FPÖ: Ehrengastprobleme beim Akademikerball?

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Es wird nicht ein­fach wer­den für die FPÖ, bei ihrem Aka­de­mi­ker­ball, der den Bur­schen­schaf­ter­ball in der Hof­burg beer­ben soll, wie­der mit illus­tren Ehren­gäs­ten zu glän­zen. Mari­ne Le Pen, die Vor­sit­zen­de des rechts­extre­men Front Natio­nal, ist mit Ermitt­lun­gen wegen „Ansta­che­lung zum Ras­sen­hass“ kon­fron­tiert und Kent Ekeroth von den Schwe­den­de­mo­kra­ten ist nach dem Vor­fall mit den Eisen­stan­gen auf „Aus­zeit“.

Das waren noch Zei­ten, als beim Bur­schen­schaf­ter­ball des WKR (Wie­ner Kor­po­ra­ti­ons­ring) die Spit­zen des euro­päi­schen Rechts­extre­mis­mus auf­tanz­ten! Jean Marie Le Pen, Bru­no Goll­nisch und zuletzt Mari­ne Le Pen hat­ten in den ver­gan­ge­nen Jah­ren mit ihren Auf­trit­ten die enge Ver­bun­den­heit der fran­zö­si­schen Rechts­extre­men mit der FPÖ sym­bo­li­siert. Mit den ande­ren Ehren­gäs­ten war es nicht nur in Bezug auf ihre Pro­mi­nenz schon etwas schwie­ri­ger zu glänzen.

Neh­men wir das Jahr 2009. Da muss­ten weit­hin unbe­kann­te Grö­ßen des inter­na­tio­na­len Rechts­extre­mis­mus wie Patrik Brink­mann, Mat­thi­as Faust (NPD), Enri­que Ravel­lo, Ing­mar Knop (NPD) oder Alex­an­der Dugin, der rus­si­sche Anti­se­mit, in die Kame­ras lächeln. Ach ja, Andre­as Molau war damals auch dabei! Der ist mitt­ler­wei­le öffent­lich­keits­wirk­sam aus der rechts­extre­men Sze­ne aus­ge­stie­gen und hat sich an den Ver­fas­sungs­schutz gewandt. Ver­mut­lich eig­net er sich des­we­gen nicht als Ehren­gast im Jahr 2013.

Mit den ande­ren Ehren­gäs­ten von 2009 ist es auch nicht so ein­fach. Patrik Brink­mann hat schon eini­ge Sta­tio­nen des Rechts­extre­mis­mus durch­lau­fen (von der NPD über die DVU bis hin zur Bür­ger­be­we­gung Pro Deutsch­land) und befin­det sich der­zeit eben­falls auf „Aus­zeit“. Umge­kehrt ist Mat­thi­as Faust auf sei­nem Marsch durch die Rech­te von der CDU, wo er begon­nen hat, über die „Repu­bli­ka­ner“ und die DVU bei der NPD ange­kom­men, befin­det sich aber dort auf dem abstei­gen­den Ast.

Der spa­ni­sche Faschist Enri­que Ravel­lo wäre ein Ange­bot für jene Bur­schen­schaf­ter, die gera­de auf der iden­ti­tä­ren Wel­le dahinsur­fen. Aber Ravel­lo kennt nie­mand, und sei­ne Ein­la­dung durch die Schmud­del­brau­nen von der Bri­tish Natio­nal Par­ty (BNP) im Som­mer 2012 macht ihn auch nicht attraktiver.


Enri­que Ravel­lo, Besuch bei der BNP im Som­mer-2012, Screen­shot Youtube-Video

So könn­te es wohl wie­der Mari­ne Le Pen vom Front Natio­nal wer­den, deren Immu­ni­tät wegen Ermitt­lun­gen zu „Ansta­che­lung zum Ras­sen­hass“ auf­ge­ho­ben wer­den soll. Sol­che Ermitt­lun­gen stö­ren Stra­che sicher nicht, denn selbst Ver­ur­tei­lun­gen wegen Ver­het­zung sind für ihn nur „Mei­nungs­ur­tei­le“. Ob Stra­che bei sei­nem fei­nen Din­ner Anfang Dezem­ber im Gran­de Cas­ca­de mit Mari­ne Le Pen auch dar­über gespro­chen hat? Wird Mari­ne Le Pen viel­leicht gar ihre Nich­te Mari­on zum Ball mit­brin­gen und damit die Bur­schi-Her­zen etwas hef­ti­ger vibrie­ren las­sen? Wir war­ten jeden­falls gespannt auf die Ehren­gäs­te und wün­schen uns schö­ne Fotos vom Ball, am bes­ten mit Susan­ne Win­ter, John Gude­nus und Uwe Scheuch.