Burschenschafterball: Kevin kommt wieder!

Seit einigen Jahren sind die Organisatoren des Burschenschafter- bzw. „Akademiker“-Balls in der Hofburg sehr bedacht, ihre illustren Ehrengäste nicht frühzeitig bekanntzugeben. Vorbei die Zeiten, in denen man mit rechtsextremen Größen schon im Vorfeld des Balles glänzte? Nicht ganz, denn Kevin kommt wieder!

Es ist ja nicht so einfach für die Organisatoren! Die internationale Rechtsprominenz verglüht schnell wieder oder stellt sich dann doch eher als wenig vorzeigbares Schmuddelkind heraus. Stichwort Jörg Hähnel, brauner Barde aus Berlin und NPD-Funktionär. Oder auch Alexander Dugin, der russische Antisemit und Ideologe einer eurasischen Allianz. Und schließlich waren die anderen Ball-Promis von Matthias Faust, Ingo Knop und Patrick Brinkmann bis hin zu Enrique Ravello, Bruno Gollnisch, Jean Marie Le Pen und Kent Ekeroth ja auch nicht gerade herzeigbar. Fast keiner von ihnen außerdem ein gestandener Burschenschafter!


“Bergische Stimme“ zu Kevin Hauer

Da ist Kevin Gareth Hauer schon aus einem anderen Holz geschnitzt! Erstens ist er Burschenschafter – und was für einer! Kevin ist Mitglied der Alten Breslauer Burschenschaft Raczeks zu Bonn, die sich innerhalb der Deutschen Burschenschaft für die Erhaltung und Reinheit des „deutschen Stamms“ „in Zeiten fortschreitender Überfremdung“ eingesetzt hat. Die Bonner Raczeks und die rechtsextremen Münchner Danuben bilden mit der antisemitischen Wiener Teutonia außerdem das ‚ostdeutsche Kartell‘ – da haben sich die Richtigen gefunden!

Zweitens war der Kevin schon im Vorjahr beim Ball, ja sogar mit Martin Graf durfte er sprechen, wie er danach stolz verkündete. Er ist also einer, der richtig dankbar ist dafür, von den FPÖ-Promis wahrgenommen zu werden. Dann hat er auch noch die zum Ball-Publikum passenden Ansichten: der Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus ist für ihn der „Beginn der Besatzungsherrschaft“ und jetzt die Zeit gekommen, „das aufgezwungene Büßergewand endlich abzustreifen“.


„Bergische Stimme“ über Pro NRW

Schließlich hat sich Hauer schon im Vorjahr als Vermittler zwischen Geert Wilders aus den Niederlanden und Strache angeboten bzw. betätigt . Für den stellvertretenden Vorsitzenden der rechtsextremen Pro NRW-Sekte eine echte Herausforderung!

Für heuer hat er sein neuerliches Kommen schon öffentlich angekündigt und will sich auch den DemonstrantInnen gegen den Burschenschafterball mutig „entgegenstellen“.

Ob auch noch andere Zwerge aus der siebten Reihe wie etwa die Jugendfunktionäre der Schwedendemokraten, die im Vorjahr anwesend waren, antanzen und so die eher mager gefüllten Ballsäle in der Hofburg durch ihren Glanz zum Strahlen bringen werden?