Martin Graf und sein Isegrim

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unzen­su­riert, der Blog von Mar­tin Graf, hat den Pos­ter „Ise­grim” für meh­re­re Tage „Frei­heit für Gott­fried Küs­sel” for­dern las­sen. Nach einem Anruf der „Salz­bur­ger Nach­rich­ten” wur­de das Pos­ting des ver­mut­li­chen Neo­na­zi gelöscht. „Ise­grim” hat sich nicht zum ers­ten Mal wiederbetätigt.

Bern­hard Kraut und sei­nem Blog ist es zu ver­dan­ken, dass auch noch ande­re Pos­tings von „Ise­grim” auf unzensuriert.at der Öffent­lich­keit erhal­ten blei­ben. Für die unzen­su­riert-Redak­ti­on ist sowie­so alles klar: Der User wur­de gesperrt. Aus­ser­dem gebe es ja eine Richt­li­nie, in der fest­ge­hal­ten wird: „Die Unzen­su­riert-Redak­ti­on distan­ziert sich von sämt­li­chen Sei­ten, die extre­mis­ti­sches oder ver­het­zen­des Gedan­ken­gut trans­por­tie­ren.” Mit die­ser bemer­kens­wer­ten Erklä­rung distan­ziert sich unzen­su­riert qua­si gene­ral­prä­ven­tiv von sich selbst.

Wie oft „Ise­grim” unter die­sem oder ande­ren Nick­na­mes auf unzen­su­riert und ver­wand­ten Blogs unter­wegs war oder noch immer ist, ist uner­heb­lich. Erheb­li­cher ist dage­gen, dass die unzen­su­riert-Redak­ti­on die poli­ti­sche Hal­tung von „Ise­grim” gekannt hat. Ein Pos­ting sei des­halb, wie er selbst schreibt, der Zen­sur von unzen­su­riert zum Opfer gefal­len. „Ise­grim” tex­te­te neu­er­lich, sei­ner Mei­nung nach „sanf­ter”, und wur­de am 21. März zuge­las­sen, sprich online gestellt.


Ise­grims „sanf­te­re” Ver­si­on (Fak­si­mi­le von unzensuriert.at)

Für die unzen­su­riert-Redak­ti­on sprach also nichts dage­gen, die­sen Text, der sich gegen die „ras­si­sche Durch­mi­schung”, für ein unver­fälsch­tes „Deutsch­tum” und für das Ver­ja­gen der „Musel­ma­nen und Step­pen­be­woh­ner” aus­spricht, zu ver­öf­fent­li­chen. Ach ja, das „Ver­ja­gen” hat „Ise­grim” nicht in den Mund genom­men, auch die „Arsch­lö­cher” nicht, er hat ja sei­nen sanf­ten Text nur mit „Mos­lems raus” über­ti­telt und vie­le Gedan­ken­punk­te gesetzt.

Am 10. April folg­te der nächs­te sanf­te Text „Ise­grims” auf unzen­su­riert über den Islam und die Hoch­kul­tu­ren. Dem brau­nen Hob­by-His­to­ri­ker fällt der Schwach­sinn, den er da über die „ari­schen Hoch­kul­tu­ren” ver­zapft, natür­lich nicht auf, der Redak­ti­on auch nicht. Oder anders aus­ge­drückt: Eine dümm­lich ras­sis­ti­sche Behaup­tung, wie sie auch Alfred Rosen­berg nicht schlim­mer for­mu­lie­ren hät­te kön­nen („als aber der nor­di­sche Mensch begann,sich mit den dunk­len Ras­sen zu ver­mi­schen, senk­te er sein Ras­sen­ni­veau immer mehr und ver­schwand schlu­ßend­lich von der welt­ge­schicht­li­chen Büh­ne”), passt in die Redak­ti­onli­nie von unzen­su­riert offen­sicht­lich ohne Pro­ble­me. Von der unzen­su­riert-Büh­ne ver­schwan­den die Pos­tings näm­lich erst mit der Sper­re des Users „Ise­grim” wegen sei­nes Küssel-Postings.


Ise­grim und die „ras­si­sche Ver­mi­schung” (Fak­si­mi­le von unzensuriert.at)

Aus „Ise­grim” hät­te noch ein flei­ßi­ger Pos­ter für unzen­su­riert wer­den kön­nen, wenn ihm nicht das Miss­ge­schick mit Küs­sel pas­siert wäre. Die Fra­ge ist aber, was sich Mar­tin Graf und sein Medi­en­kind unzen­su­riert noch alles erlau­ben dür­fen. Der Blog, ursprüng­lich nur auf die Per­son des Drit­ten Natio­nal­rats­prä­si­den­ten zuge­schnit­ten, hat sei­ne Redak­ti­on erwei­tert und auch sei­ne Trä­ger­schaft: Ein Ver­ein zur För­de­rung der Medi­en­viel­falt ist jetzt ver­ant­wort­lich. Die poli­ti­sche Ver­ant­wor­tung für den Blog kann Mar­tin Graf aber nicht abgeben!