„Freie Freunde“(VI): „Nemesis“ stellt sich vor

Im Forum der „Freien Fre­unde“ ver­sam­melten sich nicht Hinz und Kunz, auch nicht Krethi und Plethi, son­dern Neon­azis und Recht­sex­treme. Die „Freien Fre­unde“ disku­tierten viel­er­lei: Sprengstoffe, ille­gale Geldbeschaf­fung und natür­lich Pro­pa­gan­daak­tio­nen. Unter den „Fre­un­den“: etliche Öster­re­ich­er. Ein­er von ihnen war „Neme­sis“, die Göt­tin des Zorns bzw. der Rache.

„Neme­sis“ war seit 2005 im Forum aktiv – vorher und par­al­lel zu sein­er Aktiv­ität im geheimen Forum der „Freien Fre­unde“ war er auf „dol2day“ mit dem Nick­name „Alek­to“ unter­wegs. „Sow­i­lo“ ken­nt ihn und schal­tet ihn frei fürs Forum.


Alek­to = Sowilo
-

541 Beiträge im Forum hat „Neme­sis“ ver­fasst, viele davon zu Öster­re­ich, das im Forum den Namen „Absur­dis­tan“ hat­te. 48 Beiträge von ihm gibt es zum The­ma Steiermark.


Benutzer­pro­fil
-

Die „Freien Fre­unde“ fühlten sich spätestens 2006 in ihrem Forum sich­er und ungestört. Vorher gab es immer wieder mal ein paar, die unter Ver­dacht standen, nicht auf Lin­ie zu sein oder gar Linke, die sich mit ein­er falschen Iden­tität eingeschlichen hat­ten. Die Admin­is­tra­toren des Forums hat­ten daher viel Arbeit mit den peri­odis­chen Säu­berun­gen. Wer nur reg­istri­ert war, aber nicht postete, wurde gnaden­los raus­ge­wor­fen. „Sow­i­lo“, der „Gen­er­alleut­nant“ aus Wien, war ein­er der Administratoren.

Im Herb­st 2007 ver­anstal­teten die „Freien Fre­unde“ eines ihrer zahlre­ichen Tre­f­fen außer­halb des virtuellen Raums. Die Steier­mark wurde gewählt und „Neme­sis“ fungierte als Organ­isator. Nach langem Hin und Her und etlichen Absagen wird der Ter­min fix­iert und „Neme­sis“ bietet seine Woh­nung als Tre­ff­punkt an. Auch seine Handy-Num­mer deponiert er im „Forum“ – etwas unvor­sichtig, aber man fühlte sich ja unbeobachtet.


Tre­f­fen in der Steier­mark und Kontaktangaben
-

Den „Fre­un­den“ hat es gefall­en in Graz: Bier- und Weinkeller, etwas Kul­tur und anre­gende Gespräche unter Kam­er­aden. Nicht bei jedem Tre­f­fen kann „Neme­sis“ dabei sein. 2005 postet er etwa, dass er wegen der Frank­furter Buchmesse passen müsse. Anson­sten bemüht sich „Neme­sis“ aber. 2005 wird bei einem Tre­f­fen der „Fre­unde“ in München die Nazi-Schrott-Doku „Geheimak­te Heß“ in einem Kino aufge­führt. Die „Fre­unde“ sind begeis­tert über den Coup und „Neme­sis“ gibt Ratschläge für zukün­ftige Auf­führun­gen, emp­fiehlt die „Idealisten“-Masche, mit der man ger­ade bei den Älteren an die Kohle her­ankom­men könne.


Neme­sis und Heß-Film
-

Als die „Fre­unde“ 2009 einen Nor­we­gen-Trip machen, wollen sie auch eine Ausstel­lung (150 Jahre) zu Knut Ham­sun, dem Lit­er­aturnobel­preisträger und Nazi-Fre­und besuchen. Da fällt es „Neme­sis“ auf – das Gedenk­jahr: „Mist, das habe ich überse­hen, son­st hät­ten wir dieses Jahr ein Buch zu Ham­sun raus­brin­gen können….“


Neme­sis und Hamsun-Buch
-

Im August 2009 schreibt „Neme­sis“ zum let­zten Mal im „Forum“. Warum er sich ver­ab­schiedet hat, ist unklar. Vielle­icht die Arbeits­be­las­tung im Ver­lag? In welchem Ver­lag? Bemerkenswert ist, dass der „Stan­dard“ mit einem Anruf bei der Handy-Num­mer aus dem „Forum“ einen Mitar­beit­er des Graz­er „Stocker“-Verlags erreichte.

An seine Mitar­beit im braunen Forum will oder kann er sich nicht erin­nern, wohl aber daran, dass das „Freie Freunde“-Forum ein geschlossenes Forum war.

Der Stock­er-Ver­lag führt ger­ade einen Prozess gegen die Her­aus­ge­ber der Broschüre „Das Herz am recht­en Fleck….“

In dem Ver­fahren nen­nt der Stock­er-Ver­lag jet­zt einen beson­deren Zeu­gen. Kaum zu glauben: die Wohnadresse des Zeu­gen ist mit der Adresse von „Neme­sis“ ident. Die Handy-Num­mer auch! Der Stock­er- Ver­lag wird doch nicht „Neme­sis“ aus dem braunen Forum der „Freien Fre­unde“ nominiert haben, um sich gegen den Vor­wurf des Recht­sex­trem­is­mus und Anti­semitismus zu wehren? 

Siehe auch:

  • May­day Graz — Broschüre: Das Herz am Recht­en Fleck
  • May­day Graz — Stock­er-Prozess: Wenn es nur noch absurd ist!
  • derstandard.at — „Ich poste in allen poli­tis­chen Dingen”