Leonding (OÖ): Pilgerstätte für Neonazis aufgelöst

Es gab viele Gerüchte, wer für die Erhaltung des Grabes der Eltern von Adolf Hitler in Leonding verantwortlich ist bzw. die Kosten dafür trägt. Unbestritten ist jedenfalls, dass das Grab von Alois (gestorben 1903) und Klara Hitler (gestorben 1907) eine Pilgerstätte für Neonazis war. Damit dürfte jetzt Schluss sein.

Zuletzt haben Unbekannte zu Allerheiligen 2011 das Grab mit Nazi-Symbolen verunziert. Neonazis haben Mahnwachen angehalten, Touristen fleißig fotografiert. Das dürfte Vergangenheit sein, denn Grabstein und Pflanzenschmuck wurden jetzt – nach Gesprächen zwischen Gemeinde, Pfarre und der grabnutzungsberechtigten Verwandten –entfernt. Pfarrer Pittertschatscher, der noch vor Monaten eher reserviert war, zitierte aus einer Erklärung der Verwandten , in der diese festhält:“ Die Pflege des Grabs wird immer schwieriger. Dazu gibt mir zu denken, dass das Grab meiner Vorfahren immer wieder für Sympathiekundgebungen missbraucht wird. Das alles bedenkend habe ich mich zum Verzicht auf die Nutzungsrechte entschlossen“.

Der öffentliche Druck hatte diese Gespräche befördert. Zuletzt wurde im ORF-Magazin „Thema“ darüber berichtet.

Damit ist nach der Auflösung des Grabes von Rudolf Hess in Wunsiedel im Juli 2011 eine weitere Kultstätte für Neonazis weggebrochen.

OÖNachrichten – Leondinger Hitler-Grab aufgelassen