Die „Breiviks” von Oslo und Traun

Nor­we­gen hat am Sonn­tag an die Opfer der Anschlä­ge von Oslo und Utøya erin­nert. Der rechts­extre­me Atten­tä­ter Anders Beh­ring Brei­vik ermor­de­te 77 Men­schen. Im Regie­rungs­vier­tel der Haupt­stadt Oslo töte­te Brei­vik mit einer Auto­bom­be acht Men­schen, „anschlie­ßend begab er sich auf die Insel Utöya, wo der 33-Jäh­ri­ge Brei­vik 69 Men­schen erschos­sen hat­te, dar­un­ter zahl­rei­che Teil­neh­mer eines Som­mer­la­gers der Jugend­or­ga­ni­sa­ti­on der regie­ren­den Arbei­ter­par­tei von Stol­ten­berg”, berich­tet die APA.

Eben­falls ver­gan­ge­nen Sonn­tag vor einem Jahr mor­de­te auch ein öster­rei­chi­scher Rechts­extre­mist. Das Bünd­nis gegen Rechts­ruck & „YEAH” erin­ner­te mit einer anti­ras­sis­ti­schen Kund­ge­bung an die­ses Atten­tat: „Wäh­rend die Welt sich heu­te an Breivik’s Anschlä­ge erin­nert, muss betont wer­den: Rech­ten Ter­ror gibt es auch und gera­de in Öster­reich! Ras­sis­mus tötet.” Johann Neu­mül­ler aus Traun erschoss vor sei­nem Wohn­haus einen Men­schen rumä­ni­scher Her­kunft und ver­letz­te wei­te­re Per­so­nen schwer.


Kund­ge­bung in Traun, vor dem Wohn­haus des rech­ten Mörders

Den ras­sis­ti­schen Hin­ter­grund bestä­tigt auch ein Mit­ar­bei­ter der Kri­mi­nal­po­li­zei: „Es war ein aus­schließ­lich extrem frem­den­feind­li­ches Motiv. Es ging nicht um irgend­ei­nen Streit um ein Moped.” Neu­mül­ler woll­te Öster­reich „von Aus­län­dern befrei­en“ und hat­te sich dafür mit dem Klein­ka­li­ber­ge­wehr, acht Reser­ve­ma­ga­zi­nen und einem Mes­ser gerüs­tet. Der Plan schei­ter­te, so die Kri­po, an der inef­fi­zi­en­ten Bewaff­nung: „Unse­re Recher­chen haben erge­ben, dass der Mann weit mehr Men­schen töten woll­te, als er dann tat­säch­lich geschafft hat.“ (OÖN, 28.10.2011)

„Der Mord kann als grau­sa­mes Resul­tat des Ras­sis­mus, der in Öster­reich und anders­wo all­täg­lich und all­ge­gen­wär­tig ist und von Par­tei­en wie der FPÖ bewusst geschürt wird, gese­hen wer­den”, so das Bünd­nis gegen Rechts­ruck & „YEAH”. Peter Mit­ter­hu­ber, einer der Orga­ni­sa­to­ren der Kund­ge­bung: „Die FPÖ pro­pa­giert mas­siv Ras­sis­mus & Natio­na­lis­mus. Und ihre rech­te Het­ze führt zu mehr rech­ter Gewalt, des­halb muss die­se Het­ze offen­siv bekämpft!”

welsgegenrechts.at — Ras­sis­ti­scher Mord in Traun vor einem Jahr – anti­fa­schis­ti­sche Kundgebung

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