Klagenfurt: Ein alter Bekannter vor Gericht

Am Mittwoch, 23. Mai steht in Klagenfurt ein alter Bekannter vor Gericht – wegen NS-Wiederbetätigung. Die Kleine Zeitung (21.5.2012) schreibt dazu ganz knapp: „Dem Mann wird zur Last gelegt, dass er sich in Internetforen deutlich im Sinn der Nazi-Ideologie geäußert hat“. Der Installateur (32) ist tatsächlich einer, der sich schon mehrfach deutlich und einschlägig geäußert hat.

Im Jahr 2003 stand er vor Gericht, weil er bei einem Autounfall die ermittelnden Beamten als „Judenschweine“ beschimpft und mit „Heil Hitler“ begrüßt hatte. In seinem Auto wurden damals CDs und Kassetten mit Nazi-Musik gefunden. Mit dem „Dritten Reich“ und der Nazi-Ideologie wollte er aber nichts am Hut haben. Vor dem Schwurgericht kam das damals aber nicht so gut, weil er schon fünf Jahre zuvor wegen schwerer Sachbeschädigung und NS-Parolen verurteilt worden war. Außerdem lief 2003 ein weiteres Ermittlungsverfahren gegen ihn, weil in seiner Wohnung „Heil Hitler“ und „Sieg Heil“ gebrüllt worden sei.

Das Urteil von 2003 (15 Monate, davon drei Monate unbedingt) hat jedenfalls seine Einstellung nicht verändert.

Weitere einschlägige Urteile seither sind uns nicht bekannt. Jedenfalls ist er zuletzt auf Facebook wieder auffällig geworden: mit Kontakten in die Neonazi-Szene und mit Fotos, die ebenfalls eindeutig sind. Bei dem Installateur wurde auch eine Hausdurchsuchung durchgeführt und jede Menge Nazi- Material beschlagnahmt.

Noch ist unklar, ob die Anklage dem Installateur auch die Postings von „Tyr“ im Alpen-Donau-Forum („alinfodo“) zuschreibt. Der User „Tyr“ hatte sich im September 2009 kurz so vorgestellt: „Bin 29 Jahre alt, komme aus Kärnten und bin überzeugter Nationalsozialist!“ und sich dann forumsgemäß mit „Heil Hitler“ verabschiedet.