Ried im Innkreis (OÖ): Verräterische Tattoos

Der Angeklagte (28) ver­büßt in Suben ger­ade eine vier­jährige Haft­strafe. Nicht die erste übri­gens. Unter den ins­ge­samt 19 Vorstrafen, die er seit sein­er Strafmündigkeit aus­ge­fasst hat, gab es auch schon andere unbe­d­ingte. Nicht die beste Prog­nose. Und jet­zt musste sich der Vorarl­berg­er vor dem Lan­des­gericht Ried wegen Wieder­betä­ti­gung ver­ant­worten, weil dem Staat­san­walt bei ein­er Anhörung Nazi-Sym­bole auf der Hand aufge­fall­en sind, bericht­en die OÖN.

Bei der Anhörung sollte es eigentlich um eine mit­tel­fristig denkbare vorzeit­ige Ent­las­sung aus der Jus­ti­zanstalt Suben gehen. Dem Staat­san­walt fie­len dabei aber die Sym­bole auf der linken Hand des Häftlings auf: eine „88“ auf dem Han­drück­en und SS-Runen auf Mit­tel- und Ringfin­ger. „Darauf ange­sprochen, dürfte der 28-Jährige seine Gesin­nung gle­ich einge­s­tanden haben. Er habe Fre­unde aus der recht­en Szene“ (OÖN). Der Staat­san­walt beauf­tragte daraufhin den Ver­fas­sungss­chutz mit weit­eren Ermit­tlun­gen, die im End­ef­fekt zur Anklage führten.

Offen blieb, warum die Tat­toos, die der Angeklagte G. offen­bar schon seit seinem 15. Leben­s­jahr getra­gen hat, in der Haf­tanstalt nie­man­dem aufge­fall­en sein sollen. Die Nazi-Tat­toos aus den Jugend­jahren sind allerd­ings ein deut­lich­er Hin­weis darauf, dass er sich seine Gesin­nung nicht erst in den let­zten Jahren angeeignet hat. Eine Verbindung zu „Blood & Hon­our“ Vorarl­berg gab er auch selb­st zu.

Für die Geschwore­nen war die Sache klar: schuldig im Sinn der Anklage und weit­ere 15 Monate unbe­d­ingt. Eine vorzeit­ige Haf­tent­las­sung geht sich damit ver­mut­lich nicht so schnell aus. Sollte sich der Angeklagte seine Tat­toos nicht weglasern lassen, kön­nte es sog­ar die näch­ste Anklage geben.

Bericht: OÖN 20.6.2017.