 Neonazis und 400 sonstige RechtsextremistInnen aus. Im Spektrum der parteifreien RechtsextremistInnen stellen die Neonazis mit 700 Aktivisten damit den größten Anteil“.

Das „größte und schlagkräftigste“ Neonazi-Netzwerk in Bayern stellt das Freie Netz Süd (FNS) mit etwa 20 Gruppierungen und 100 bis 150 Anhängern dar. Das zweite überregionale Bündnis, mit 30 bis 50 Personen aus Bayern, ist der Freie Widerstand Süddeutschland (FWS). BNR weiter: „Bei der parteifreien Neonazi-Szene stellt der Landesverfassungsschutz ein „deutlich erhöhtes Aggressions- und Gewaltpotenzial“ fest. Die Anwendung von Gewalt werde von Rechtsextremisten als „legitimes Mittel angesehen“, so der bayerische Innenminister Joachim Herrmann. Im Berichtszeitraum wurden 57 rechtsextrem motivierte Gewaltdelikte, überwiegend Körperverletzungen, aber auch zwei Brandanschläge, erfasst.“

Da das FNS auch gute Kontakte nach Österreich pflegt, sollte der bayrische Verfassungsschutzbericht auch für die österreichischen Behörden für Interesse sein. Das „Haus der Kunst“, ein neonazistischer Treffpunkt in Halsbach im Landkreis Altötting nahe der Grenze zu Oberösterreich wird explizit auch als Anlaufpunkt für KameradInnen aus Österreich genannt. Am 1. Mai 2011 sollte Gottfried Küssel bei einem Großaufmarsch von Nazis in Heilbronn auftreten, bei der auch das FNS organisatorisch beteiligt war. 2010 initiierte das Freie Netz Süd eine neonazistische 1. Mai-Demonstration in Schweinfurt, bei der ebenfalls wieder Gottfried Küssel als Redner auftrat. Im Jänner berichtete das FNS über eine Propagandaaktion des „Widerstand Braunau“. Die Braunauer Neonazi-Szene ist in den letzten Jahren breiter geworden und besser vernetzt. Kontakte und Kooperation gibt es vor allem mit dem FNS. Siehe dazu unsere Serie über die „Braunauer Neonazi-Szene“ oder auch das Dossier des Infoladen Wels und die Kommunistische Jugend Braunau: Neonazis in Braunau

Der Verfassungsschutzbericht Bayerns beschäftigt sich zudem mit der Burschenschaft Danubia München. „Namentlich erwähnt wird der Danube Pierre Pauly, der „enge Kontakte zur neonazistischen Kameradschaft München“ pflegt. Registriert wurde auch, dass an Veranstaltungen der Aktivitas der Danuben Neonazis teilgenommen hätten“, berichtet Blick nach Rechts. Auch hier gibt es wieder ausgezeichnete Verbindungen nach Österreich. So hetzte oberösterreichische Danube Fred Duswald in der Juni-Ausgabe 2011 der „Aula“ gegen Ruth Klüger. Am Am 24. Juni 2011 wird referierte Günter Rehak bei den Danuben.

bnr.de – Gewaltaffines braunes Spektrum
Verfassungsschutzbericht Bayern 2011 (Stand März 2012) – Pressefassung