Ulrichsberg: Anzeige gegen die braunen Betreiber

Der Linz­er Krim­i­nalpolizist und Daten­foren­sik­er Uwe Sail­er hat sich inten­siv mit der Face­book-Seite “Ulrichs­bergge­mein­schaft der Heimkehrer- und Europage­denkstätte“ beschäftigt und die mut­maßlichen Betreiber nach dem NS-Ver­bots­ge­setz angezeigt. Der Obmann des Vere­ins Ulrichs­bergge­mein­schaft, Her­mann Kan­dus­si, weist jeden Zusam­men­hang mit der FB-Seite zurück. Ob das halt­bar ist?

In der Anzeige, die uns vor­liegt, wer­den akribisch die engen Verbindun­gen zwis­chen der ein­deutig neon­azis­tisch ori­en­tierten FB-Seite und der Ulrichs­bergge­mein­schaft aufge­lis­tet. Kan­dus­si hat­te im April voll­mundig angekündigt, die Betreiber der FB-Seite, die er nicht kenne, wegen NS-Wieder­betä­ti­gung bzw. der miss­bräuch­lichen Ver­wen­dung des Logos anzuzeigen. Der Ver­fas­sungss­chutz habe ihm dann aber gesagt, dass das sinn­los sei: „Dort sagte man mir, dass man nicht wisse, gegen wen man ermit­teln sollte“ (Salzburg­er Nachricht­en, 15.4.2013).

Sail­er hält das für eine Schutzbe­haup­tung, wir auch! Denn unab­hängig davon, ob sich Kan­dus­si oder der Ver­fas­sungss­chutz mit ihren Behaup­tun­gen vor weit­eren Ermit­tlun­gen schützen wollen: die Betreiber der FB-Seite sind aus­forschbar – und dafür lieferte Sail­er einiges Mate­r­i­al an die Staat­san­waltschaft Klagenfurt.


Armin All­mendingers Facebook-Seite
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Wun­der­samer­weise wird die braune FB-Seite seit 21. Sep­tem­ber 2011 admin­istri­ert, also kurz nach den Aufmärschen der Ulrichs­berg­er in diesem Jahr. 2011 gab es mehrere Ver­anstal­tun­gen bzw. Aufmärsche zum Ulrichs­berg — und ein­er hat­te auf Face­book alle Hände voll zu tun, um die diversen Anreisenden zu den Tre­ff­punk­ten hin zu mobil­isieren: der Burschen­schafter (Ale­man­nia Stuttgart) Armin All­mendinger. Er war auf der FB- Ver­anstal­tungs­seite „Ulrichs­bergtr­e­f­fen 2011 — Unseren Vet­er­a­nen ehren­voll gedenken!“ eben­so aktiv wie auf der FB-Seite „Ulrichs­bergtr­e­f­fen Feier an der Gedenkstätte am Ulrichs­berggipfel“. Dann gab es noch die FB-Seite „Wir gedenken den Vet­er­a­nen – Ulrichs­bergtr­e­f­fen 2011“ und die Seite „Ulrichs­bergtr­e­f­fen 2011 – Festver­anstal­tung im Konz­erthaus Kla­gen­furt“.

Das alles war ziem­lich unüber­sichtlich, die einzel­nen Ver­anstal­tungs­seit­en stiegen sich gegen­seit­ig auf die Füße. Seit dem Face­book-Auftritt der „Ulrichs­bergge­mein­schaft der Heimkehrer- und Europage­denkstätte“ ist damit Schluss – und auch die poli­tis­che Ori­en­tierung an den alten Nazis sticht wieder deut­lich hervor.