„Man wird ja wohl noch Israel kritisieren dürfen…?!”

Die „Aktionswochen gegen Anti­semitismus” der Amadeu Anto­nio Stiftung fand im Jahr 2011 mit dem Schw­er­punkt „israel­be­zo­gen­er Anti­semitismus“ statt. Dieser Schw­er­punkt hat­te (und hat) einen guten Grund, schreibt die Amadeu Anto­nio Stiftung, denn „nir­gends sind anti­semi­tis­che Ressen­ti­ments so präsent und so gesellschaftlich akzep­tiert, wie wenn es um das The­ma Israel geht”.

Israel­be­zo­gen­er Anti­semitismus könne auch kein „Extremismus“-Problem sein, „angesicht von Zus­tim­mungsrat­en von über 68 Prozent in der Bevölkerung zu anti­semi­tis­chen Äußerun­gen wie ‚Israel füht ein Ver­nich­tungskrieg gegen die Palästi­nenser’ und über 50 Prozent zur Aus­sage: ‚Was der Staat Israel heute mit den Palästi­nensern macht, ist im Prinzip auch nichts anderes als das, was die Nazis im Drit­ten Reich mit den Juden gemacht haben’ ”. Israelfeind­schaft ist ein gesamt­ge­sellschaftlich­es Phänomen „und nicht allein die Domäne von Islamis­ten, Neon­azis und Israel-has­senden Anti­im­per­ri­al­istin­nen und Anti­im­pe­ri­al­is­ten. Ganz im Gegen­teil, dies als ein „Extremismus“-Problem anzuse­hen, ver­harm­lost die Gefahr der Israelfeind­schaft”, so die Amadeu Anto­nio Stiftung in ihrem Begleit­text zur Broschüre: „Man wird ja wohl noch Israel kri­tisieren dürfen…?!”