Mjölnir, der Nationalsozialist (II)

Mjöl­nir, der übergewichtige und vere­in­samte Unpoli­tis­che aus Wiener Neustadt, war Mod­er­a­tor im geheimen Nation­al­sozial­is­tis­chen Pri­vat- bzw.Politikforum (NSPF) bei Thi­azi. Vor Gericht erk­lärte sein Vertei­di­ger, Mjöl­nir alias Chris­t­ian W. habe nie zum Führungszirkel der extremen Recht­en gehört. Das sehen wir anders.

Das NSPF hat­te sich mehr oder min­der klar die Auf­gabe gestellt, die Wieder­errich­tung der NSDAP zu betreiben. Das klingt lächer­lich und irre – und ist es wohl auch.

In Öster­re­ich gibt es nur wenige Per­so­n­en, die sich öffentlich dazu bekan­nt haben, Mit­glied der NSDAP/AO (Auf­bauor­gan­i­sa­tion) zu sein. Eine davon ist Got­tfried Küs­sel. Mjöl­nir gab vor Gericht an, Küs­sel vor mehreren Jahren in ein­er Bar ken­nen­gel­ernt zu haben. Bei der Feri­alverbindung „Reich“ habe man sich in der Folge immer wieder getrof­fen, „um Bier zu trinken und zu disku­tieren“. Die Feri­alverbindung „Reich“, die erst kür­zlich „frei­willig“ aufgelöst wurde, beherbergte illus­tre „Reichs­brüder“ und Gäste.


Ein an ein Hak­enkreuz erin­nern­des Logo auf der Ein­ladung zu den Aben­den bei der Feri­alverbindung „Reich”
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Der Kon­takt zu Küs­sel hielt über die Jahre hin­weg an. In der Nacht auf den 17.10.2010 beschimpften Got­tfried Küs­sel und zwei Begleit­er in ein­er Wiener Neustädter Bar Gäste und Wirtin mit ras­sis­tis­chen Sprüchen und began­nen dann die Wirtin zu attack­ieren. Auch „Heil Hitler“ soll mehrmals gebrüllt wor­den sein. Ein Arbeit­str­e­f­fen mit Chris­t­ian W. alias Mjöl­nir? Ist der zweite Mod­er­a­tor des NSPF , „Unduld­samer“, vielle­icht gar Got­tfried Küssel?


Mjönir alias Chris­t­ian W, war nur dort „um Bier zu trinken und zu disku­tieren” — ein Beispiel was dort disku­tiert wurde: „Die Zer­set­zer — Wer ver­nichtet Volk und Land?” und „Reich­swaf­fen­t­age” gab es auch
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Die Ver­ant­wor­tung von Mjöl­nir vor Gericht zielte jeden­falls darauf ab, sich beson­ders klein zu machen. Sein Man­dant sei von Küs­sel und Co. „wegen sein­er Com­put­erken­nt­nisse aus­genutzt wor­den“ und in ein­er „schwieri­gen Phase seines Lebens mit Konkurs und pri­vat­en Problemen….deren Fasz­i­na­tion erlegen“ (NÖN, 26.9.2011).

Von Thi­azi wurde Mjöl­nir mit Ausze­ich­nun­gen über­häuft, bevor er sich 2010 eiligst ver­ab­schiedete: den Orden „Schwarze Sonne“ erhielt er (neben „Unduld­samer“ und „Prinz Eugen“) für seine „aus­geze­ich­nete Beitragsqual­ität“ als Nation­al­sozial­ist, den Orden für „Lan­gat­migkeit und Durch­hal­tev­er­mö­gen“ für seine knapp 3.000 Beiträge und die „Ausze­ich­nung des Bra­gi“ für seine „hochw­er­ti­gen und niveau­vollen“ Beiträge.


Fan­tasieor­den für Mjöl­nir, ver­liehen von den Nazis aus dem Thiazi-Forum
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Niveau­voll? „Soet­was dile­tan­tis­ches, inhalt­slos­es, dummes, von Trom­meln und Tröten ver­schwultes Gelaber von Hin­ter­ladern, Leseben und son­sti­gen genetis­chen Müll, krampfte meinen Magen ern­sthaft zusam­men..“, schrieb Mjöl­nir etwa am 2.7.2010 über eine Demon­stra­tion gegen das Frem­den­recht am Wiener Helden­platz. Und weiter:

„Soferne ich den Tag noch erlebe, wird es mir ein Freuden­fest sein, hartes Gericht über solche Dreckschweine zu hal­ten, jedem einzel­nen, dieser selb­ster­nan­nten Künstler(I)nnen, SchwulIn­nen, Geis­tes­gestörtIn­nen, GrünIn­nen, Schwach­matIn­nen, das Licht zu **ZENSUR**!;) (aus­blasen machen ja bekan­ntlich die Linken, wenn sie gegen die Olympia stür­men!) falls mal wieder ein Artikel erscheint, bitte richtig zitieren!:P
Aus­län­der raus!
Für eine befre­ite Ostmark!
Raus mit den Parteien aus der Ostmark!
Alles für Deutsch­land!“
. (Fehler im Original)

Die Nazis, die in das geheime NSPF, ein geschlossenes Sub­fo­rum von Thi­azi, aufgenom­men bzw. dafür auser­wählt wur­den, wussten jeden­falls, worum es geht: um den Nation­al­sozial­is­mus, das Rein­hal­ten sein­er Ideen, das 25-Punk­te-Pro­gramm der NSDAP aus 1920 und natür­lich: die Partei! Die Partei, für die sich Mjöl­nir und Co. im NSPF ver­sam­melten, war natür­lich keine in das „Sys­tem“ inte­gri­erte Partei wie die NPD, son­dern die NSDAP.

Teil III : Mjöl­nir und die Auserwählten