Der Burschi-Ball und seine Gäste

Der Organisator des „Akademiker-Balls“ der Wiener FPÖ spricht von einem großen Erfolg und einem „wunderschönen Ball“. Uns ist etwas anderes aufgefallen: der „rauschenden Ballnacht“ der Burschis fehlte nicht nur Glanz und Glamour, sondern auch das Publikum!

Es gibt jedenfalls jede Menge Aufklärungsbedarf! Nach Angaben der Wiener Polizei gab es 780 Ballgäste, will man Udo Guggenbichler, dem Burschi- und Akademiker-Ball-Organisator glauben, waren es hingegen „über 2000 Gäste“. Das ist doch ein erheblicher Unterschied, der sich sowohl auf die Einnahmen als auch auf die Abgaben, die für die Ballkarten bezahlt werden müssen, deutlich auswirkt!


Andreas Mölzer schwer verletzt…, Quelle: derstandard.at

Schon im Vorjahr gab es ja gewisse Mobilisierungsprobleme für den Burschi-Ball, die dann dazu führten, dass der Ring Freiheitlicher Jugend (RFJ) mit Sonderkonditionen für seine Mitglieder lockte.

Mobilisierungsprobleme dürfte es heuer auch bei den internationalen Festgästen gegeben haben. Weder Marine Le Pen noch Kent Ekeroth erschienen beim Ball. Letzterer hatte ja einen triftigen Grund. Aber immerhin bewirkten die fest geknüpften Bande zwischen dem RFJ und der Jugendorganisation der Schwedendemokraten, dass die ihren Vorsitzenden Gustav Kasselstrand und seinen Stellvertreter William Hahne schickten. Ein wahrlich glamouröser und prominenter Aufputz für den Ball! Obwohl auch nicht ganz unheikel! Kasselstrand ist im November von der Parteispitze als parlamentarischer Mitarbeiter (Sekretär) der Fraktion im Reichstag gefeuert worden, weil er sich im Streit der Parteispitze mit Ekeroth und Almqvist auf deren Seite geschlagen hat. Und William Hahne ist 2010 aufgefallen, als er in einer Bar randalierte, den Barkeeper als „fucking nigger“ beschimpfte und ein Bierglas nach ihm warf. Aber vielleicht war das die Qualifikation für den „Akademiker-Ball“?